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tschaka17
Level 7
XP 724
Eintrag: 11.03.2018

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Alles Geld der Welt

(All the Money in the World)
Herstellungsland:USA, Großbritannien (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Biographie, Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Im Sommer 1973 wird der 16-jährige John Paul Getty III., Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten John P. Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper sind Mitglieder der Mafia und verlangen 17 Millionen Dollar Lösegeld. Doch der reichste Mann der Welt sperrt sich: Er wittert hinter der Entführung eine Inszenierung, außerdem fürchtet er Nachahmer. Schließlich hat Getty insgesamt 14 Enkel! Als die Entführer ein abgeschnittenes Ohr schicken und ankündigen, John Paul „stückweise“ freizulassen, falls nicht bald gezahlt werde, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit. Ein ehemaliger CIA-Vermittler hilft John Pauls Mutter Gail dabei, ihren Sohn zu befreien – zur Not auch ohne das Geld des Schwiegervaters...
eine kritik von tschaka17:

Wieviel brauchen Sie noch, um sich sicher zu fühlen? - Mehr.

Nachdrehs sind keine Seltenheit im Filmgeschäft. Bei Alles Geld der Welt ist die Situatiion jedoch weitaus verzwickter. Nach Publikwerden schwerer Anschuldigungen von Missbrauch und sexueller Belästigung war Darsteller Kevin Spacey einfach nicht mehr haltbar. Regisseur Ridley Scott distanzierte sich von seinem Akteur und auch die Angst vor Boykotten zwang das Studio zu handeln. In nur sechs Wochen wurde der komplette Film mit Christopher Plummer als J. Paul Getty überarbeitet. Anmerken tut man dem Streifen diese Änderung zu keinem Zeitpunkt. Allerdings hätte auch Spacey das Werk kaum retten können.

Klingt wenig verheißungsvoll? Ist es auch nicht. Doch zunächst zu den positiven Dingen: Alles Geld der Welt bietet wirklich einige der schönsten Settings der letzten Zeit. Der Flair der 70er-Jahre findet sich in jedem Straßenzug, Auto, Anzug oder Blümchen wieder. Bis ins kleinste Detail wurde liebevoll dekoriert und die allgemeine Auswahl der Schauplätze ist wirklich gelungen. Golden glänzende Weizefelder, pompöse Herrenhäuser oder kleine italienische Städtchen. Einfach schön anzusehen. Die Kamera fängt diese Umgebungen gekonnt ein und lässt dem Zuschauer Zeit zum Genießen. Ab und an ist die Lichtgebung zwar etwas dunkel, aber generell kreiert der Film tolle Bilder. Bei den wenigen Gewaltmomenten hält die Kamera künstlerisch drauf, zeigt nicht zu viel und nicht zu wenig. Allgemein ist künstlerisch wohl der beste Ausdruck für die Inszenierung. Zu Beginn blendet das Bild weich von Schwarz-Weiß in Farbe über und arbeitet stark mit Kontrasten. Vorhandene Effekte sind handgemachter Natur. Handwerklich ist Alles Geld der Welt sehr saubere Arbeit.

Dem Cast lassen sich schon eher Vorwürfe machen. Warum Christopher Plummer für den Oscar nominiert wurde bleibt dem Zuschauer wohl ein Rätsel. Seine Figur des J. Paul Getty ist ein kalter, gefühlloser Mann, welcher im Verlauf des Films immer unsympathischer wird. Lassen sich manche Punkte seiner Ansichten, wie die Verweigerung von Lösegeld zum Schutz vor weiteren Entführungen, durchaus nachvollziehen, widert er später einfach nur noch an. Sorgt sich der Alte eher um die Absetzung des Lösegelds von der Steuer denn dem Opfer, seinem eigenem Enkel, ist dies schlicht zum Kotzen. Die Rolle spielt Plummer ordentlich, aber nicht herausragend. Tatsächlich hätte ein Kevin Spacey wohl etwas mehr Biss geboten. Charlie Plummer mimt das Entführungsopfer auf sehr eigentümliche Weise. Mal findet er sich mit seiner Situation ab, dann versucht er nach Monaten zu fliehen. Klar, Sympathien erhält er sofort aufgrund seiner Opferrolle, insgesamt funktioniert diese aber nicht zu 100%. Ebenfalls verwirrend ist die Darstellung von Michelle Williams. Als Mutter agiert sie sehr merkwürdig und wirkt arg kraftlos gegen das Getty-Imperium. Beispielhaft würde vermutlich jede andere Mutter total zerreißen, sollte sie die Leiche ihres Sohnes identifizieren. Williams raunzt einfach nur Mark Wahlberg an. Außerdem sorgt sie sich ausschließlich um ihren einen Sohn, hat aber noch drei andere Kinder. Manchmal wirkt ihre Performance fast schon lustlos, ob dies an der schlechten Bezahlung für die Nachdrehs liegt? Einzig und allein überzeugen tut Mark Wahlberg. Kein Liebling der Kritiker, jedoch Favorit des Box Office. In typischer Manier und schickem Anzug tritt er als persönlicher Handlanger von Getty auf, der den Fall lösen soll. Dabei verändert sich sein Blickwinkel glaubhaft und seine Figur ist damit - traurigerweise - die interessanteste. Eine Standard-Wahlberg-Rolle, welche gewohnt gut funktionert.

Problem des Films ist seine Geschichte. Oder eher deren Tempo. Hmm, komisch, diese Formulierung musste ich in letzter Zeit öfter verwenden. Alles Geld der Welt hat keine Botschaft. Dies wäre kein wirkliches Problem, wenn sich der Streifen auf den Sektor Entertainment fokussieren würde. Tut er aber nicht. So haben wir einen Film ohne Aussage und ohne große Unterhaltung. Andere Werke haben Aufs und Abs, dieser hier eine monotone, langatmige Linie von Handlung. Viele mäßige oder schlechte Filme haben meistens "die eine gute Szene". Hier sticht jedoch keine Sequenz irgendwie aus dem Einheitsbrei hervor. Zwar sind manche Momente durchaus spannend, aber total auf die Sitzkante zwingt mich nichts. Als Bonus springt der Streifen zu Beginn unnötig oft in der Zeit und so ist es mal 1973, dann 1948 und später irgendwann/irgendwas dazwischen.

Mit seinen 132 Minuten Laufzeit ist der Streifen außerdem viel zu lang geraten. Nicht, dass eine Kürzung von 20 Minuten das zähe Grundtempo verbessern würde. Aber viele Nebengeschichten sind reichlich unnötig, so etwa die Einführung des Vater-Charakters im ersten Viertel, welcher danach verschwindet. Zudem stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit des Films: Musste diese Geschichte unbedingt verfilmt werden und wenn ja, warum gerade jetzt?

Am Ende bleibt für Alles Geld der Welt nur die schonungslose Wahrheit: Der Film ist langatmig und stellenweise sogar langweilig. Möchte ich dem Film eine weitere Chance einräumen erkenne ich im gleichen Augenblick, dass eine Sichtung eigentlich vollkommen genügt. Tolle Sets und eine ordentliche Inszenierung lenken insgesamt nicht von schwachen Figuren und mäßigen Darstellerleistungen ab. Genickbrecher ist jedoch die Story. Wahre Begebenheit hin oder her, dieser Film ist extrem ermüdend zu schauen. Tatsächlich kann ich keine Empfehlung aussprechen: Mainstream-Kinogänger werden sich langweilen und selbst Liebhaber künstlerischer Werke haben hier schwere Kost zu verdauen. Die frische und mitreißende Essenz des Trailers hat der Film absolut nicht.

6/10

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Kommentare

11.03.2018 22:43 Uhr - cecil b
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Eine sehr interessante Perspektive, die die Schwerpunkte zum Teil ungewöhnlich aber gut nachvollziehbar setzt. Die Besetzung spielt ja in diesem Fall offensichtlich eine große Rolle. Ein guter Eindruck vom Film, gut geschrieben!

12.03.2018 00:11 Uhr - TheRealAsh
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Danke für die Einordnung, mich hat der weder mit noch ohne Spezi interessiert;-)

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