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kokoloko
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Eintrag: 23.04.2018

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The Bad Batch

Herstellungsland:USA (2016)
Genre:Drama, Liebe/Romantik, Science-Fiction

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (4 Stimmen) Details
eine kritik von kokoloko:

The Bad Batch

Eine Stadt, scheinbar mitten im nichts, die aus Trümmern besteht oder zu welchen wird, Untergang in America. Ohne Finanzen oder Besitz drückt sich unsere Hauptprotagonistin dem Druck der Mächtigeren und begibt sich in fast märchen- oder traumhafte, leicht surreale Sets, bevölkert von umtriebigen Kleinstadttyrannen und einem wunderschönen Soundtrack, der in Fleisch und Blut übergeht, sich in die Seele brennt - auch wenn das träumerische, schwelgerische Erzähltempo mit schönen, aber auch ausgereizten Bildern, einige Leute abschrecken könnte.

Ja, Ryan Goslings "Lost River" ist schon ein besonderer Film, doch die audiovisuell versierte Lynch/Refn/Retro-Kunstkost hat für mich einfach genug Sogkraft, Atmosphäre und Stil, um den ein oder anderen Makel auszugleichen. Doch dafür hatte ich bei "Lost River" auch eine immense Erwartungshaltung, waren das schließlich alles keine unbekannten Namen, hatte ich von dem Projekt doch lange gehört.

Ganz anders sieht es aber nun bei dem teils deutlich an den Film erinnernden "The Bad Batch" aus, der ohne viel Promo, dafür aber mit einer interessant-unverbrauchten Prämisse und Präsentation sowie starkem Trailer direkt auf der Wunschliste landete, nur damit mein Mitbewohner und ich beim mehrmaligen Überlegen, den Film zu gucken, immer wieder zum selben Urteil kamen: Die ganzen Lobeshymnen beeindrucken, der könnte auch echt sehenswert sein, aber die Ästhetik schreckt einfach ab, der Film wirkt einfach zu weird, unentschlossen, was soll das? Kannibalen, Bodybuilder, Selbstironie, Horror, wtf? Keine klare Stilrichtung und dazu dieses sehr leere, oft in Filmen gesehene Setting, das hat wenig Freude gemacht bei 2 Stunden Laufzeit - noch weniger, hätte ich gewusst dass die Regisseurin von dem Arthaus-Vampirfilm stammt, denn den hab ich zwar nicht gesehen, aber der ist allem Anschein nach zumindest sehr langsam.

Froh um den Motivationsschub bei der Entscheidung, kalt werdendes Essen vor mir zu haben, heute aber dann endlich einfach angemacht und direkt bemerkt, dass der Film erneut keine Mainstreamkost ist: Ein Polizist beschwert sich über die brüllende Hitze, sonst gibt es erstmal fast keinen Dialog, wenn unsere Unbekannte Protagonistin aus dem Gefängnis direkt in die Wüste rennt, um dann erstmal gefangen zu werden und wahlweise im Schockzustand, oder mit echter Kämpfernatur gesegnet, relativ uninteressiert mitkriegt, wie sie auf ihre rechten Extremitäten wohl zukünftig verzichten muss.

Bereits zu diesem Zeitpunkt weiß man als Zuschauer imo nicht, welches Genre, welche Reise dieser Film antreten will, doch zumindest für mich hat sich der beste approach recht schnll kristallisiert: Treiben lassen. Denn "The Bad Batch" hat zwar eine extrem langsam erzählte Minimalstory, die man zwar symbolisch, sozialkritisch, parabelhaft, politisch aufladen kann, wenn man denn will - aber wenn man sich einfach nur hingeben, erkunden und genießen will, dann kann man das auch.

Denn eigentlich ist der Kannibalismus nebensächlich, die Story nebensächlich, das Pacing...eigentlich ist es gar ein "style over substance"-approach, den der Film fährt, denn es gibt einen absolut göttlich-groovigen Soundtrack mit vielen starken Elektrotracks und stimmungsvoll-trippiger Untermalung, es gibt eine ausufernde Party- und eine ausufernde Drogenszene mit feiernden Menschen die Keanu Reeves anbeten und Neon-Mischpult und es wird deutlich weniger auf die Ästhetik der Freaks, der Außenseiter, auf die Schönheit des Hässlichen oder Anderen eingegangen, als befürchtet. Den ebenfalls interessanten Netflixarthousefilm "Pieles" hat dieser Aspekt teilweise z.B. zugesetzt, aber im Bad Batch sieht man auch oft genug einfach nur die Sterne, die Wüste, feiernde Menschen, einzelne Punkte in der unberührten Natur.

Jim Carrey hat eine herrliche Rolle bekommen, die ich erst im Nachinein realisiert habe, Conan-Muskelprotz Jason Momoa nuschelt sich als zweiter Hauptcharakter ein paar geslangte Wört aus dem Bizeps und bringt seinen Part ordentlich rüber, den Rest füllt unsere größtenteils stumme, nicht immer nachvollziehbare Protagonistin mit viel Rumlaufen, Gucken, sich in Gefahr bringen und nicht wieder zurück zur "normalen Welt" laufen.

Stringenz, Logik oder klassische Dramaturgie kann man also völlig vergessen, wer dafür aber nichts gegen langsame Filme hat und auf eine audiovisuell sehr schicke, gut beleuchtete und gefilmte Wüstentrip-Erfahrung hat, der darf gerne zugreifen. Nicht so düster, böse und konsequent wie "Dead Heart", nicht so langsam und endgültig trippig-repetitiv wie "Spring Breakers" und eher modern denn völlig postapokalyptisch-zerstört, ein ungewöhnlich eigener, anstrengender Film der berauscht und mir wenig Lust auf ein ganzes Rewatch, sehr sehr viel Lust aber auf den Soundtrack gemacht hat <3

8/10

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Kommentare

23.04.2018 02:10 Uhr - TheRealAsh
User-Level von TheRealAsh 8
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 977
Auch wenn du mir irgendwann noch erklären musst was du mit diesem imo inflationär verwendeten Begriff des Pacing meinst freue ich mich doch sehr dass du diesen tollen Film so feierst und in deinem ureigenen Stil einordnest dass sogar der chaos-sandler seine freude haben kann coole sache

23.04.2018 02:24 Uhr - kokoloko
User-Level von kokoloko 9
Erfahrungspunkte von kokoloko 1.113
Haha, danke, noch ein Nachtschwärmer :D
Pacing ist das Verhalten der Szenenblöcke/Sequenzen zu einander, aber das genauer zu belegen wär jetzt schon arg montagetheorielastig, aber abseits von der "eigentlichen" Bedeutung wird der Begriff auch des öfteren für das gleiche bei fiktiven Geschichten, Spielen, Büchern etc. allgemein benutzt - wie sind die Highlights verteilt, hat man ein homongenes/nachvollziehbares Verständnis davon, wann welche Szene oder Tat welche Gewichtung hat, wie schnell sich der Film fortbewegt, wie lang geht Szene x/Shot x im Vergleich zu y, sowas. Nicht falsch verstehen, ein Film kann auch unfassbar schnell und hyperaktiv sein, aber trotzdem schlecht gepacet sein, wenn es halt auf den Senkel geht oder nicht zur Story passt.

Der letzte Film mit richtig schlechtem Pacing der mir einfällt war "Wishmaster 2", der ENDLOS uninteressante Exposition und Backstory in füllende, gähnend langweilige Dialogszenen gepackt hat, die durch ihre Langsamkeit und weil es auch inhaltlich kaum vorangeht, den Film mit seinen netten Effekten/Ideen komplett ausgebremst haben - sinnvoll wär es hier gewesen, den ganzen Kram komprimiert in die ersten 20 Minuten zu packen, damit der Film danach loslegen kann.

Und Bad Batch hat jedenfalls oftmals lange an Szene an lange Szene gereicht, ohne viele Schnitte, ohne viel Bewegung in den Szenen, weder inhaltlich, noch visuell - aber wie gesagt, Party- und Drogenszene sowie die Qualität der Aufnahmen machen das für mich wett^^

23.04.2018 14:54 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 8
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 977
Alles klar, danke für die Aufklärung;-)

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