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Punisher77
Level 13
XP 2.814
Eintrag: 13.06.2018

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Zwei vom alten Schlag

(Originaltitel: Grudge Match)
Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie, Sportfilm

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,92 (13 Stimmen) Details
inhalt:
30 Jahre nach ihrem letzten Titelkampf, entscheiden sich zwei pensionierte Boxer aus Pittsburgh und Langzeit-Rivalen erneut in den Ring zu steigen und endgültig abzurechnen. Doch so lange brauchen die beiden gar nicht zu warten: Als sie einander nach Jahrzehnten erstmals wiederbegegnen, flackert ihre schwelende Fehde wieder auf und führt zu einer unfreiwillig komischen Rauferei, die sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreitet. In den sozialen Medien kocht der Event derart hoch, dass sich ihr regionales Duell zu einem von HBO übertragenen Match entwickelt, das niemand versäumen darf. Bleibt nur die Frage, ob die beiden Veteranen das Training überleben, damit sie tatsächlich wieder gegeneinander antreten können.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                   ZWEI VOM ALTEN SCHLAG

Nachdem er in Escape Plan (2013) gemeinsam mit Arnold Schwarzenegger (Terminator, 1984) vor der Kamera gestanden hatte, ging Sylvester Stallone sein nächstes Projekt mit einem weiteren alten Bekannten an: Robert De Niro (Wie Ein Wilder Stier, 1980). Da es sich bei dem in Deutschland etwas unglücklich betitelten Film, dessen Name eher nach einem Bud Spencer & Terence Hill-Film klingt, um eine Boxer-Komödie handelt, lag die Besetzung mit Stallone und De Niro auf der Hand, hatten beide Schauspieler der Darstellung von Boxern einige ihre größten Erfolge zu verdanken. Die Regie der 40-Millionen-Dollar-Produktion ging an Peter Segal (Die Wutprobe, 2003). Zur Besetzung gehörten neben Sly und De Niro noch Kim Basinger (L.A. Confidential, 1997), Jon Bernthal (Marvel´s The Punisher, 2017), Kevin Hart (Ride Along, 2014) und Alan Arkin (Catch 22 – Der Böse Trick, 1970). Hinzu kommen einige Cameo-Auftritte von Sportgrößen wie Mike Tyson und Evander Holyfield und Ansager Michael Buffer ist auch dabei. Gedreht wurde in Louisiana.

In den frühen Achtziger Jahren waren Henry “Razor“ Sharp (Sylvester Stallone) und Billy “The Kid“ McDonnen (Robert De Niro) die Topstars des Boxsports … und erbitterte Rivalen. Nach zwei Kämpfen, in denen jeder den anderen einmal geschlagen hatte, sollte ein alles entscheidendes Boxduell stattfinden, zu dem es jedoch nicht kam, da sich Sharp vorher überraschend aus dem Boxsport zurückzog, was ihm McDonnen nie verzieh. Dreißig Jahre später – der Ruhm der einst reichen Profisportler ist längst verblasst – taucht der Fight-Promoter Dante Slate jr. (Kevin Hart) auf und will die beiden dazu überreden, ihren Entscheidungskampf nachzuholen. Während der völlig außer Form geratene “The Kid“ Feuer und Flamme ist, sträubt sich “Razor“ - bis er in eine finanzielle Notlage gerät…

Zwei Vom Alten Schlag erhielt überwiegend negative Kritiken und spielte nur knapp 45 Millionen Dollar ein, so dass Stallone nach Shootout – Keine Gnade (2013) den zweiten Flop seit seinem Rocky Balboa-Comeback (2006) zu verschmerzen hatte. Dass der Film so unterging ist wahrhaftig schade – obwohl er weder in Stallones noch in De Niros Karriere einen echten Meilenstein darstellt, handelt es sich bei Zwei Vom Alten Schlag in meinen Augen um einen weit überdurchschnittlichen, sympathischen Film, der auf mehreren Ebenen funktioniert und mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

In erster Linie ist Zwei Vom Alten Schlag eine unterhaltsame Komödie. Auch wenn nicht jeder Gag zündet und einige Sprüche doch recht platt sind, ist der überwiegende Teil der witzigen Szenen überaus gelungen, wie z.B. die Seitenhiebe auf die Rocky-Trainingsmethoden. Überhaupt ist es amüsant zu sehen, wie Stallone und De Niro nicht nur ihre Boxer-Rollen auf die Schippe nehmen, sondern als „Fossile“ mit modernen Phänomen wie Motion Capturing, Mixed Martial Arts oder der stetigen Präsenz von Smartphones mit Kamerafunktion konfrontiert werden. Der heimliche Star des Films ist allerdings Alan Arkin, der als grantiger Boxtrainer Louis “Lightning“ Conlon mit seinen Sprüchen für einen beträchtlichen Teil der Komik des Films verantwortlich ist. Seine Szenen gehören zu den Highlights des Films und ohne ihn wäre Zwei Vom Alten Schlag weitaus weniger gelungen.

Auch der Kampf zwischen Stallone und De Niro ist gelungen, vor allem, wenn man bedenkt, wie alt Robert De Niro (70 Jahre) und Sylvester Stallone (67 Jahre) zum Zeitpunkt der Dreharbeiten waren und dass Peter Segal als Regisseur kein Actionfilmprofi ist. Man darf freilich keine Ringschlacht á la Rocky IV (1985) erwarten, aber nichtsdestotrotz ist der Fight zwischen den alternden Hollywoodstars ein ansehnliches Spektakel, in dem sich keiner der beiden der Lächerlichkeit preisgibt. In seinen beiden Kerngeschäften funktioniert Zwei Vom Alten Schlag schon mal.

Aber der Film hat noch mehr zu bieten. Obwohl der Streifen in erster Linie eine Komödie ist, weist er auch einige ernste Zwischentöne auf, die zum Teil in die Richtung von Rocky Balboa gehen. Der Film befasst sich mit zwei Männern, die einmal an der Spitze standen und deren beste Zeit längst vorbei ist. Stallone, dessen Figur von den Drehbuchautoren Tim Kelleher und Rodney Rothman gut ausgearbeitet wurde, erinnert dabei durchaus ein wenig an sein Alter Ego, ohne den Italian Stallion direkt zu kopieren. Sein Henry Razor ist ein ehrlicher Arbeiter und echter Freund, der sich auch nach seiner Zeit im Rampenlicht an die Leute erinnert, die ihm damals geholfen haben, so dass es für ihn selbstverständlich ist, die Verantwortung für seinen alten Trainer zu übernehmen, womit Zwei Vom Alten Schlag einen wichtigen Wert vermittelt.

Verantwortung ist ein Motiv, das sich durch den gesamten Film zieht. So muss Robert De Niro in der Rolle des Billy “The Kid“ McDonnen erst noch lernen, was Verantwortung bedeutet, als er mit den Folgen eines Seitensprungs konfrontiert wird. De Niro spielt mit McDonnen eine Figur, die noch tragischer anmutet als Stallones Charakter. Während dieser einer soliden Arbeit nachgeht und den Respekt seiner Arbeitskollegen genießt, spielt De Niro einen von Ja-Sagern umgebenen, drittklassigen Barentertainer, dessen Witze nicht überall ankommen. Fans von De Niro-Klassikern wie Der Pate II (1974), Taxi Driver (1976) oder Good Fellas – Drei Jahrzehnte In Der Mafia (1990) könnten bemängeln, dass sich De Niro hier unter Wert verkauft (Ein Oscar-Anwärter ist der Film nun mal nicht) und auch schon mal engagierter gespielt hat, aber meiner Meinung nach bietet Robert De Niro hier eine überzeugende Performance.

Ein Thema des Films Rocky Balboa ist das Alter und sich damit seine unerfüllten Träume nicht von zu vielen Kerzen auf der Geburtstagstorte verhageln zu lassen, und auch diese Thematik greift Zwei Vom Alten Schlag gebührend auf. So geht es also auch hier um ein Thema, das in Hollywood erfreulicherweise immer öfter aufgegriffen wird und einen Gegenpol zum häufig in zahlreichen anderen US-Filmen anzutreffenden Jugendwahn bietet. Den Wunsch, sich vom Alter nicht aufhalten zu lassen, wird in Peter Segals Film besonders von Robert De Niros Figur verkörpert und im Angesicht seiner und Sylvester Stallones Leistung und der Tatsache, wie das Alter der Protagonisten in Filme wie diesem eingeflochten wird, sollte man vielleicht nicht immer sofort reflexhaft die Nase rümpfen, wenn ein Taxi Driver II oder Rambo V angekündigt wird …

Zwei Vom Alten Schlag konzentriert sich aber nicht nur auf den Konflikt zwischen Stallones und De Niros Figuren, sondern weist auch einige Nebenhandlungen auf, wie z.B. Stallones/Sharps Beziehung zu der von der immer noch sehr attraktiven Kim Basinger dargestellten Sally Rose oder den Subplot um den von Jon Bernthal gespielten B.J., der sich darstellerisch ebenfalls wacker schlägt. Diese Nebenhandlungen lenken glücklicherweise jedoch nicht von der Haupthandlung ab, sondern ergänzen diese – im Gegensatz zu vielen aktuellen Hollywoodblockbustern, die heutzutage anscheinend eine Mindestspieldauer von 130 Minuten haben und dementsprechend viele Nebenschauplätze aufweisen müssen.

Wie eingangs erwähnt ist Zwei Vom Alten Schlag – bei allen vorhandenen Qualitäten – kein Film, der mit den echten Höhepunkten in den Karrieren beider Hauptdarsteller konkurrieren kann. Das liegt – neben den bisher genannten, leichten Einschränkungen – vor allem an Kevin Harts nerviger Performance. Auch wenn seine Figur durchaus interessante Ansätze aufweist, erstickt Hart mit seinem Overacting jegliches Interesse an, bzw. jegliche Sympathie mit seiner Figur, so dass er immer mehr zum Ärgernis wird … was besonders im Vergleich mit Alan Arkin auffällt, der Hart in einer gemeinsamen Szene gnadenlos auflaufen lässt und damit beweist, wie unlustig Kevin Harts Rolle und Darbietung ist.

Trotzdem ist Zwei Vom Alten Schlag eine gelungene, sehenswerte Komödie mit ernsthaften Momenten, getragen von zwei glänzend aufgelegten Hauptdarstellern, die von einer Reihe überzeugender Nebendarsteller unterstützt werden. Kleinere Mängel verzeiht man da gern, zumal Zwei Vom Alten Schlag den Zuschauer mit einem guten Gefühl entlässt und auch nach mehrmaliger Sichtung gut unterhält...und ein Film, in dem die Boxer zu „I´m Shipping Up To Boston“ (Dropkick Murphys) und „Back In Black“ (AC/DC) aufmarschieren, kann nicht schlecht sein … ;-).

 

8/10
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Kommentare

13.06.2018 21:51 Uhr - Nubret
2x
User-Level von Nubret 7
Erfahrungspunkte von Nubret 792
Hmmh..auch noch nicht gesehen. Wäre mal eine entspannende Erholung von dem blutigen Schund, den ich mir momentan grade reinziehe...danke für den interessanten Tipp!

13.06.2018 22:07 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
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Nichts zu danken. Und um sich zwischen zwei blutigen "Schundfilmen" zu entspannen, ist der Film hier gut geeignet.

14.06.2018 07:57 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 12
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.370
In einem Boxfilm ist es sicher nicht verkehrt, sich wacker zu schlagen;-)

Das Genre ist mir ein Graus, aber die Rezi war trotzdem spannend.

14.06.2018 10:12 Uhr - Pratt
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DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Pratt 10.684
Tolles Review, der Film ist unterhaltsam und es macht Spaß den Altstars dabei zuzusehen wie sie sich gegenseitig auf die Schippe nehmen, besser als einige Filme die als Klassiker betitelt werden aber aus meiner Sicht extrem langweilig sind... (z.B. Hexenkessel)

14.06.2018 23:36 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
User-Level von Punisher77 13
Erfahrungspunkte von Punisher77 2.814
Vielen Dank, Dicker Hund & Pratt!

@Pratt:
"Hexenkessel" fand ich ziemlich anstrengend. Den müsste ich mir noch mal ansehen, um ihn zu beurteilen.

15.06.2018 17:15 Uhr - cecil b
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Bis auf RAGING BULL nicht mein Thema. Aber ob Rocky oder die Recken hier, Punisher trifft es wieder mal wie die Fast aufs Auge. ;) Daumen hoch!

15.06.2018 18:27 Uhr - McGuinness
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Prima verfasste Review, zu einem Film, der Spaß macht und gut zu unterhalten weiß.

16.06.2018 12:55 Uhr - Horace Pinker
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Wie der dicke Hund kann ich mit Boxfilmen nur wenig anfangen, dafür gefällt mir aber dein großartiges und toll formuliertes Review um so besser, mal wieder gute Arbeit Punisher!

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