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Ghostfacelooker
Level 16
XP 4.350
Eintrag: 11.03.2018

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The Outsider

Herstellungsland:USA, Japan (2018)
Genre:Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,67 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Verrat und Loyalität, Liebe, Hass und Intrigen sind in beiden Familien, der Yakuza genau wie der eigenen, zu finden. Doch was, wenn beide ein und die selbe Familie sind, und man nicht mehr zwischen ihnen wechseln kann, weil man nur noch die eine Familie hat? Gajin Nick Lowell wird Teil beider familiärer Welten, die seinem Freund gehören, und er weiß sie zu verteidigen.
eine kritik von ghostfacelooker:

Jared Leto´s monoton wirkende Darstellung, die an autistischer Langeweile nur von seiner Dackelblick Mimik übertroffen wird, erinnert schmerzlich an Richard Chamberlain´s Laiendarstellung in Shogun, der die Serie damals zu einer unerträglich langatmigen Soap verkommen ließ, die nicht mal die ein oder andere Gewaltspitze aufzulockern vermochte.

Während hingegen Tadanobu Satō oder Tadanobu Asano´s Darstellung des Kiyoshi, des Sohnes der Yakuzza Familie in Osaka, keineswegs diese psychotische Seite des Kakihara aus Ichi the Killer, birgt sondern vielmehr eine besonnene Mischung aus Ken Watanabe´s Rolle in Last Samurai und Ken Takakura´s Rolle aus Black Rain ist.

Interessanter ist hierbei die Tatsache der Regiequerelen, die eigentlich Michael Fassbender sowie Tom Hardy in der Titelrolle vorsehen als zuerst Daniel Espinosa und dann Takashi Miike Regie führen sollten.

Sicherlich wäre dieser Streifen blutig authentischer, wenn auch weniger kitschig mit einem Vorzeige Regisseur aus dem Heimatland der Story und Tom Hardy wäre nicht nur für mich die bessere Wahl, sondern vergleicht man seine Darbietung nur mal aus Taboo, sicherlich psychotischer in der Hauptrolle, als Nick, als es nun Jared Leto in vereinzelten Szenen darzustellen versucht, aber sei es wie es ist Leto war seit 2016 dafür im Gespräch und dürfte durch Blade Runner 2049 Vorschußlorbeeren, auch die Nase vorn behalten haben wie man sieht.

Dieser gewollt in düsteren Bildern gehaltene Versuch eines Film Noir scheitert für mich nicht nur an Jared Leto, in dem Versuch ein vollwertiges Mitglied der Yakuza zu werden, sondern auch in dem unbedingt beigefügten Dreiecksdrama zwischen seinem „Bruder“ Kiyoshi und dessen Schwester Miyu, die von der asiatischen Schönheit Shiori Kutsuna dargestellt wird und wenigstens so ein optisches Highlight in die Tristes der Handlung bringt.

Die Gebräuche der Yakuza wurden in anderen Filmen schon deutlicher respektive ausführlicher dargestellt und so sollte der Brauch des Yubitsume, also des Abtrennens des kleinen Fingers, der in der Zeit der Samurai einen guten Schwertkämpfer essentiell zu schwächen vermochte, da dieser den festen Schwertgriff am Schwertheft nicht mehr hatte, hier kaum überraschen.

Die zart eingeflochtenen realen japanischen Traditionen, wie das Kabuki Theater oder Sumoringkämpfe mit den theatralisch ehrverbundenen Dialogen zwischen den einzelnen Protagonisten, täuschen nicht darüber hinweg, dass man den Fokus des Films nicht auf das Land in dem er spielt gelegt hat, das komplex genug wäre und für westliches Empfinden dadurch nicht verständlicher wird, sondern mehr auf Nick Lowell und den amerikanischen Gajin, den er für die Japaner verkörpert.

Emile Hirschs Auftritt als ehemaliger Soldat Nicks Einheit, ist das perfekte Beispiel dessen was man mit diesem Thriller zu beweisen sucht, in dem man Jared Leto zu einem American Psycho der 50er Jahre stilisiert. Aber selbst die blutigen Anwandlungen des Charakters den Leto darstellt, lassen für mich keinen Zweifel an der Mutmaßung offen, dass diese Geschichte besser in Miikes Version und Verständnis für sein Land aufgehoben gewesen wäre und nicht nur wegen der Authentizität oder des Blutzolls.

Leto läßt die angedachte Figur in einer weichgespülten Welle von weichgespülten Soapdialogen treiben anstatt sie mit kaltem, scharfen Stahl zu härten und auszustatten. Härtere Anwandlungen von Good Fellas oder Samurai Kodex sind nur Schönfärberei, die dazu dient von den deutlichen Schwächen abzulenken.

Wer aber mit einen Drama lastigeren Film, in kühler Szenerie, mit einem noch kühler wirken wollenden Jared Leto zurechtkommt und von zweistündiger Laufzeit nur dreißig wirklich sehenswerte Minuten des Films als Thriller werten will in der die bis dahin unterschwellig brodelnde Gewalt nun eskalieren darf, der könnte eine neue Perle im Film Noir Thriller mit asiatischem Background entdecken.

Diese Defizite, aber das ist nur meine bescheidenen Meinung als Liebhaber asiatischer Filmkunst und Kenner viel blutiger spannenderer Geschichten, hätten vermieden werden können, hätte man die Handlung anders erzählt und das Ende mehr an den Anfang als Prolog, die Morde oder Handlung dazwischen als Mittelteil eingesetzt um so mit dem Mord am Hafen das eigentliche Ende zu beginnen.

Somit komme ich für mich ausnahmsweise nicht auf eine negative 3 oder 4, sondern auf eine Genrebezogene Wertung der neutralen Art, da ich nicht weiß ob dies nicht ein Netflixer Auftakt zu einer Trilogie oder ähnlichem sein könnte, die dann eventuell blutiger und spannender erzählt werden könnte.  

5/10
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Kommentare

11.03.2018 10:57 Uhr - NoCutsPlease
2x
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User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 11.595
Hätte ich die Zeit und die Lust für dieses ganze Netflix-Universum, dann würde ich den eventuell mal austesten. So bleibt es für mich aber bei der gepflegten Sonntagslektüre aus der Totenkopffeder.

11.03.2018 11:13 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 16
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 4.350
11.03.2018 10:57 Uhr schrieb NoCutsPleaseHätte ich die Zeit und die Lust für dieses ganze Netflix-Universum, dann würde ich den eventuell mal austesten. So bleibt es für mich aber bei der gepflegten Sonntagslektüre aus der Totenkopffeder.


Danke dir, aber Zeit bedarf es wenig Lust wohl eher^^^^^^^^

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