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The Hitcher

Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,72 (84 Stimmen) Details
inhalt:
Es regnet in Strömen, als das Studentenpaar Grace (Sophia Bush) und Jim (Zachary Knighton) mit dem Auto auf dem Weg in den Semesterurlaub ist. Plötzlich taucht wie aus dem Nichts eine dunkle Gestalt (Sean Bean) im Scheinwerferlicht direkt vor ihrem Auto auf. Der Wagen schleudert, Grace gerät in Panik und aus Angst vor dem unheimlichen Anhalter, der noch immer mitten auf der Straße steht, gibt Jim Gas. Doch schon beim nächsten Tankstopp lauert ihnen der mysteriöse Unbekannte erneut auf. Ein blutiger Albtraum wird wahr...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Die 2003 von Michael Bay gegründete Produktionsschmiede Platinum Dunes hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Horrorklassiker fürs Kino neu zu verfilmen. So galant steht es auf den Seiten von Wikipedia in der Biografie von Mr. Bay geschrieben. Raffgierige Ausbeutung alter Meilensteine der Filmgeschichte zur maximalen Gewinnausschöpfung eines geldgeilen Produzenten trifft es meines Erachtens besser. Nachdem 2003 mit "The Texas Chainsaw Massacre" noch relativ brauchbare kost geliefert wurde, befeuerte man 2005 schon mit "The Amityville Horror" eine Abwärtsspirale, in dessen Sog so Namenhafte Vertreter wie "Freitag der 13", "A Nightmare on Elm Street" und eben der hier besprochene "Hitcher" zugunsten des Mainstreams in Rauch aufgingen.

Konnte man wie oben bereits erwähnt mit "Texas" und auch "Texas- The Beginning" noch annähernd sein Gesicht wahren, fallen Outputs wie "Nightmare" und "Amityville" komplett in die Sparte Unbrauchbar. Zu überlegen wäre ob eine solche "Restauration" bekannter Klassiker überhaupt von Nöten ist, um sie einer neuen Generation zugänglich zu machen. Meine Meinung ist dahingehend eindeutig...ist sie nicht! Werke solchen Kalibers sollten unberührt bleiben und entweder sie finden ein neues Publikum oder sie tun es eben nicht. Alte Ideen wieder zu verwerten und sie mit besseren Effekten und neuen Gesichtern aufzuhübschen hat dann auch nichts mehr mit Respekt vor dem ursprünglichen zu tun, eher kommt es einem Missbrauch des Originals gleich und zerstört im schlimmsten Fall dann auch noch die erarbeitete Historie.

Ganz so schlimm ist es mit "The Hitcher" wahrlich nicht gekommen, doch hätte man sich auch hier ein Wiederaufleben mehr als schenken können. Bei einer direkten Gegenüberstellung ist es bildlich gesprochen in etwa so, als würde man statt eines guten Schlucks Jack Daniels in einem Kristallglas, einen  Becher billigsten Sangria vorgesetzt bekommen.

Mit besten Absichten verbrochen hat dieses Machwerk Dave Meyers. Dieser, seines Zeichens erfolgreicher Musikvideoregisseur bekannter Größen, scheint hier völlig auf dem falschen Dampfer. Anscheinend im unklaren darüber das er sich nicht bei der Inszenierung eines 3-5 minütigen Clips, sondern eines 1,5 stündigen Films befindet, stattet er sein Debüt mit einer Schnitt- und Bildästhetik aus bei dem selbst Beavis und Butthead das Kotzen kommen dürfte. Das wegspülen eines Fliegenkadavers von der Frontscheibe mittels einer Wasserflasche während angesagte Popmusik läuft, ist da nur eines der vielen Beispiele. 

Wer da noch tiefsinnige Dialoge erwartet die der Figurenzeichnung dienlich sind, ist ähnlich wie Meyers auf den falschen Dampfer aufgestiegen. Das alles hat das Niveau einer Unterhaltung mit dem Kassierer der Tankstelle von nebenan. Für Mitgefühl der handelnden Akteure oder gar Spannung, kann da freilich überhaupt nicht die Rede sein.

Zumal auch die Schauspieler Riege, bis auf den "Hitcher" einen ordentlichen Griff in`s Klo darstellt. Zachary Knighton als neuer Jim Halsey kann nur als Karikatur bezeichnet werden. Stellte C. Thomas Howell diesen Charakter im Original noch als zerbrechliche, aber in Extremsituationen über sich hinauswachsendende Persönlichkeit dar bekommen wir es beim neuen mit einem reinen Waschlappen zu tun. Dauernd weinerlich und sich über die gegenwärtige Situation beschwerend, bleibt ihm am Ende nicht mehr übrig als seine Körper dem örtlichen Sadisten zu spenden. Auch die Idee den Hauptpart seiner weiblichen Begleitung zu geben will mir nicht so richtig in den Kopf. Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden. Ich bin weit entfernt davon ein chauvinistischer Einzeller zu sein, doch muss der Gegenpart zum Hitcher gleich zur Lara Croft -artigen Figur verkommen. Das führt die Grundprämisse der Ausweglosigkeit ad absurdum. Spätestens wenn Sophia Bush in der Figur von Grace Andrews mit der Pumpgun bewaffnet aus dem brennenden Transporter springt, ist jeder Anflug von Authentizität den Bach runter gegangen. Zumal sich das Mienenspiel von Bush bei aller Liebe doch arg in Grenzen hält.

Einen Lichtblick gibt es bei diesem Machwerk dann doch noch zu verbuchen. Und dieser heißt Sean Bean. In seiner Rolle als John (C.) Ryder kommt er natürlich nicht an die Glanzleistung von Rutger Hauer ran, doch schafft er es dieser Persönlichkeit seine ganz eigene Note zu verpassen. Eingangs auf die Frage von Halsey -warum dieser einen Ehering trägt-  lakonisch erwidernd -weil er so vertrauenswürdiger wirkt- lässt den Charme des Originals wieder Frame-artig aufblitzen. Überhaupt liegt die Schauspielkunst Beans offenkundig so meilenweit über dem seiner Leidensgenossen, das dieser in seinen Momenten fast schon wie ein Fremdkörper wirkt.

Wie so oft wenn es an Innovation fehlt, versucht man dieses Manko mit Oberflächlichkeiten zu überspielen. So gibt es beim "Hitcher" von 2007 deutlich mehr Gekröse zu bestaunen, was den faden Gesamteindruck nur noch verstärkt. Einem mit der Materie vertrautem Cineasten wird aber auch das hier gezeigte nicht mehr als ein müdes Lächeln entlocken.

"The Hitcher" haftet in der Summe seine Sinnlosigkeit an. Zu sehr auf modern getrimmt fehlt diesem Remake einfach die Seele und der Spirit des Originals um wirklich zu fesseln. Volljähriges Publikum dürfte es an einem veregneten Nachmittag gerade so als Unterhaltung genügen, ohne als Zeitverschwendung durchzugehen.

3/10
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Kommentare

30.05.2018 00:30 Uhr - TheRealAsh
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Sehr schöne und informative Doppelreviewgegenüberstellung. Ich muss zugeben, dass ich das Remake gar nicht kenne, was zwar scheinbar kein Fehler war, der mich jetzt aber aufgrund deiner Gegenüberstellung doch interessiert.

30.05.2018 06:23 Uhr - McGuinness
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An sich eine schöne Review, mit durchaus nachvollziehbaren Gründen, wieso dieses Remake hier eine derart schlechte Wertung erhält.
Ich persönlich finde den gar nicht mal so verkehrt, obwohl er zugegeben nicht an das Original herankommt, aber 07/10 Punkten hätte ich ihm schon zugesprochen, zumal ich Sean Bean in dieser Rolle recht passend besetzt finde und ich jetzt auch nicht behaupten kann, mich gelangweilt zu haben.
Das es durchaus gelingen kann, einen Klassiker einer Frischzellenkur zu unterziehen, zeigte sich z. B. an " I Spit on your Grave " oder " Evil Dead ".
Klar, solche Werke werden immer im Schatten des Originals stehen, aber nicht zuletzt dank der heutigen Technik ist doch einiges möglich geworden, was früher so nicht umsetzbar gewesen ist und von daher bin ich Neuinterpretationen alter Klassiker gegenüber erstmal grundsätzlich aufgeschlossen.

30.05.2018 09:03 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Dein Review ist auf jeden Fall gut geschrieben, wie üblich!
Nachvollziehen kann ich deine Meinung aber kaum. Zachary Knighton bzw den Tausch, dass sich nicht mehr der Mann, sondern die Frau hier gegen den Hitcher zur Wehr setzt, ist ok, kann man gelten lassen. Aber ansonsten? Der Film ist spannend, der Gewaltgrad ist anständig hoch, der Hitcher spielt super, seine Gegenspielerin macht Ihre Sache gegen den übermächtigen Gegner gut... Filmgeschmack halt ;-D
Von mir gibt's locker ne 8 von 10

30.05.2018 11:02 Uhr - Stoi
2x
Ich kann deine Meinung auch nicht wirklich nachvollziehen.
Klar, das Original und Rutger Hauer sind unübertroffen aber Sean Bean ist im Remake auch sehr eindringlich und auch der Rest passt.
Ob so ein Remake notwendig ist, darüber kann man ewig diskutieren.
Ich persönlich stehe auf Remakes und Literatur-Neuverfilmungen, weil ich es interessant finde, ein und den selben Stoff anders zu interpretieren.
HITCHER finde ich gelungen und wäre auch eher bei ein 7/10, weil man ihm nichts vorwerfen kann - ausser eben eine Kopie des Originals zu sein.
Davon losgelöst ist es ein spannender Thriller.

30.05.2018 11:25 Uhr - sonyericssohn
1x
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Man nehme an es gäbe den Hauer Hitcher nicht...
DEN find ich sehr cool ! Bean is der Irrsinn in Person.

30.05.2018 11:36 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank für die Rückmeldungen und eure Meinung.

Mit Remakes hab ich eben so meine Probleme, da gehen die Geschmäcker einfach auseinander.
Sean Bean ist ein Klasse Schauspieler und er holt auch aus dem Hitcher was raus, leider kann er m.M. den Rest damit trotzdem nicht in's Mittelmaß retten.

30.05.2018 11:49 Uhr - Kaiser Soze
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30.05.2018 11:36 Uhr schrieb CHOLLO
Vielen Dank für die Rückmeldungen und eure Meinung.

Mit Remakes hab ich eben so meine Probleme, da gehen die Geschmäcker einfach auseinander.
Sean Bean ist ein Klasse Schauspieler und er holt auch aus dem Hitcher was raus, leider kann er m.M. den Rest damit trotzdem nicht in's Mittelmaß retten.


Ich nehme an, du meinst mit Remakes ab Jahr XY
Du würdest dich wundern, was alles Remakes sind. Sei froh, dass man nach den 1920ern oder 1930ern gesagt hat, so - gibt genug Filme. ;-) Aber ja, eine Neuverfilmung wird oftmals mit den bereits vorhandenen Varianten verglichen.

30.05.2018 12:46 Uhr - JasonXtreme
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Bei den Remakes bin ich immer zweigespalten - es gibt viele unnötige und beschissene, es gibt unterhaltsame und auch gute. Aus der Bay Schmiede mag ich die TCM Teile gern, ich mochte auch das Freitag-Remake in der Uncut Fassung - Nightmare und den Rest brauch ich nicht...

Hier ist es ähnlich. Dank Bean ist er nicht gänzlich schlecht, Du hebst die wichtigen oder gewichtigen Punkte aber gut hervor - mehr als ne 5/10 kriegt er angesichts des Originals nicht. Der Vergleich ist aber auch übermächtig für mich

30.05.2018 12:47 Uhr - NoCutsPlease
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Da hat unser Drogenboss von Tijuana-Kartell ein interessantes Doppelpack abgeliefert.
Leider muss ich mich auch jenen Gegenstimmen anschließen, die das Remake mögen, denn Bean rockt die Hütte. Natürlich ist Hauer aber der bessere Quotenpsycho.

30.05.2018 16:43 Uhr - (sic)ness_666
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Finde das Remake auch nicht schlecht 7/10 sind da sicher drin. Ein Kritiker (Name ist mir entfallen) schrieb sinngemäß zu dem Remake, dass es kein schlechter Film sei. Er wäre oberflächiger als das Original, trifft aber dafür mit seiner peppigen Machart die aktuelle (Kino-)Generation bzw. Zielgruppe. Diese Ausführung trifft für mich genau ins Schwarze. Allerdings bei diesem Remake, nicht allgemein.

30.05.2018 17:37 Uhr - CHOLLO
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@ Kaiser Soze

Mit dem Thema Remakes hast du recht. Gibt einen Haufen offizielle und inoffizielle!
Ich beziehe mich da eher auf die der letzten 10 Jahre. Es gibt natürlich auch brauchbare Remakes wie im Review erwähnt. heutiger und vergangener Tage. Die Bay Schmiede hat es aber meinerMeinung nach einfach zu weit mit dieser Angelegenheit getrieben.

30.05.2018 17:37 Uhr - CHOLLO
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30.05.2018 21:06 Uhr - voorheeskrüger
2x
3 von 10 ist schon arg wenig ne 7 ist schon drinn.So schlecht isser nicht,für mich sogar tick besser wie der mit Hauer.

31.05.2018 13:37 Uhr - Nubret
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Sehr gut und nachvollziehbar geschrieben. Hab das Remake ebenfalls gesehen und fast gar keine Erinnerung mehr daran (ist meist kein gutes Zeichen). Deshalb kann ich auch mit den 3 Punkten ganz gut leben.

Allerdings muß ich Dir in einem Punkt widersprechen: "Amityville Horror" von 2005 ist in meinen Augen tatsächlich ein mehr als gelungenes Remake, das mir in vielen Punkten besser gefällt als das Original (Obwohl ich James Brolin sehr schätze). Aber auch das ist letztlich Geschmackssache.

31.05.2018 15:52 Uhr - CHOLLO
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Danke Nubret

Jup Geschmäcker sind eben verschieden, gut so!

31.05.2018 17:19 Uhr - cecil b
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Erfahrungspunkte von cecil b 6.136
Da Hitcher für mich der spannendste Psychothriller ist, brauche ich das Remake aus der Bay-Schmiede nicht. Vermutlich ist es gar nicht übel, aber vermutlich würde es mir auch nicht gefallen. Sehr gute Review, mit nachvollziehbarer persönlicher Note!

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