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Punisher77
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XP 2.814
Eintrag: 12.03.2018

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Provinz ohne Gesetz

(Originaltitel: Provincia violenta)
Herstellungsland:Italien (1978)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi
Alternativtitel:Kommando Siku

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,75 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Kommissar Sereni muss seine Arbeit bei der Polizei aufgeben, denn leider zu viele Schurken haben sich durch ihn eine Bleivergiftung eingefangen. Aber dann fragt ihn eine alte Freundin, ob er ihr nicht helfen könnte: Mit Missbrauch, Erpressung und Mord hat ein Verbrechersyndikat eine ganze Provinz in ihrem eiskalten Griff des Terrors! Doch die Schurken haben die Rechnung nicht ohne Sereni gemacht. Der ermittelt auf eigene Faust und setzt diese auch ein. Die Killer des Syndikats wissen nicht, mit wem sie sich angelegt haben. Jetzt wird aufgeräumt in dieser Provinz!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                          PROVINZ OHNE GESETZ

Der 1939 geborene Regissseur und Drehbuchautor Mario Bianchi begann seine Karriere mit Italowestern (In Nome Del Padre, Del Figlio E Della Colt, 1971), wechselte dann zum erotischen Exploitationfilm (Sexorgien Im Satansschloss, 1980), um letztlich im Pornogeschäft zu landen und Filme mit wahnwitzigen deutschen Titeln wie Frau Doktor Kann´s Nicht Lassen (1978) oder Das Sex-Taxi (1981) herunterzukurbeln. Angesichts dieser filmischen Vita verwundert es nicht, dass Bianchi unter den Filmkritikern nicht gerade beliebt ist, zumal er oft mit mickrigen Budgets arbeiten musste. Aber Bianchi drehte auch Poliziotteschi und sein 1978er Genrebeitrag Provinz Ohne Gesetz (1978) klingt auf dem Papier richtig interessant.

Kommissar Franco Serini (Calogero Caruana – Black Killer, 1971) ist ein Polizist der ruppigsten Sorte, der den kurzen Prozess bevorzugt und flüchtende Gangster auch schon mal mit gezielten Schüssen in den Rücken niederstreckt. Wie man es anders macht, wisse er nicht, erklärt Serini seinem Vorgesetzten, der ihn wegen seiner neusten blutigen Eskapade suspendiert. Da Serini aber keine Lust darauf hat, Verbrecher mit Samthandschuhen anzufassen, quittiert er den Dienst. Gerade rechtzeitig, um einer alten Freundin zur Hilfe zu eilen, die in einem Landstrich wohnt, der von einem Syndikat beherrscht wird, das seine Brötchen mit Mord, Erpressung und Prostitution verdient …

Die Story von Bianchis Provinz Ohne Gesetz klingt nach einem interessanten, packenden und vor allem handfesten Poliziottesco und der Beginn des Films erfüllt diese Erwartung zunächst auch. Anfangs lernen wir nämlich Kommissar Franco Serini kennen, bei dessen blut – und bleihaltigen Einsätzen sich selbst ein Harry Callahan in puncto Kaltblütigkeit noch etwas abgucken könnte. Doch mit der Verlegung der Handlung in die Provinz offenbart der Film seine Schwächen.

Wie so oft dürfte Mario Banchi kein allzu großes Budget zur Verfügung gehabt haben, denn der Film wirkt über weite Strecken – was Ausstattung, Kulissen und Schauplätze angeht – ziemlich billig. Auch der Vorrat an Platzpatronen schien begrenzt zu sein, denn während der auftaktgebenden Verfolgungsjagd hört man zwar Schussgeräusche, sieht aber nicht immer Mündungsfeuer. Dass man bei Schießereien keine Einschusswunden – und löcher sieht, ist da nur eine Randnotiz, da dies auch auf viele andere italienische Polizeifilme zutrifft.

Außerdem hat man schon bessere, bzw. charismatischere Darsteller im Poliziottesco gesehen. Das trifft besonders auf Hauptdarsteller Calogero Caruana zu, der vor allem als Stuntman in Erscheinung trat und in etlichen Genrefilmen in Rollen auftrat, die so klein sind, dass Caruanas Name nicht mal in den Credits auftaucht. Caruanas Schauspiel als hölzern oder steif zu bezeichnen, wäre noch ein Kompliment. Die Entscheidung, ihm die Hauptrolle in Provinz Ohne Gesetz zu geben, ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass nicht jeder Stuntman/Kleindarsteller zum Polizeifilmhelden taugt und das Tragen eines Schnäuzers, einer Goldkette und eines offenen Hemds niemanden zum Darsteller vom Format eines Maurizio Merli (Die Gewalt Bin Ich, 1977) macht. Und auch unter den restlichen Darstellerinnen und Darstellern befinden sich nicht unbedingt nur Hochkaräter.

Als letzten Kritikpunkt muss man noch anmerken, dass Mario Bianchi nicht gerade ein Meisterregisseur ist und die Actionszenen, von denen es einige gibt, ebenfalls (zumindest zum Teil) etwas hüftsteif in Szene gesetzt wurden.

Bis hierhin klingt es, als sei Provinz Ohne Gesetz ein völliger Griff in die Schüssel. Dem ist dann aber doch nicht so. Zwar ist Provinz Ohne Gesetz bei weitem kein Meilenstein seines Genres und wer erste Gehversuche im Poliziottesco unternehmen will, sollte lieber zu Filmen von Poliziottesco-Profis wie Fernando Di Leo (Milano Kaliber 9, 1972) oder Umberto Lenzi (Der Berserker, 1974) greifen. Trotzdem hat Provinz Ohne Gesetz auch seine Stärken.

Zum einen können die Unzulänglichkeiten des Films natürlich auch amüsieren … wenn Caruana seinen Vorgesetzten fragt, was man mit Bösewichten anders machen soll als sie zu erschießen, muss man schon ziemlich spaßbefreit sein, um hier nicht zumindest ein wenig zu schmunzeln. Überhaupt weist der Film – zumindest in der deutschen Sprachfassung – noch so manch weiteren Brecher auf, wie z.B. die Selbstbeschreibung „Ich verkaufte mich also für Geld, aber es ist mir nicht besonders schwer gefallen, da ich im Grunde schon vorher eine Nutte gewesen bin.“ Aber nicht nur verbal hat Provinz Ohne Gesetz eine gehörige Portion Sleaze zu bieten, sondern auch visuell, da die holde Weiblichkeit hier mehr als einmal blankzieht, so dass zumindest Freunde von Filmen mit Schmuddel-Flair hier auf ihre Kosten kommen.

Hinzu kommt, dass Provinz Ohne Gesetz, trotz inszenatorischer Defizite, kaum langweilt. Dafür ist die Spieldauer von 76 (DVD), bzw. 80 Minuten (Blu Ray) zu überschaubar und dafür passiert einfach zu viel. Es gibt neben den auftaktgebenden Actionszenen noch die eine oder andere handfeste und bleihaltige Auseinandersetzung … alles nicht gerade gekonnt inszeniert, aber auch nicht so stümperhaft, dass man vor dem Fernseher einschläft.

Außerdem verfügt Provinz Ohne Gesetz tatsächlich auch über Darsteller, die ihre Sache richtig gut machen. Richard Harrison (Fünf Blutige Stricke, 1968) punktet in der Rolle des halbseidenen Geschäftsmanns Augusto, auch wenn er mehr Screentime verdient gehabt hätte. Das Highlight der Provinz Ohne Gesetz-Besetzung ist jedoch Al Cliver (Woodoo – Schreckensinsel Der Zombies, 1979) als psychopathischer Killer, der seine Kollegenschar mühelos an die Wand spielt und jede Szene beherrscht, in der er auftaucht.

Provinz Ohne Gesetz ist weit davon entfernt, ein guter Film zu sein. Er ist eher ein Poliziottesco aus der dritten Reihe, dem man viele andere Genrefilme vorziehen kann und soll. Ein völliger Rohrkrepierer ist er aber auch nicht. Er ist zu nicht unbeträchtlichen Teilen – mal freiwillig, mal unfreiwillig – unterhaltsam. Im Grunde pures Mittelmaß. Eingefleischte Poliziottesco-Allesgucker können aber mal einen Blick riskieren.

5-6/10

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Kommentare

13.03.2018 06:49 Uhr - dicker Hund
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.433
Die von Dir genannte Zielgruppe dürfte nicht allzu groß sein. An Lesern wird es dagegen weniger mangeln. Gut so:-)

13.03.2018 06:55 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 8
Erfahrungspunkte von Nubret 869
Absolute Zustimmung!

Leicht unterdurchschnittlicher Italo-Klopper mit etwas merkwürdigem Hauptakteur. Sehr treffend und interessant geschrieben!

13.03.2018 08:17 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 11.885
Aus filmischer Sicht scheinst du ja gerade einen Marathon der Mittelmäßigkeit hinzulegen. Deiner Schreibarbeit kann man hingegen keineswegs Mittelmaß vorwerfen. :)

Wäre ich mit mehr Zeit ausgestattet, würde ich mir diesen Charles Bronson für Arme mal geben, aber so belasse ich es bei der Lektüre.

13.03.2018 21:19 Uhr - Punisher77
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Erfahrungspunkte von Punisher77 2.814
@Alle: Vielen Dank für Euer Feedback!

@NoCutsPlease:
Dabei war dieser Marathon der Mittelmäßigkeit gar nicht geplant ... habe mich als Poliziottesco-Fan sehr auf diesen Film hier gefreut und auch von "Hatchet 4" habe ich viel mehr erwartet, als ich zu sehen bekam :-(. Bei Seagals "Shadow Man" war die Mittelmäßigkeit bekannt, hab´ ihn mir auch nur für das Review nochmal angeschaut. Jetzt hab´ ich - nach der "Hatchet"-Enttäuschung - aber beinhahe Angst, "Jigsaw" zu gucken...

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