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Dark Touch

Herstellungsland:Frankreich, Irland, Schweden (2013)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,33 (3 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nachts irgendwo in der irischen Provinz: Die Möbel eines abgelegenen Hauses geraten wie von Geisterhand in Bewegung und attackieren die Bewohner. Vor den Augen der 11-jährigen Neve spielt sich ein grauenhaftes Blutbad an. Ihre Eltern werden regelrecht abgeschlachtet und auch ihr jüngerer Bruder Ciaran kann den Angriffen nicht entkommen.
Wenig später trifft die Polizei am Ort des Geschehens ein. Schnell sind Verdächtige gefunden. Neves bizarren Schilderungen glaubt niemand. Sie kommt in die Obhut eines befreundeten Paares. Doch dort wird alles nur noch schlimmer. Dunkle Mächte verfolgen Neve, die nur darauf warten, erneut zuzuschlagen. (Alive Vertrieb und Marketing)

eine kritik von chaos rhythm:

Die Familie der elfjährigen Niamh wird bei einem grauenvollen Massaker dahingemetzelt. Doch niemand glaubt der einzigen Überlebenden des Blutbades, die wiederholt beteuert, dass das Haus etwas mit den erschreckenden Vorkommnissen zu tun habe. Die hilfreichen Nachbarn nehmen das verstörte Kind bei sich auf und auch die Sozialarbeiterin der Schule gibt ihr Bestes, um Niamh beizustehen und sie von der Last, die sie niederringt, zu befreien. Denn das Böse ist immer noch da und es wird die kleine irische Stadt erst verlassen, wenn es seine Mission erfüllt hat.

Brechtscher Zeigefinger? Schon mal gehört? Generell meint man damit, dass einem jemand in seinem künstlerischen Schaffen die aufklärerische Moral um die Ohren drischt. So auch in diesem Film. Um niemanden zu spoilern, klammere ich die Intention der ermüdenden paranormalen Aktivitäten aus. Aber keine Sorge, der Zeigefinger ist nicht nur offensichtlich, sondern bleibt leider auch den gesamten Film über deutlich erhoben.

Womit ich keinesfalls andeuten will, dass die Botschaft nicht wichtig wäre. Vielmehr ist das Problem, dass die Thematik durch die zwanghafte Dauerbelehrung totgeritten und somit bagatellisiert wird.

Dabei ist Marina de Van eigentlich nicht nur eine großartige Regisseurin und Drehbuchautorin, sondern auch eine ganz außergewöhnliche Schauspielerin. Nicht nur ihr Regiedebüt "In my Skin" (2002) ist unter anderem wegen ihrer darstellerischen Leistung eine herausragende Grenzerfahrung, die kein Filmfan missen sollte, auch ihre Autorenfähigkeit für einige Francois Ozon Filme ist bemerkenswert.

Nur scheint es fast, als habe sie das vergessen. Denn in "Dark Touch spielt sie erstens selbst nicht mit, verliert sich zweitens in ihrer Regiearbeit in redundanten und oberflächlichen Details und bringt drittens in ihrem vorhersehbaren Drehbuch die Handlung nicht voran. Daraus resultierend bekommt die Inszenierung die emotionale Kurve nicht hin und die Figuren bleiben so platt wie das Szenario, in das sie lieblos gesetzt werden.

Der Zuschauer baut keinerlei Verbindung zu den Charakteren auf. Was auch an der schmerzhaft auffallend schlechten Leistung der Hauptdarstellerin Missy Keating liegt. Hätte man die Rolle der Niamh wie in The Boy mit einer Puppe besetzt, wäre der handlungstragende Effekt der gleiche geblieben.

Und wer jetzt interveniert, dass es mit Kinderdarstellern oftmals schwierig ist und dass man da schon etwas Verständnis aufbringen muss, dem kann man derzeit nur eines entgegnen: "Stranger Things". Auf einer Skala von eins bis zehn, sei eine Elf! Und damit ist diese Argumentation abgeschlossen.

Optisch kann sich das ganze bis auf den lausigen Schlusseffekt durchaus sehen lassen. Diverse Grausamkeiten werden ebenso ansprechend in Szene gesetzt wie klassische Gruselelemente. Nur leider kommt dabei überhaupt keine Stimmung auf. Und ich setze mich auch nicht ins Gasthaus und lasse meine panierte Schuhsole als Wiener Schnitzel durchgehen, nur weil die Panier schön goldbraun ist.

Fazit:
Wer gruselige Kinder sehen will, der ist besser beraten, wenn er in die nächstgelegene Grundschule geht.

4/10
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Kommentare

16.03.2018 19:43 Uhr - TheRealAsh
2x
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Ich kann deiner Wertung überhaupt nicht zustimmen. Zwar zeigst du wichtige Verbindungen auf, übersiehst dahinter jedoch die psychologische Wahrnehmung, die bewusst verdeckt hinter diesem Alptraum von Kindheit liegt. Es ist also nicht der Brechtsche Zeigefinger, sondern vielmehr die Verfremdung, die dir wohl nicht aufgefallen ist.

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