SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Dying Light 2 uncut PS4 · Der Nachfolger des Zombie-Krachers. Mehr Blut! · ab 59,90 € bei gameware Wolfenstein 2: New Colossus Switch · 100% uncut Symbolik Edition ohne Zollprobleme! · ab 69,99 € bei gameware
tschaka17
Level 7
XP 752
Eintrag: 06.06.2018

Amazon.de

  • Freitag, der 13. - Teil 3
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover B
34,99 €
Cover C
34,99 €
Cover D
38,59 €
  • Deadpool 2
4K UHD/BD
26,99 €
Blu-ray Mediabook
tba. €
Blu-ray Steelbook
tba. €
Blu-ray
17,99 €
DVD
14,99 €
Amazon Video
15,99 €
  • Freitag, der 13. - Teil 2
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover B
34,99 €
Cover C
38,41 €
Cover D
38,31 €
  • The Asian Connection
Blu-ray
15,99 €
DVD
13,99 €
Amazon Video
11,99 €
  • Mom and Dad
Blu-ray
16,99 €
DVD
14,99 €
Amazon Video
11,99 €

Feinde - Hostiles

(Hostiles)
Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Drama, Western

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,60 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Im Jahr 1892 lässt sich der legendäre Army Captain Joseph J. Blocker (Christian Bale) widerwillig auf die gefährliche Mission ein, den ihm verhassten Cheyenne-Häuptling Chief Yellow Hawk (Wes Studi) durch feindliches Gebiet zu eskortieren. Auf der langen Reise von New Mexico bis nach Montana schließt sich ihnen die junge Witwe Rosalie Quaid (Rosamund Pike) an, deren gesamte Familie ermordet wurde. Feindliche Komantschen sind allerdings nicht die einzigen Gefahren die auf sie warten und nur wenn sie lernen als Team zusammenzuarbeiten, werden Sie es ans Ende der Reise schaffen….
eine kritik von tschaka17:

Sie haben keine Vorstellung, was der Krieg mit einem Mann macht!

Werbung verspricht gerne viel und zieht öfter Vergleiche zu großen Vorbildern: "True Grit trifft auf The Revenant." So, oder so ähnlich, habe ich über Hostiles gelesen. Die Wahrheit ist dann meistens eher ernüchternd. Dass Scott Cooper sein Handwerk trotz wenig Übung beherrscht, zeigen der gelobte Crazy Heart (2009), der ordentliche Auge um Auge (2013) und der großartige Black Mass (2015). Sein neues Western-Drama versagt allerdings in vielen Punkten und dies trotz oder gerade wegen der Erwartung eines langsamen Films.

Das tatsächliche Tempo des Streifens liegt - überraschenderweise - noch weit unterhalb jeder Spekulation. Kurz gesagt: Der Streifen ist zäh, zieht sich und ist stellenweise einfach belangenlos langweilig. Probleme gibt es dabei wirklich in allen Kategorien. Ob Story, Cast oder Handwerk: Irgendwie passt alles nicht so ganz und auch nicht so ganz zusammen.

Die Grundgeschichte eines Offiziers, welcher einen seiner ärgsten Feinde in dessen Heimat eskortieren soll, bietet dabei eigentlich genug Potenzial für Spannungen. Auf ihrer gefährlichen Reise müssen beide bald zusammenarbeiten und alte Differenzen klären. So bleibt auch Zeit, Fehler einzugestehen und Verhaltensweisen sowie Einstellungen zu überdenken. Gelungen ist dieser Konflikt jedoch nur zu Beginn, wenn Christian Bale die Untaten seines Feindes in all ihren unschönen Facetten beleuchtet und selbst allerdings auch kein unbescholtenes Blatt ist. Die erzwungene Annährung beider Kontrahenten funktioniert ebenfalls noch passabel, mir fehlt aber vor allem für die Endaussprechung der Wendepunkt von Bales Figur.

Bei der Figurenzeichnung schlampt das Script nämlich leider arg. Dem Cast sei hier kein Vorwurf gemacht, dieser müht sich nach Kräften und bügelt einige Fehler wieder aus. Exemplarisch für das Problem fragwürdiger Charaktere sei hier nun einmal Christian Bales Figur näher erläutert: Captain Joe Blocker ist ein mürrischer, relativ harter Mann, der Freude am Töten von Indianern hat. Seine Ablehnung gegenüber dem Auftrag ist glaubhaft, wobei seine raue Art wenig Platz für Sympathien lässt. Da wundert es schon ein wenig, wenn dieser kalte und brutale Mensch auf einmal wie ein Kind anfängt zu weinen, weil sein Kollege verletzt wurde. So eine tiefe Verbundenheit mit seinen Gefolgsleuten wurde zu keinem vorherigen Zeitpunkt auch nur angedeutet! Warum dieser Schlächter auf einmal tiefe Reue und sogar Respekt vor seinem langjährigem Feind empfindet wird ebenfalls nicht plausibel begründet. Reife im Alter und Angesicht der Situation? Vielleicht. Aber dies geschieht so unverhofft, dass es eher unglaubwürdig wirkt. Als Zuschauer findet man kaum eine Verbindung zu dieser Figur, mit der jedoch auf einer beschwerlichen Reise mitgelitten werden soll. So funktioneren Hauptcharaktere leider nicht.

Auch die Rolle von Rosamund Pike hat verschiedenste Probleme. Ihre von Indianern abgeschlachtete Familie beerdigend, sammelt sie definitiv das Mitgefühl des Publikums ein. Beim Anblick ihrer neuen Reisegefährten bekommt sie erstmal einen Schreianfall, es sind schließlich Indianer. Und dann? Dann ist irgendwie alles gut, der kleine Junge ist ja ganz niedlich und die Indianerfrau verschenkt neue Kleider. Damit wären alle Vorbehalte natürlich plausibel wegzuwerfen. Unbefriedigend. Von den Protagonisten überzeugt lediglich der gealtere Indianer Chief Yellow Hawk, gespielt von Wes Studi. Seine Kämpfe und Missetaten liegen lange zurück und er sehnt sich nach einem ruhigen, würdigen Abschluss seinen Lebens. So machen auch seine Annährungs- und Aussöhnungsversuche Sinn und wirken authentisch. Ben Foster ist übrigens mit von der Partie, hat jedoch wenig Screenstime.

Gravierenster Kritikpunkt ist unerwarteterweise die Inszenierung. Wenn zum fünften Mal die Nacht am Lagerfeuer mit weicher Überblende in den Sonnenaufgang übergeleitet wird, zerrt dies an den Nerven. Der Film ist unglaublich redundant, wobei diese Vielzahl an gleichen Bildern schlicht unnötig erscheint. Ja, so sieht eben eine Reise in karger Landschaft aus und Nein, es hätten auch drei Nächte gereicht und zwar locker. Ebenfalls stört die Unvollständigkeit der wenigen Gewaltszenen. Etlichste Menschen werden einfach tot aufgefunden. Als Stilmittel einmal, zweimal vertretbar, aber bei der Hälfte total überbenutzt. Insgesamt bietet der Streifen nur drei wirklich spannende Szenen, die es dann schönerweise in sich haben. Ansonsten schleppt er sich zwischen Dialogen und ordentlich emotionalen Szenen mit viel zu vielen Landschaftsbildern durch seine Story. Die Settings sind durchaus in Ordnung, aber es gibt unzählige Filme mit schöneren Landschaftsaufnahmen und hier trägt die Ödnis der Wildnis lediglich zur Ödnis der Geschichte bei. Die Effekte sind handgemachter Natur, wobei sich die Brutalität ziemlich in Grenzen hält. Die düstere Grundstimmung wird wohl eher für das FSK 16 gesorgt haben als die wenigen Gewaltspitzen, wobei die Altersfreigabe insgesamt absolut vertretbar ist.

Gesondert bemängeln muss ich eins: Der Film hat ein enormes Problem mit seiner Bildschärfe! Selten sieht man solch eine große Produktion mit so vielen unscharfen Bildern. War ich zunächst versucht, dem Kino die Schuld zu geben, schied dieser Faktor schnell aus. Denn: Nahaufnahmen sind teilweise stechend scharf, um dann schwammigen Fernbildern und verschwommenen Halbtotalen zu weichen. Ob dies ein geplantes Stilmittel, veralteten Objektiven oder schlampiger Arbeit geschuldet ist, weiß nur die Crew. Fakt ist: Es stört! Extrem!

Auch dem Ton kann ich wenig abgewinnen. Oftmals wirkt der Film wie ein 2.0 Stereo anstatt angegebenem 5.1 Surround. Dies fällt vor allem bei den wenigen Schießerein auf, deren Schüsse gefühlt nur von vorne kommen. Dem kurzeitigen Donner hätte ein bisschen mehr Kraft auch nicht geschadet. Ansonsten bietet der Film viele Stellen ohne eine Form von Hintergrundmusik, was generell eine gute Idee ist, bei einem so zähen Streifen jedoch eher den bremsenden Effekt nur verstärkt. Vorhandener Soundtrack ist sehr leise und nur wenig in typischer Westernmelodie gehalten, passt aber wirklich gut zum Film. Sofern sich in der Umgebung allerdings nur eine Störquelle - Gruß an den Raschelkasper - befindet, wird dieser Isolationsgedanke der Stille jäh durchbrochen. Keine Kritik an den Film, sondern an Teile seiner Rezipienten. Sucht euch bei Interesse also eine ruhige Umgebung.

Abschließend fällt mein Fazit sehr ernüchternd aus. Hostiles ist kein schlechter Film, hat mich aber richtig enttäuscht. Nicht für den Mainstream geeignet war mir bewusst, dass ich mich auf einen ruhigen, langsamen Trip einlasse. Solch ein zähes Tempo, mit einer Geschichte, welche stellenweise einfach nur als langatmig und langweilig zu bezeichnen ist, hatte ich jedoch nicht erwartet. Eine Strafung wäre dringest zu empfehlen! Der Cast müht sich und bietet einige starke Dialoge an, die wenigen Actionszenen sind ein wenig wackelig aber überzeugend geraten, das Handwerk versagt leider in etlichen Punkten total.

Anschauen? Nur bei ehrlichem Interesse und Genuss an sehr cineastischem, sehr langsamen Kino. Dann kann der Streifen überzeugen, wobei seine Oscar-Pläne wohl nicht grundlos im Staub der Wüste versandet sind. Im Kino lohnt sich der Film dagegen eher weniger, die Heim-VÖ dürfte ausreichen. Allen Leuten, die sich an einem stark gebremsten Tempo stören könnten, rate ich eher ab, reine Entertainment-Suchende werden eh nicht Hostiles schauen. Leider nur...

6/10

Bei ruhigerer Sichtung ist eventuell noch ein halber Punkt mehr drin, aber nicht mehr. Schade.

6/10
mehr reviews vom gleichen autor
Equalizer
tschaka17
7/10
Terror,
tschaka17
Wolf
tschaka17
7/10
die neuesten reviews
Ready
sonyericssohn
10/10
Cowboys
TheRealAsh
2/10
Getting
Horace Pinker
7/10
Hurricane
sonyericssohn
7/10
Defender,
Punisher77
6/10

Kommentare

06.06.2018 14:16 Uhr - JasonXtreme
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 12
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.482
Also bei dem was Du alles meckerst dürfte da am Ende keine 6 stehen, sorry ;)

06.06.2018 16:47 Uhr - tschaka17
User-Level von tschaka17 7
Erfahrungspunkte von tschaka17 752
Hostiles ist per se kein schlechter Film, nur ziemlich speziell. Mein Interesse war auf jeden Fall da, sonst wäre ich nicht im Kino gewesen.

Die wohlwollenden 6/10 gibt´s für den guten Cast, manch schöne Bilder, die drei gelungenen Spannungsszenen und das eigentlich gute Konzept. 5,5 würde "vergesslich" bedeuteten, dass ist der Film aber nicht. Bin auf andere Meinungen gespannt, der Streifen wird relativ gemischt aufgenommen.

Und der letzte Abschnitt sagt´s ja aus: Mehr Ruhe = eventuell mehr Gefallen. Diese stille Atmosphäre funktioniert halt mit Raschelkasper zwei Plätze rechts von einem so gar nicht!

06.06.2018 17:33 Uhr - TheRealAsh
User-Level von TheRealAsh 8
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 977
Ich wollte den eigentlich gern im Kino sehen, konnte dann aber leider nicht. Wenn das aber wieder so leise wie bei Mollys Games ist, dann verzichte ich definitiv und warte auf die Scheibe. Darauf hab ich keinen Bock. Inwieweit das mit der Schärfe als Stilmittel sein soll finde ich zumindest mal interessant, ob es so ist, bleibt die andere frage

07.06.2018 13:45 Uhr - wuv03
User-Level von wuv03 1
Erfahrungspunkte von wuv03 14
Schade, ich habe mich sehr auf den Film gefreut. Hatte auf einen richtig guten Streifen gehofft.

07.06.2018 21:27 Uhr - tschaka17
User-Level von tschaka17 7
Erfahrungspunkte von tschaka17 752
07.06.2018 13:45 Uhr schrieb wuv03
Schade, ich habe mich sehr auf den Film gefreut. Hatte auf einen richtig guten Streifen gehofft.

Ist ja nur meine Meinung, vielleicht gefällt er dir ja besser. Einfach selber ausprobieren, nur vielleicht nicht im Kino.

06.06.2018 17:33 Uhr schrieb TheRealAsh
Wenn das aber wieder so leise wie bei Mollys Games ist, dann verzichte ich definitiv und warte auf die Scheibe.

Würde ich dir raten, Ton überzeugt für Kino so gar nicht.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2018)