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The Fall - Im Reich der Fantasie

Originaltitel: The Fall

Herstellungsland:Großbritannien, Indien, USA (2006)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,88 (17 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Los Angeles, 1915. Der Stuntman Roy Walker liegt nach einem missglückten Stunt im Krankenhaus. Viel schlimmer als die gebrochenen Beine schmerzt ihn jedoch der Verlust seiner großen Liebe, die ihn für einen anderen Mann verlassen hat. Im Krankenhaus trifft Roy auf die kleine Alexandria. Er beginnt, dem Mädchen eine phantastische Geschichte über fünf mythische Helden zu erzählen, die gemeinsam einen Rachefeldzug gegen den korrupten Gouverneur Odious planen. Je weiter er die Geschichte erzählt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität. Doch Roy will ihr die Geschichte nicht zu Ende erzählen - es sei denn, Alexandria stiehlt ihm eine tödliche Dosis Morphium aus dem Medizinschrank ... (Universal DVD-Cover)

eine kritik von ghostfacelooker:

Wer jemandem je eine selbsterfundene Geschichte erzählt hat, der weiß eventuell, um die Macht, die man über seinen Zuhörer im Positiven haben kann. Man fesselt und hat seine ungeteilte Aufmerksamkeit und nicht selten, so wie in diesem Fall hier, in der Roy Walker, der kleinen Alexandria eine Geschichte erfindet, bindet er die Kleine an sich, so dass sie ihm in gewisser jugendlicher Naivität auch einen Gefallen erweist, der für beide lebensverändernd ist.

Die visuelle Handschrift des Tarsem Singh, wird von den ersten Einstellungen bis fast letzten Bildern sichtbar und erinnert nicht nur an seinen verstörend, psychedelisch unterstrichenen The Cell, sondern in der Dramaturgie auch ein wenig an Pan´s Labyrinth oder in Handlungsabschnitten zart an Don Juan De Marco.

Zwischen den opulenten Bildkompositionen, wird man, kaum daß man sich optisch an ein Setting gewöhnt hat, wieder herausgerissen und, ähnlich wie bei einer echten Geschichtenerzählung, in die Realität (hierbei der eigentlichen Geschichte) zurückgeholt, was nicht immer für den hundertprozentigen Genuss spricht.

Des Weiteren sind Szenerien, die im Film wenigstens einer gewissen Logik folgen sollten, hier kaum vorhanden, denn einmal heißt es man habe die „Helden“ auf einer Insel ausgesetzt, im nächsten Moment besitzt man einen Elefanten von dem man aufs Festland getragen wird, oder aber besitzt Pferde, deren Ursprung ebenso wenig erklärt wird, wie der ein oder andere Sprung der fiktiven Geschichte in der Handlung.

Von diesen kleinen "Mäkeln" in der Erzählung abgesehen, macht der Film, wenn man sich denn auf ihn einlassen kann, bis zu einem gewissen Zeitpunkt und vor allem durch die kleine Hauptdarstellerin Catinca Untaru, intellektuell und visuell Spaß.

Was mir persönlich ein Dorn der Zuneigung zum Film ist, beschreibt das letzte Drittel, in dem man sogar das Wohlwollen des Zuschauers, durch bewußt eingestreute negativiernde Dissonanzen in die Handlungskomposition zu riskieren droht.

Jetzt könnte man natürlich sagen, das wäre David Fincher geschuldet, den man zu Anbeginn in den Credits lesen kann. Dieser fungierte jedoch lediglich als Präsentator, respektive "unterstützte er, den Film 2008 auf dem Filmfest in Toronto und stellte somit sicher, daß dieser aufgeführt wurde, hatte aber keinerlei persönlichen Einfluß auf den Film selbst.

Zu Gute halten kann man Singh, daß er tatsächlich weltweite Locations von Afrika bis Indien und Europa ausgesucht hat, die den Kostümen der verstorbenen, japanischen Designerin Eiko Ishioka , die unter anderem in Bram Stoker´s Dracula, dessen rostfarbene Rüstung geschaffen hat, eine hervorragende Kulisse zur Untermalung bieten.

Gleichzeitig sind sein und Pace´s Weitblick  bewundernswert, da beide darin übereinstimmten, die überwiegenden Dialoge zwischen Alexandria und Roy von Untaru improvisatorisch zu belassen, was eine ungeheuer spürbare Nähe zu beiden erzeugt. Ein geglücktes Experiment, dass manche Regisseure sich, wenn überhaupt, bei Schauspielern wie De Niro oder Al Pacino zutrauen.

Mir ist der Film in großen Teilen ein willkommener Augenschmaus, jedoch nimmt er sich selbst gern Spannung und Sympathie, die vor allem durch die beiden Hauptdarsteller, der bereits angesprochenen Untaru und ihrem „väterlichen“ Erzähler Lee Pace, geschuldet ist.

Alles in allem ist diese Geschichte bei der Betrachtung und Wertung, die Teile verschiedener Märchenelemente oder Mystik enthält, der eigenen Vorliebe geschuldet und bekommt von mir meine, in gefühlsschwankenden Emotionen bevorzugte, neutrale Bewertung.

5/10
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Kommentare

03.06.2018 08:27 Uhr - McGuinness
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Allein von der Inhaltsangabe her, hat der Film jetzt schon mein Interesse geweckt, obwohl ich bisher noch nie etwas von dem gehört habe.
Deine Review ist prima verfasst, angereichert mit allen nennenswerten Informationen, ohne jedoch zu viel zu verraten.... Das gefällt mir sehr :-))
Da ich schon " The Cell " und " Pan's Labyrinth " mochte, werde ich mir diese visuell stimulierende Reise hier, nicht zuletzt dank deiner anregenden Ausführungen, wohl zu Gemüte führen.

03.06.2018 11:40 Uhr - Ghostfacelooker
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03.06.2018 08:27 Uhr schrieb McGuinness
Allein von der Inhaltsangabe her, hat der Film jetzt schon mein Interesse geweckt, obwohl ich bisher noch nie etwas von dem gehört habe.
Deine Review ist prima verfasst, angereichert mit allen nennenswerten Informationen, ohne jedoch zu viel zu verraten.... Das gefällt mir sehr :-))
Da ich schon " The Cell " und " Pan's Labyrinth " mochte, werde ich mir diese visuell stimulierende Reise hier, nicht zuletzt dank deiner anregenden Ausführungen, wohl zu Gemüte führen.


Danke dir

03.06.2018 14:56 Uhr - cecil b
Moderator
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Deine Kritik ist aus meiner Sicht fair und treffend!

Da haben wir mal ähnliche Vorlieben. Der Wechsel zwischen Realität und 'Märchen' funktioniert für mich nicht immer. Das Mädchen fand ich klebrig wie aus einer Milka-Werbung. Die Bilder sind zwar berauschend, aber ich hatte das Gefühl dass ich mir einen Postkarten-Film anschaue. Hat mir überhaupt nicht gefallen. Kein schlechter Film, aber nicht mein Ding.

03.06.2018 15:51 Uhr - Ghostfacelooker
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03.06.2018 14:56 Uhr schrieb cecil bDeine Kritik ist aus meiner Sicht fair und treffend!

Da haben wir mal ähnliche Vorlieben. Der Wechsel zwischen Realität und 'Märchen' funktioniert für mich nicht immer. Das Mädchen fand ich klebrig wie aus einer Milka-Werbung. Die Bilder sind zwar berauschend, aber ich hatte das Gefühl dass ich mir einen Postkarten-Film anschaue. Hat mir überhaupt nicht gefallen. Kein schlechter Film, aber nicht mein Ding.


Schön DICH mal wieder in meiner "ECKE" zu lesen. Danke dir

03.06.2018 19:53 Uhr - naSum
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Ich hatte erst auf die missverstanden-neutrale 5 gehofft und sah mir schon eine Filmperle in den Player wandern... ;) Aber ich denke das verfehlt meinen Geschmack doch etwas.

Nichtsdestotrotz (wenn man das so schreibt?) hat mir hier vor allem dein sprachlicher Stil und die präzise Wortwahl gefallen, womit sich dein Review abhebt von den lustigen, wütenden oder ironischen Schriftwerken, die du sonst manchmal raushaust, ohne diese jetzt im letzten Drittel negativieren zu wollen ;)

03.06.2018 20:18 Uhr - Ghostfacelooker
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03.06.2018 19:53 Uhr schrieb naSumIch hatte erst auf die missverstanden-neutrale 5 gehofft und sah mir schon eine Filmperle in den Player wandern... ;) Aber ich denke das verfehlt meinen Geschmack doch etwas.

Nichtsdestotrotz (wenn man das so schreibt?) hat mir hier vor allem dein sprachlicher Stil und die präzise Wortwahl gefallen, womit sich dein Review abhebt von den lustigen, wütenden oder ironischen Schriftwerken, die du sonst manchmal raushaust, ohne diese jetzt im letzten Drittel negativieren zu wollen ;)


Na wenn das mal kein Kompliment von dir ist. Danke (negativieren) fand ich auch gut^^^^^^^^

04.06.2018 10:08 Uhr - JasonXtreme
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Gut geschrieben. Ich würde den höher werten, aber sicher auch wegen der verdammt geilen Optik! Die allein ist es wert den mal gesehen zu haben.

04.06.2018 11:17 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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04.06.2018 10:08 Uhr schrieb JasonXtremeGut geschrieben. Ich würde den höher werten, aber sicher auch wegen der verdammt geilen Optik! Die allein ist es wert den mal gesehen zu haben.


Wenn das "Ende" nach dem erneuten Besuch von Alexandria in der Apotheke nicht so destruktiv an meine "Nieren" gegangen wäre ( kann Frauen egal welchen Alters nicht weinen sehen ) hätte ich eventuell höher gewertet. Denke aber neutral ist bei der Art Film vielleicht doch die beste Lösung, da er zu sehr eine Frage des visuellen Geschmacks darstellt.

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