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BFG97
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Eintrag: 09.03.2018

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Death Wish

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,65 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Dr. Paul Kersey (Bruce Willis) ist ein Chirurg, der die Gewalt in Chicago in der Regel erst im Nachhinein zu Gesicht bekommt. Nämlich dann, wenn die Opfer in seine Notaufnahme eingeliefert werden. Doch eines Tages werden seine Frau (Elisabeth Shue) und seine Tochter (Camila Morrone) Opfer eines brutalen Überfalls. Angesichts einer völlig überlasteten Polizei entschliesst sich der nach Rache dürstende Paul dazu, die Übeltäter selbst zu jagen und so für Gerechtigkeit zu sorgen. Als die Medien von den anonymen Morden an den Kriminellen Wind bekommen, fragt sich die ganze Stadt: Soll der Unbekannte, der gnadenlose Selbstjustiz übt, als Schutzengel gefeiert oder als Verbrecher verfolgt werden? Währenddessen schreitet die Spaltung von Paul Kerseys Persönlichkeit weiter voran: Er ist Mann und Arzt, der Leben rettet und der Leben nimmt… und dem die Polizei bereits auf den Fersen ist.
eine kritik von bfg97:

Eine Sache vorweg und wahrscheinlich vergraule ich damit alle diejenigen, die gehofft haben, dass ich das Remake mit dem Original vergleiche und es gleichzeitig auseinandernehme. Nein, das mache ich nicht. Ich bespreche Eli Roths Death Wish absolut unvoreingenommen und versuche jedem Verweis oder Vergleich aus dem Weg zu gehen. Jetzt aber genug Vorgeplänkel.

 

Eli Roth konnte bisher meist nur durch Splatterfilme, wie Cabin Fever oder Green Inferno, glänzen, die zwar relativ spannungsarm, aber trotzdem einen gewissen Unterhaltungswert besaßen. Zudem waren die Figuren meist nur Kanonenfutter oder so eindimensional und langweilig, dass es einem egal gewesen wäre, wenn sie Kanonenfutter gewesen wären. Ebenso waren die Geschichten, die seine Filme erzählten ziemlich belanglos und dienten nur dazu möglichst viele Brutalitäten auf die Leinwand zu zaubern (klingt zwar alles scheisse, macht aber trotzdem Spaß) und dies ist der einzige der oben von mir aufgeführten Punkte, der auf seinen neusten Film Death Wish auch wirklich zutrifft. Anders als Roths vorherigen Filme ist dieser nämlich ein waschechter Revenge-Action-Thriller, dessen Story auf die Hälfte eines Bierdeckels passt und nur dazu dient einen zu allem entschlossenen Mann auf ein paar Bad Guys loszulassen um diese zur Rechenschaft zu ziehen. Erstaunlicherweise hat Eli Roth, dessen Filme normalerweise durch ausgedehnte Splatterszenen glänzen, hier beinahe komplett auf dergleichen verzichtet, wodurch Death Wish deutlich an Realismus gewinnt und gleichzeitig einige extrem spannende Szenen aufzuweisen hat, wozu vor allem der Anfang und das Ende gehören. Diese Überfallszenen sind dermaßen intensiv geraten, dass man beinahe das Atmen vergisst und in den Sessel gepresst wird.

Wie schon angesprochen, trägt Death Wish zwar zurecht das rote Siegel, bleibt in Sachen Brutalität aber hinter anderen Genrevertretern, wie Death Sentence mit Kevin Bacon zurück. Es werden also keine Menschen in Einzelteile geschossen und auch die meisten Todesszenen beschränken sich auf blutige Kopfschüsse, wobei diese Szenen durch schöne One-Liner untermalt werden, wie man sie in den guten alten Actionfilmen kennen und lieben gelernt hat. Für die Darstellung eines solchen Charakters ist Bruce „Schweinebacke“ Willis natürlich die perfekte Wahl und meiner Meinung nach spielt er die Rolle des Paul Kersey einfach wunderbar. Zu Beginn spürt man seine ganze Trauer und Hilflosigkeit, die sich mit Voranschreiten der „Handlung“ in eine unbarmherzige Wut verwandelt und durch diese starke Performance zieht Willis die Zuschauer in seinen Bann, sodass man beinahe Kerseys Schmerz am eigenen Leib spürt. Zugleich führt dies aber auch dazu, dass man gänzlich vergisst, dass die Hauptfigur gegen das Gesetz handelt und bietet dabei indirekt eine Gesellschaftskritik, in der das Gesetz gegen die Massen an Verbrechen absolut machtlos ist, weswegen man dazu gezwungen wird Selbstjustiz zu verüben.

Die restlichen Darsteller machen ihre Sache ebenfalls sehr gut, auch wenn es ihnen nicht vergönnt ist eine Wandlung, wie die Figur des Paul Kersey durchzumachen. Um diesen eine gewisse Tiefe zu verleihen hat schlichtweg die Zeit gefehlt, hätte aber auch den Fluss des Filmes negativ beeinträchtigt. Somit bleiben die anderen Charaktere eher eindimensional, weswegen ihre Screentime auch vergleichsweise gering ausfällt und es dem Zuschauer nicht möglich ist irgendeine Bindung zu einem anderen Charakter als Paul Kersey aufzubauen. Ist zwar schade, stört aber nicht allzu sehr, da es sich bei Death Wish immmerhin noch um einen Actionfilm handelt, der in einigen Szenen an Actionfilme aus den 80ern erinnert. Einzig und allein bei Kerseys Frau ist es schade, dass sie nicht mehr Tiefgang erfahren und mehr Screentime bekommen hat, da sie von der großartigen Elisabeth Shue verkörpert wird, die leider ihre vollen schauspielerischen Fähigkeiten nicht entfalten durfte. Aber man kann ja nicht alles haben und wahrscheinlich hätte sie dem guten Bruce auch noch die Show gestohlen, wenn man sie länger gesehen hätte ;)

Nochmal ein kurzer Abstecher zu den Actionszenen, die sparsam dosiert, dafür aber umso besser ausfallen und (mir zumindest) jedes Mal ein Grinsen ins Gesicht gezaubert haben. Zudem darf Kersey auch mal zeigen, wie gut er im Medizinstudium aufgepasst hat und da lässt Eli Roth kurz ein wenig Hostel durchblicken. Ansonsten sind die Szenen nicht hektisch geschnitten, weswegen man die ganze Zeit über den Überblick behält.

Death Wish's Soundtrack ist ganz klar ein Kind seiner Zeit, so findet man Musikstücke aus dem Rap, die mit Techno gemischt wurden, aber auch AC/DC darf mal ein Lied zum Besten geben. Wer jetzt denkt, dass das alles überhaupt nicht zusammen oder zum Film passt, der irrt sich (in meinen Augen), denn alles fügt sich perfekt ineinander und lässt den Zuschauer etwas tiefer in Kerseys Welt eintauchen.

 

Death Wish ist endlich mal wieder ein toller Actionfilm der härteren Gangart mit einem toll aufgelegten Bruce Willis, der sichtlich Spaß an den Dreharbeiten hatte. Somit bietet er hier eine seiner besten Darstellungen der letzten Jahre.
Zwar ist die Story totaler Käse und so ziemlich alle Figuren bleiben eindimensional, aber das trübt das Gesamtbild nur unwesentlich, verhindert aber trotzdem, dass ich die Höchstwertung vergebe. Das Wichtigste war für mich, dass mich der Film unterhält und das hat er nun wirklich grandios, sodass ich mit einem fetten Grinsen im Gesicht den Saal verlassen habe und gespannt darauf warte, ob es nicht zu einer Fortsetzung kommt.

 

 

 

8/10
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Kommentare

09.03.2018 07:50 Uhr - Knochentrocken
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Man muss ja sagen, egal was man von Eli Roth hält, der Typ kann immer solide bis gute Splatterkost versprechen. Ich warte ja noch auf den Thanksgivingfilm.
Übrigens sollte man auch erwähnen, dass der gute den Fake-Film Stolz der Nation für Inglourious Basterds gedreht hat.

Schnieke Review und den Kinogang gönne ich mir auch.

09.03.2018 08:12 Uhr - TheRealAsh
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Ich weiß ja nicht so recht, ich traue dem Film nichts zu, wenn du den aber so okay findest, wird er dich ja echt irgendwie abgeholt haben.

Was sich mir aber nicht erschließt ist der Inhalt in Punkto Selbstjustiz. Roth hat ja gemeint, dass er es nachvollziehbar machen wollte, wie jemand seine Familie verteidigt/rächt. Gab es da irgendwelche Aspekte, die etwas tiefer gingen, so wie eigentlich bei der ganzen Bronson-Reihe, die immerhin kontrovers ist?

09.03.2018 08:52 Uhr - JasonXtreme
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Ich bin ja gespannt drauf, vor allem da Roth für mich eine riesen Laberbacke und ein grandioser Maulheld ist. Keiner seiner Filme hielt ansatzweise was er versprach - und bei dem Thema hier... ich blende die Bronson-Reihe aus, sonst funzt das für mich nicht - aber durch Deine Rezi bin ich echt guter Dinge bisher!

Zu welcher Zeit spielt die Geschichte denn!? Weil Du den OST ansprichst... und wenn Bruce Spaß an der Sache hat, merkt man das sofort, leider hat er den nicht mehr all zu oft.

09.03.2018 09:09 Uhr - Knochentrocken
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Habe gerade mit einigen Kollegen gesprochen, einige meinten der Film würde alles legitim machen, was Willis da macht, Andere wiederum sagten mir, dass Roth geschickt aktuelle Themen wie Polizeivorgehen und das Waffengesetz satirisch darstellt, sprich auf diese Trumpthemen wie eben das Waffengesetz anspielt.

Und wenn Willis Spaß dran hatte/hat, freu ich mich umso mehr.


Was sagt denn BFG genaueres dazu? Ist es eine satirisch-übertriebene Darstellung, sprich kritische Darstellung zum Waffengesetz der US und A?

09.03.2018 09:24 Uhr - Nubret
1x
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Das hört sich doch mal gut an! Mein Interesse hast du erweitert. Danke!

09.03.2018 09:51 Uhr - BFG97
1x
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Ich versuche die Antwort, die ich Ash geschrieben habe so spoilerfrei wie möglich auch hierhin zu schreiben:
@jason der Film spielt in der heutigen Zeit und da diese durch Rap-Musik immer mehr geprägt wird ist diese auch das hier vorherrschende Genre.

09.03.2018 09:56 Uhr - BFG97
1x
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@welti meiner Meinung nach legitimiert Roth die Selbstjustiz, indem er an dieses sehr heikle Thema satirisch und überspitzt rangeht. Zudem kritisiert er die Polizeiarbeit, da diese erst Ergebnisse erzielt, nachdem sich anderweitig darum gekümmert wurde. Hinzukommt, dass der leitende Polizist durch die ein oder andere Szene als unfähig dargestellt wird.
Natürlich wird auch Bezug auf das Waffengesetz genommen und wie leicht es einem gemacht wird an solche zu gelangen ;) aber sie ist nicht direkt Teil der eigentlichen Satire

09.03.2018 09:56 Uhr - BFG97
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@welti meiner Meinung nach legitimiert Roth die Selbstjustiz, indem er an dieses sehr heikle Thema satirisch und überspitzt rangeht. Zudem kritisiert er die Polizeiarbeit, da diese erst Ergebnisse erzielt, nachdem sich anderweitig darum gekümmert wurde. Hinzukommt, dass der leitende Polizist durch die ein oder andere Szene als unfähig dargestellt wird.
Natürlich wird auch Bezug auf das Waffengesetz genommen und wie leicht es einem gemacht wird an solche zu gelangen ;) aber sie ist nicht direkt Teil der eigentlichen Satire

09.03.2018 09:56 Uhr - BFG97
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Ich danke dir Nubret ;)

09.03.2018 10:43 Uhr - tschaka17
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Sehr interessant: Bei den Kritikern fällt Death Wish ja komplett durch, dahingegen scheint er beim Publikum ganz gut anzukommen. Für´s Kino reicht der mir nicht, allerdings bin ich fürs Heimkino offen.

Death Sentence mit Kevin Bacon ist übrigens einfach nur genial! Und AC/DC als Soundtrack immer eine gute Wahl :D Danke für diese optimistische Einschätzung des Films :)

09.03.2018 12:06 Uhr - BFG97
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09.03.2018 10:43 Uhr schrieb tschaka17

Death Sentence mit Kevin Bacon ist übrigens einfach nur genial! Und AC/DC als Soundtrack immer eine gute Wahl :D Danke für diese optimistische Einschätzung des Films :)


Allerdings Death Sentence ist genial und zugleich einer meiner liebsten Filme^^ immer gerne und dir wird Death Wish bestimmt auch gefallen ;)

09.03.2018 13:45 Uhr - Horace Pinker
1x
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Schönes Review, dass die Eigenheiten des besprochenen Werks anschaulich herausarbeitet und fair und nachvollziehbar bewertet. Da ich bis jetzt alle Regiearbeiten von Roth (sogar den vielgescholtenen Knock Knock) recht unterhaltsam fand werde ich auch seinen Death Wish sichten, ob im Kino oder auf Disc wird sich noch zeigen.

09.03.2018 14:17 Uhr - Stoi
1x
Ich hätte mir den eh angeschaut aber dein Review macht noch einen Tick neugieriger. :)

09.03.2018 14:50 Uhr - sonyericssohn
2x
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Der Satzbau stimmt hinten und vorne nicht, Schreibfehler noch und nöcher...es macht einfach keinen Spaß...

... möchte ich gerne schreiben. Is aber bei deinen Kritiken einfach ned möglich ! Da gibt's nix zu meckern.
Den Film selbst werde ich mir dann aber eher zu Hause gönnen.
Astreiner Beitrag deinerseits ! Thanks !

09.03.2018 15:14 Uhr - BFG97
2x
User-Level von BFG97 9
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09.03.2018 14:50 Uhr schrieb sonyericssohn
Der Satzbau stimmt hinten und vorne nicht, Schreibfehler noch und nöcher...es macht einfach keinen Spaß...

... möchte ich gerne schreiben. Is aber bei deinen Kritiken einfach ned möglich ! Da gibt's nix zu meckern.
Den Film selbst werde ich mir dann aber eher zu Hause gönnen.
Astreiner Beitrag deinerseits ! Thanks !


Jetzt hast du mir aber einen Schock eingejagt^^ danke, für dein Lob sony ;)

09.03.2018 15:18 Uhr - sonyericssohn
2x
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User-Level von sonyericssohn 17
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 5.354
Hähähä....STRIKE !!! :-D

10.03.2018 09:23 Uhr - alraune666
1x
09.03.2018 08:12 Uhr schrieb TheRealAsh
Ich weiß ja nicht so recht, ich traue dem Film nichts zu, wenn du den aber so okay findest, wird er dich ja echt irgendwie abgeholt haben.

Was sich mir aber nicht erschließt ist der Inhalt in Punkto Selbstjustiz. Roth hat ja gemeint, dass er es nachvollziehbar machen wollte, wie jemand seine Familie verteidigt/rächt. Gab es da irgendwelche Aspekte, die etwas tiefer gingen, so wie eigentlich bei der ganzen Bronson-Reihe, die immerhin kontrovers ist?


Was geht demn bei den Bronson Filmen 'tiefer'? Auch hauchduenne Story fuer Revenge Vehikel ...

13.03.2018 23:44 Uhr - Major Dutch Schaefer
Komme gerade aus dem Kino und bin absolut zufrieden.

Hat einfach nur Laune gemacht.

14.03.2018 10:26 Uhr - BFG97
User-Level von BFG97 9
Erfahrungspunkte von BFG97 1.298
13.03.2018 23:44 Uhr schrieb Major Dutch Schaefer
Komme gerade aus dem Kino und bin absolut zufrieden.

Hat einfach nur Laune gemacht.


Genau so ist es Major^^

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