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Nubret
Level 8
XP 862
Eintrag: 16.05.2018

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Killing Blue

Herstellungsland:Deutschland (1988)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Alternativtitel:Midnight Cop
Uno sbirro nella notte

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (1 Stimme) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von nubret:

Peter Patzaks (DER JOKER) KILLING BLUE ist eine Art filmisches Phantom. Nichts bei Wikipedia, auf der OFDB zwar ein Eintrag, aber keine einzige Besprechung. Lediglich auf IMDb ist eine handvoll blödsinniger Verrisse zu finden. Aber über den Geschmack der User dort möchte ich eh oftmals lieber das Mäntelchen des Schweigens hüllen.

Das vorliegende australische DVD-Cover ist ebenfalls albern. Die Skyline im Hintergrund und die alleinige Erwähnung der US-Stars und -sternchen will uns mit Gewalt eine amerikanische Produktion unterjubeln. Unverschämterweise wurde Hauptdarsteller Armin Müller-Stahl deshalb gleich komplett unterschlagen.

Dabei ist der "Nachfolgefilm" zu Patzaks DER JOKER keinesfalls schlecht. Armin Müller-Stahl gefällt mir sehr als raubeiniger, vom Schicksal gebeutelter Ermittler. Ebenfalls toll ist diesmal der glänzend aufgelegte Michael York, der mir hier sogar noch besser gefällt als im ähnlich gearteten Vorgängerfilm. Morgan Fairchild, Frank Stallone, Allegra Curtis und Julia Kent sind ebenfalls Teil des illustren Casts. Ludger Pistor (BALKO), Monica Bleibtreu und auch Gert "Kralle" Krawinkel (TRIO) sind in Nebenrollen zu sehen.

Sehr gut zu gesicht steht dem Film vor allem der Schauplatz West-Berlin (beim JOKER war es Hamburg), was für mich als erklärtem Fan der Hauptstadt ein zusätzliches Schmankerl bedeutet. Neben Martin Kukula (DER HIMMEL ÜBER BERLIN) durften noch drei weitere Kameraleute ihre Arbeit verrichten, und die damals noch geteilte Stadt wurde tatsächlich in sehr schönen Bildern festgehalten.

Zur Story: Kommissar Alex Glass (Armin Müller Stahl) ist eine recht tragische Figur. Bei einem Einsatz, bei dem sein Partner ums Leben kommt, verletzt er ein kleines Mädchen lebensgefährlich. Von Alpträumen geplagt, flüchtet er sich oftmals in den Alkohol. Seine vermeintlich coole Fassade ist nur eine Art Schutzpanzer, der von seinen tiefsitzenden Seelenqualen ablenken soll. Von seiner neuen Kollegin Shirley May (Julia Kent) hält er anfangs nicht viel, aber irgendwann rauft sich das Team doch noch zusammen. Ständige Unterstützung erhält er von seinem guten Freund, dem angesehenen Staatsanwalt Carstensen (Michael York). Als die 16-jährige Ines an einer Überdosis Heroin stirbt, stellt sich bald heraus, daß das junge Mädchen als Prostituierte gearbeitet hat. Kurz darauf wird auch noch Carstensens Stieftochter ermordet, die mit dem ersten Opfer befreundet war. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn scheinbar hat auch der Staatsanwalt selbst etwas zu verbergen..einzig die Edelprostituierte Lisa (Morgan Fairchild) scheint Licht in diese verworrene Geschichte bringen zu können.

Sicher, die Story ist weder neu noch besonders innovativ. Trotzdem schafft es Routinier Patzak mal wieder, das Maximum aus dem ganzen herauszuholen. Eine sichere Bank ist dabei wieder einmal Armin Müller-Stahl, den man in seiner Rolle einfach nur sympathisch findet. Auch wenn manche seiner Sprüche ein bißchen zu cool-gewollt klingen und etwas in Richtung internationaler Vorbilder schielen. Wie erwähnt weiß auch Michael York (CABARET) als undurchsichtiger Anwalt, aber stets treuer Freund, zu gefallen. Die anderen Darsteller sind allesamt nicht schlecht, bleiben aber meist ziemlich im Hintergrund.

Auch ganz nett ist die etwas unwirkliche, recht finstere Stimmung, vor allem die kurzen, in grelles Licht getauchten Todessequenzen wirken wie fiebrige Alpträume. Ansonsten bekommt man einige skurille, immer wieder von schöner Berlin-Atmosphäre geprägte Szenen geboten, die nicht unbedingt alltäglich sind. Das Ende bemüht dann wieder mal ein wenig Papa Freud, ist aber alles in allem recht zufriedenstellend.

Die schönsten Szenen sind jedoch die, in denen York und Müller-Stahl zusammen musizieren, oder den Abend gemeinsam mit einem Bierchen auf einer sonnendurchfluteten Dachterrasse ausklingen lassen. Man könnte dabei fast meinen, die beiden wären wirklich dicke Freunde.

Ganz toll auch das Saxophon-Spiel von Frank Loef, dessen Interpretation von Procol Harums A WHITER SHADE OF PALE wirklich ganz toll in diesen gelungenen Film passt.

Peter Patzaks KILLING BLUE ist auf jeden Fall eine Entdeckung wert. Nicht alltäglich, spannend, mit zwei tollen Hauptdarstellern. Besser als DER JOKER ist er sowieso. Und dann ist da natürlich noch Berlin anno 1988.

Erschienen auf nicht so schöner DVD von MCP. Aber uncut.

 

Gute 7 Punkte für einen unterschätzten Film.

 

 

7/10
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Kommentare

17.05.2018 09:24 Uhr - JasonXtreme
1x
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Joa, allein wegen Berlin zu der Zeit wäre der sicher einen Blick wert! Bisher hatte ich von dem aber auch noch nie was gehört :D

17.05.2018 18:42 Uhr - Nubret
1x
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Damit bist Du nicht allein. Ich liebe solche kleinen Perlen einfach!

18.05.2018 07:59 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Da ist wieder einmal jemand ganz in seinem Element. Das scheint ja genau deine filmische Nische zu sein.

18.05.2018 17:52 Uhr - Nubret
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Ja, ganz mein Metier. Hab aber auch mal wieder Bock, über was bekannteres zu schreiben.

Mal sehen.

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