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Punisher77
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XP 2.625
Eintrag: 11.06.2018

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Rivalen unter roter Sonne

(Soleil rouge)
Herstellungsland:Frankreich, Italien, Spanien (1971)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Western
Alternativtitel:Red Sun

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Arizona 1870. Bei einem Zugüberfall erbeuten Banditen neben viel Gold auch ein kostbares Samurai-Schwert - ein Geschenk des japanischen Kaisers an den US-Präsidenten. Der japanische Botschafter schickt seinen besten Mann, den Samurai Kuroda, um das Schwert zurückzuholen und die Ehre des Kaisers zu retten.
Gangsterboss Link wurde nach dem Überfall von seinem Komplizen Gotch übertölpelt und gerät in die Hände von Kuroda. Da beide an Gotch Rache nehmen wollen, schließen sie sich widerwillig zusammen. Zwei Kulturen prallen aufeinander: Der aristokratische Samurai und der wilde Eisenbahnräuber. Die beiden gegensätzlichen Männer beginnen eine gefährliche Hetzjagd - und aus der Zweckgemeinschaft entwickelt sich langsam eine richtige Männerfreundschaft...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                               RIVALEN UNTER ROTER SONNE

Dank Filmen wie Spiel Mir Das Lied Vom Tod (1968), Du Kannst Anfangen Zu Beten (1968) und Kalter Schweiß (1970) war Charles Bronson in Europa ein Superstar, während der endgültige Durchbruch in den USA noch ein wenig auf sich warten ließ. Deshalb verwundert es nicht, dass Bronson im Jahr 1971 die Hauptrolle in einem weiteren europäischen Film spielte, und zwar in dem Western Rivalen Unter Roter Sonne, einer Co-Produktion, an der Geldgeber aus den Ländern Spanien, Italien und Frankreich beteiligt waren. Und für diese Geldgeber muss der Western Rivalen Unter Roter Sonne ein echtes Prestigeprojekt gewesen sein. Mit der Regie wurde Terence Young betraut, der durch die James Bond 007-Filme James Bond Jagt Dr. No (1962), Liebesgrüße Aus Moskau (1963) und Feuerball (1965) zu Weltruhm gelangt war. Neben Charles Bronson stand mit dem Franzosen Alain Delon (Der Eiskalte Engel, 1967) ein weiterer europäischer Superstar vor der Kamera und mit Ursula Andress war eine Schauspielerin an Bord, die zwar damals schon weitgehend von ihrer Rolle als Bondgirl in James Bond Jagt Dr. No zehrte, aber immer noch über genügend Charisma und Starpower verfügte, um für Filme wie diesen gecastet zu werden. Da Rivalen Unter Roter Sonne jedoch kein herkömmlicher Western werden, sondern auch ein Aufeinandertreffen von Ost und West thematisieren sollte, heuerte man den asiatischen Schauspieler, Regisseur und Filmproduzenten Toshiro Mifune (1920-1997) an, der durch die Akiro Kurosawa-Filme Die Sieben Samurai (1954) und Yojimbo – Der Leibwächter (1961) weltberühmt worden war; beide Filme erhielten Remakes im Westerngewand.

Im Jahr 1870 reist eine Abordnung des japanischen Kaisers per Zug in die USA, um den amerikanischen Präsidenten zu treffen. Als Gastgeschenk haben die Japaner ein kostbares Schwert bei sich. Bevor die Abordnung ihr Ziel erreichen kann, wird der Zug von einer Horde Banditen, angeführt vom skrupellosen Gauche (Alain Delon), überfallen. Dieser nimmt das Schwert an sich, tötet dabei einen als Leibwächter fungierenden Samurai der japanischen Delegation und prellt seinen Partner Link Stuart (Charles Bronson) um den Anteil an der Beute, indem er ihm zwei Dynamitstangen vor die Füße werfen lässt. Nachdem Gauche verschwunden ist, schwört Kuroda Jubie (Toshiro Mifune) das Schwert zurückzuholen und Gauche zu töten. Dabei soll ihm Link helfen. Allerdings herrscht zwischen den beiden ein Interessenskonflikt: Während Kuroda Gauche sofort töten will, möchte Link seinem Ex-Partner erst entlocken, wo er die Beute aus dem Zugüberfall versteckt hat …

Rivalen Unter Roter Sonne ist ein weiterer Beleg dafür, dass Charles Bronson seine stärkste Karrierephase in den Jahren vom Ende der Sechziger Jahre bis zur Mitte der Siebziger Jahre hatte. Denn im Vergleich zu vielen anderen Filmen, die Bronson später, z.B. in seiner Cannon-Phase, drehte, kann man an Rivalen Unter Roter Sonne auch heute noch eine Menge Spaß haben, auch wenn Terence Youngs Mischung aus Western und Eastern durchaus Schwächen aufweist, die ihm den Status eines unverzichtbaren Klassikers der Filmgeschichte verwehren.

So nutzt Rivalen Unter Roter Sonne das Potenzial, das ein Aufeinandertreffen von Ost (Mifune) und West (Bronson) bietet, nicht vollends aus – aus den (wenigen) kulturellen Unterschieden, die in Youngs Western deutlich werden, hätte man deutlich mehr machen können. Stattdessen folgt Rivalen Unter Roter Sonne der typischen Dramaturgie des Buddy Movies, die damals freilich frischer und innovativer war als heute. Hinzu kommt, dass der Film mit einer Spieldauer von knapp zwei Stunden ein wenig zu lang ist. Ebenfalls sauer aufstoßen dürfte so manchem Zuschauer, dass die Indianer hier – mal wieder – als gesichtslose Masse von sadistischen, kreischenden Wilden dargestellt werden, die den Helden des Films nur allzu willig vor den Lauf, bzw. das Schwert laufen.

Trotz dieser Kritikpunkte ist Rivalen Unter Roter Sonne ein weit überdurchschnittlicher Western und ein hervorragender Bronson-Streifen. Was den Streifen so gut und unterhaltsam macht ist, dass Charles Bronson mit Toshiro Mifune – selten genug – einen gleichberechtigten Filmpartner auf Augenhöhe hat und dass die Chemie zwischen den beiden Darstellern stimmt. Es ist wirklich eine Freude mitanzusehen, wie der großmäulige, überhebliche Link an dem stoischen, jedes Wort bierernst nehmenden Kuroda abprallt, der gern im Gehen schläft und Link mühelos auf die Bretter schickt. Es gibt aber auch mehrere amüsante Szenen, in denen Bronsons Link die Nase vorn hat, die aber an dieser Stelle nicht verraten werden sollen. Nur soviel: Zuschauer, die den Kritikern glauben, die Bronson jegliches schauspielerische Talent absprechen und ihm unterstellen, stets das Image des einsamen, wortkargen Revolverhelden gepflegt zu haben, werden überrascht sein, zu welcher (Selbst)Ironie der spätere Paul Kersey-Darsteller fähig war.

Aber nicht nur Charles Bronson und Toshiro Mifune können in ihren Rollen punkten. Auch wenn man ihm weitaus mehr Screentime gegönnt hätte – Alain Delon ist trotz seiner nicht besonders großen Rolle für die Qualität des Films unverzichtbar. Als feingezwirnter Gauche beherrscht er jede Szene des Films – insbesondere in den gemeinsamen Sequenzen mit Mifune knistert die Luft vor Spannung. Und auch Ursula Andress überzeugt in ihrer Rolle – und das nicht nur aufgrund ihres Aussehens. Die Rolle des Gangsterliebchens mag zwar nicht besonders dankbar sein, wird von Andress aber nichtsdestotrotz überzeugend und authentisch gespielt.

Aber was wäre ein Film wie Rivalen Unter Sonne ohne hervorragende Actionszenen, zumal dessen Regisseur Terence Young heißt, der mit seinen drei James Bond 007-Streifen Maßstäbe in diesem Bereich gesetzt hat? Nun, aufwändige Spezialeffekte wie in Youngs Bond-Filmen darf man freilich nicht erwarten, aber trotzdem bietet der britische Regisseur eine Reihe von spektakulären und zum Teil äußerst einfallsreichen Actionszenen (z.B. im Feld mit den Schilfrohren). Der Streifen wartet zudem mit einer Reihe präzise inszenierter Schießereien auf und wenn Kuroda das Schwert schwingt, geht es mitunter recht blutig zu. Westernfans mit Faible für handfeste, handgemachte Action kommen hier definitiv auf ihre Kosten.

Rivalen Unter Roter Sonne mag zwar einige Schwächen aufweisen, ist aber dennoch ein überdurchschnittlicher, auch heute noch unterhaltsamer Western, der zwar aus seinem Clash Of Cultures nicht das Maximum herausholt, dank Bronson, Mifune Andress und Delon immer noch sehenswert ist und eine Reihe von hervorragenden Actionszenen bietet.

8/10
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Kommentare

11.06.2018 19:41 Uhr - sonyericssohn
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Ja ich bin ein Banause. Noch nie gesehen. Schade eigentlich... Jetz nach DER Kritik...

11.06.2018 19:47 Uhr - Nubret
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Oh weh, den muß ich auch noch nachholen.

Danke für die schöne Vorstellung!

11.06.2018 20:21 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Leute!

Sony, der Film ist auf jeden Fall `ne Sichtung wert!

11.06.2018 20:23 Uhr - TheRealAsh
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Mein Gott, danke Puni, für diesen superinteressanten Film in solch einer überzeugenden Review. Ich hab von dem zwar schon gehört, aber irgendwie nie gesehen. Dieser Titel ist doch einfach zu gut, da wird mir ganz schwummrig und ich muss den unbedingt haben.

11.06.2018 22:03 Uhr - Punisher77
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Nix zu danken!

11.06.2018 22:58 Uhr - Pratt
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Super Review, zu einem tollen Film, den ich eher noch etwas weiter oben ansiedeln würden Bronson zeigt hier deutlich seinen Sinn für Humor und kann auf ganzer Linie überzeugen, Delon spielt hier quasi nochmal den eiskalten Engel und Ursula Andress ist noch verdammt heiss, Mifune ist natürlich auch über jeden Zweifel erhaben. Wenn man diesen Film vor Jackie Chan's 'Shanghai Noon' sieht fallen einem so einige Paralellen auf. U. Andress hat sogar eine Nacktszene für den Film gedreht, die ist aber in den meisten Fassungen nur kurz oder gar nicht zu sehen...
Kann mich der Empfehlung nur anschließen!!!

11.06.2018 23:17 Uhr - Horace Pinker
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Western meets Samurai Film, das klingt ja wirklich äußerst interessant, besonders mit Blick auf die beteiligten Darsteller! Tolle Kritik zu einem mir bisher unbekannten Werk welches ich mir jetzt aber bei sich bietender Gelegenheit mal ansehen werde.

11.06.2018 23:23 Uhr - Punisher77
3x
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Danke, freut mich, dass Euch das Review gefällt.

12.06.2018 13:20 Uhr - NoCutsPlease
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Coole Story, coole Akteure, coole Kritik.
Danke für diesen sonnigen Tipp, den muss ich noch sehen!

12.06.2018 13:21 Uhr - Tom Cody
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Tolles Review zu diesem sehr unterhaltsamen...sagen wir mal "Semi-Klassiker". Ein cooler "Samurai-Western", den man sich auch gut mehrmals anschauen kann.

Witzig, dass dieser Streifen hierzulande von "Studiocanal" in einer Box verwertet wird, welche den Ttel "Die härtesten Western aller Zeiten" trägt. "Das Wiegenlied vom Totschlag"?...Okay, passt. "Django"?...Okay, geht auch noch. Aber "Rivalen unter Roter Sonne"?. So hart ist der Film garantiert nicht. Obwohl die Box aufgrund der gelungenen Zusammenstellung von 3 Top-Western sicherlich auch kein Fehlkauf war.

12.06.2018 14:10 Uhr - JasonXtreme
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witzig, dass den kaum einer gesehen hat hier!? Hätte ich nicht gedacht. Die 8 von Dir halte ich gern, Punisher... wie immer Top rezensiert!

12.06.2018 17:23 Uhr - NoCutsPlease
2x
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12.06.2018 14:10 Uhr schrieb JasonXtreme
witzig, dass den kaum einer gesehen hat hier!? Hätte ich nicht gedacht.

Vom Namen her kenne ich den Titel schon lange, aber bislang hat er es noch nicht in mein Wohnzimmer geschafft.
Womit wir wieder bei dem Thema Zeitknappheit und drölf Filmen in der Warteschleife wären...

12.06.2018 17:39 Uhr - Punisher77
1x
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Thanks a lot!

@Tom:
Die Box habe ich auch und hatte den gleichen Gedanken ... es gibt deutlich härtere Western als diesen hier.

15.06.2018 02:04 Uhr - Obi Wan
1x
Seit Monaten überlege ich immer mal wieder, den Film auf DVD oder BR zu erstehen. Vor fast 30 Jahren zum letzten mal gesehen und für sehr gut befunden, waren meine Befürchtungen - schlecht gealtert trifft auf ein schlechtes Gedächtnis - doch zu groß. Abwarten und auf eine Wdh im TV hoffen, um da wenigstens mal reinzuschauen - das war mein Plan... Bis ich dieses hervorragende Review gelesen habe.
Danke Punisher 77 - meine Zweifel sind verschwunden, Film wird bei nächster Gelegenheit gekauft!!

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