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Necron
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Eintrag: 09.04.2018

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The Smell of Us

Herstellungsland:Belgien, Frankreich (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Für Math (Lukas Ionesco) und seine Freunde zählt nur weniges im Leben wirklich: Skateboards, Drogen, Sex und Klamotten. Aus zerrütteten Familienverhältnissen stammend, müssen sie auf sich selbst gestellt zusehen, wie sie zurechtkommen. Ohne Rücksicht auf Gesundheit und Selbstachtung tun sie alles, um sich ihren teuren Lebensstil finanzieren zu können. Als sie im Internet auf Werbeanzeigen für Escortservices stoßen, haben sie nur das schnelle Geld vor Augen – und verkaufen schließlich ihre Körper. Es sind vorwiegend alte Männer, die ihre Dienste in Anspruch nehmen, um ihre speziellen Fantasien auszuleben. Anfangs noch stolz auf die hohen Einnahmen, geraten die Jugendlichen rasch immer tiefer in den Sumpf aus bezahltem Sex, Demütigung und Selbstzerstörung, bis sie ihre eigenen Körper nicht mehr riechen können ...
eine kritik von necron:

Was macht Larry Clark eigentlich gerade? Ja genau, der Typ der den Überraschungshit „Kids“ vor gut 20 Jahren hingelegt hat und dann stetig weiter provoziert hat mit sehr ähnlichen Werken, z.B. „Ken Park“. Ist er jetzt altersblöde geworden und liegt vielleicht sogar noch irgendwo besoffen und eingepisst als Penner herum, während Jugendliche mit ihren Skateboards ihn als Stunt Kulisse benutzen? Nun ja, in seinem aktuellen Werk „The Smell Of Us“, eine französische Produktion aus dem Jahre 2014, macht er jedenfalls genau das. Spielt sich selber als fertigen Penner, der da so vor sich hinsiecht. Birne hohl, Träume kaputt. Möglicherweise als Metapher darauf das er selber einmal gemeint hat das er auf der Straße gelandet wäre, wenn er keine Filme gemacht hätte oder doch eher eine Anspielung darauf das er es heute einfach nicht mehr so drauf hat, wie noch zu seinen unverbrauchten, frischen „Kids“ Zeiten? Vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen.

Desillusionierte Jugendliche, die wie vor 20 Jahren in New York, nur diesmal halt in Frankreich, mit ihren Skateboards so vor sich hinchillen. Andere Jugendliche abzocken, Party machen und viel rauen, ungenierten Sex haben. Das Smartphone stets dabei, um die aktuelle Bumsorgie auch festzuhalten, falls es noch irgendwen interessiert, denn eigentlich „Who cares?“. Im Cast haben wir hier wieder wie bei „Kids“ damals, viele unverbrauchte Jungdarsteller, von denen man noch nicht viel vorab gehört haben wird. Einzig von der jungen „Diane Rouxel“ (Mad Love) habe ich wenigstens danach noch etwas gehört. Ganz so Glücklich wie damals war hier diesmal aber nicht das Händchen beim Casting gewesen, eher mehr durchschnittlich bis solide Kost, anstatt Wow.

Weitaus entrückter und noch weniger zusammenhängend als bei „Kids“ plätschert so die Handlung gewohnt dokumentarisch voran bzw. eher dahin. Negativ könnte man meinen, total uninspiriert.  Untermalt von hauptsächlich rotzigem Punk Sound, der zum gezeigten wenigstens recht gut zu passen scheint. Sympathisch sind diese Jugendlichen auch nicht mehr, wo die Jugendlichen aus „Kids“ einen doch noch wussten zu erreichen und irgendwie mitzunehmen. Und so driften die Jugendlichen hier scheinbar wahllos in das Call Girl, bzw. hier eher Call Boy Gewerbe ab. Und alle Achtung, jetzt packt Larry Clark in jedem Fall die harten Geschütze aus. Provozieren könnte man als dick rote Werbung über den ganzen Streifen packen. Beim Bumsen der Jugendlichen untereinander wird schon nicht gerade zurückhaltend mit der Kamera draufgehalten (was man natürlich bereits von Clark gewohnt ist), aber wenn dann die alten perversen Lustmolche sich mit den jungen Körper austoben, dann wird minutenlang draufgehalten, wie ekstatisch an den jungen Füssen herumgeleckt und gelutscht wird. Jede Zehe einzeln, während man dabei noch gut den Belag auf der Zunge des alten Sacks studieren kann. Ganz ehrlich, das ist bisweilen dermaßen widerlich, da kommt man als Katastrophentourist voll auf seine Kosten. Blutiges Sperma schlucken. Check. Sich über den letzten harten Arschfick beschweren. Check. Zerstörte alte Weiberkörper, die sich die jungen Stecher kommen lassen. Check. Motivierend wird in das „kleine Ficklöchlein“ reingehämmert und der apathische Jugendliche dabei angefeuert, das er gefälligst mitmachen soll. Check. Und wenn dann noch eine abgefuckte Mutter über ihren eigenen Sohn herfällt, um ihm mal so richtig ordentlich einen zu blaaaaaaaasen, während der nur perplex ist. Groteske hoch 10. Völliger Abgesang. Da muss man auch nicht mehr groß die Phantasie bemühen. Was dem Film an anderer Stelle, bei den eher feineren Nuancen zu fehlen scheint, wird hier mit dem Holzhammer versucht auszugleichen. Obendrauf noch mehr Protest, Abrissparty und Selbstmord…und dann ist der Film auch schnell wieder vorbei mit seinen knapp 90 Minuten Laufzeit.

Wie will man das jetzt bewerten? Für mich objektiv kein schlechter Film, aber auch kein wirklich guter „Larry Clark“. Eine Sehempfehlung nur dann wenn man sich die Sauerrein einmal ansehen und die absolute desillusionierte Entrücktheit, bis zur Taubheit, tief inhalieren möchte. Meine persönliche Meinung ist das Larry Clark noch nicht am Ende ist, aber sich bis zum Umfallen widerholt, ihm kaum noch etwas Neues einfällt und dies versucht wird mit mehr Provokationen zu kompensieren. Trifft meinen Geschmack nur noch bedingt.

Zweischneidige 5/10. Zu gut um schlecht zu sein, aber auch zu schlecht um gut zu sein. Kann man gucken, muss man aber nicht.

Und selbst wenn man versuchen möchte sein Werk eher als Geniestreich auf die herrschende Perspektivlosigkeit der Jugendlichen und das generelle apathische Gefühl der Moderne zu begreifen, dann hat er das wiederum um Längen besser bei seinem Erstling „Kids“ hinbekommen, als jetzt bei „The Smell Of Us“. Sprich irgendwas ist hier so oder so falsch gelaufen bzw. ist man unter den Möglichkeiten geblieben. Und wer jetzt noch die ketzerische Frage stellt „Hey, Skatende Jugendliche, ja hatten wir das nicht auch schon bereits vor 20 Jahren in New York, warum jetzt nochmal im Smartphone Zeitalter in Frankreich, hä?“ Tja, diese Frage wird dann wirklich nur noch Larry Clark beantworten können, ich habe keine Ahnung.

5/10
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Kommentare

09.04.2018 18:57 Uhr - BFG97
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Bin ich froh, dass ich mit dem Kauf der Blu-Ray gewartet habe, bis hier die erste Rezi erscheint. Scheint so, dass der Film meinen Geschmack definitiv nicht treffen wird, weswegen ich auf einen Kauf definitiv verzichten werde. Danke für deine hervorragend formulierte und mit provokanten Wörtern gespickte Review ;D ach ja, meine Geldbörse dankt es dir ebenfalls^^

09.04.2018 20:33 Uhr - naSum
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Ich sehe das wie BFG. Danke für die amüsante Warnung. Da leg ich doch lieber zum wiederholten Male Ken Park ein,.

09.04.2018 20:53 Uhr - Insanity667
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Na bitte!! :P Sehr schön, mal wieder was von dir zu lesen. Schade, dass es diesmal keine Empfehlung ist bzw. etwas, wo ich mitreden kann, aber trotzdem necrotischer Lesespaß pur, wie immer! Dankefein! :)

09.04.2018 21:40 Uhr - dicker Hund
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Lesenswerte Rezi mit schwungvollen Formulierungen. Der größte Schwung des Film scheint dagegen der sleazige Hüftschwung zu sein.

10.04.2018 09:26 Uhr - JasonXtreme
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Die Frage die ich mir eigentlich eher stelle... wo gibts denn noch skatende Jugendliche!?^^ Hier zumindest nicht. Ich hab mich paarmal gefragt ob der was kann, danke, dass Du mir das treffend beantworten konntest :-)

10.04.2018 16:29 Uhr - Necron
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Ich dank euch für das sehr umfangreiche und tolle Feedback. Und schön wenn ich dem ein oder anderen behilflich sein konnte bzgl. einer Kaufentscheidung :)

11.04.2018 12:09 Uhr - Ghostfacelooker
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Herrje ich dachte zeitweise dir wäre nicht aufgefallen das du statt dem Film einem Streamingdienst anheimgefallen bist, aber liest sich lustiger als es der Film dann doch ist. Mir hat damals Kids schon nach dem ersten und einzigen Ansehen gereicht

11.04.2018 20:15 Uhr - Necron
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11.04.2018 12:09 Uhr schrieb Ghostfacelooker
Mir hat damals Kids schon nach dem ersten und einzigen Ansehen gereicht


In dem Fall kannste diesen Film gleich ganz abharken, denn der ist bestenfalls gerade mal halb so gut wie Kids. ;)

12.04.2018 20:22 Uhr - cecil b
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Schon die Einleitung ist ein Fest.

Film: Ich habe den nicht gesehen, aber habe das Gefühl, dass ich da in etwa da bin, wo du bist. Liest sich für mich so, als ob der Film etwas platt wäre. Aber die schonungslose Authentizität meint ja manchmal immer gut zu sein.

" Sympathisch sind diese Jugendlichen auch nicht mehr, wo die Jugendlichen aus „Kids“ einen doch noch wussten zu erreichen und irgendwie mitzunehmen. "

Bei Sympathie + Kids hatte ich sofort Probleme, bis ich den Satz zu ende gelesen habe. :)

12.04.2018 22:47 Uhr - TheRealAsh
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Och, ich hatte mich so auf den Film gefreut und konnte es kaum erwarten, bis er rauskommt. Als ich ihn dann in der Hand hatte, habe ich mich dagegen entschieden. Dein Review macht es jetzt auch nicht besser, Necron, gut gemacht aber. Ich lass meine Finger weg, Kids ist einfach zu gut, manches muss man ruhen lassen;-) Top vorgestellt!

13.04.2018 17:49 Uhr - Necron
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Weiterhin tolles Feedback. Ich dank euch Leute

@cecil b
Das mit der Einleitung freut mich besonders. :)

@TheRealAsh
Bei Kids zu bleiben, damit kann man in jedem Fall nichts verkehrt machen ;)

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