SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Exploding Kittens NSFW Edition · Das explosionsstärkste Katzen ähm Kartenspiel · ab 16,99 € bei gameware Ion Fury · Nur laufen und ballern zählt · ab 24,99 € bei gameware

Goldfieber

(Originaltitel: The Mother Lode)
Herstellungsland:USA (1982)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Goldhunter - Tödliches Vermächtnis
Tödliche Begegnung
Search for the Mother Lode: The last great Treasure
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,67 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Ein von der Gier nach Gold zerfressener irischer Schürfer führt fern jeglicher Zivilisation ein abgeschiedenes Leben in den nördlichen Bergtälern Kanadas. In einer versteckten Hütte träumt er – halb krank vor Wahn – seinen immer wiederkehrenden Traum: hier eine Goldmine von nie gesehenem Ausmaß zu entdecken und abzubauen. Ist der Traum schon Wahrheit geworden – wird es Wahnvorstellung bleiben? Die Wahrheit erfährt ein junges Paar, das nach einer Notlandung in die Welt hier oben eindringt: Hass, Wahn und Brutalität brechen aus, als die vermeintlichen Eindringlinge dem Goldsucher gegenüberstehen. Aus der Suche nach dem Gold wird ein blutiger Kampf ums Überleben – erst der Tod kann die Betroffenen vom Goldfieber für immer erlösen.
eine kritik von pratt:

‚Mother Lode - Goldfieber‘:

Vorweg sei gesagt dieser Film gehört zu den ersten Filmen überhaupt, die ich damals (1988) noch als Kind im Kino gesehen habe und dementsprechend stark war der Eindruck, den er bei mir hinterlassen hat. ‚Mother Lode‘ besitzt daher auch heute noch einen großen nostalgischen Wert und Reiz für mich und zählt deshalb noch immer zu meinen absoluten Favoriten im Abenteuer- / Thrillergenre!

Hintergrund:

‚Mother Lode - Goldfieber‘ wurde ab Ende September 1981 in acht Wochen für 5.500.000 $ vollständig in British Columbia, Kanada gedreht.

Im Abspann des Films sind nur sieben Darsteller zu finden, von denen nur vier in tragenden Rollen besetzt sind, in einer Doppelrolle als Silas/Ian McGee ist der legendäre Charlton Heston (Ben Hur, Planet der Affen) zu sehen, neben ihm sind Nick Mancuso (Schwingen der Angst, Das Todesschiff, Stingray) und die damals noch unbekannte Kim Basinger (Hard Country, 9 ½ Wochen) an Bord, in der eigentlich einzigen Nebenrolle ist John Marley (Love Story, Der Pate) dabei. Die Regie übernahm C. Heston persönlich, nachdem er zuletzt 1972 bei ‚Antonius und Cleopatra‘ Regie geführt hat, des Weiteren gründete er eigens für den Film zusammen mit seinem Sohn Fraser eine eigene Produktionsfirma ‚Agamemnon Films‘. Das Drehbuch schrieb nach ‚Duell am Wind River‘ von 1979 erneut sein Sohn Fraser C. Heston (Der Schatz des Teufels, Needful Things), der auch die Produktion übernahm. Die gewagte Second-Unit/Stuntregie übernahm Joe Canutt, Sohn des legendären Stuntmans Yakima Canutt, der Heston von  ‚Ben Hur‘ bis ‚Der letzte der harten Männer‘ in gefährlichen Szenen doubelte.

Ursprünglich war der Film von Drehbuchautor und Produzent Heston als Western konzipiert, da die Produzenten aber befürchteten, keine Geldgeber für einen Western zu finden, wandelte er die Geschichte in einen Abenteuerfilm um.

Mit einem weltweiten Kinoeinspielergebnis von etwas mehr als 10 Millionen $ machte der Film zwar etwas Gewinn, war aber nicht sonderlich erfolgreich und ist insgesamt eher unbekannt. In Deutschland startete Goldfieber am 15.04.1983 und ist seit 2003 auf DVD erhältlich, um die beiden ersten Auflagen von MIB (Goldhunter – Tödliches Vermächtnis) und Starmedia (Tödliche Begegnung) sollte man allerdings einen großen Bogen machen…

Story:

Der Story erzählt die Geschichte des Abenteurers Jean Dupree und seiner Freundin Andrea, die sich auf die Suche nach dem vermissten George begeben und auf dessen Spuren dem einsiedlerisch, schürfenden Goldgräber Silas McGee begegnen. Nachdem das Goldfieber vor allem Jean gepackt hat, bleiben die beiden vor Ort um selber zu schürfen, davon ist McGee natürlich wenig begeistert …

Zum Film:

Hauptdarsteller Charlton Heston ist hier als Silas McGee in einer seiner exzentrischsten, fiesesten Rollen zu sehen, so böse, geradezu diabolisch sah man ihn selten, auf den ersten Blick ist er dreckig, heruntergekommen und mit Vollbart kaum zu erkennen, seiner imposante Erscheinung lässt ihn noch bedrohlicher wirken. Auch als undurchsichtiger, vermutlich wahnsinniger Zwillingsbruder Ian kann er Akzente setzen. Heston legte sich extra für den Film einen dicken, schottischen Akzent zu, der ihm meiner Meinung auch gelang. Etwas weniger überzeugend und noch etwas hölzern wirkt Nick Mancuso in einigen seiner Szenen, dennoch gelingt es ihm den Zuschauer abzuholen, auch wenn sein Charakter nicht unbedingt immer sympathisch rüberkommt. Kim Basinger schreit und flüchtet in den meisten Szenen und will eigentlich nur weg von diesem unheimlichen Ort und stand 1981 noch ganz am Anfang ihrer Karriere, laut Aussage von Regisseur Heston, konnten sich Mancuso und Basinger nicht ausstehen und es mussten erst einige Schwierigkeiten überwunden werden. Weit besser kommt John Marley in einer kleinen aber feinen Nebenrolle zum Zuge und erweist sich das ein oder andere Mal als Retter in der Not, seine trockene und schlitzohrige Art macht Spaß und ein paar Szenen mehr wären sicher kein Nachteil gewesen. Ein ganz großer Pluspunkt und eigentlich weiterer Hauptdarsteller des Films sind die atemberaubenden Natur- und Luftaufnahmen von British Columbia in Kanada, vor allem die Berglandschaften, die Second-Unit Leute haben hier ganze Arbeit geleistet. Die wohl spektakulärste Szene des Films ist die „Wasserlandung“ mit dem Flugzeug, die so nicht geplant war.

Wenn es dann in die teilweise baufälligen, authentischen und teilweise unerforschten Minenschächte geht, kippt die Stimmung und es wird zunehmend bedrohlicher, für Leute mit Klaustrophobie wahrscheinlich nicht geeignet. Der Film hat einiges an Suspense und Atmosphäre zu bieten, wenn durch die engen Minentunnel geschlichen und geflüchtet wird. Einige gut gesetzte und gelungene Schockmomente und Wendungen sorgen für gute Spannung. Die Musik von Ken Wanneberg rundet das Ganze ab, auch wenn sie aufgrund der Entstehungszeit des Films ziemlich synthesizerlastig ist.

‚You stay the Hell out of my Mine, Laddie!!!‘

Fazit: ‚Motherlode - Goldfieber‘ ist weder reiner Abenteuerfilm, noch Thriller oder zeitgenössischer Western, sondern ein aus meiner Sicht gelungener kleiner Genremix, mit einigen Anspielungen auf Filme wie ‚Der Schatz der Sierra Madre‘, er ist sicherlich kein Meisterwerk im eigentlichen Sinne, aber in meinen Augen (immer noch) ein unterhaltsamer, spannender Film mit fantastischen Schauwerten und einem glänzend aufgelegten Chuck Heston in der Haupt- bzw. Doppelrolle. Der für mich immens hohe Nostalgiewert bringt den Film dann auf die volle Punktzahl.

10/10 möglichen Punkten. (Review No. 14)

Die Reviews beziehen sich immer auf die Originalfassung, niemals auf eine synchronisierte Fassung, die das Filmerlebnis in meinen Augen stark beeinflussen.

10/10
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews

Kommentare

05.05.2018 21:27 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.086
Den hatte ich noch garnicht auf dem Schirm, könnte mir durchaus gefallen.

Sehr gut besprochen, Kollege!

06.05.2018 17:44 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Wirklich gut und kompakt besprochen.
Auch ich habe von diesem Film noch nie zuvor gehört, dabei hatten die 80er so viele schöne Abenteuerstreifen herausgebracht.

06.05.2018 18:02 Uhr - Pratt
2x
DB-Helfer
User-Level von Pratt 23
Erfahrungspunkte von Pratt 11.738
@Nubret & @ NoCuts, vielen Dank euch beiden!!! Ist ein toller kleiner Film mit glänzenden Aufnahmen, also ich kann den nur empfehlen, aber wie gesagt, da schwingen auch viele Kindheitserinnerungen mit. Inzwischen gibt's auch ne vernünftige DVD in Deutschland mit Originalton und Extra, unbedingt im Original schauen, auf deutsch wird Heston von Bud Spencer Sprecher Arnold Marquis gesprochen... ich fand's unpassend.

https://www.youtube.com/watch?v=V-Yx7pCNMWg

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)