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Midnight Ride - Jagd auf den Highwaykiller

(Originaltitel: Midnight Ride)
Herstellungsland:USA (1990)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:In den Klauen des Frauenmörders
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,67 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Nach einem Streit hat sich die junge Kelly (Savina Gersak) von ihrem Ehemann, dem engagierten Polizisten Lawson (Mcihael Dudikoff), getrennt. Auf ihrer Fahrt nach Irgendwo nimmt sie einen netten Tramper (Mark Hamill) mit. Doch der Mitfahrer entpuppt sich bald als Serienmörder. Während Kelly eine albtraumhafte Odyssee erlebt, heftet sich Lawson an ihre Fährte. Kein schwieriges Unterfangen für ihn, denn der Killer hinterlässt auf seiner Flucht eine blutige Spur.
eine kritik von chollo:

Es gibt Tage, da will man am liebsten alles was einem gegen den Strich geht, mit höchstempo in den Allerwertesten treten. An anderen Tagen hingegen wöllte man sich eine Schaufel nehmen, und mit dieser ein 100 Meter tiefes Loch buddeln, in jenes man dann sogleich hineinspringt damit einem keine Menschenseele auch nur ansatzweise zu Leibe rücken kann. Wie gesagt: Angriff oder eben Rückzug. Manchen Menschen fallen in einem solchen Gemütszustand scheinbar aber auch ganz andere Dinge ein. Zum Beispiel auf dem Regiestuhl platz zu nehmen, vor die Kamera zu treten oder eben Gelder das Klo runterzuspülen.

Einen solchen Vorwurf mag man den Verantwortlichen bzw. Beteiligten von "Midnight Ride" aka "In den Klauen des Frauenmörders (welch strunzdoofer Titel!) nach Sichtung dieses Machwerks machen. Was einem hier an Unfähigkeit in Sachen "Unterhaltung" geboten wird, grenzt mitunter schon an Körperverletzung.

Zur Handlung: Mr. Lawson als temporär außer Dienst gestellter Polizist, ist im Privatleben eine Flasche. Dauergelangweilt vor dem Fernseher sitzend und Sandwiches mampfend, nimmt er keine Notiz davon das sein gefrustetes Frauchen die Biege machen will. Als er es dann doch schnallt und seiner Angebeteten hinterher humpelt um den Fluchtversuch zu vereiteln, bekommt er nichts gefühlvolleres auf die Reihe als eine Semi- Erpressung sodass das Schicksal seinen Lauf nimmt. Denn die Gute hat nichts besseres zu tun als dem nächstbesten Psychopathen in die Arme zu laufen, der fortan mit den beiden sein gar grausiges Spiel spielt.

Einem Mark Hamill die Rolle eines Bösewichts angedeihen zu lassen mag im ersten Moment nicht verkehrt, sogar kreativ klingen. Ihm dann aber auf der anderen Seite Michael Dudikoff als (innerlich?!) zerissenen und von Angst und Liebe getriebenen Helden gegenüberzustellen dann überhaupt nicht mehr. Eher möchte man der Crew kollektiven Realitätsverlust unterstellen. Wo Hamill als psychopathische Figur -wenngleich durchgehend von Overacting getrieben- noch halbwegs überzeugen kann, versagt "Method Actor"- Dudikoff erwartungsgemäß auf ganzer Linie. Der Mann hat in etwa 1,5 Gesichtsausdrücke parat, die er vorsichtshalber in jedem Moment seines Auftretens zum Besten gibt, um das ganze Repertoire seines schauspielerischen Talents voll auszuschöpfen. Doch wer glaubt das wars dann schon mit bekannten Namen in Sachen Performance, der irrt. Zum Ende hin darf dann noch Legende Robert Mitchum sein Konterfei in die Kamera drücken. Der spielt seine Rolle aber derart Gelangweilt, das man hier nur von Arbeitsverweigerung sprechen kann. Talentverschwendung par excellence sozusagen. Was einen Schauspieler solchen Formates dazu bewegt hat, sich in diesem Erguss die Ehre zu geben, wird wohl auf Ewig ein Mysterium bleiben.

Mit Einfallsreichtum kann der Plot in keinem Fall punkten. Da sollte man doch meinen der verantwortliche Regisseur ist sich dessen bewusst und versucht z.B. durch geschickte Blickwinkel oder originelles Storytelling den Karren halbwegs aus dem Dreck zu ziehen. Doch auch hier: Fehlanzeige. Das Geschehen wird so spannungsarm und uninspiriert abgefilmt, das man meint einer Folge " Beverly Hills 90210" im Nachmittagsprogramm beizuwohnen. Als Paradebeispiel kann hier die gesamte Eroffnungssequenz genannt werden, die dem Zuschauer das "harmonierende" Miteinander der Protagonisten näher bringen soll. Regisseur Bob Bralver sollte sich in Grund und Boden schämen in Anbetracht dieser peinlichen Leistung. Wohl auch deshalb ist dieser seither nicht mehr großartig in Erscheinung getreten.

Produzenten dieses Trauerspiels waren, wie kann es auch anders sein, die Cannon Group. Finanziell zu dieser Zeit schon am Ende, versuchten die Cousins Golan u. Globus mit diesem Output wohl noch etwas Schotter an den Kassen zu machen. Doch sichtbar niedriges Budget in Form von billigen Kulissen und fehlender Schauwerte, hat diese Hoffnung schon von vornherein im Keim erstickt.

Ein paar Worte  zu der noch immer bestehenden Indizierung möchte ich dann auch noch verlieren. Diese ist, wie der gesamte Film, eine Frechheit. Die 2 Szenen die man als graphisch bezeichnen kann ( Auge am Spieß; Knarre in der Birne) sind dermaßen kurz und abgedunkelt gehalten, das man schon sehr Aufmerksam sein muss, um diese wahrzunehmen. Das sollte dem Betrachter aber aufgrund der narkotisierenden Wirkung dieses Filmchens äußerst schwer fallen will ich mal behaupten.

Warum nun 2 Punkte werden sich die meisten Fragen. Der erste geht an Mark Hamill weil er noch der ambitionierteste unter den Schnarchnasen ist und so schön versucht, gegen sein Image anzuspielen. Der zweite geht an die Kurzweiligkeit. Denn als Lachnummer an einem geselligen Abend in lockerer Runde taugt der Film allemal. Und das ist doch auch eine Form der Unterhaltung, wenngleich auf sehr sehr niedrigem Niveau.

2/10
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Kommentare

13.05.2018 07:32 Uhr - dicker Hund
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Der wird an anderer Stelle deutlich gnädiger aufgefasst. Von einem gelungenen Showdown ist da etwa die Rede. Kann ich selbst nicht beurteilen, lese aber gerne mal einen Verriss von Dir;-)

13.05.2018 07:53 Uhr - Dissection78
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Als ich die Punktzahl gesehen habe, wusste Ich irgendwie, dass Du hier im Zusammenhang mit Robert Mitchum das Wörtchen "gelangweilt" verwenden würdest. Das hatte ich nämlich noch genauso im Hinterkopf. Wahrscheinlich brauchte der gute Mann Geld (warum auch immer) und wollte die ganze Chose schnell und ohne großen mimischen Aufwand hinter sich bringen. Heutzutage spricht man da vom "Bruce-Willis-Syndrom" ;)

Ansonsten hast Du den Film recht gut getroffen, auch wenn ich ihm zwei Pünktchen mehr spendiere. Ist halt ein unterdurchschnittliches, plattes, fades Schlitzermachwerk, bei dem Ovidio G. Assonitis (alias Oliver Hellman) als Produzent fungierte. SchleFaZ-Gucker werden ihn spätestens seit "Der Polyp - Die Bestie mit den Todesarmen" kennen. Der Tunichtgut hatte seine Finger aber auch bei anderen mal mehr, mal weniger interessanten Streifen wie "Mondo Cannibale", "Vom Satan gezeugt", "Stridulum", "Madhouse - Party des Schreckens" oder "Piranha II - Fliegende Killer" im Spiel

13.05.2018 08:49 Uhr - Nubret
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Herrlicher Verriss zu einem Titel, den ich bis heute nicht gesehen habe. Bin aber auch nicht grad der größte Dudikoff-Fan (da gefällt mir nur "Night Hunter")

Auf jeden Fall sehr unterhaltsam zu lesen! Und danke für die Warnung, he he.

13.05.2018 10:32 Uhr - JasonXtreme
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Uiuiui der hat Dir j nicht wirklich zugesagt. Hab den seit Ewigkeiten nicht gesehen, fand den her immer ganz unterhaltsam. Kann zwanzig Jahre später natürlich etwas anders aussehen:)

13.05.2018 10:44 Uhr - The_Shield89
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13.05.2018 13:22 Uhr - NoCutsPlease
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Ein beschwingter Verriss von unserem Tex-Mex-Gangster. ;)
Ganz so schlecht fand ich den Film zwar nicht, aber er ist wahrlich verzichtbare Durchschnittskost und die schlechte Bildqualität der DVD von Warner tut ihr Übriges.

13.05.2018 14:55 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank geschätzte Kollegen für das nette Feedback!

@NCP

Das beste an der DVD von Warner ist noch das Cover Artwork ;)

13.05.2018 16:52 Uhr - sonyericssohn
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Oh je, bin ich wieder einer der wenigen die das Ding toll fanden ? Luke Skywalker als durchgeknallter Serienkiller...sauber ! Und auch Dackelkoff war okay.

Ne ne ne ;-)

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