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Punisher77
Level 13
XP 2.737
Eintrag: 08.06.2018

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Vengeance - Pfad der Vergeltung

(Vengeance: A Love Story)
Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Nach einer Feier zum Amerikanischen Nationalfeiertag wird die alleinerziehende Mutter Teena vor den Augen ihrer Tochter von einer Gang brutal angegriffen und vergewaltigt. Obwohl die Täter schnell überführt sind, gelingt es deren windigem Anwalt dennoch, einen Freispruch zu erwirken. Schockiert über das unverständliche Urteil, entscheidet der ermittelnde Detective John Dromoor, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen und begibt sich auf einen blutigen Rachefeldzug gegen die Gangmitglieder.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                      VENGEANCE - PFAD DER VERGELTUNG

Der einstige Hollywoodstar und Oscar-Preisträger Nicolas Cage (Leaving Las Vegas, 1995) dreht immer noch einen Film nach dem anderen, um seinen Schuldenberg abzutragen. Auch wenn er dann und wann noch mal eine Nebenrolle in einem Kinofilm abbekommt (z.B. in Snowden, 2016), landen die meisten Filme, in denen Cage auftritt, ohne Umwege im Heimkinosegment – unnötig zu erwähnen, dass diese Streifen nicht an die Klasse seiner Karrierehighlights wie Kiss Of Death (1995), The Rock – Fels Der Entscheidung (1996) oder Lord Of War (2005), um nur einige zu nennen, herankommen. Und dennoch kommt es dann und wann vor, dass der Neffe von Francis Ford Coppola (Der Pate, 1972) in einem ganz passablen Film auftritt. Einer dieser Filme ist Vengeance – Pfad Der Vergeltung (2017).

Der von Johnny Martin (Hangman, 2017) inszenierte Film basiert auf dem Roman Rape: A Love Story (2003) von Joyce Carol Oates, der mir jedoch unbekannt ist, weshalb ein Vergleich zwischen Film und Buch ausfallen muss. Neben Nicolas Cage sind u.a. Anna Hutchison (Cabin In The Woods, 2012), Talitha Bateman ( Annabelle: Creation, 2017) und Don Johnson (Machete, 2010) Mitglieder der Besetzung.

Nach einer feuchtfröhlichen Party anlässlich des Amerikanischen Unabhängigkeitstags wird die alleinerziehende Teena Maguire (Anna Hutchison) vor den Augen ihrer Tochter Bethie (Talitha Bateman) von vier Männern brutal vergewaltigt. Der verwitwete Polizist John Dromoor (Nicolas Cage) nimmt sich des Falles an. Als es zu einer Anhörung kommt, gelingt es dem schmierigen, gerissenen Verteidiger Jay Kirkpatrick (Don Johnson), aus dem Opfer eine Täterin zu machen, so dass ein gerechtes Urteil vor Gericht höchst unwahrscheinlich wird. Also nimmt sich Dromoor der Sache an …

Der Titel Vengeance – Pfad Der Vergeltung, der Slogan „Wenn das Gesetz versagt, bleibt nur Rache“ auf dem Backcover der DVD/Blu Ray und nicht zuletzt der reißerische Trailer wecken die Erwartungen auf einen actiongeladenen Selbstjustiz-Reißer, in dem der von Nicolas Cage gespielte Cop auf blutige Weise mit dem kriminellen Abschaum abrechnet. Wer – berechtigterweise – einen solchen Film erwartet, könnte von Vengeance – Pfad Der Rache bitter enttäuscht werden. Bei diesem Film handelt es sich eher um ein Drama und längere, „richtige“ Actionszenen bietet der Film nicht. Dies sollte man sich definitiv vor Augen halten, bevor man sich Vengeance ansieht.

Als Drama ist Vengeance allerdings ziemlich gut gelungen, vor allem, weil er sich inhaltlich von so manchem Vigilante-Streifen abhebt. In vielen Rachefilmen wird ein scheußliches Verbrechen in allen Einzelheiten präsentiert (Man denke nur an die Home Invasion-Szenen in den ersten beiden Death Wish-Filmen mit Charles Bronson, 1974 & 1981), das jede noch so fragwürdige Tat des Rächers rechtfertigt. Hier ist es im Kern auch so, und dennoch macht Vengeance – im positiven Sinne – manches anders. Der Film präsentiert ein furchtbares Verbrechen, dessen Abscheulichkeit noch dadurch gesteigert wird, dass die Tochter des Opfers zusehen muss. Dabei wird von der Gruppenvergewaltigung nur das nötigste zeigt – das, was man sieht, reicht aus und die Macher des Films umschiffen den Vorwurf, mit dem z.B. Death Wish II – Der Mann Ohne Gnade (1981) konfrontiert wurde, ein so grausames Verbrechen wie eine Vergewaltigung in Exploitation-Art auszuschlachten. Auch der Rachepart des Films ist im Grunde eher zweitrangig, da die Abrechnung mit den Verbrechern eher kurz und nüchtern, aber dafür teilweise doch hart ausfällt. Vengeance richtet seinen Blick ausführlich auf die Opfer. So wird der Zuschauer Zeuge der Ungerechtigkeit, die Teena widerfährt und was es bedeutet, das grauenhafte Verbrechen vor Gericht noch einmal durchleben zu müssen und wie es sich anfühlt, von den sich auf freiem Fuß befindlichen Tätern und deren Angehörigen weiterhin terrorisiert zu werden. Dies ist ein interessanter Aspekt, der in vielen anderen Rache-(Action)Filmen unter den Tisch fällt, da das Opfer zugunsten der Aktionen des Rächers irgendwann aus dem Fokus des Films verschwindet – eines der extremsten Beispiele hierfür dürfte Zum Töten Freigegeben (1990) mit Steven Seagal sein, in dem dieser wegen seiner bei einem Anschlag verletzten Nichte einen internationalen Rachefeldzug startet, ohne dass man am Ende erfährt, was eigentlich aus der Nichte geworden ist. Dies ist in Vengeance anders, was den Streifen aber auch etwas sperrig und unbequem macht … für einen Feelgood-Filmabend ist Vengeance jedenfalls nicht geeignet.

Getragen wird Vengeance von einigen hervorragenden Darstellern, wobei man Nicolas Cage hier ein wenig ausklammern muss. Nicht, dass Cage seine Sache schlecht macht, aber er brilliert auch nicht – man kann seine Leistung als routiniert bezeichnen. Weder ist er mit vollem Herzen dabei, noch wirkt er so lustlos wie Bruce Willis (Stirb Langsam, 1988) in vielen seiner aktuellen Fließbandproduktionen. Deutlich stärker präsentieren sich Anna Hutchison als gebrochenes Vergewaltigungsopfer und Talitha Bateman als dessen Tochter. Kinderdarsteller/innen sind nicht immer jedermanns Sache, aber die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 14 Jahre junge Bateman spielt ihre Rolle wirklich gut, ohne nervig oder allzu neunmalklug zu wirken. Die beste schauspielerische Leistung geht jedoch auf das Konto von Don Johnson als widerwärtiger, mit allen Wassern gewaschener Strafverteidiger, den man gern in einem eigenen Film sehen würde und der etwas verkörpert, für das so mancher Zuschauer wenig Verständnis aufbringen dürfte – einerseits hat er keine Skrupel damit, eindeutig schuldige Vergewaltiger zu verteidigen und dabei die Wahrheit zu beugen, andererseits verurteilt er Selbstjustiz mit Hilfe der Verfassung.

Es soll natürlich nicht verschwiegen werden, dass Vengeance – Pfad Der Vergeltung auch mit Klischees arbeitet. So hat Nicolas Cages Figur einen militärischen, heldenhaften Hintergrund und erscheint manchmal wie ein von Gott berufener Racheengel. Die Täter werden als skrupelloser Abschaum dargestellt, dem das Böse förmlich ins Gesicht geschrieben steht – über die Hintergründe dieser Figuren erfährt man dagegen recht wenig.

Unterm Strich ist Vengeance – Pfad Der Vergeltung sicher kein Klassiker der Filmgeschichte und auch im Bereich des Rachefilms sind in den letzten fünf bis zehn Jahren durchaus bessere Streifen erschienen. Dennoch ist das 2017er Nicolas Cage-Vehikel ein durchaus gutklassiger Vertreter seines Genres, schon, weil er teilweise andere Pfade beschreitet, auch wenn das sicherlich nicht jedem Zuschauer gefallen dürfte. Die Racheaktionen z.B. könnte man als spannungsarm und unspektakulär bezeichnen, meiner Meinung nach passen sie in ihrer lakonischen Art aber gut zum Ton des Films. Actionfans werden hier nur am Rande bedient, aber wer sich für Selbstjustiz/Rachefilme interessiert, kann ruhig mal einen Blick riskieren.

7/10
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Kommentare

09.06.2018 01:10 Uhr - TheRealAsh
2x
User-Level von TheRealAsh 8
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Geil, wie du anfängst: "Der einstige Hollywoodstar und..." :D

Hört sich jetzt natürlich nicht gut an, aber irgendwie auch nicht ganz schlecht. Weißt du was, Puni, ich mag Nick Cage ja ganz gern und ich finde zum Beispiel auch - oh Sakrileg! - , dass das Remake von "Bad Lieutenant" mit ihm eigentlich auch was hat (auch wenn das Original natürlich viiiiiiiiieeeel besser ist);-)

PS: eigentlich müsste das doch was für Welti sein: A Love Story;-P

09.06.2018 11:52 Uhr - sonyericssohn
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Also den lass ich aus. Cage hat für mich verloren. Aber auf MANDY bin ich trotzdem gespannt.

09.06.2018 12:33 Uhr - Pratt
1x
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Sehr interessant geschrieben, ich werde mir den als großer Don Johnson Fan auf jeden Fall ansehen, dessen Rollen der letzten Jahre, egal wie groß/klein fand ich allesamt großartig, vielleicht bekommt er ja mit fast 70 doch nochmal eine größere Chance, verdient hätte er es auf jeden Fall. Ich warte noch immer auf eine vernünftige Blu-Ray von 'Dead Bang'!!!

09.06.2018 13:31 Uhr - Punisher77
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Danke für Eure Rückmeldungen :-).

@Pratt:
Darauf warte ich auch. Den Film würde ich so gern mal sehen...da wäre ich schon mit `ner DVD zufrieden.

09.06.2018 14:47 Uhr - Pratt
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09.06.2018 13:31 Uhr schrieb Punisher77
Danke für Eure Rückmeldungen :-).

@Pratt:
Darauf warte ich auch. Den Film würde ich so gern mal sehen...da wäre ich schon mit `ner DVD zufrieden.


Kann ich dir zukommen lassen. Ist allerdings nur auf englisch und in Vollbild...

14.06.2018 15:46 Uhr - Mr.Tourette
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User-Level von Mr.Tourette 2
Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 56
Na, dann blicke ich der Sichtung schon mal positiv entgegen. Ja, schade, dass Don Johnson nicht einem ähnlichen Push durch z.B. "Django Unchained", wie Travolta damals durch "Pulp Fiction" erfahren hat. Apropos, falls noch nicht gesehen. "Cold in July" ist auch was für Don Johnson Fans. Kleines, feines Thriller/Crime-Drama für einmal zufriedenes Schauen!

16.06.2018 16:06 Uhr - Pratt
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Dem kann ich nur zustimmen, in den letzten Jahren war D. Johnson häufig nur in relative kleinen Rollen zu sehen, konnte aber in diesen (auf jeden Fall bei mir) richtig punkten.
'Cold in July' fand ich auch ziemlich gut, ist aber schon einige Zeit her, gut war auch seine (leider nur kurze) Rolle in der 'From Dusk 'til Dawn' Serie!!!

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