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TheRealAsh
Level 9
XP 1.082
Eintrag: 01.03.2018

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Red Sparrow

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Als eine Verletzung ihrer Karriere ein Ende setzt, sehen Dominika (Jennifer Lawrence) und ihre Mutter einer trostlosen und unsicheren Zukunft entgegen. Daher lässt sie sich schnell dazu überreden, eine der neusten Rekruten der Sparrow School zu werden, einem Geheimdienst, der außergewöhnliche junge Menschen wie sie trainiert, ihren Körper und Verstand als Waffe einzusetzen. Nachdem sie den abartigen und brutalen Trainingsprozess überstanden hat, entwickelt sie sich zum gefährlichsten Sparrow, den das Programm je hervorgebracht hat. Dominika muss ihr Leben auf ihre neue machtvolle Situation abstimmen und das betrifft auch alle ihr nahestehenden Menschen, die sich durch sie in Gefahr befinden - darunter auch ein amerikanischer CIA Agent (Joel Edgerton), der versucht, sie davon zu überzeugen, dass er die einzige Person ist, der sie trauen kann.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von therealash:

Einer der Sätze, der in Red Sparrow fällt, sagt aus, dass der Kalte Krieg noch nicht vorbei sei. Wenn man sich Red Sparrow ansieht, dann kann man das gut verstehen. Ich tu mir mit einer Bewertung schwer, da der Film einerseits top besetzt ist, die Regie sehr ordentlich ist, wie das übrige filmische Handwerk auch, andererseits die anti-russische Propaganda, die in Der 27. Tag aus den 50er Jahren als so längst aus einer anderen Zeit angeprangert wird, in Red Sparrow deutlicher nicht sein könnte. Da das politische Klima zwischen den USA und Russland aktuell ja durchaus sogar manchmal etwas heiß ist, versuche ich das mal möglichst beiseite zu lassen, auch wenn mir das sehr schwer fällt.

Was gegen die reine Propaganda spricht, ist der auf dem Film basierende Roman Operation Red Sparrow von Jason Matthews, der im Operations Directorate der CIA über 30 Jahre gearbeitet hat. Diese Verfilmung ist der erste Teil einer Roman-Trilogie, bei welcher der zweite Teil The Kremlin's Candidate und der dritte Teil Palace of Treason durchaus in dieselbe Kerbe schlagen. An den deutschen Übersetzungen von Teil zwei und drei wird sicher schon gearbeitet, Teil eins gibt es schon zu kaufen. Vom Genre bewegen wir uns im faktualen Agenten-Thriller, bei denen ein Experte fiktionale Stoffe mit echter Arbeitserfahrung erzählt. Durchaus also auf der Realität basierende, aber trotz allem keine realen Stoffe.

Warum ich so kritisch bin, hängt mit der Gut-Böse-Zeichung der guten US-Amerikaner und der bösen Russen zusammen. Bis auf Domenika und ihre Mutter findet sich hier kein positiver russischer Charakter. Sorry, das finde ich einfach völlig over the top und das zeigt sich mal wieder sehr schön in Folterszenen und Eliteausbildungslagern von den Russen und der idealisierenden Erkenntnis von Domenika gegenüber ihrem "amerikanischen Freund" Nate, dass er von ihr gar nichts für seine Hilfe will. Diese Selbstlosigkeit ist für mich waschechte amerikanische Propaganda. Aber nun gut, Propaganda existiert und dann hat sie wohl im Film ihr Existenzrecht, wie immer man das nun selbst finden mag.

Die Story ist ein ziemlich cooler Cold-War-Thriller, in dem nach einem etwas langen, aber schönen Prolog, die Geschichte der sabotierten Ballett-Tänzerin Domenika Egorova erzählt wird, die sich aufgrund Geldmangels und einer pflegebedürftigen Mutter von ihrem Geheimdienst-Onkel Ivan (wie auch sonst sollte er heißen?) zur Ausbildung als Red-Sparrow-Agentin etwas unfreiwillig überreden oder zwingen lässt. Nach der harten Ausbildung soll sie als ersten Auftrag den amerikanischen CIA-Schönling Nate Nash bespitzeln, sein Vertrauen gewinnen und einen Maulwurf aus den eigenen Reihen aufdecken.

Immer wenn es um geheime Identitäten geht und die Frage, wer auf welcher Seite steht, wer Freund oder Feind ist, beginnt ein Bäumchen-wechsle-dich-Spiel der Hochparanoia, bei dem man wie eine Flipperkugel durch die Gegend geballert wird und am Ende noch seinen treuen Hund der Kollaboration mit dem Feind verdächtigt. Alles in allem ist die Geschichte spannend, unglaublich brutal und sehr düster. Gelacht wird hier ausnahmsweise mal im Haus mit dem dunklen Keller.

Die Regie ist für Francis Lawrence typisch und gekonnt. Wer die Tribute-von-Panem-Trilogie mag, kommt hier auf seine Kosten, da an der Kamera ebenfalls Jo Willems und beim Soundtrack John Newton Howard beteiligt waren. Die Tribute von Panem ohne Science-Fiction also? Jein! Manchmal wäre es mir aber lieber gewesen, wenn die Geschichte Science-Fiction gewesen wäre, da böse Außerirdische vielleicht weniger einseitig gewesen wären. Aber ganz ehrlich, mir sind auch komplexe Außerirdischen-Figurenzeichnungen lieber als plumpe. Außerdem gibt es in den Tributen ja keine Aliens. Howards Soundtrack ist übrigens grundsolide, aber wird nicht auf meinem Plattenteller landen. Über weite Strecken hat er mich zu sehr an Dunkirk von Hans Zimmer erinnert, was die spannungsgeladenen Stellen betraf. Aber diese Verbindung verwundert bei den beiden ja nicht, da sie nicht nur Freunde im Geiste sind.

Und ja, es gibt einige pikante Nacktszenen von Jennifer Lawrence, die nicht zimperlich ist und ich muss mich vor ihrer Leistung insgesamt verbeugen. Es gibt hier definitiv nicht nur einen knappen Badeanzug zu bestaunen. Lawrence spielt Domenika wirklich knallhart und (fast) gefühllos. Was sie hier über sich ergehen lässt, ist wirklich heftig, kommt aber wohl nicht an das ran, was der doofe Aronofsky mit ihr psychisch in mother! veranstaltet hat. Zum Glück hat sie ihn mittlerweile abgeschossen, nachdem sich der in seinen Gottesphantasien an ihr für seine ach so große Kunst abgearbeitet hat. Entschuldigung, aber hier bin ich parteiisch und stehe ganz klar auf Jennifers Seite. Überhebliche Künstleridioten kann ich nicht ab und zeugen mal wieder für mein ablehnendes Urteil über The Fountain. Aber davon hier genug.

Joel Edgerton (Zero Dark Thirty, It Comes at Night, Bright) spielt mal wieder toll und zeigt, dass er mehr als Orks kann. Auch Matthias Schoenaerts (A Bigger Splash), Charlotte Rampling (Der Nachtportier, Swimming Pool), Jeremy Irons (M. Butterfly, Lolita) oder Ciarán Hinds (Dame, König, As, Spion) geben dem Cast die notwendige Grandezza.

Mit 140 Minuten ist der Film allerdings viel zu lang. Für mich gab es echte Längen und obwohl ich den Erzählrhythmus akzeptiere, hätte gerade der Anfang als Backstory auch anders eingeflochten werden können und manchmal die ein oder andere Straffung gut getan. Doch wem es gefällt, der kann gerne damit glücklich werden. Denn was man optisch geboten bekommt, ist durchwegs hochwertig und gerade die Gewalt fällt in dem Fall mal ausnahmsweise positiv auf.

Trotzdem, ein spannender Agenten-Thriller mit einer knallharten Jennifer Lawrence als Atomic Blonde ohne Neon-Beleuchtung und Songuntermalung, dafür aber mit Blut und Kotze.

Zum Abschluss etwas Rammstein:

"We're all living in Amerika, Amerika ist wunderbar..."

7/10
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Kommentare

01.03.2018 21:26 Uhr - Nubret
1x
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Und ich kann nur sagen, den hast Du mir jetzt schon schmackhaft gemacht..trotz deiner Vorbehalte. Nach dem gelungenen Trailer, ein noch gelungeneres Review!

01.03.2018 21:42 Uhr - Knochentrocken
1x
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Ohne hier was anfangen zu wollen... waren die Gemüter zwischen USA und Russland nicht schon immer angespannt und heiss?

Ansonsten: Top Rezension von meinem Freund aus der Hütte (darf ich ihn so nennen?) und durch deine Reszension werde ich, wie ich es schon vorhatte, erstmal einen Bogen um das Werk machen. Ich mag Lawrence nicht und deine Aussage über die AntiRussland-propaganda, wenn ich das richtig verstanden habe, schreckt mich schon ab, bei einem Film über russische Agenten. Aber ein US-Film, also wars ja klar...


Vlt. auf Prime oder Netflix mal. Im Kino? - No thanks!

But, thank you for the review ;)

01.03.2018 22:18 Uhr - tschaka17
1x
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Da warst du wohl schneller als ich ;) Und ich dachte schon, meine 17.45 Uhr Vorstellung sei Early Bird gewesen^^

Film an sich: Naja. Längen sind echt untertrieben, das 2te Drittel zieht sich enorm! Wie so oft: Nette Idee, aber Umsetzung hmm. Cast ist gut, Action sollte man keine erwarten und die Nacktszene ist ok. Wobei ich bei der Dame eh nicht so steil gehe wie manch andere Herren der Schöpfung. Seine Momente hat der Streifen, ich sag nur Motorrad-Helm-Mann ;) Die 7 kann ich teilen, würde nur minimal auf ne 6,5 absenken.

02.03.2018 11:09 Uhr - TheRealAsh
1x
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@nubisGottderToten: danke, ich glaub, der wird dir gut gefallen!

@Weltenraum: du als alter FDJ-ler weißt da sicher besser bescheid, wobei du zu jung bist, um in dem Verein dabei gewesen zu sein. Und klar, Freunde aus dem Weltenraum dürfen mich immer Hüttenfreund nennen, so ist das hier doch;-)

@taschka: cool, dass wir das mal ähnlich sehen, les gleich deine Rezi

02.03.2018 11:51 Uhr - Knochentrocken
1x
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02.03.2018 11:09 Uhr schrieb TheRealAsh
@nubisGottderToten: danke, ich glaub, der wird dir gut gefallen!

@Weltenraum: du als alter FDJ-ler weißt da sicher besser bescheid, wobei du zu jung bist, um in dem Verein dabei gewesen zu sein. Und klar, Freunde aus dem Weltenraum dürfen mich immer Hüttenfreund nennen, so ist das hier doch;-)

@taschka: cool, dass wir das mal ähnlich sehen, les gleich deine Rezi



Da 89 die Wende war und ich da gerademal 3 Lenzen gewesen bin, war ich wohl eher nich bei der FDJ ;) :D

02.03.2018 12:19 Uhr - TheRealAsh
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Dacht ich schon, aber immerhin bei den Moonrise-Kingdom-Pfadfindern hoffe ist. Dass du über 30 bist, hätte ich auch nicht gedacht, du weißt ja, der gute James wurde glaube nur knapp 25 oder so:-(

02.03.2018 12:43 Uhr - Horace Pinker
1x
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Wie immer sehr lesenswerte, informative und schön formulierte Rezension Ash. Red Sparrow ist aber nicht so meins, da mir der Mangel an Actionszenen in Paarung mit den vorhandenen Längen wohl den Spaß trüben würde und ich auch kein besonderer Freund von Jennifer Lawrence bin. Da gucke ich mir was die Konfrontation zwischen Ost und West angeht lieber mal wieder den Namensverwandten Red Heat mit der Steirischen Eiche an ;)

02.03.2018 12:57 Uhr - TheRealAsh
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danke, Horace, an Red Heat kommt der natürlich nie ran, stimmt, und Jenny ist keine Eiche, hahaha;-)

02.03.2018 18:42 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
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Bisher hat mich der Hype-Train um Jenny-ich leg mal den russischen Dialekt auf mit einem Dekolleté bis zu den Knien-Lawrence nichtmal mit seinem Fahrtwind gestreift... Deine Rezi hat das aber jetzt doch irgendwie geändert! Den werde ich mir definitiv mal gönnen, wenn auch erst im Heimkino! Good Job! :)

PS: Ich habe die jungen Pioniere um etwa 2 Jahre verpasst! ;)

02.03.2018 22:07 Uhr - naSum
1x
User-Level von naSum 11
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Danke für die Warnung. Die Story klang ja erstmal ganz interessant und auf Jennifer Lawrences Darstellung war ich auch gespannt, da ich sie in den Tributen nur wenig überzeugend fand, wie die Filme selber auch. Zu den Büchern kann ich allerdings nichts sagen. Naja, ich wollte ihr nochmal ne Chance geben... Aber für diese Chance suche ich mir lieber den nächsten Film raus und mache hier einen Bogen.

Da schau ich lieber Aronofsky :-D

02.03.2018 23:38 Uhr - TheRealAsh
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Na, ich hoffe du warst wenigstens bei den Pfadfindern, insanity, dann findest du auch bald den Weg zu mir in die Hütte, Salzstangen satt:D

09.03.2018 17:33 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Im historischen Kontext hat antirussische Propaganda ja durchaus ihre Berechtigung (Genosse Stalin lässt grüßen).
Film klingt recht interessant und das Review hat gut unterhalten, ist also für irgendwann mal vorgemerkt.

Angesichts der herausragenden Reife seiner Kommentare hätte ich bei Weltis Alter auch nicht auf Ü30, sondern bestenfalls auf den Abschluss der Pubertät getippt.

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