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Insanity667
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Eintrag: 12.04.2018

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Rebecca

Herstellungsland:USA (1940)
Genre:Drama, Liebe/Romantik, Thriller
Alternativtitel:Rebekka

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,43 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Joan Fontaine spielt eine junge, glücklose Frau, die sich als Gesellschafterin für reiche Damen durchs Leben schlägt. In Monte Carlo lernt sie den britischen Aristokraten Maxim de Winter (Laurence Olivier) kennen, der sich in sie verliebt und als neue Frau auf seinen Landsitz Manderley an der Küste Cornwalls nimmt. Dort führt die Haushälterin Mrs. Danvers (Judith Anderson) ein strenges Regiment. Sie macht der neuen Mrs. de Winter unmissverständlich klar, dass diese niemals mit dem Glanz der ersten Frau ihres Gatten, Rebecca, konkurrieren kann. Rebecca ist einige Jahre zuvor auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen, scheint aber immer noch in jedem Raum des Schlosses präsent zu sein. Die neue Herrin des Hauses hat das schreckliche Gefühl, stets gegen den unsichtbaren Schatten ihrer Vorgängerin ankämpfen zu müssen. Als man eines Tages Rebeccas gesunkene Jacht entdeckt, ist dies der Auslöser für dramatische Entwicklungen...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von insanity667:

Gestern Nacht träumte ich, ich sei wieder in Manderley...

Einer ausufernden Vorstellung des Suspense-Meisters Alfred Hitchcock bedarf es an dieser Stelle wohl nicht mehr. Der in Kunstgeschichte ausgebildete britische Ausnahmeregisseur, der seine Karriere als Textafelzeichner für Stummfilme begann, später auch für Requisiten, Kostüme und Setaufbauten verantwortlich war, siedelte nach einigen beachtilichen Erfolgen in der Heimat wie z.B. "Die 39 Stufen" oder "Eine Dame verschwindet", ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten über. Dort arbeitete er 1939 erstmalig als Import-Regisseur für Produzent Walter Wanger ("Cleopatra", "Der Auslandskorrespondent", "Die Dämonischen") und ergänzte einzelne Szenen zu Archie Mayos "The House across the Bay". Noch im selben Jahr begann auch sein zuvor abgeschlossener Vertrag mit United Artists und Produzent David O. Selznick ("Vom Winde verweht"), der bereits 1938 die Rechte an "Rebecca" für den Meister im Regiestul quasi "reservierte". Für Hitchcock ging damit ein großer Wunsch in Erfüllung, denn nach "Riff Piraten" ("Jamaica Inn") war dies bereits die zweite Vorlage aus dem familiär befreundeten Hause Maurier (Daphne du Maurier lieferte ihm dann später noch die literarische Grundlage zu "Die Vögel"), die er auf die große Leinwand bringen durfte.

 

Eine schüchterne Gesellschafterin lernt auf einer Reise durch Frankreich den wohlhabenden Maxim de Winter kennen, der versucht, sich in den südeuropäischen Gefilden Ablenkung von der Trauer um seine tödlich verunglückte Frau Rebecca zu verschaffen. Die beiden werden ein Paar und Maxim macht ihr überraschend einen Heiratsantrag. Fortan lebt sie als Mrs. de Winter zusammen mit Maxim auf einem großen Anwesen in Cornwall. Doch Mrs. de Winter hat große Schwierigkeiten, ihre Introvertiertheit zu überwinden und zudem mit dem rasenden Temprament der verbitterten Haushälterin Mrs. Danvers zu kämpfen. Als wäre das noch nicht genug, scheint der tragische Tod ihrer Vorgängerin Rebecca noch immer seine unheilvollen Schatten auf das Umfeld ihrer neuen Familie zu werfen...

 

Wie eingangs schon erwähnt, basiert die Story auf dem gleichnamigen Roman "Rebecca" von Daphne du Maurier, der nach einigen Zerrereien mit Hitchcocks stark abweichender Fassung, im Auftrag von Produzent David O. Selznick u.a. von Robert E. Sherwood ("Die scharlachrote Blume", "Ein Mann auf dem Drahtseil") und Joan Harrison ("Verdacht", "Riff Piraten", "Saboteure") für die Leinwand adaptiert wurde. Dabei hielt man sich zwar weitestgehend an die Vorlage, musste zugunsten des Production Codes (und sehr zum Missfallen Hitchcocks) einige Schlüsselpassagen abändern, um den damaligen Moralvorstellungen gerecht zu werden. Aus Spoilergründen gehe ich an dieser Stelle aber nicht weiter darauf ein, da es den Twist des gesamten Filmes für Interessenten ruinieren würde. Insgesamt erzählt "Rebecca" eine recht sympathische aber auf eine gewisse Art auch traurige Liebesgeschichte zwischen einem reichen, in sich zurückgezogenen und in Trauer versunkenen Aristokraten und einem, namentlich übrigens nie erwähnten, leicht tollpatschigen aber dennoch liebenswerten einfachen Mädchen. Interessant wird es spätestens dann, wenn innerhalb des Adelshauses die Welten aufeinanderprallen und sich die frisch gebackene Mrs. de Winter gegen allerhand Widerstand seitens des Personals behaupten muss. Dabei stellt die scheinbare Unnahbarkeit von Maxim und das hinterhältig intregante Verhalten von Mrs. Danvers das größte Problem für die eingschüchterte junge Frau dar. Trotzdem liegt auf alldem, was man eigentlich als schwermütig und befremdlich empfinden müsste, eine merkwürdige Leichtigkeit und ein unnachahmlicher Charme, ergänzt um eine Prise Humor. Im letzten Drittel schwenkt die Handlung dann in einen waschechten Noir-Thriller in bester Hitchcock-Manier um, der einige Unannehmlichkeiten um die Todesumstände von Rebecca zutage fördert, auf einer weiteren Ebene einen makaberen Reigen um Besessenheit und Wahn aufführt und die Spannung somit nochmal merklich steigert. Dabei "wälzt" Hitchcock, entgegen seiner späteren Gewohnheiten den geistigen Knacks, der in den psychologischen Filmen des Meisters oft ein zentrales Thema ist, auf eine Randfigur ab, so dass die Protagonisten inhaltlich näher am Kern der Romanvorlage bleiben (können), was insgesamt in jeder Hinsicht überzeugt.

Allen Darstellern voran gibt hier die süße, verträumte und etwas kindlich anmutende Joan Fontaine ("Orson Welles’ Othello", "Verdacht", "This above all") eine hervorragende Vorstellung in der Rolle der neuen Mrs. de Winter, die im Verlauf der Handlung eine beachtliche Entwicklung auf dem Weg zum "Erwachsenwerden" durchmacht. Sie steht an der Seite von Schauspiellegende und Oscarpreisträger Laurence Olivier ("Hamlet", "Spartacus", "The Boys from Brazil"), der den scheinbar gebrochenen und einsamen Maxim de Winter spielt und offensichtlich das eine oder andere Geheimnis vor seiner neuen Frau verbirgt. Stets zu Diensten, zudem psychopathisch und scheinbar von der verstorbenen Rebecca besessen, ist die australische (damalige) Newcomerin Judith Anderson ("Verfolgt", "Salome", "Die Katze auf dem heißen Blechdach") in ihrer fantastisch gespielten Rolle der kalten und abweisenden Mrs. Danvers, den eher warmen und sympathischen Gegenpart spielt Reginald Denny ("Die letzte Patroullie", "Die Stimme des Terrors"), der der neuen Mrs. de Winter und seinem besten Freund Maxim mit Rat und Tat zur Seite steht. Desweiteren ist George Sanders ("Ich war ein Spion der Nazis", "Der Auslandskorrespondent") als windiger Erpresser Favell und C. Aubrey Smith ("Romeo und Julia", "Entführt") als etwas kauziger, aber dennoch fähiger Oberstleutnant Julyen zu sehen.

Obwohl man es dem, im unaufdringlichen aber stimmungsvollen Schwarz-Weiß gehaltenen Film auf den ersten Blick nicht ansehen mag, steckt so einiges an technischer und inszenatorischer Brillanz auf der Höhe der damaligen Zeit in Hitchcocks erstem amerikanischen Werk. So brauchte es für die atemberaubenden Aufnahmen des prunkvollen Anwesens "Manderley" einige ausgeklügelte Makro- und Modeltechniken, eine ganze Anzahl Rückprojektionen und Backdrops sowie einiges an pyrotechnischen Geschicks für das feurige Finale. Eingefangen wurde das ganze von Kameramann George Barnes ("Rache für Jesse James", "Kampf der Welten", "Die macht des Bösen") und für die passende musikalische Untermalung zwischen schaurigen Melodien, unbeschwerten Klängen und dramatischen Spannungskompositionen sorgte Franz Waxman ("Du lebst noch 105 Minuten", "Der Fall Paradin"). Insgesamt begeistert "Rebecca" so mit einer wunderschönen Kombination aus atmosphärischen Bildern, opulenter Ausstattung und fast schon verschwenderisch träumerischen Musikpassagen.

"Rebecca" lief erstmalig am 6. Juni 1951 zur Eröffnung der internationalen Filmfestspiele in Berlin und startete regulär im Oktober 1951 in den deutschen Kinos. Anfang der 2000er wurde er zunächst von FAM und Euro Video auf DVD und ab 2014 in einer restaurierten Fassung von Great Movies auf Blu-Ray veröffentlicht. Außerdem ist er auch in der "Die frühen Jahre 6-Disc-Collector's Edition" (ebenfalls von Great Movies) enthalten, die 2015 erschien. Aufgrund einiger negativer Kundenrezensionen (Bild & Ton) und somit dem Verzicht beim Versandhändler meiner Wahl, kann ich allerdings nichts konkretes zur Qualität der deutschen Veröffentlichung(en) sagen. Die spanische Blu-Ray ist hier die erste Wahl gewesen und diese stimmt auch rundum zufrieden! 

 

Interessant am Rande (aka "unnützes Zusatzwissen zum angeben")

- Hitchcocks eigenwillige Arbeitsweise, nur die Szenen in den jeweiligen Einstellungen zu drehen, wie er sie für den fertigen Film benötigte, anstatt wie üblich mehrere Shots für den Schneideraum anzufertigen, stieß in Hollywood und vor allem bei Produzent Selznick auf Unverständniss, was letztendlich zum Zerwürfniss am Set führte.

- Angeblich soll Hauptdarstellerin Fontaine von Hitchcock permanent eingetrichtert worden sein, dass sie niemand am Set leiden könne. Dies führte dazu, dass sie sich von den Kollegen während der Drehpausen distanzierte. Die Folgen übertrugen sich, so wie offensichtlich gewünscht, auch auf ihre schauspielerische Leistung als schüchterne und zutiefst verunsicherte junge Frau.

- "Rebecca" wurde 1941 für 11 Oscars nominiert, u.a. Bester Haupdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Beste Spezialeffekte und Beste Musik, konnte sich aber "nur" in den Kategorien "Bester Film" (der erste und einzige Hitchcock, der diesen Preis gewann) und "Beste Kamera in einem Schwarzweißfilm" durchsetzen.

- Die Einleitung "Gestern Nacht träumte ich, ich sei wieder in Manderley..." gilt als eine der bekanntesten der modernen englischen Literatur und die zugehörige Einstellung im Film inspirierte gleichermaßen große Regisseure wie auch Schriftsteller, u.a. Stephen King, Lars von Trier oder Fritz Lang. Der Name "Manderley" wurde zum Markenzeichen für stilvolle und dekadente Bauten und veranlasste sogar Möbeldesigner dazu, zur Premiere des Films Sonderserien anzubieten, die dem Interieur des fiktiven Herrenhauses nachempfunden waren.

- Fritz Langs "Das Geheimnis hinter der Tür" von 1948 ist ein loses Remake von "Rebecca" welches, bis auf einige nicht ganz unwichtige Details in Sachen Rollenverteilung und 'Charakterisierung, grundsätzlich beinahe 1:1 dem Handlungsverlauf des Films und des Romas folgt, sich zwischendurch aber auch einige gewagt spekulative Ausflüge außerhalb der Rahmenbedingungen des Production Codes erlaubt, was Lang letztendlich auf die Füße fiel.

- Entgegen seiner eigenen Tradition (Hitchcock brachte seine Cameos immer gerne recht früh in seinen Filmen ein, um es "hinter sich zu haben"), lies er sich in "Rebecca" erst in der 123. Minute blicken, also kurz vor der finalen Szene.

 

Fazit: 

Mysteriöses Liebesdrama mit einem ordentlichen Noir-Thriller-Einschlag und dem ganz eigentümlichen, trockenen Humor des Meisters. Dazu gesellen sich noch die herausragenden Schauspieler sowie die gelungene Machart und damit ist "Rebecca", trotz der schwierigen Produktion im Rahmen dieses Hollywood-Einstands, ein unverzichtbarer Filmklassiker, der an dieser Stelle einfach die Höchstwertung verdient und dementsprechend auch bekommt.

10/10 Punkte!

10/10
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Kommentare

12.04.2018 20:00 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Juhu, nach deinem Anime-Sprint ist nun endlich wieder etwas dabei, das mich auch über die reine Lektüre hinaus interessiert! :)
"Rebecca" ist mir vom Namen her wohlbekannt, gesehen habe ich ihn allerdings noch nicht. Was du schreibst, klingt jedenfalls nach einer überaus lohnenswerten Empfehlung der alten Schule.

Nebenbei ist es interessant, dass Great Movies auch echte 10/10-Streifen an den Käufer zu bringen scheint. ;)

12.04.2018 20:15 Uhr - Intofilms
2x
"Rebecca" oder "Ich kämpfe um dich" - einer der beiden war damals mein erster Hitchcock, mein Hitch-Einstieg sozusagen. Welcher genau, kann ich einfach nicht mehr genau sagen, so oft und angestrengt ich auch schon darüber nachgedacht habe... Ob nun der eine oder der andere, ist letztlich egal. Es kam jedenfalls einer Initialzündung gleich. Für mich ist "Rebecca" ganz klar eine 10,0 und wird auf immer in meiner persönlichen 'Top 5 Hitchcock'-Liste geführt. An diesem Gothic-Meisterwerk gibt es einfach nichts auszusetzen! Das düster-romantische Anwesen, Krankheit, Wahnsinn, Dekadenz... und natürlich auch die gar nicht mal so untypische schnulzige Lovestory... alles perfekt in meinen Augen!
Und deine Rezi, Insi, du Ausreißer, wird diesem wunderbaren Film mehr als gerecht. Ganz prima! ;-D

12.04.2018 20:16 Uhr - cecil b
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Also, ein Stück Bildungslücke wird mit Gold ausgefüllt!

Das Filmlexikon auf Schnittberichte hat eine weitere lesenswerte Seite bekommen. Sehr geil eingeteilt, übrigens!!!!!!!!!!

Hab noch nie von diesem Film gehört, glaube ich. Und das bei Hitchcock. Uiuiui.

12.04.2018 20:34 Uhr - Insanity667
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Vielen Dank ihr drei! :)

@NoCutsPlease
Jo! Ich dachte mir, ich bring mal wieder ein bisschen Abwechslung rein! :) Hitch war ja schon länger nicht mehr an der Reihe... Das mit Great Movies hat mich auch schwer gewundert. Sachen gibt's...

@IntoHitchcock
Dass ich dir damit eine besondere Freude machen konnte, beschert mir ein richtig breites Schmunzeln! :) Nachdem ich dich so lange habe hängen lassen, du wärst mir doch eingegangen! :P

@Cecil
Soviel Lob, eieieiei... da fehlen mir fast die Worte! Danke! Und den solltest du bei Gelegenheit mal nachholen! Am besten an einem trüben April-Sonntag mit einer Tasse Tee! Oder halt dann im Herbst... :)

12.04.2018 20:45 Uhr - Intofilms
2x
Das wäre ich beinahe, Anime-Insi. Aber zum Glück hast du ja auch den grünen Daumen für zarte Gothic/Noir-Schattengewächse, die eben ganz besonders viel Pflege beanspruchen. ^^

12.04.2018 21:51 Uhr - TheRealAsh
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Endlich hast du deine langaufgeschobenen Hausaufgaben gemacht! Und dabei hast du dich sogar selbst übertroffen. Herausragende Vorstellung zu einem stillen, Aber tiefgehenden Meisterwerk. Bin ja gespannt wie du den in Zusammenhang mit Andersons Phantom Thread betrachtest, wenn er rauskommt. Für dich eine 1 mit 3 ***

12.04.2018 22:12 Uhr - Insanity667
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Vielen Dank Ash!

Jaja, lange hat's gedauert! Bitte entschuldigen Sie die Verzögerung, wertester Waldhüttenbewohner! :P
Auf "Phantom Thread" bin ich ja seit deiner Rezi gespannt, mal sehen, inwieweit der mich abholen kann! Alle Vorzeichen sehen jedenfalls schonmal ganz gut aus! :)

13.04.2018 00:13 Uhr - Dissection78
2x
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Da hast Du den Meister wieder mal äußerst stimmig eingefangen, Insanitanius! Das habe ich ehrlich gesagt schon vermisst :)

Das Schöne, Interessante ist in meinen Augen, dass "Rebecca" seine Spannung noch nicht mal primär aus den realen Geschehnissen, sondern durch die Beziehungen der Hauptbeteiligten untereinander bezieht. Die Handlung ist jederzeit offen, die Gegensätze der Charaktere treten immer deutlicher zutage. Unaufhaltsam eilen sie der noch unbekannten Katastrophe entgegen. Dieser ganz besondere Umgang mit seinen Figuren prägt gleichfalls die weiteren Filme von Hitchcock nachhaltig.
"Rebecca" setzt somit weniger auf reißerische bzw. (melo)dramatische Effekte, sondern zeichnet sich durch psychologische Kalkulation und eine dichte Atmosphäre der Unberechenbarkeit aus. Das völlig isoliert in der Landschaft stehende Schloss Manderley erscheint als Ort, an dem alles möglich ist. Die Person von Maxim de Winter bleibt unscharf und zerrissen, so dass er auch als Mörder in Frage kommen könnte. Das Opfer, die Heldin, wird bedroht von fortschreitenden Identitätsverlusten, hervorgerufen von einer geheimnisumwobenen Figur, die nicht fassbar ist, weil bereits tot. Einen besonderen Akzent setzt Hitchcock mit der Hausdame Mrs. Danvers. Diese taucht in vielen Szenen scheinbar aus dem Nichts auf und erweckt den Eindruck von Omnipräsenz. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass man sie als Zuschauer fast nie gehend sieht. Ihre Gestalt wird durch einen Schnitt oder Schwenk eingefangen. Dabei ist sie hoch aufgerichtet, düster, unbeweglich. Mrs. Danvers erscheint als die eigentliche "Dame des Hauses". Die zweite Mrs. de Winter scheint an der Bediensteten zu zerbrechen.

Hitchcock schätzte an Hollywood ja besonders die Möglichkeit, in großen Studios zu arbeiten. "Rebecca" ist (anders als beispielsweise "Im Schatten des Zweifels") durch und durch ein Studiofilm, der mit mehr Außenaufnahmen völlig anders gewirkt hätte. Er ist ein feinfühlig inszenierter, sanfter Thriller mit Einflüssen aus dem Gothic-Grusel, der Schwarzen Romantik, dem Film noir und dem Expressionismus, von einer eigentümlichen, traumartigen Atmosphäre, eben gerade aufgrund der Studioaufnahmen, der von Dir erwähnten Modellbauten und der fabelhaften, malerischen Kameraführung. Insofern lässt sich zum Teil die märchenhafte, irreale Wirkung des Films erklären. 9 Punkte mit Tendenz nach oben.

Und um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: Ich bin immer wieder verblüfft, wie unfassbar ähnlich sich Joan Fontaine zur Zeit von "Rebecca" / "Verdacht" und meine Schwägerin sehen. Ich muss ihr den Film unbedingt mal vorführen :D

13.04.2018 00:25 Uhr - Insanity667
2x
DB-Helfer
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Vielen Dank für die Blumen und die dissectionöse "Wow" Ergänzung! Wunderbar!
Schade, dass ich dir dafür nur einen Daumen geben kann. :)
Das Experiment mit deiner Schwägerin solltest du unbedingt mal ausprobieren!

PS.: Hast du bereits mal einen Blick auf "Die Tochter des Teufels" werfen können? ;)

13.04.2018 17:54 Uhr - Necron
1x
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Und wieder mal eine Hitchcock Review vom üblichen Verdächtigen ;)
Gelungen wie eh und je. Das Interessant am Rande gefällt mir persönlich dabei am besten (mag solche kleinen Details)
Und wie es scheint Hitchcocks "bester Film", jedenfalls wenn man nach der Auszeichnung geht ;)

13.04.2018 18:29 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
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Dankeschön Necron!

Ich denke mal, dass Hitchcock sich bei den Folgenominierungen mit seinem Kampf gegen das Studiosystem und den regelmäßigen Beinahe-Verstößen gegen den Production Code selbst ein bisschen sabotiert hat, was die begehrten Preise und Auszeichnungen angeht.

Meiner Meinung nach (und das wirklich objektiv, ohne rosa Brille) hätten noch so einige nachfolgende Filme ("Vertigo", "Im Schatten des Zweifels", "Ich kämpfe um dich") den Oscar für den besten Film abgesahnt... LOCKER! :) Besser als 10/10 geht sowieso nicht, aber (noch) besser als "Rebecca" finde ich z.B. eben "Im Schatten des Zweifels" oder "Ich kämpfe um dich".

14.04.2018 01:19 Uhr - Dissection78
1x
DB-Co-Admin
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Danke, Insanity! Nein, "The Blackcoat's Daughter" habe ich noch nicht gesehen. Ich komme schon seit Wochen kaum dazu, mir Filme anzuschauen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich habe mir den definitiv im Hinterkopf abgespeichert ;)

14.04.2018 08:57 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
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Genau, das läuft ja nicht weg! :)

16.04.2018 13:53 Uhr - Stoi
1x
Grossartiger Hitchcock der, im Gegensatz zu anderen Hitchcocks, sehr gut gealtert ist.

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