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Killers - In jedem von uns steckt ein Killer

(Originaltitel: Killers)
Herstellungsland:Indonesien, Japan (2014)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Killers - Des Todes dunkler Bruder
Kirazu
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,97 (21 Stimmen) Details
inhalt:
Mr. Nomura ist ein attraktiver, eleganter und intelligenter Serienkiller, der sein Unwesen in Tokio treibt. In Jakarta tötet der Journalist Bayu im Affekt zwei sadistische Räuber. Über das Internet lernen sich die beiden kennen. Während Bayu hofft, in sein normales Leben zurückzukehren, fordert Mr. Nomura ihn zu einem tödlichen Duell heraus...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von inferis:

Spoiler zur Ersten Hälfte des Films sind enthalten.

Killers ein Film der Mo Brothers. Das wären Timo Tjahjanto und Kimo Stamboel, bekannt für Filme wie Macabre, Headshot und einem Beitrag zu S-VHS. Tjahjanto wurde übrigens sogar in Wilhelmshaven geboren. Das klingt zunächst interessant, doch taugt der Film auch etwas? Schauen wir mal nach.

Killers hat das Aufeinandertreffen von zwei Serienkillern als Handlung. Dabei folgen wir zum einen, einem wohlhabenden japanischen Geschäftsmann. Zumindest glaube ich er ist Geschäftsmann, ob sein tatsächlicher Beruf genannt wurde, weiß ich leider nicht mehr. Er hat aber Geld, kleidet sich vornehm, hat ein teures Auto und ein dunkles Geheimnis: Er foltert und ermordet hübsche Frauen die ihn an seine Schwester erinnern, filmt das Ganze und stellt die Sauerei dann ins Internet, wo er nach Anerkennung sucht.

Auf der anderen Seite haben wir einen Journalisten. Er lebt in einer kleinen Wohnung, hat sich mit einem reichen und korrupten Mann angelegt, der seine Frau geschlagen hat, aber trotz aller Beweise kommt der Schläger davon. Statt Korruption aufzudecken und heiße Stories zu liefern, muss er nun als Kameramann herhalten, da er in Ungnade gefallen ist. Als er denn Schläger stellen will, wird er auch noch von dessen Handlangern verprügelt. Weil das aber immer noch nicht genug ist, hat seine Ex-Frau einen Neuen. Trotz allem sucht er aber nach einer neuen Story und findet so den japanischen Killer, Nomura. Bei einer Taxifahrt nach Hause wird der Journalist, Bayu, jedoch ausgetrickst und landet in einem Hinterhalt von zwei schmierigen Verbrechern. Diese Schlagen ihn, bedrohen ihn mit Schusswaffen und einer von ihnen will ihn dann auch noch vergewaltigen. Irgendwann hat aber jeder mal genug und so wehrt sich Bayu. Die Folgen sind zwei tote Verbrecher und ein traumatisierter Bayu. Doch alles kommt noch schlimmer als Bayu am nächsten Tag feststellt, dass er das die sterbenden Gangster gefilmt hat und es auf dieselbe Videoseite geladen hat, die Nomura nutzt. Und er hat schon eine Nachricht von seinem neuen Mentor, der gerne mehr sehen würde...

Über Video und Chat kommunizieren die beiden und Nomura spornt seinen neuen Schützling an weiter zu morden und besser zu werden. Er gibt ihm Tipps und sagt ihm wie er vorgehen soll. Bayu wird immer mehr von der dunklen Seite angezogen und findet sich in Situationen wieder die immer weiter eskalieren. Währenddessen scheint Nomura eine Beziehung zu einer Blumenladenangestellten aufzubauen, kann aber auch einfach nicht aufhören zu morden oder seine extremen und brutalen Einstellungen abzulegen. Auch hier spitzt sich die Situation immer weiter zu, besonders als er eine Prostituierte trifft, die seiner Schwester besonders ähnlich sieht. Sein labiler Zustand blitzt dabei einmal auf und führt zu einer Tracht Prügel von ihrem Zuhälter. Doch richtig schlimm wird es erst als Nomura sich dafür rächen will...

Mit beiden Charakteren außer Kontrolle und unterschiedlichen Einstellungen kommt es schließlich auch zur Konfrontation zwischen den beiden Killern. Und dabei geraten allerhand Leute ins Kreuzfeuer.

Killers ist blutig und grausam, aber wahrscheinlich der harmloseste Film der Mo Brothers. Und auch die 10 Minuten an Kürzungen sind etwas zu viel wie ich finde, lediglich bei zwei Szenen hätte ich nachvollziehen können, dass sie gekürzt wurden. Natürlich geht es hier nicht nur um die Gewalt, aber ich will damit sagen wer eine Schlachtplatte haben oder einfach nur Splatter sucht, der sollte besser zu einem anderen Film greifen. Hier geht eher um die Charaktere und Atmosphäre.

Ich habe den Film jetzt schon öfters gesehen, gekürzt und ungekürzt und ich muss sagen, der Film ist in der ersten Hälfte ziemlich gnadenlos und finster. Man leidet mit Bayu mit, der alles Schlimme was man sich denken kann, abkriegt. Besonders schlimm ist das Essen mit seiner Familie nach seinem ersten Blutvergießen. Nachdem er gerade noch so eine Vergewaltigung abwehren konnte und um seine Leben kämpfen musste, nach seinem beruflichen Niedergang, muss er auch noch anhören was für ein Versager er ist und dass der Neue seiner Frau so viel besser ist. Außerdem ahnt man schon, dass es zur Konfrontation kommt und Nomuras Taten zu sehen, wie er arglose Frauen foltert und totschlägt, da wird einem schon Bange um Bayu.

Allerdings ändert sich die Stimmung später etwas. Es wird sogar versucht etwas Humor an einer Stelle einzubringen, was wirklich deplatziert und unpassend wirkt. Und auch eine Flucht von Bayu wirkt sehr in die Länge gezogen und ziemlich unrealistisch. Zumindest beim ersten Mal sehen. Doch jetzt, da ich es nochmal gesehen habe und in the Yellow Sea einige extrem unrealistische Fluchten zu Fuß gesehen habe, konnte ich damit etwas nachgiebiger sein. Es gibt schlimmeres und mit einem zugedrückten Auge kann man mit diesen Szenen leben. Auch wenn ich auf den Witz gerne verzichtet hätte.

Noch mehr verraten möchte ich aber nicht wirklich, also gehen wir erstmal auf die Schauspieler ein. Die sind alle recht gut. Besonders natürlich Bayu, der in the Raid 2 mitgemacht hat, aber er ist nicht das Einzige bekannte Gesicht hier. Ray Sahetapy, der Antagonist aus The Raid und der Porno-Typ aus Teil zwei, der auch hier natürlich wieder einen perversen spielt, sind hier dabei. Bestimmt gibt es noch mehr, die mir gerade nicht einfallen oder nicht aufgefallen sind, aber bleiben wir mal bei diesen Leuten. Der Bayu Darsteller macht seine Sache sehr gut und seine Darstellung hilft dabei, der Figur mehr Tiefe zu geben und das man mit ihm mitleidet. Der Nomura Darsteller brilliert geradezu als Japanese Psycho, nein, die Darsteller sind hier nicht das Problem, allerdings könnte das Drehbuch etwas besser sein um ehrlich zu sein. Der Film versucht eher realistisch zu sein, verliert sich aber wie erwähnt in der zweiten Hälfte ein wenig in übertriebenen Szenen. Man wollte hier vermutlich eine Art I Saw the Devil für Indonesien schaffen, doch an den koreanischen Film reichte es nicht wirklich heran. Man kann allerdings auch ein Auge zudrücken und sich auf den Film einlassen. Bis das Ende kommt.

Nicht das das Ende schlecht geschrieben wäre oder keinen Sinn ergibt. Nein, es wäre schon gelungen und treffend, wenn es nicht technisch so schlecht gemacht wäre. Es gibt einen CGI Kopfschuss in Zeitlupe, bei dem die Haut des Erschossenen Wellen aufgrund des Einschlags macht, doch die kommen einen Moment zu spät und sehen furchtbar aus. Anschließend gibt es noch einen Fall von einem Hochhaus mit einem so schlechten Green Screen, selbst die Szene aus Robocop sah bedeutend besser aus. Das versaut leider den Eindruck sehr und da es das Ende ist, ist es besonders schlimm.

Alles in allem ist aber trotzdem ein guter und sehenswerter Film herausgekommen, der an einige seiner Vorbilder leider nicht rankommt. Aber er hat genug eigenes vorzuweisen, genug Pluspunkte um interessant zu sein. Tolle Schauspieler, das richtige Maß an Blut und interessante Charaktere. Für Fans von Serienkillerfilmen und asiatischem Kino definitiv einen Blick Wert.

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Kommentare

14.10.2018 13:24 Uhr - kokoloko
1x
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Fand den Film auch ziemlich gut. Eine halbe Nacherzählung ist imo allerdings nicht nötig, wenn man seine eigentlich Review nicht daran abhandelt, aber zweifelsohne Geschmackssache. Interessante Satzreihungen, auch wenn der Stil mir fremd ist. Spoilst imo später auch etwas das Ende, wenn auch nicht explizit.

14.10.2018 18:36 Uhr - Inferis
DB-Helfer
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Die auschweifende Beschreibung der Ersten Hälfte wäre zwar nicht unbedingt nötig gewesen, allerdings wollte ich ein wenig zeigen wer hier aufeinandertrifft und welchen Background sie haben und in welchem Kontrast sie zueinander stehen. Besonders auf Bayu und sein hartes Leben, welches wir im Film miterleben wollte ich erwähnen und damit ein wenig die Stimmung beschreiben.

Jetzt, da du mich aber darauf hinweist muss ich aber auch sagen, dass es dabei wohl ein wenig mit mir durchgegangen ist (ein paar Sachen hätte ich wohl doch weglassen können oder vielleich auch nur wage beschreiben können).

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