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Punisher77
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Eintrag: 22.06.2018

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Die Barbaren

(Originaltitel: The Barbarians)
Herstellungsland:Italien, USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Fantasy, Trash

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,78 (27 Stimmen) Details
inhalt:
Der Tyrann Kadar greift die Ragnicks (ein Artistenvolk) an, um ihren magischen Rubin in seinen Besitz zu bringen. Bevor die Ragnicks eine Niederlage einstecken müssen, schafft es einer von ihnen den Stein in Sicherheit zu bringen. Kadar verschleppt die Königin Canary und die adoptierten Zwillingsbrüder Gore und Kutchek in seine Stadt. Dort werden die Zwillinge zu Gladiatoren "ausgebildet". Nach Jahren gelingt den Zwillingen die Flucht. Mit der tapferen Diebin Ismena machen sie sich auf, um den magischen Rubin zu finden und Canary zu retten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                      DIE BARBAREN

Wenn man an die Cannon Group Inc. denkt, hat man wahrscheinlich eher die Filme von Charles Bronson (Death Wish II – Der Mann Ohne Gnade, 1981), Chuck Norris (Missing In Action, 1984) oder Michael Dudikoff (American Fighter, 1985) sowie die gescheiterten Projekte diverser anspruchsvoller Regisseure (Ein Beispiel: Barfly von Barbet Schroeder aus dem Jahr 1987) und Superstars (Over The Top mit Sylvester Stallone, ebenfalls aus dem Jahr 1987) auf dem Zettel. Aber auch was andere Genres betrifft, mischten die Cannon-Bosse Menahem Golan und Yoram Globus kräftig mit, wenn auch nicht immer mit dem richtigen Gespür für Timing – als der von ihnen produzierte Fantasystreifen Die Barbaren (1987) in die Kinos kam (1988), war das durch Conan, Der Barbar (1982) und Conan, Der Zerstörer (1984) entfachte Interesse an Barbaren-Filmen längst abgeflaut, weshalb es nicht verwundert, dass der Film floppte.

Die Barbaren ist eine italienisch-amerikanische Co-Produktion, für die ursprünglich der serbische Regisseur Slobodan Sijan vorgesehen war, der aber letztlich von Ruggero Deodato (Cannibal Holocaust, 1980) abgelöst wurde, der den Film für ein Budget von – je nach Quelle - zweieinhalb bis vier Millionen Dollar in Rom und in den Bergen der Abruzzen inszenieren durfte. Zur Besetzung gehörten B-Movie-Bösewicht Richard Lynch (Invasion USA, 1985), Michael Berryman (Der Hügel Der Blutigen Augen, 1977), sowie Eva LaRue (CSI: Miami, 2005-2012) und George Eastman (Man Eater – Der Menschenfresser, 1980). Die Hauptattraktion waren dagegen die eineiigen Zwillinge Peter und David Paul, zwei Bodybuilder und Schauspieler, die als The Barbarian Brothers firmierten und so auch im Vorspann genannt werden.

Der Tyrann Kadar (Richard Lynch) macht Jagd auf eine Familie von Gauklern und Geschichtenerzählern, die einen enorm kostbaren Rubin besitzen. Da Kadar des Edelsteins nicht habhaft werden kann, nimmt er Canary (Virginia Bryant), die Anführerin der Gruppe, gefangen. Gleiches gilt für die Zwillinge Kutchek (David Paul) und Gore (Peter Paul), die getrennt werden und Zwangsarbeit und Gladiatorenausbildung über sich ergehen lassen müssen. Nachdem sie einander bei einem Gladiatorenkampf erkennen, beschließen sie, gemeinsam zu türmen und den Rubin zu finden …

Die Story des Films klingt nach einem düster-brutalen Fantasyepos á la Conan, Der Barbar, 1982), aber von der Vorstellung, von Ruggero Deodato einen solchen Film serviert zu bekommen, sollte sich man sich schleunigst verabschieden. Gleiches gilt auch für Filmfans, die sich vom Film ihrer Wahl zumindest ansatzweise ein Fitzelchen Anspruch wünschen ...

Denn schon der Beginn des Films zeigt, wohin die Reise geht. So gibt es zwar eine bedeutungsschwangere Stimme aus dem Off, die uns etwas ungelenk in die Handlung einführt, und auch Bilder einer düsteren Fantasy-Landschaft, aber schon der poppige, mit reichlich Synthesizern versehene Titelsong, den man statt der erwarteten wagneresken musikalischen Untermalung serviert bekommt, zeigt, dass Die Barbaren wohl einiges anders macht als die herkömmlichen Schwertschwinger-Streifen.

So zeichnet sich der Film trotz vereinzelter Gewaltspitzen (Abgebissene Finger, abgeschlagene Hände, spritzendes Blut etc.) durch einen locker-leichten Ton und eine gehörige Portion Komik aus … vor allem durch solche der unfreiwilligen Sorte. Schon die schrillen, bunten Kostüme der Gauklerfamilie, die unsere barbarischen Brüder aufgenommen haben, lassen auf erhöhten LSD-Konsum vor/während der Produktion schließen und auch darüber hinaus gibt es eine Reihe von Momenten, Masken und Effekten, die jeden Cineasten in die Flucht schlagen dürften, dem geneigten Trash-Fan jedoch ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht zaubern dürften. So gibt es u.a. putzige Monstermasken und einen Drachen zu sehen, bei dessen Anblick man unwillkürlich an die Vorzüge des heutigen CGI denken möchte – außerdem wirken viele der Schauplätze in Die Barbaren wie eine Achtziger Jahre-Neuauflage der Hercules – und Maciste-Filme aus den Sechziger Jahren.

Die Schauspieler schließen sich der Machart und dem Ton des Films locker an, vor allem Michael Berryman in seiner leider etwas zu kleinen Rolle als wild grimassierender Kerkermeister. Das eigentliche Highlight des Films sind jedoch die Brüder David und Peter Paul, die zwar über imponierende Körper (die allerdings durch jede Menge Shakes und Steroide zustande kamen; auch während der Dreharbeiten kamen reichlich Spritzen zum Einsatz, um die Muskelmassen in Form zu halten …) verfügen, aber nicht über einen Hauch schauspielerischen Talents. Gegen die Gebrüder Paul wirken sogar Arnold Schwarzenegger zu Hercules In New York-Zeiten (1969) und Fließbandfilmer Steven Seagal (Contract To Kill, 2016) schauspielerisch überlegen...kein Wunder also, dass die Barbarian Brothers nie richtig Fuß im Filmgeschäft fassen konnten und keiner ihrer Filme wirklich erfolgreich war. Trotzdem kann man den Brüdern nicht absprechen, dass sie den Barbaren einen gewissen, wenn auch etwas grobschlächtigen Charme verleihen. Denn die titelgebenden Barbaren sind keine souveränen Helden á la Conan, sondern eher zwei liebenswerte, ständig miteinander streitende Trottel, die mehr oder weniger zufällig durch ein knapp anderthalbstündiges Abenteuer stolpern. Dabei kommt es zu einigen durchaus witzigen Momenten, aber auch zu solchen, die nur mit gesteigertem Bierkonsum zu ertragen sind … so sind die Sequenzen, in denen einer der Barbaren-Brüder irgendwelche Brunftschreie imitiert, einfach nur peinlich. Auch so mancher Dialog und Spruch („Wen nennst du hier Schweinsgesicht, Totengesicht?!“) ist arg grenzwertig und angesichts solcher Sequenzen/Sprüche ist es nur allzu verständlich, dass Die Barbaren bei der damaligen Oscar-Verleihung in Kategorien wie „Bester Film“, „Bester Hauptdarsteller“ oder „Bestes Drehbuch“ übergangen wurde. Schade nur, dass sich der wild frisierte und kostümierte Richard Lynch diesem Trend nicht anschließt, da seine Performance in Die Barbaren irgendwie zu gebremst rüberkommt, wenn man bedenkt, was für eine tolle und comichaft überzogene Vorstellung er in der Cannon-Produktion Invasion USA (1985) geboten hat.

Abseits der oben genannten Defizite – die je nach Sichtweise auch Pluspunkte darstellen können – bleibt festzuhalten, dass Die Barbaren (Vorausgesetzt, man ist nicht ausschließlich Arthaus-Filmkonsument und weiß einen deftigen B- bzw. Exploitation-Streifen zu schätzen…) keineswegs langweilt und so manch unterhaltsamen Moment und eine Reihe von Schauwerten auffährt. Es gibt eine ganze Reihe von, zum Teil gar nicht mal unblutigen Actionszenen zu sehen und Ruggero Deodato hat als Regisseur einen ordentlichen Job hingelegt. Man darf zwar keine inszenatorischen Innovationen wie in seinem umstrittenen Cannibal Holocaust (1980) erwarten, aber trotzdem ist es Deodato gelungen, trotz des nicht gerade üppigen Budgets, das man einigen Masken und Effekten ansieht, ein ordentliches Stück Unterhaltungskino der B-Kategorie auf Zelluloid zu bannen. Und das ist nicht wenig.

Die Barbaren ist kein Meilenstein der Filmgeschichte und auch im Fantasy-Bereich gibt es bessere und aufwändigere Filme, inszeniert von kompetenteren Regisseuren und ausgestattet mit höherem Budget. Trotzdem ist Die Barbaren nicht ganz so übel wie sein Ruf. Der Streifen eignet sich, um die Langeweile eines düsteren, verregneten Sonntags zu vertreiben und das ist doch schon mal was. Der Fantasy-Streifen der Paul-Brüder gehört für mich ins gehobene Mittelfeld. Ein wirklich guter Film ist er nicht, aber stattdessen bietet Die Barbaren die Dosis unterhaltsamen Trashs, die man hin und wieder einfach mal braucht. Nicht mehr, nicht weniger.

6-7/10

6/10
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Kommentare

22.06.2018 06:26 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 7
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Den hab ich immer gemieden, was vor allem an diesen beiden dümmlich wirkenden Zwillings-Hanseln liegt.

Dein tolle Rezi hat mich dann endgültig überzeugt, diesen Quark auszulassen. Saubere Arbeit wieder!

22.06.2018 08:47 Uhr - JasonXtreme
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Differenziert betrachtet richtig - aber ich liebe den Film einfach, da ich den als Kind so verdammt oft gesehen habe^^ dumm wie Brot, aber sauunterhaltsam! Für ne FSK 12 damals auch erstaunlich saftig in einigen Einstellungen!

22.06.2018 08:50 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure netten Kommentare.

@Jason:
Stimmt. Und das, obwohl die 12er-Fassung damals geschnitten war, wenn ich mich nicht irre.

22.06.2018 09:36 Uhr - sonyericssohn
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Uuuuuuuuurk !!!
Ne danke. Zu diesem Ding hab ich schon alles gesagt.

22.06.2018 10:41 Uhr - TheRealAsh
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Bei Cannon denke ich schon auch an solche Kultstreifen. Aber, lieber Puni, die Barbaren sind schon auch ein Scheißdreck vor dem Herrn. Ich würde denen ein Pünktchen mehr als Zwiebel Jack geben. Und klar muss ich auch sagen, dass ich den Film damals geliebt habe und bestimmt einmal am Wochenende angeschaut habe. Aber die Rache von Mickey und Mallory in Natural Born Killers war für mich einfach eine Offenbarung und Abrechnung mit der eigenen Kindheit. Mal wieder toll geschrieben!

22.06.2018 16:22 Uhr - leichenwurm
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Oha... das ist echt son Ding fürs Kuriositäten-Kabinett ;-)) ! Ein echter Heuler auf der einen, eine in geselliger Runde durchaus spassige Trash Granate auf der anderen Seite... ! Je nach Stimmung würd ich zwischen 4 und 6 Pünktchen schwanken. Manchmal macht der echt Laune... Manchmal halt ich den nichtmal bis zum Schluss durch ;-))) !

22.06.2018 20:42 Uhr - Punisher77
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Dankeschön, Leute!

@TheRealAsh:
Ja, irgendwie ist "Die Barbaren" auch "Scheißdreck" ... im Gegensatz zum "Zwiebel-Jack" hat mich dieser doch deutlich besser unterhalten, auch wenn die Brüder schon manchmal etwas nerven.

@Leichenwurm:
Hab´ ihn bis jetzt erst einmal gesehen ... mal sehen, ob ich bei einem Rewatch auch mal vorzeitig abschalten muss :-D.

23.06.2018 19:37 Uhr - cecil b
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Geiles Ding, Punisher77!

Den MUSS ich haben, der wird mir garantiert Spaß machen. Allein schon die Dialoge schnalzen mir auf der Zunge. HH :)


23.06.2018 22:48 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Cecil.
Hoffentlich ärgerst Du Dich nicht hinterher über den Film.

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