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Horace Pinker
Level 20
XP 8.498
Eintrag: 12.03.2018

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Full Metal Yakuza

(Originaltitel: Full Metal Gokudo)
Herstellungsland:Japan (1997)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Action, Science-Fiction, Splatter, Trash

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,75 (12 Stimmen) Details
inhalt:
7 langen Jahren im Gefängnis musste Yakuza Boss Tousa ertragen , bis er eines Tages aus
dem Gefängnis entlassen wird. Kaum wieder in der Freiheit und fit auf den Beinen gerät
er in einen Hinterhalt und wird getötet. Ein durchgedrehter Wissenschaftler kauft den toten Körper auf dem Schwarzmarkt und macht aus verschiedesten Schrottteilen einen unbesigbaren Cyborg aus diesem. Als Boss Tousa, als unbesigbarer Cyborg erwacht, hat er nur ein Ziel vor Augen: Rache!
eine kritik von horace pinker:

Bereits vor seinem endgültigen filmischen Durchbruch mit Audition war Takashi Miike keineswegs untätig und drehte eine Unzahl von Direct to Video Filmen wechselhafter Qualität. Ein Beispiel hierfür ist der 1997 entstandene Full Metal Yakuza (Originaltitel: Full Metal gokudô). Das Drehbuch verfasste Itaru Era (Andromedia, JoJos Bizarre Adventures) basierend auf einer Geschichte von Hiroki Yamaguchi (Wonogawa, Gusha no bindume). Die Geschichte dreht sich um einen unfähigen Yakuza, der bei einem Mordanschlag auf seinen Boss mit diesem zusammen erschossen wird. Ein wahnsinniger Wissenschaftler belebt ihn allerdings wieder, in dem er seine unbeschädigten Körperteile und das Herz seines Anführers mit Metall und Elektronik zusammenfügt. Nun nahezu unzerstörbar macht sich der „Full Metal Yakuza“ auf einen Rachefeldzug um die für seinen Tod verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.

Um es gleich vorneweg zu sagen: Full Metal Yakuza zählt ganz bestimmt nicht zu den Glanzlichtern in Miikes Karriere und ist auch allgemein nicht wirklich ein guter Film. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen, angefangen bei der Geschichte: Abgesehen davon, dass große Teile des Films aus Robo Cop „entliehen“ (man könnte auch sagen geklaut, da manche Szenen fast 1:1 übernommen sind) wurden, sind viele eingebrachte Ideen einfach nur albern, bescheuert und unlogisch. Um nur einige Bespiele zu nennen, muss der Protagonist nach seiner Umwandlung Metall essen (wie er es überhaupt zerkauen kann und warum er nicht einfach Eisentabletten nimmt bleibt natürlich ungeklärt), bei starken Gefühlsausbrüchen brennen aus irgendeinem Grund seine Schaltkreise durch und der ach so geniale Tüftler schafft es nicht einmal seine Kreation Wasserfest zu machen.  Noch störender ist allerdings der eine dominierende Rolle spielende, leider aber absolut infantile und unlustige Humor. So sieht die Kampftechnik des Protagonisten so lächerlich aus, das man sich wundert das sich seine Gegner nicht schon vor dem eigentlichen Angriff todlachen, natürlich war es nötig der Hauptfigur bei dem Umbau einen absolut überdimensionierten Riesenpenis zu verpassen und auch allgemein stellt sich der „Held“ des Films oftmals unglaublich dämlich und feige an. Zusätzlich ist die erzählte Geschichte auch allgemein weder sonderlich interessant noch originell und wird zwischenzeitlich durch  unnötige Szenen zusätzlich ausgebremst. Ein Punkt der einen von solchen Schwächen betroffenen Film im Horror oder Actiongenre noch in den erträglichen Bereich retten kann ist ein gesteigerter Härtegrad, allerdings funktioniert dies auch nur teilweise: Zwar gibt es durchaus einige relativ blutige handgemachte Effekte, neben den typischen Blutfontänen etwa ein abgetrennter Arm, eine Halbierung, eine Enthauptung oder eine abgebissene Zunge, als Ausgleich kippen allerdings vom Schwert getroffene Gegner mehrheitlich komplett blutlos um. Für die Herren der Schöpfung gibt es dann auch noch einige nackte Tatsachen  zusehen, die teils den gewohnt perversen Miiketouch aufweisen (etwa bei angedeuteter Nekrophilie).

Die Kameraarbeit des 2011 verstorbenen Shôhei Andô (Schmutziger Fluss) verbleibt, von vereinzelten Spielereien abgesehen, recht durchschnittlich und auch die musikalische Untermalung von Kôji Endô (Izo, Audition) vermag es dies mal nicht eigene Akzente zu setzen.

Unglücklicher Weise lässt sich auch über die Akteure vor der Kamera nur wenig gutes berichten, so bleibt die Performance von Hauptdarsteller Tsuyoshi Ujiki (Cure) höchst blass und unmotiviert und schafft es so kaum Sympathien für seine Figur aufzubauen. Übertroffen wird dies noch vom konstant peinlich überdrehten Over Acting von Tomorô Taguchi (Tesuo, Guineapig 2) als Mad Scientist. Die weiteren Darsteller sind auch nicht viel besser und kaum der Erwähnung wert.

Wie bereits Fudoh stieß auch Full Metal Yakuza bei der deutschen Veröffentlichung auf massive Probleme: Für das blaue Siegel mussten beinahe 13 Minuten weichen und selbst bei der als Special Uncut Edition vermarkteten JK Fassung fehlt noch knapp 1 Minute. Ungekürzt verfügbar ist daneben eine ungeprüfte Fassung, welche lediglich die vermutlich bereits bei der japanischen Fassung enthaltenen Retuschen von Geschlechtsorganen beinhaltet.

 Full Metal Yakuza hat, abgesehen von einigen halbwegs ordentlichen Goreeffekten, nur sehr wenig zu bieten und ist insbesondere aufgrund des Vorhandenseins von vielen Alternativen nichts was man gesehen haben müsste. Von mir gibt es 4/10 metallerne Gangster.

 

4/10
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Kommentare

12.03.2018 14:21 Uhr - sonyericssohn
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Beim Cover musste ich an Blue Tiger denken. Nach dem inhalieren der Kritik würde ich eines besseren belehrt. Klingt spassig :-)
Notier ich mal.

12.03.2018 15:59 Uhr - Horace Pinker
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12.03.2018 14:21 Uhr schrieb sonyericssohn
Beim Cover musste ich an Blue Tiger denken. Nach dem inhalieren der Kritik würde ich eines besseren belehrt. Klingt spassig :-)
Notier ich mal.

Danke Sony, wenn du auf übertriebenen Klamauk stehst kannst du mal nen Blick riskieren, ansonsten kannst du dir lieber Fudoh oder Ichi ansehen.

12.03.2018 16:10 Uhr - sonyericssohn
1x
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Als Necrostormer bin ich ja einiges gewohnt ;-)

12.03.2018 19:17 Uhr - TheRealAsh
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Kein Glanzlicht, aber gerade deshalb ein Danke für die Klärung des Miike-Dschungels für unbedarfte wie mich:D

Hab mir aufgrund deiner Empfehlungen letztens mal wieder Izo angeschaut, uff, das ist schon ein zähler, aber lohnender Brocken;-)

12.03.2018 20:51 Uhr - dicker Hund
1x
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Hm, könnte mir trotzdem gefallen. Danke für die gelungene Vorstellung aus Deiner Miike-Themenreihe!

13.03.2018 10:55 Uhr - Horace Pinker
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Vielen Dank auch an Ash und dicker Hund, schön wenn auch die Besprechungen zu weniger guten Werken ein derartig erfreuliches Feedback erhalten.
Ash: Da gebe ich dir recht Izo erfordert zwar etwas mehr Geduld und Sitzfleisch, zählt aber imho dennoch dank dem reichlich vorhandenen Philosophischen Subtext zu den interessantesten Miikes.

15.03.2018 19:41 Uhr - cecil b
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Schöne, schlüssige Review! :)

Ich persönlich konnte diesem Antihelden-Film ein bisschen mehr abgewinnen, aber deine Wertung kann ich bestens nachvollziehen:)

15.03.2018 21:08 Uhr - Horace Pinker
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15.03.2018 19:41 Uhr schrieb cecil b
Schöne, schlüssige Review! :)

Ich persönlich konnte diesem Antihelden-Film ein bisschen mehr abgewinnen, aber deine Wertung kann ich bestens nachvollziehen:)

Danke Cecil, wie unter deinem Review nachzulesen ist, früher auch mal besser gefallen aber nach der letzten Sichtung fand ich den leider einfach stellen Weise zu albern und dämlich, insbesondere da Miike mit Ichi gezeigt hat das er eine Mischung aus Yakuza Action, blutigem Splatter und schwarzem Humor weit besser umsetzen kann
.

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