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Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Originaltitel: Indiana Jones and the Last Crusade

Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,11 (93 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Indys Lieblingsfeinde, die Nazis, sind zurück und haben seinen Vater, Professor Henry Jones Sr. (Sean Connery), entführt, um dadurch Unterstützung bei ihrer Suche nach dem Heiligen Gral zu erhalten. Den Spuren von Amerika über Venedig durch die Wüsten des Gelobten Landes folgend, liegt es an Indy (Harrison Ford), seinen Vater zu retten, den Heiligen Gral zu finden und alles wieder „in Ordnung“ zu bringen. (Paramount Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                INDIANA JONES UND DER LETZTE KREUZZUG

Indiana Jones Und Der Tempel Des Todes (1984) war – genau wie sein Vorgänger Jäger Des Verlorenen Schatzes (1981) – ein weltweiter Kassenerfolg, so dass ein dritter Teil geplant wurde. Diesen dritten Teil wollte man aber wieder im Geist des ersten Teils inszenieren, da Indiana Jones Und Der Tempel Des Todes wegen seiner Düsternis und seiner Gewalttätigkeit durchaus kritisiert wurde. Im Lauf der fünf Jahre bis zum Kinostart des dritten und (eigentlich) letzten Indiana Jones-Films wurden etliche Drehbuchentwürfe, u.a. von Chris Columbus (Gremlins – Kleine Monster, 1984), in Auftrag gegeben und verworfen, bis man sich für ein Drehbuch von Jeffrey Boam (1946 – 2000 / Lethal Weapon 2, 1989) entschied.

Für Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug (1989) trommelte man eine interessante Besetzung zusammen. Zunächst nahmen Denholm Elliot (Dr. Marcus Brody) und John Rhys-Davies (Sallah) ihre Rollen aus Jäger Des Verlorenen Schatzes wieder auf. Mit Alison Doody (Auf Den Schwingen Des Todes, 1987), Julian Glover (James Bond 007 – In Tödlicher Mission, 1981) und Michael Byrne (Der Wilde Haufen Von Navarone, 1978) kamen drei interessante Neuzugänge hinzu, während der viel zu früh verstorbene River Phoenix (Mosquito Coast, 1986) in der Eröffnungssequenz des Films den jungen Indiana Jones spielte. Den größten Besetzungscoup landete man jedoch mit der Verpflichtung von Ex-James Bond 007 Sean Connery, der die Rolly von Indys Vater, Professor Dr. Henry Jones, übernahm. In den Achtziger Jahren hatte Connery in Filmen wie Highlander – Es Kann Nur Einen Geben (1985) oder Der Name Der Rose (1986) die Rolle des Mentors übernommen, so dass es nahelag, Connery für diese Vaterrolle zu engagieren. Gedreht wurde mit einem Budget von 48 Millionen Dollar u.a. in den USA (Utah, San Francisco), Italien (Venedig), Deutschland (Mayen an der Eifel) und Südspanien (Andalusien).

Wir schreiben das Jahr 1938: Indiana Jones (Harrison Ford) ist gerade von einer halsbrecherischen Mission zurückgekehrt, da findet er in seiner Post das Tagebuch seines Vaters Professor Dr. Henry Jones (Sean Connery), in dem dieser alle Informationen über seine Suche nach dem heiligen Gral niedergeschrieben hat. Da sich das Buch in einem Paket aus Venedig befindet, reist Indy mit seinem Freund Dr. Marcus Brody (Denholm Elliot) in die Lagunenstadt, wo sein Vater nach Hinweisen bezüglich des Aufenthaltsort des Grals gesucht hat. Indy erfährt, dass sein Vater nach Deutschland verschleppt wurde, da sich offensichtlich auch die Nazis für den heiligen Gral interessieren…

Indiana Jones Und Letzte Kreuzzug ist (meiner Meinung nach) der unterhaltsamste, abenteuerlichste und beste Teil der Filmreihe und erneut ein Juwel des Kinos der Achtziger Jahre. Regisseur Steven Spielberg hat es, mit Hilfe des Drehbuchs von Jeffrey Boam, nicht nur geschafft, einen Film im Stil von Jäger Des Verlorenen Schatzes zu inszenieren, sondern diesen sogar noch zu übertreffen, was schon Seltenheitswert hat, da der erste Teil einer Filmserie meistens oder zumindest oft der beste ist. Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug thront jedoch aus mehreren Gründen über den anderen Teilen, was schon besonders ist, wenn man bedenkt, wie hervorragend bereits seine beiden Vorgänger sind.

Der größte Pluspunkt des Films ist das unnachahmliche Zusammenspiel von Harrison Ford und Sean Connery. Es hat viele Duos gegeben, die Filmgeschichte geschrieben haben, aber selten hat die Chemie zwischen zwei Darstellern so gestimmt wie hier. Hinzu kommt, dass die Kombination Ford/Connery den Film um eine gehörige (und vor allem passende, da niemals alberne) Portion Humor bereichert. Selbst nach der gefühlt 250. Sichtung ist es immer noch hochkomisch und äußerst unterhaltsam anzusehen, wie Vater und Sohn von einer haarsträubenden Situation in die nächste schlittern. Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug ist ohne Zweifel der humorvollste Teil der Indiana Jones-Serie. Wie Sean Connery den manchmal etwas zerstreut wirkenden Archäologieprofessor spielt, der immer noch autoritär genug ist, um einen gestandenen Helden wie Indiana Jones zurechtzustutzen, ist unnachahmbar und funktioniert im Verbund mit Harrison Ford, der zwar immer noch alle Eigenschaften der ersten beiden Teile mitbringt, aber seinem Vater gegenüber manchmal etwas kleinlaut ist, hervorragend. Aber der Film ist nicht nur auf pure Unterhaltung ausgelegt, sondern weist auch ernsthafte Zwischentöne auf, in denen Indy und sein Dad ihre schwierige Vater-Sohn-Beziehung aufarbeiten und dabei ebenso überzeugend wirken wie in den Actionszenen des Films. Ohne die Kombination Sean Connery & Harrison Ford wäre Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug niemals so gut ausgefallen!

Dabei verleiht man der Figur des Indiana Jones etwas, was in den ersten beiden Teilen gefehlt hat: eine Spur charakterliche Tiefe. In den beiden Vorläufern war Indiana Jones ein Mann ohne Vergangenheit und Zukunft, doch hier bekommt er mehr Hintergrund, man erfährt mehr über den abenteuerlustigen Archäologen; hierzu trägt auch die Eröffnungssequenz des Films bei, in der River Phoenix eine glaubwürdige junge Version des späteren Peitschenschwingers mit dem Fedora-Hut spielt. Erfreulicherweise laufen die Macher des Films zu keiner Sekunde Gefahr, die Figur Indiana Jones zu entzaubern, wie es häufig passiert, wenn sich Drehbuchautoren, Regisseure und Produzenten zu sehr mit den Hintergründen ikonischer Filmfiguren auseinandersetzen. Und man muss Spielberg und Co. dazu gratulieren, dass man sich für das Drehbuch von Jeffrey Boam entschieden hat, da er nicht nur für abenteuerliche Szenarien und eine spannende Geschichte, sondern auch für exzellente Ford/Connery-Dialoge gesorgt hat. Apropos Geschichte: Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug verfügt über einen von der ersten bis zur letzten Minute fesselnden Plot, der zudem über eine schöne Botschaft verfügt und auch moralische Werte vermittelt.

Aber nicht nur Harrison Ford und Sean Connery überzeugen. Es ist ein schönes Gefühl, John Rhys-Davies und Denholm Elliot, der hier mehr Screentime erhält als in Jäger Des Verlorenen Schatzes, wieder in ihren angestammten Rollen zu sehen – die beiden sind eben doch weitaus charmantere Gefährten als eine nervige Nachtclubsängerin mit schriller Stimme und ein vorlauter Halbwüchsiger. Und auch die Gegenseite ist mit Julian Glover und Michael Byrne bestens besetzt; zudem gibt es mit Alison Doody eine starke Schauspielerin in einer interessanten Rolle zu sehen. Die Besetzung des Films mag sich – abgesehen von Sean Connery und Harrison Ford – nicht aus Superstars zusammensetzen, aber trotzdem hat man es geschafft, jeder Rolle den passenden Schauspieler zuzuführen.

Aber was wäre ein Indiana Jones-Film ohne Maßstäbe setzende Stunts und Actionszenen? Auch hier liefert Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug und dürfte keinen Fan der Serie enttäuschen. Schon die auftaktgebende Actionszene mit River Phoenix legt ein hohes Tempo vor und hat sich der Film erst richtig warm gelaufen, bietet er in regelmäßigen Abständen spektakuläre, temporeiche Actionszenen, die alles bieten, was das Herz begehrt. Das absolute Highlight des Films ist die Verfolgungsjagd in der Wüste, bei der u.a. ein gewaltiger Panzer zum Einsatz kommt. Kritische Stimmen könnten behaupten, dass das eigentliche Finale des Films gegenüber dieser gewaltigen Actionszene abfällt, doch schon Jäger Des Verlorenen Schatzes endete ohne eine weitere Stuntorgie, womit Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug die Tradition des ersten Teils fortsetzt. Dafür haben sich die Macher des Films etwas ausgedacht, dass mindestens genauso spannend ist wie die Panzer-Verfolgungsjagd. Außerdem ist mit der Art und Weise, wie Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug gewährleistet, dass die Verfolgungsjagd in der Wüste auch wirklich als alles überragendes Action-Highlight im Gedächtnis bleibt.

Wenn man Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug für etwas kritisieren möchte, dann ist es sein lockerer Umgang mit der Geschichte, womit jetzt nicht die üblichen historischen Ungenauigkeiten (z.B. das Benutzen von Fahrzeugen, die es 1938 noch nicht gab, bzw. die nie von der Wehrmacht verwendet wurden …) gemeint sind, die wohl (fast) jeder Film aufweist, der sich mit vergangenen Epochen befasst. Es geht vielmehr darum, dass ein fürchterliches historisches Ereignis wie die Bücherverbrennung, die im Übrigen bereits mehrere Jahre zuvor stattgefunden hat, hier ganz beiläufig zu einem billigen Schockeffekt gemacht wird und dass man Adolf Hitler einen ziemlich überflüssigen, bescheuerten „Gastauftritt“ verpasst hat. Muss man nicht mögen und es verwundert angesichts solcher Szenen – und generell der Verniedlichung der Nazis zu Comicschurken in den Indiana Jones-Filmen – nicht, dass nicht alle begeistert waren, als bekannt wurde, dass Steven Spielberg Schindlers Liste (1993) drehen würde. Das soll niemandem den Spaß an Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug nehmen, kann einen aber schon ein wenig nachdenklich stimmen.

Trotzdem ist Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug durch und durch brillantes Action-, Abenteuer – und Unterhaltungskino, das keine Wünsche offen lässt: Darsteller, Story, Inszenierung, Action, Tempo, Musik (John Williams!!!) … alles bewegt sich auf höchstem Niveau. Das Publikum zeigte sich begeistert: Der Film spielte weltweit über 474 Millionen Dollar ein und wurde damit zum bisher erfolgreichsten Teil der Reihe.

Wäre Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug tatsächlich Indys letztes Abenteuer gewesen, hätte man vom perfekten Abschluss einer legendären Filmreihe sprechen können ...aber knapp 20 Jahre später sollte mit Indiana Jones Und Das Königreich Des Kristallschädels ein verspäteter vierter Teil folgen …aber das ist eine andere Geschichte.

10/10
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Kommentare

21.02.2018 23:20 Uhr - Pratt
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Tolles Review, toller Film, ich vergebe für beides 10/10 Punkten. Auch nach dem x-ten Ansehen immer noch großartig!!!

21.02.2018 23:42 Uhr - TheRealAsh
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Auch von mir für den Film und das Review eine glatte 10. Die drei Ausrufezeichen bei John Williams gefallen mir besonders gut;-)

Neben Morricone einfach der Maestro of Soundtracks

21.02.2018 23:45 Uhr - Punisher77
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Danke für eure Rückmeldungen :-)!

22.02.2018 09:17 Uhr - DriesVanHegen
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Hui!
Den dritten habe ich letztmalig als Bub irgendwo zwischen 12-14 gesehen, er hat mich natürlich blendend unterhalten, aber seitdem habe ich ihn mir nie wieder angeschaut. Mir hat damals dieses Vater-Sohn-Gespann nicht wirklich zugesagt und für mich hat Teil 2 immer den Zuschlag bekommen.
Da ich seit einiger Zeit die Complete Adventures im Regal stehen habe, ist es einfach unabdingbar der nostalgischen Erinnerung eine Frischzellenkur zu verpassen. Und natürlich stimmt die euphorische Besprechung absolut neugierig, was ich in all den Jahren vielleicht doch fälschlicherweise verdrängt habe ;)

22.02.2018 11:03 Uhr - TheRealAsh
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Mir fällt beim Wiederlesen deines wirklich schönen Reviews grade ein, dass ich als kleiner Bub mal ein Comic des gesamten Films hatte, das ich vor dem Film verständlicherweise gelesen habe und deshalb war das erste Mal schauen die absolute Offenbarung für mich.

Kennt das noch jemand?

Es war schwarzweiß, ganz billiges Recyclingpapier und ich glaub vielleicht Panini-Verlag oder sowas??? Bitte melden! ;-)

22.02.2018 13:48 Uhr - Intofilms
1x
Bravo, Puni! :))
Auch ich kann hier nicht anders, als mit Begeisterung die Höchstpunktzahl anzuklicken. Etwaige historische Ungereimtheiten verbuche ich einfach mal unter 'poetischer Freiheit'. Nur eines irritiert mich:
SPOILER
Der (schwer verwundete) alte Jones trinkt aus dem Gral, damit er nicht an seiner Schussverletzung sterben muss. So weit, so gut. Aber vorher hat doch bereits (der völlig unversehrte) Indy daraus getrunken. Dann ist dieser jetzt wohl unsterblich oder jedenfalls mit jahrhundertelangem Leben gesegnet...? Irgendwie wird auf dieses folgenschwere Handlungsdetail gar nicht näher eingegangen. Das finde ich nicht ganz plausibel...
SPOILER-ENDE

@Dries
Enjoy! :))

22.02.2018 22:57 Uhr - Insanity667
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Hervorragende Arbeit mal wieder! 10/10 Punkte auch von mir Puni! Wirklich ein sehr geiler Streifen der partout nicht alt werden will! :D

@Intofilms
SPOILER
Die macht des Grals schwindet doch, als er über das Siegel bewegt wird. "Der Preis für die Unsterblichkeit", der Ritter erklärt es ja. Papa Indy ist zwar noch geheilt worden, unsterblich ist nach der Nummer aber keiner (mehr). SPOILER ENDE

22.02.2018 23:11 Uhr - Punisher77
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@Alle: Herzlichen Dank für Eure netten Kommentare!

@TheRealAsh:
Ja, den Comic habe ich damals auch gelesen...allerdings erst, nachdem ich den Film gesehen habe.

23.02.2018 08:09 Uhr - Intofilms
2x
Ich Dummerle - danke, Insi! :)) Da werde ich bei der nächsten Sichtung mal genau(er) aufpassen.

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