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Extinction

Herstellungsland:Spanien, Ungarn (2015)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,25 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Patrick und Jack waren einst dicke Freunde, bevor sie sich über die Liebe zur selben Frau verkrachten. Dann kam die Zombiekatastrophe, der Emma zum Opfer fiel, während Patrick und Jack mit Emmas kleiner Tochter entkamen und nun, neuen Jahre später, gemeinsam, doch immer noch zutiefst zerstritten, als einen Bauernhof in England bewohnen. Als sie nach all den Jahren endlich andere Überlebende treffen sowie mörderische "Schneekreaturen" die Farm entdecken, müssen sie ihre Differenzen notgedrungen überwinden. (VideoMarkt)

eine kritik von romero morgue:

 

I am Legend Teil 2 oder was?


Winter, sehr kalter Winter mit Schnee...viel Schnee! Dieses Szenario ist die Grundsubstanz des vorliegenden Films aus spanischer Schmiede vom Regisseur Miguel Ángel Vivas. Nur der Anfang der Zombieapokalypse (welche anscheinend gleichzeitig mit dem allgemeinem Weltuntergang einhergeht) kommt noch ohne das kalte Weiß aus. In kurzen Momenten wird der Ausbrauch einer Seuche geschildert, in der mehrere Busladungen voll Menschen dahinsiechen und sich gegenseitig den Garaus machen.

9 Jahre später befinden wir uns bei den anscheinend letzten 3 Überlebenden dieser Offenbarung die mitten im Nirgendwo fast getrennt voneinander zwei einsame Häuser bewohnen, welche von außen vor Eindringlingen geschützt sind. Entgegen den Erwartungen dreht sich die erste Hälfte des Films fast ausschließlich um diese Personen und ihrem täglichen Kampf um´s nackte Überleben. Essensknappheit und die ständige Angst vor "Veränderungen" schürt an den Nerven und dem Verstand. Bruchstückhaft bekommt der noch immer hoffnungsvoll wartende Zuschauer häppchenweise die Versatzstücke der Vergangenheit serviert. Das alles ist aber keineswegs langweilig inzeniert oder bewegt einem zum einschlafen; ist aber für einen solchen Zombiemonsterfilm eher ungewöhnlich und wurde halt so nicht erwartet; denn ab dem ersten Treffen mit einer neuen Gattung der alten "Zombies" wird auch das Tempo leicht angezogen ohne aber jemals in echtes Actionkino abzudriften.

Das letzte drittel wird dann auch recht anstandslos abgehandelt und gipfelt in einem kurzen Finale mit sehr offenem Ende. Aus. Finito. Das wars...und hinterlässt teils doch ratlose Filmliebhaber...

 

Extinction ist alles, aber KEIN Zombiefilm im üblichen Sinne. Nur der bereits beschriebene Anfang lässt auf eine Themenebene wie bei WORLD WAR Z hoffen (der direkte Vergleich hiermit wegen der ähnlichen Darstellung). Eher erinnern die "zombieähnlichen" Wesen an die Brüder und Schwestern des Will Smith Horros I AM LEGEND, was treffenderweise auch bereits in einem anderen Preview deutlich geschrieben wurde. Wer möchte kann auch parallelen zu THE DESCENT als Vergleich nehmen. Die Masken sind zwar nicht schlecht, bewegen sich aber mMn eher auf einem kleineren B-Niveau. Der lüsterne Gorehound wird auch enttäuscht - keine großen Blut- und Ekeleffekte vorhanden! Pech gehabt, aber hier ist dieser dann halt an der falschen Adresse. Das große Vorbild mit dem Prinz von Bel Air beschränkt sich (leider) nicht nur auf das Make Up Design sondern auch auf viele weitere Metaebenen. Somit ist der Anfangsvergleich durchaus gerechtfertigt und legitim, Extinction bleibt aber trotzdem auf seinem Level eigenständig.

Der Film lebt daher eher von seiner "leichten" Spannung und dem ruhigen Erzähltempo. Wer also auch ohne großes Tamtam leben kann und keine Probleme damit hat nur drei (!) Schauplätze zu bewundern, kann sich die fast 2 Stunden gut zu gemüte führen.

Da wir gerade bei der Zahl drei sind: Matthew Fox sollte wohl der bekannteste der Schauspieler sein, wird aber durch die durchweg gute Leistung von Jeffrey Donovan übertroffen (den habe ich zum letzten mal in BLAIR WITCH 2 gesichtet). Heimlicher Star ist und bleibt aber Quinn McColgan mit einer sehr guten Darstellung. Einziges Manko: Der Film ist von 2015 und McColgan zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Jahre alt - die 9 jährige nimmt man ihr leider zu keiner Zeit ab!

 

Im Grunde mag ich spanische Filme weil sie halt anders sind als das aus Hollywood typische. Aber wenn das Budget begrenzt ist und die Vorfreude anderweitig gesteckt ist, kann auch der Europäer keine Wunder vollbringen. Den eines muss man leider anmerken - das Marketing besonders in Form des Trailers ist völlig am (Ziel)publikum vorbei beworben. In diesem werden fast ausschließlich Szenen aus den letzten Minuten gezeigt und suggeriert einen schnellen Monstershocker was aber nun mal nur bedingt stimmt und zutrifft. Da der reine Film dafür aber nicht wirklich was kann (vielleicht hat der Verleiher dem Film einfach nicht viel zugetraut) bewerte ich ihn aus separater Sichtweise ohne Bezug zur Highlightvorschau.

Hier wäre ein wenig mehr von dem einen (Effekte und Action) und ein bisschen weniger von dem anderen (Winterseeting und Dialoge) mehr gewesen - bezogen auf den Kontext der Gesamtbetrachtung. Schlecht ist Extinction dadurch aber nicht, hätte aber wirklich besser sein können. Gute Grundidee mit Mängeln bei der Umsetzung. Als störend möchte ich zum Abschluß noch auf einige ungereimte Handlungsweisen der beiden männlichen Protagonisten hinweisen. Gehe aber nicht ins Detail und dem Spoiler somit aus dem Weg.

 


Als Fazit vergebe ich trotzdem verzombifizierte 6 Schneeflocken und wünsche allen weiteren interessierten solide Unterhaltung bei der Sichtung! Wenn mal kein aktueller Blockbuster zur Hand ist, vertreibt Extinction solide die Zeit.

6/10
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