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JasonXtreme
Level 12
XP 2.461
Eintrag: 15.05.2018

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The Killing of a Sacred Deer

Herstellungsland:Großbritannien, Irland (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Mystery

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,67 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Steven (Colin Farrell) ist ein erfolgreicher Herzchirurg und verheiratet mit der Augenärztin Anna (Nicole Kidman). Mit ihren beiden Kindern Bob und Kim leben sie in einem schönen Haus in einem idyllischen Vorort – eine perfekte Familie. Doch unter der makellosen Oberfläche beginnt es zu brodeln, als der 16-jährige Halbwaise Martin (Barry Keoghan) auftaucht. Der Teenager aus einfachen Verhältnissen freundet sich mit Steven an und versucht ihn, mit seiner Mutter zu verkuppeln. Als sein Plan scheitert, belegt er Stevens Familie mit einem Fluch.
eine kritik von jasonxtreme:

Da ich The Lobster von Regisseur Yorgos Lanthimos nicht gesehen habe, und auch sonst nichts von ihm, kann ich keine Vergleiche zu seinem bisherigen Schaffen ziehen. Ok Colin Farrell war schon in seinem vorigen Werk mit an Bord, und sieht hier eher aus wie Dermot Mulroney mit dem Bart von Mel Gibson. Auch Nicole Kidman ist dabei, unterkühlt kann sie ja, was sie erneut unter Beweis stellen darf. Raffey Cassidy und Sunny Sujic komplettieren dann die Familie Murphy, während Barry Kheogan (Dunkirk) das Hauptensemble komplettiert. Alle anderen Personen sind für die Geschichte irrelevant, Alicia Silverstone kann man noch nennen, ist ihr Auftritt aber vielmehr ein dreiminütiges Gastspiel in dem ich sie nicht erkannt hätte, wäre es mir nicht bekannt gewesen.

Zur Nahaufnahme einer Herz-OP gesellen sich die Töne einer Oper. Am Ende geht Herzchirurg Steven Murphy mit seinem Kollegen und Freund Matthew aus dem OP, sie sinnieren halbherzig über ihre Uhren. Steven trifft sich mit dem 16-jähigen Martin, sie gehen einen Kuchen essen, reden etwas. Wie die beiden zueinander stehen ist unklar. Zu Hause isst Steven mit seiner Frau Anna und den Kindern Kim und Bob, im Schlafzimmer haben die beiden recht interessenlosen und beiläufigen Sex, bei dem sich Anna Stevens Willen zufolge narkotisiert gibt. Irgendwann nimmt Steven Martin mit nach Hause zu seiner Familie und er besucht auch Martin bei seiner Mutter. Auf seinem OP-Tisch starb einige Jahre zuvor Martins Vater, seitdem kümmert er sich etwas um ihn. Plötzlich kann Steves Sohn nicht mehr gehen, die Ärzte finden nichts. Auch Tochter Kim hat die gleichen Symptome, und Martin offenbart Steven in der Cafeteria des Krankenhauses was nun für ihn folgen wird…

Es wäre zwar sinnfrei hier was zu spoilern, weil die Intention der Geschichte ja aus dem Trailer und etwaigen Inhaltsangaben klar sein dürfte, aber ich spare mit das trotzdem mal aus. Was ganz klar vorherrschte nach den zwei Stunden Film waren Fragezeichen über meinem Kopf. Einerseits, denn andererseits bewunderte ich irgendwie auch das Drehbuch und die Regie. Es ist sicher ein mutiger Film, Lanthimos ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren für The Lobster aus, er riskiert durchaus, dass The Killing of a Sacred Deer die Zuschauer spalten wird. Die Inszenierung ist langsam gehalten, er lässt sich enorm viel Zeit die Figuren einzuführen bis zum Herausstellen der Gegebenheiten zwischen Steven und Martin. Weitwinkeleinstellungen, kühl und statisch, lediglich bei Martin oder Steve zu Hause mal etwas wärmere Gefilde. Monoton gehaltene Dialoge, aufs absolut Wesentliche reduziert. Filmmusik besteht aus spärlich eingesetzten Instrumenten, lediglich in Form von pfeifenden oder mal trommelnden Tönen. Wären die nicht, würden manche Szenen bedeutungsloser erscheinen als sie es sind.

Und das ist der Punkt dieses Films. Was ist die Intention? Wie lässt er sich kategorisieren? Im Grunde nicht wirklich. Es ist kein Horrorfilm, obwohl er viele Anleihen daraus hat, die sich aber am Ende im Nichts verlieren, und auch nie wirklich genutzt werden. Ist es ein Thriller? Ein Psychothriller? Ja und nein. Spannung generiert der Film zwar, über alles betrachtet ist in vielen Szenen aber nicht einmal Spannung vorhanden, diese generiert der Film über die Ausgangslage. Was will Lanthinos nun? Lediglich die griechische Sage von Iphigenia neu interpretieren? Schuld und Sühne, die Demontage einer nach außen perfekten Familie aufzeigen? Durch das absichtliche Weglassen jeglicher Erklärung bleibt dies wohl dem Zuschauer überlassen, denn gerade jene Elemente die The Killing of a Sacred Deer zum Horrorfilm hätten machen können, fehlen. Es spielt sich alles real ab, ohne übernatürliche Auswüchse, die dennoch vorhanden sind.

Was bleibt ist etwas ganz eigenartiges, was ich nicht zu beschreiben vermag, wenn ich ehrlich bin. Arthouse ist es irgendwo, auch wenn das alles so dermaßen geradlinig und ohne große Überraschungen auskommt, andererseits fragt man sich in vielen Szenen was das nun gerade soll, ob es was aussagt oder eben nicht… Einige Handlungen von Steven und Anna sind auch nicht zwingend nachvollziehbar, vielleicht aber Resultat aus der ausweglosen Situation der beiden. Gefühle zeigen sie ohnehin erst nach einer wirklich langen Zeit. Gefühle sind hier auch nicht wichtig. Ist es die moralische Frage, die sich Steven nun stellen muss? Als einziger Anker verbleibt diese nämlich, wenn man sich das Ende anschaut, das uns ebenso ruhig aus der letzten Szene führt, untermalt mit Operngesang. Getragen wird das Alles natürlich von den Darstellern, die super agieren, allen voran Kheogan als Martin. Dieser lässt sich trotz allem nicht einmal wirklich als böse hinstellen, wenn man sich das Große und Ganze betrachtet, auch wenn er immer wieder an Damien aus Das Omen erinnert.

Ob mir der Film gefallen hat? Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, da er einfach so wertfrei für sich selbst steht. Allein die Tatsache der monoton gehaltenen Gespräche und die Emotionslosigkeit über weite Strecken stößt einen sowohl ab, wie sie einen auch anzieht. Die sterilen Aufnahmen sind so stilisiert eingesetzt mit dem passenden Filmkorn, die Weitwinkelaufnahmen sind ungewohnt aber ebenso wirksam. Selbst wenn der Film in der zweiten Hälfte vordergründig Fahrt aufnimmt, so gaukelt das dem Zuschauer nur vor etwas schneller zu erzählen, wirklich tut er es eigentlich nicht. Und so lässt er einen dann mit seiner Auflösung alleine, die zwar eine ist, aber doch wieder nicht wirklich. Ob man damit zufrieden ist, das bleibt einem selbst überlassen. Ich für mich persönlich habe meinen Frieden mit dem Ende gemacht, The Killing of a Sacred Deer bleibt aber ein Onetimer.

Etwaige Vergleiche die man sonst so gerne anstellt kann man hier schlecht ziehen. Ich fühlte mich etwas an Hanekes Funny Games erinnert, wobei die Gründe und der Ablauf natürlich gänzlich anders sind. Es wirkt auch alles eher europäisch denn in einer namenlosen amerikanischen Stadt spielend. Die unheimliche oder besser gesagt unheilvolle Grundstimmung wird über lange Strecken wirklich nur über den minimalistischen Sound erzielt, denn wenn man diesen extrahieren würde, kämen viele Stellen ganz anders rüber. Bei einigen wenigen sexualisierten Szenen fragte ich mich, was die genau sollten, oder ob sie nötig waren, ingesamt betrachtet runden sie diesen seltsamen und skurrilen Streifen aber doch eher ab. Punkte kann und möchte ich hier keine verteilen, da sie meiner Wertung schlicht nicht gerecht werden würden – ich bin jedoch nur mehr auf andere Meinungen gespannt!
 

 
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Sonnyblack745
8/10
Ricki
Ghostfacelooker
4/10

Kommentare

15.05.2018 11:42 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.978
Kann bisher nur zu Lobster was sagen- Siehe Review und mit deinem Review hier vergleichen, was mich wieder in meiner Meinung umstimmt, denn diesen Film "wollte" ich sehen, aber er klingt doch mehr nach Lobster als mir lieb ist. Bin somit genauso ratlos wie du, ob er mir gefiele

15.05.2018 11:43 Uhr - JasonXtreme
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Ich sag mal soviel... man sollte keine Unterhaltung erwarten

15.05.2018 11:50 Uhr - BFG97
1x
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Mit deiner Review hast du mich mehr als nur neugierig gemacht. Durch die ganzen Fragen, die man scheinbar nur schwer beantworten kann, liegt ein ebenso undurchdringlicher Nebel über deiner Review, wie über dem Film selbst. Selbstverständlich ist das ein Kompliment!
Somit habe ich einen hervorragenden Eindruck über den Film und was mich erwartet bekommen. Großartige Leistung Jason :D

15.05.2018 12:07 Uhr - JasonXtreme
1x
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Danke. Es gäbe sicher noch einiges zu sagen, bei dem ich echt am Schwanken war es mit rein zu nehmen - aber ich bin kein Freund von Rezensionen die mit Spoilern um sich werfen, und ohne die wäre es nicht gegangen. Das wäre dann eher eine Abhandlung geworden die alles offengelegt hätte

15.05.2018 16:59 Uhr - wuv03
1x
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Klasse Text, sehr interessant.
Ich mag Filme ja, über deren Wertung man sich nicht wirklich gleich im Klaren ist. Werde mir den bei passender Stimmung sicher mal rein ziehen und bin gespannt, was ich danach denke.

Und nein, lass das mit den Spoilern lieber. :) Finde gerade weil du teils etwas wage in deiner Ausführung warst, hat das noch mehr Interesse geweckt.

15.05.2018 18:16 Uhr - NoCutsPlease
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Solch filmischen Abgründe tue ich mir gerne mal an. :)
Die sinnierende Kritik macht auf jeden Fall Lust, mir diese Kost mal zu genehmigen.

15.05.2018 20:21 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 5
Erfahrungspunkte von Nubret 331
Der reizt mich auch. Bin mir aber nicht sicher (glaub aber eher nicht).

Deine Vorstellung ist jedoch wieder mal wieder sehr gelungen und unterhaltsam.

15.05.2018 23:04 Uhr - CheesyAK47
1x
Tolle Review zu einem tollen Film. Muss man gesehen haben und selber urteilen. Ich würde ihn schon in die Arthouse Schublade stecken, da passt er rein!

16.05.2018 08:40 Uhr - JasonXtreme
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Danke. Würde mich echt interessieren wie der hier bei Euch so wegkommt :-)


16.05.2018 08:49 Uhr - naSum
1x
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Den von dir als mutig betitelten Film mit seinen mannigfaltigen offenen Fragen hast du ebenso mutig in deinem Review beschrieben. Besonders gefallen hat mir dabei die ehrliche Herangehensweise, sich für etwas zu begeistern, aber es nicht ganz greifen zu können. Deine reflektierten Fragen runden das ganze dann interessant ab. Ganz starke Arbeit Jason, die wahrscheinlich gerade wegen dem unbewerteten Zugang den besten Eindruck vom Film vermittelt.

PS: Lediglich der zweite, inhaltsangebende Absatz liest sich sehr holprig und hat mich ein wenig irritiert.

16.05.2018 10:05 Uhr - Lukas
1x
Interessante Kritik, der ich in vielen Punkten zustimmen kann. Ein paar Worte mehr zum Sounddesign hätten vielleicht nicht geschadet, da das doch eine zentrale Rolle im Film spielt und viel zum Kreieren der bedrohlichen und unangenehmen Atmosphäre beiträgt. War von dem Film insgesamt sehr angetan, eine grandiose Regiearbeit, nur das Ende fand ich recht einfallslos. Bei mir eine 08/10.

16.05.2018 10:26 Uhr - JasonXtreme
1x
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Danke Ihr beiden.

@ naSum
Den Inhalt hatte ich bewusst so gehalten, weil es das war was bei mir in den ersten 30 Minuten so rüberkam - gut die letzten beiden Sätze finden erst etwas später statt - aber erstmal bekommt man so die Handlung hingelegt, und weiß ja erstmal nicht wie da was zusammengehört. Aber ich les nochmal drüber, kein Thema :-)

@ Lukas
Ich dachte, dass ich das erwähnt habe. Ja das Sounddesign ist speziell und auch wichtig - daher schrieb ich ja, dass etwaige Szenen ohne oder mit anderem Sound nicht funktioniert hätten - bzw. der außerordentlich zur Spannungsbildung beitrug....

20.05.2018 15:41 Uhr - TheRealAsh
1x
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Sehr gut Jason, danke für die Vorstellung, ich hab ihn jetzt auch vorgestern endlich gesehen und bin ehrlich gesagt völlig geflasht. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mich so uneindeutig hinterlassen hat. Ich finde ihn grandios und muss ihn noch sehr oft anschauen, irgendwann werde ich da auch was dazu schreiben. Wie sagt Steven: "Es ist symbolisch" (oder so ähnlich). Finde ja, dass Sacred Deer eher eine biblische Parabel ist, ein moderner Moses lässt schön grüßen. Interessant finde ich, dass die Verkleidung im Horrorgenre ist, was aber eigentlich ja nicht stimmt. Der bleibt jedenfalls noch spannend.

22.05.2018 12:04 Uhr - JasonXtreme
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Ich hab da so einige Theorien mittlerweile, bzw. formen sich diese zu einer Gesamten - aber spoilern ist in den Kommentaren immer eher schlecht^^

22.05.2018 12:18 Uhr - TheRealAsh
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das stimmt, kannst mir aber gerne ne PM schicken;-) Ich hab ihn mir jetzt schon zweimal angeschaut und bin echt begeistert. Hab ihn jetzt noch mit jemandem zusammen gesehen und derjenige fand das mit der hölzernen Sprache gar nicht störend. Ich glaub auch, dass Lanthinos gar nicht so viel intellektuelle Scheiße reinlegt, sondern, dass er einfach geil an seinem künstlerischen Ausdruck arbeitet und was man dann reininterpretieren kann, ist halt so einiges. Ich glaub da gibt es gar kein richtig oder falsch, sondern viele Möglichkeiten. Grad drum gefällt der mir so gut. Musste beim zweiten Mal irgendwie auch an Haneke und Funny Games denken, grade am Ende. Aber die Story ist irgendwie zwar nicht neu, aber schon gut und anders erzählt:D Kennst du noch was anderes von ihm?

22.05.2018 12:40 Uhr - JasonXtreme
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Ich kenne bisher nichts von ihm, aber Dogtooth und Lobster sind weiter oben auf die Must See Liste gewandert :D Funny Games kam mir auch, ich schick Dir mal per PM was ich grade für nen Kumpel an Spoiler zum Film getippt habe :D

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