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Punisher77
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XP 2.625
Eintrag: 20.06.2018

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Zwiebel-Jack räumt auf

(Cipolla Colt)
Herstellungsland:Deutschland, Italien, Spanien (1975)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie, Western
Alternativtitel:EL Cibollero
Il Cipollaro
Cry, Onion!
Los Locos del oro negro
Smell of Onion, The
Spaghetti Western

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,44 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Der aufgrund seiner Ernährungsweise nur Zwiebel genannte Rumtreiber (Franco Nero) erwirbt ein Stück Land, um dort seine Lieblingsfrucht anzupflanzen. Doch unmittelbar nach dem Kauf wird der ehemalige Eigentümer ermordet, weil der Ölmagnat Petrus Lamb (Martin Balsam) deutliches Interesse an dem Grundstück zeigt. Zusammen mit dem Journalisten Pullitzer (Sterling Hayden) und dessen Tochter Mary Ann (Emma Cohen) muss sich Zwiebeln nun ebenfalls den mordenden Horden Lambs erwehren.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                        ZWIEBEL-JACK RÄUMT AUF

Franco Nero gehört seit Django (1966) zu den wichtigsten und bedeutendsten Darstellern des Italowesterns und auch darüber hinaus machte er sich (nicht nur) in Italien mit Polit-Thrillern wie Der Clan, Der Seine Feinde Lebendig Einmauerte (1971), Das Verfahren Wurde Eingestellt, Vergessen Sie´s (1971) oder Warum Musste Staatsanwalt Traini Sterben ? (1973) einen Namen. Zudem wird der Italiener bis heute auch für hochkarätige Hollywoodstreifen wie Django Unchained (2012) und John Wick: Kapitel 2 (2017) gebucht. Wie konnte es diesem anerkannten Schauspieler passieren, dass er sich in einen solchen Rohrkrepierer wie Enzo G. Castellaris Italowesternkomödie Zwiebel-Jack Räumt Auf (1975) verirrte? Und wie konnten die Drehbuchautoren Sergio Donati (Der Gehetzte Der Sierra Madre, 1966) und Luciano Vincenzoni (Zwei Glorreiche Halunken, 1966) eine derartige Grütze zusammenstümpern? Und warum mussten die Gebrüder De Angelis, die als Oliver Onions so manchen Bud Spencer & Terence Hill-Film bereicherten, sich für einen Film wie diesen hergeben? Fragen über Fragen …

Zwiebel-Jack (Franco Nero) ist ein – wenig überraschend – Zwiebelfarmer, der nach „Paradise City“ kommt, um sich dort eine Existenz aufzubauen. Die Stadt wird jedoch von dem Öl-Tycoon Petrus Lamb (Martin Balsam – Psycho, 1960) tyrannisiert, der die ortsansässigen Farmer dazu zwingt, ihm sein Land abzutreten. Farmer, die sich wie Foster (Romano Puppo – Sein Wechselgeld War Blei, 1968) weigern, werden umgebracht. Da Zwiebel-Jack Fosters Farm gekauft hat, denkt er nicht daran, sich von Lamb einschüchtern zu lassen …

Franco Nero wurde während einer Fragerunde auf dem Weekend Of Hell 2018 in Dortmund von einem Fan gefragt, ob es Filme gebe, die er lieber nicht gemacht hätte. Nero antwortete, dass unter den über 200 Filmen, in denen er (laut eigener Aussage) mitgewirkt hat, nicht nur Qualitätsware war – damit muss er auch Zwiebel-Jack Räumt Auf gemeint haben. Denn obwohl vor und hinter der Kamera jede Menge Talent versammelt war, gehört dieser Film meiner Meinung nach zu den größten Reinfällen des italienischen Films.

Zwiebel-Jack Räumt Auf möchte gern eine Italowesternparodie im Stil der Bud Spencer & Terence Hill-Filme á la Die Rechte Und Die Linke Hand Des Teufels (1970) oder Vier Fäuste Für Ein Halleluja (1971) sein, nur halt eben mit einem alleinigen Hauptdarsteller. Dies lässt sich nicht nur an der Handlung erkennen (Spencer & Hill lehnten sich in den beiden genannten Filmen ebenfalls gegen Schurken auf, die Schwächere tyrannisierten…), sondern – zumindest in der deutschen Sprachfassung – auch an der Rainer Brandt-Synchronisation. Doch diesem Nero/Castellari-Film fehlt fast alles, was die Spencer/Hill-Filme so gut und erfolgreich machte.

Das fängt bereits beim Hauptdarsteller an. Was hat man Franco Nero bezahlt, um sich so wild frisieren und in so absurde Klamotten stecken zu lassen wie in Zwiebel-Jack Räumt Auf? Außerdem wirkt es wenig heldenhaft, wenn man den Protagonisten des Films mit „Superkräften“ wie Mundgeruch und dem Verspritzen von Zwiebelsaft ausstattet – da fallen die nebenbei präsentierten Fähigkeiten des „Helden“ (Schlecht getrickstes Jonglieren mit Zwiebeln und Revolvern statt Kartenspieltricks á la Terence Hill…) kaum ins Gewicht. Was Franco Nero in diesem Film tut, wirkt oft unfreiwillig komisch bis lächerlich.

Was Zwiebel-Jack Räumt Auf aber noch lächerlicher und unangenehmer erscheinen lässt, ist sein „Humor“. So strotzt der Film nur so vor Szenen, die vom Slapstick der 1920er Jahre - Schwarzweißfilme beeinflusst sind. Das wäre an und für sich nicht so schlimm, hätte man diese nicht so inflationär und hochgradig bescheuert wie in Zwiebel-Jack Räumt Auf präsentiert. Die meisten Szenen werden schneller abgespult als sie gedreht wurden und mit nervender Klaviermusik unterlegt, was besagte Szenen umso unangenehmer erscheinen lässt. Hinzu kommt, dass manche Sequenzen an der Zurechnungsfähigkeit der Beteiligten zweifeln lassen. So gibt es eine Szene, in der Zwiebel-Jack/Franco Nero an einer Verfolgungsjagd teilnimmt, die so gaga ist, dass man sie weder ernst nehmen, noch lustig finden kann. Auch das „Begräbnis“ eines Indianers ist einfach nur komplett neben der Spur und lässt auf übermäßigen Alkoholkonsum während der Produktion schließen. Von einer unterhaltsamen Italowestern-Parodie ist man jedenfalls meilenweit entfernt. Absoluter Tiefpunkt des Films ist jedoch die Teilnahme eines Hitler-Butlers, die einfach nur zum Fremdschämen ist. Und von Zwiebel-Jacks sprechendem Pferd (gesprochen von Rainer Brandt, dessen für diesen Film angefertigte Synchronisation auch nicht gerade zu seinen besten Arbeiten gehört) wollen wir lieber auch nicht reden ...

Hinzu kommen die Nebendarsteller, unter denen sich einige Hochkaräter befinden, die sich aber auch nach allen Regeln der Kunst blamieren. Zu diesen Darstellern gehört z.B. Oscar-Preisträger Martin Balsam, der sich als (wenig bedrohlicher) Schurke Petrus Lamb mit seiner künstlichen Hand selbst der Lächerlichkeit preis gibt. Auch hier ist es mir ein Rätsel, wie ein gestandener Oscar-Preisträger dazu überredet werden konnte, hier mitzumischen. Der Gehaltsscheck muss astronomisch gewesen sein angesichts der vielen Peinlichkeiten, die Balsam hier über sich ergehen lassen muss. Den beiden Sheriffs (Helmut Brasch – Nachts, Wenn Der Teufel Kam, 1957, und Dan van Husen (Sartana Kommt, 1971) geht es nicht besser, müssen sie hier doch wieder die in so manchem Film der Siebziger Jahre gängigen Homosexuellenklischees erfüllen. So wirklich mit Ruhm bekleckert sich hier niemand.

Dass in Zwiebel-Jack Räumt Auf so etwas wie Spannung oder gar Dramatik erst gar nicht aufkommt, versteht sich bei der bisherigen Mängelliste fast schon von selbst. Selbst der Showdown, der zunächst auf ein amtliches Revolverduell hoffen lässt, verläuft im Sande der unfreiwilligen Komik.

Obwohl im Herzen des Autors durchaus Platz für Thrashfilme ist und Zwiebel-Jack Räumt Auf, bei aller Kritik, doch den einen oder anderen amüsanten Moment hat und man dem Enzo G. Castellari und seinem Team zumindest in handwerklicher Sicht kaum etwas vorwerfen kann, ist dieser Versuch einer Westernparodie nichts für mich. Der Film hat seine Fans, aber ich persönlich kann mit ihm nichts anfangen - sorry! Wie man es richtig macht, bewiesen die angestrebten Vorbilder Bud Spencer und Terence Hill mit ihren Solofilmen Eine Faust Geht Nach Westen (1980), bzw. Mein Name Ist Nobody (1975).

3/10
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Kommentare

20.06.2018 00:16 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 8
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Der Pudel von terence Hill!!!

Dramatik kommt hier sicherlich nicht auf, aber Spaß macht der schmarrn schon. 3 Punkte sind allerdings mehr als genug, schön vorgestellt!

Ps: der Film ist echt scheiße, aber auf eine gute Art und Weise

20.06.2018 01:00 Uhr - Dissection78
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Auwei! Dieses Machwerk finde ich ebenfalls fürchterlich. Dagegen sind selbst die allerschwächsten Spencer/Hill-Klamotten, egal ob als Duo oder solo, Meisterwerke. Sogar für einen Italo-Klamaukwestern ist der mir viel zu klamaukig. Oder um es anders auszudrücken: So kacke, dass er schon wieder kacke ist. 3 Pünktchen sind hier mehr als gerechtfertigt. Zum Glück haben sich Castellari und Nero ein Jahr später wieder gefangen und zusammen "Keoma" gedreht

20.06.2018 10:55 Uhr - sonyericssohn
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Ist das so ein Lucky Luke für Arme ?

20.06.2018 11:09 Uhr - naSum
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Oje... Tut mir fast Leid für deine Sichtung :-D

Die Schreibe war jedoch deprimierend amüsant. Und Franco Nero hab ich erst erkannt, als ich mal in Trailer/Szenen reingeschaut hab auf Youtube. Eiderdaus, damit ruiniert er sich ja das Image...

20.06.2018 23:24 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für eure netten Rückmeldungen!

@Ash: Was den Film angeht, kann ich mich leider nicht anschließen. Ich finde
den einfach nur grausig...scheiße auf schlechte Art.

@Dissection:
Ja, "Keoma" war wieder ein super Film.

@Sony: Aber für ganz Arme!

@Nasum: Dein letzter Satz ging mir auch durch den Kopf.


21.06.2018 15:48 Uhr - Lazlo Panaflex
1x
Dieser Film weckt vor allem schöne Kindheitserinnerungen, kein Meisterwerk, aber das Anschauen macht immer wieder Spaß.

21.06.2018 20:28 Uhr - cecil b
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Ich liebe Zwiebeln! Aber diesen Film bestimmt nicht! Hat den Kalkofe nicht mal vorgestellt, ich meine schon. Wie du die Infos und die äußerst geschmackvolle Besprechung des Films vereint hast, spitze! Den "übermäßigen Alkoholkonsum" kann ich mir vorstellen. Gut, dass du dem sprechenden Pferd nicht viele Worte geschenkt hast! :)

21.06.2018 22:58 Uhr - Punisher77
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Danke für Eure Kommentare :-).

@Cecil:
Ja, der lief auch bei Kalkofes SchleFaz ... zu Recht!

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