SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Dying Light 2 uncut PS4 · Der Nachfolger des Zombie-Krachers. Mehr Blut! · ab 59,90 € bei gameware Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware
Nubret
Level 6
XP 476
Eintrag: 11.03.2018

Amazon.de

  • The Drownsman
Blu-ray
13,99 €
DVD
11,99 €
  • Crying Freeman
  • Ungekürzte Fassung
Blu-ray Steelbook
tba. €
Blu-ray
17,99 €
DVD
15,99 €
  • The Cave - Bis zum letzten Atemzug
Blu-ray
13,99 €
DVD
12,99 €
Amazon Video
11,99 €
  • Angel and Devil - Eine Frau sieht rot
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A
39,99 €
Cover B
39,99 €
  • Wishmaster 2
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A
34,79 €
Cover B
34,79 €

Einer von uns beiden

Herstellungsland:Deutschland (1973)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Krimi
Alternativtitel:One or the other of us

Bewertung unserer Besucher:
Note: 10,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Durch einen Zufall entdeckt ein mittelloser Student, dass die Doktorarbeit seines Professors die eines amerikanischen Wissenschaftlers ist. Er beginnt, den Professor zu erpressen. Zunächst zahlt dieser, doch dann wehrt sich der Professor. Ein hartes und skrupelloses Kräftemessen beginnt.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von nubret:

EINER VON UNS BEIDEN ist der erste Kinofilm des deutschen Regisseurs Wolfgang Petersen. Mit den Kassenknüllern DAS BOOT und DIE UNENDLICHE GESCHICHTE gelang ihm in den 80er Jahren der internationale Durchbruch und er sicherte sich seine Fahrkarte nach Hollywood. In den 70er Jahren war er hauptsächlich fürs Fernsehen tätig, sein Tatort-Beitrag REIFEZEUGNIS sorgte 1977 für einen mittelschweren Skandal.  Die Nacktszenen der damals noch minderjährigen Nastassja Kinski, gepaart mit der heiklen Thematik, waren damals etwas völlig Neues für das bundesdeutsche TV-Publikum. Dennoch avancierte Petersens Krimi zu einem der erfolgreichsten Teile der ganzen Reihe, heute gilt er zurecht als Klassiker.

Sein Kinodebüt, 1974 übrigens Deutschlands offizieller Beitrag für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film, ist leider etwas in Vergessenheit geraten. Sehr zu meinem Bedauern, da ich dieses Meisterstück, neben DAS BOOT, für den mit Abstand besten Film des Ostfriesen halte.

Wir haben hier ein inhaltlich wie formal äußerst präzises Psychogramm vor uns, phantastisch inszeniert und gespielt. Ein Film, der in meinen Augen in seinem Genre auf einsamer Höhe steht. Die Spannung, die durch das perfide Spiel der beiden Hauptakteure entsteht, steigert sich fast ins Unendliche, der Zuschauer wird sofort mitgerissen und nicht mehr losgelassen.

Vor allem Manfred Purzer ist als Drehbuchautor ein echter Glücksgriff. Seine Adaption eines Romanes des (bis heute noch aktiven) Krimiautors -Ky (Horst Bosetzky) ist rundum gelungen. Dessen Haupttätigkeit als Soziologe macht sich durchaus im psychologischen Feinschliff des Stoffes bemerkbar, und ist maßgeblich für die hohe Glaubwürdigkeit der Geschichte. Und auf diese möchte ich im folgenden Abschnitt kurz eingehen:

Bernd Ziegenhals (Jürgen Prochnow) ist eine tragische Figur. Verzweifelt sucht der gescheiterte Student einen Verleger für seinen Roman. Zufällig deckt er auf, daß die Doktorarbeit des renommierten Soziologie-Professors Kolczyk (Klaus Schwarzkopf) gar nicht aus dessen Feder stammt. Eigentlich hat diese ein amerikanischer Autor verfasst. Ziegenhals beginnt damit, den Gelehrten zu erpressen. Dieser zahlt zuerst, kann aber seine drohende Demontierung nicht ertragen. Er schwört dem jungen Studenten, daß er nicht aufgeben wird, bis einer von den beiden auf der Strecke geblieben ist. Kolczyk beginnt damit, auf eigene Faust im Umweld des jungen Ziegenhals zu ermitteln. Als die junge Prostituierte Miezi (Elke Sommer), mit der der Professor verabredet ist, um Informationen über den Studenten zu erlangen, ermordet und beraubt wird, geraten beide ins Visier der Ermittlungen. Besonders verdächtig ist dabei natürlich der plötzliche Wohlstand des eigentlich mittellosen Ziegenhals. Kolczyk gibt daraufhin an, den jungen Mann als seinen persönlichen Sekretär eingestellt zu haben, dem er mit einem Darlehen ausgeholfen hat. Damit kann er die Situation vorerst entschärfen. Als Ziegenhals jedoch noch eine Affäre mit der Tochter des Professors beginnt, eskaliert die Situation vollends. Das Duell der beiden verschärft sich, die Männer bekämpfen sich von nun an mit allen Mitteln. Das Finale dieses Nervenkrieges hat für beide bitterste Konsequenzen...

Und mehr wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Die unausweichliche Tragödie am Ende dieses perfiden Psychoduells haut den Zuschauer dann noch komplett aus den Latschen. Jürgen Prochnow, und vor allem Tatort-Darsteller Klaus Schwarzkopf, konnten mich nie wieder so überzeugen wie in diesem Glanzstück. Die Wandlung der beiden ist unglaublich eindringlich dargestellt, man kann sogar durchaus davon sprechen, daß die beiden im Verlauf der Handlung ihre Rollen tauschen. Der unangepasste Ziegenhals wird mit zunehmendem Wohlstand immer spießbürgerlicher, während der biedere Kolczyk den Pfad der Bürgerlichkeit verlässt, um zum gnadenlos konsequenten Kämpfer zu mutieren. Auch diese Entwicklung zeugt von der präzise ausgefeilten Psychologie dieses Stoffes.

Auf Darstellerseite wissen, neben den überragenden Hauptdarstellern, besonders Elke Sommer als Nutte, sowie Matula Claus Theo Gärtner als oberfieser Zuhälter zu gefallen. Otto Sander ist als versoffener Rulle natürlich ebenfalls eine Wucht. Aber auch die zahlreichen anderen Darsteller spielen ihre Parts absolut überzeugend, auch hier kann man Petersen durchaus ein glückliches Händchen attestieren.

Ebenfalls superb ist die Kameraarbeit von Charly Steinberger, der fantastische Bilder des halb verfallenen Berlins der siebziger Jahre einfängt. Im Kontrast zu dieser Tristesse wirkt die gepflegte Wohngegend, in der der betuchte Professor beheimatet ist, wie der Vorhof zum Paradies. Das stimmige Lokal- und Zeitkolorit ist in seiner Gesamtheit auf jeden Fall überwältigend. Genauso prägnant ist die ohrwurmverdächtige Musik von Petersen Stammkomponist Klaus Doldinger.

In meinen Augen hat der heutige Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen hier ein Meisterwerk abgeliefert. Handwerklich und darstellerisch perfekt, hochspannend, mit einer unglaublichen psychologischen Tiefe. Aber EINER VON UNS BEIDEN ist ebenfalls das Abbild einer kranken Gesellschaft, das uns schmerzhaft vor Augen führt, wie weit Menschen gehen können, wenn sie in die Enge getrieben werden. Oder eben das große Geld wittern.

Die bei uns erhältliche DVD von Kinowelt ist ungekürzt.

Abschließend bleibt mir, angesichts der perfekten Inszenierung, der mörderischen Spannung und der überragenden darstellerischen Leistungen, ebenfalls keine andere Wahl. Hier kommt nur die Höchstwertung in Frage.

 

10/10 Punkten.

 

10/10
mehr reviews vom gleichen autor
Gefangene
Nubret
7/10
Cop,
Nubret
8/10
Gegen
Nubret
10/10
Rocker
Nubret
8/10
die neuesten reviews
Gefangene
Nubret
7/10
Kalter
Punisher77
7/10
Barbaren,
Punisher77
6/10
Cop,
Nubret
8/10
Star
sonyericssohn
10/10
Out
cecil b
10/10

Kommentare

11.03.2018 14:05 Uhr - TheRealAsh
2x
User-Level von TheRealAsh 8
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 963
Tolle Schauspieler, interessante Story und eine mal wieder hervorragend formulierte Rezi von unserem Klassiker-Gräber Nubret van Betrun-Ken. Kenne ich auch nicht (leider, dann auch noch dein Lieblingsfilm), aber den habe ich letztens bei 2001 gesehen und dort nehme ich den dann auch demnächst mit.

Hört sich zwar nicht so an, als ob Theo Guttenberg betroffen wäre, aber seinen Spaß hat er hier sicher auch nicht. Elke Sommer schau ich mir aber wohl doch besser weiter in Baron Blood an;-)

11.03.2018 14:43 Uhr - Nubret
2x
User-Level von Nubret 6
Erfahrungspunkte von Nubret 476
Nun, sagen wir, einer meiner Lieblingsfilme. Habe meine gestrige Ankündigung etwas bereut, war nämlich gestern auf einem Geburtstag und tatsächlich etwas betrun-ken. Ich hoffe, man merkt es meinem Geschreibsel nicht allzu sehr an.

Danke nochmal für den Support!

11.03.2018 19:48 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 22
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 11.270
Super Arbeit, die sich absolut promillefrei liest.
Das ist also der von dir gestern angekündigte Film und leider kenne auch ich ihn nicht. Überhaupt hatte ich noch nie bewusst recherchiert, was wohl einst Wolfgang Petersens Regiedebüt war.
Falls du nun übrigens noch mehr interessante Titel aus deutschen Landen ausgräbst, dann würdest du damit eine ziemlich große Marktlücke auf dieser Seite abdecken.

11.03.2018 19:54 Uhr - Nubret
2x
User-Level von Nubret 6
Erfahrungspunkte von Nubret 476
Danke vielmals!

Mit deutschen Filmen ist das ja so eine Sache...aber ich hab da noch ein bisschen was im Hinterkopf. Mal sehen, die ein oder andere Granate ist da schon noch dabei. Aber vielleicht mach ich auch mal was ganz Verrücktes und reise nach Fernost..hmmh..abwarten.

11.03.2018 22:57 Uhr - cecil b
2x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.463
Deine Vorstellungen sind eine echte Bereicherung, sprachlich wie inhaltlich!

Ein "Psychoduell" lockt mich! Besonders aus der Zeit, in der Peterson noch keinen Schrott gedreht hat.

Bernd Ziegenhals. HiHi. Der hätte in der Realität bestimmt ein Pseudonym bekommen.


12.03.2018 06:15 Uhr - Nubret
2x
User-Level von Nubret 6
Erfahrungspunkte von Nubret 476
Danke!

Ziegenhals ist übrigens ein kleiner Ort in Brandenburg, aus dem unser erpresserischer Student stammt.

12.03.2018 14:22 Uhr - der neue1067
1x
User-Level von der neue1067 1
Erfahrungspunkte von der neue1067 7
Klasse Review zu einem super Film!
Bei mir steht der Film auch ziemlich weit oben auf der Liste der der deutschen Filme der siebziger und frühen achtziger. Da gibt es einige Perlen die ich immer wieder gerne sehe und der von dir besprochene ist natürlich dabei. Ich bin schon sehr gespannt was du da eventuell noch besprechen wirst aus deutschen Landen, gute Filme aus Deutschland gibt es meiner Meinung nach ja genug auch wenn's nicht wenige hier gibt die das nicht so sehen. Von daher freut es mich natürlich um so mehr dass du noch weitere "Klassiker" des deutschen Films hier vorstellen willst:-)

"Und zu meiner Himmelfahrt, wünsch ich mir n Bier von Engelhardt"

Oder wie hieß die Brauerei die in dem Oneliner ständig genannt wird?!?
Wie gesagt, ein tolles Review zu einem genauso tollen Film und gerne viel mehr davon denn wie andere schon schrieben ist der deutsche Film bisher etwas stiefmütterlich behandelt wurden auf dieser Seite.


12.03.2018 17:34 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 6
Erfahrungspunkte von Nubret 476
Danke für die Motivation, neuer1067!

Ja, da gibt es noch vieeel Gutes. Mal sehen, was ich als nächstes serviere..


kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2018)