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Dead Bang - Kurzer Prozeß

(Originaltitel: Dead Bang)
Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Dead Bang - Kurzer Prozess
Dead-Bang
Kurzer Prozess
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Jerry Beck (Don Johnson) ist ein ziemlich heruntergekommener, alkoholsüchtiger Polizist aus Los Angeles. Dennoch wird er mit dem Fall eines ermordeten Kollegen und der anschließenden Tötung eines farbigen Ladenbesitzers beauftragt. Seine Ermittlungen ergeben, daß hinter den Morden eine Organisation amerikanischer Neo-Faschisten steckt. Mit der Verbissenheit eines Terriers folgt Beck der Spur bis weit in die tiefste amerikanische Provinz. Das hinzugezogene FBI, in der Person des blasierten Agenten Arthur Kressler (William Forsythe), legt ihm jedoch bei seinen Nachforschungen eher noch Steine in den Weg. Unterstüzung bei seinem Kampf gegen die terroristische Organisation erhält er lediglich von dem (farbigen) Kleinstadt- Police Chief Dixon (Tim Reid). Zusammen ziehen die unterschiedlichen Cops gegen die Faschisten in einen wahren Krieg...
"Dead Bang" basiert (lose) auf der realen Geschichte des amerikanischen LASD (Los Angeles Sheriffs Department)-Detectives Jerry Beck.
eine kritik von pratt:

XV. ‚Dead Bang – Kurzer Prozess‘:

Hintergrund:

Die Dreharbeiten des mit 14-15 Millionen US $ budgetierten Don Johnson Filmes ‚Dead Bang‘ begannen am 14. April 1988, gedreht wurde über zehn Wochen hauptsächlich in Kanada und Los Angeles.

In der Hauptrolle ist Don Johnson (Miami Vice, Der Junge mit dem Hund) zu sehen, in weiteren Rollen sind William Forsythe (Ausgelöscht, Deadly Revenge), Penelope Ann Miller (Biloxi Blues, Freshman), Tim Reid (Simon & Simon, Frank’s Place), Tate Donovan (SpaceCamp, Memphis Belle), Michael Jeter (Tango & Cash, Daddy schafft uns alle) dabei. In einer kleinen Nebenrolle ist außerdem der echte Jerry Beck zu sehen, der auch für die Story verantwortlich war und welcher im Film von Don Johnson verkörpert wird. Die Regie übernahm Genre-Veteran John Frankenheimer (Der Zug, 52 Pick-Up), die Kameraarbeit übernahm Gerry Fisher (Highlander, Wolfen). Die stimmige Musik stammt von Gary Chang (52 Pick-Up, Feuerwalze) und einigen Passagen von Michael Kamen (Lethal Weapon, Stirb langsam).

Erfolg:

Der Film spielte in den USA gerade einmal etwas mehr als 8 Millionen $ ein, in Frankreich und Spanien lockte er  insgesamt immerhin ca. 550.000 Menschen ins Kino. Hierzulande, wo der Film am 15.03.1990 gestartet war, wollten lediglich 30.695 Menschen Don Johnson im Kino erleben, wahrscheinlich war das Publikum zu der Zeit noch zu „Miami-Vice-gesättigt“, denn da gab’s Johnson gratis jede Woche im TV.

Story:

Der Film erzählt die Geschichte des heruntergekommenen Cops Jerry Beck, der mit einer Scheidung, der Trennung von seinen Kindern, finanziellen Sorgen und Alkohol zu kämpfen hat, bis er um Weihnachten zum Mord an einem Polizisten gerufen wird und sich an dem Fall erbittert festbeißt, der immer größere Bahnen zieht …

Zum Film:

In diesem Film liefert Don Johnson eine, zumindest in meinen Augen, der besten Rollen seiner langen und wechselhaften Karriere ab, als versoffener, innerlich zerrissener und zynischer Cop kann er völlig überzeugen und er zeigt hier eine deutliche darstellerische Steigerung zu seiner Cop-Rolle in Miami Vice. Während er als Sonny Crockett meist modisch und gestylt daherkommt, präsentiert er sich hier ziemlich heruntergekommen, lebt in der letzten Kaschemme in der Nähe eines Flughafens, ist in Geldnöten und hadert mit seiner Scheidung und der einstweiligen Verfügung, die ihn daran hindert seine Kinder zu sehen, sein Jerry Beck ist ständig schlecht gelaunt und flucht wie ein Rohrspatz, tritt so ziemlich jedem auf die Füße der seinen Weg kreuzt und greift teilweise auch zu drastischen Mitteln, wenn auch nicht immer freiwillig (Für diejenigen, die den Film kennen. ;-). Nachdem er einmal „Blut geleckt“ hat und den Fall übernommen hat läuft er zur Hochform auf und lässt um keinen Preis mehr los, Johnson zeigt, dass er ein weit besserer Schauspieler ist, als ihm die meisten Kritiker zugestehen. Als Love-Interest ist Penelope Ann Miller zu sehen die allerdings im Film nur wenige Minuten Screen Time innehat, obwohl mindestens eine weitere Szene gedreht wurde, aufgrund der Kürze ihrer Rolle kann sie auch keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Eine Überraschung ist hingegen die Besetzung von William Forsythe in der Rolle von FBI-Agent Arthur Kressler, den man erst auf den zweiten Blick erkennt, er befindet sich hier fernab seiner sonst eher schmierigen, gewalttätigen Rollen und verkörpert den steifen, arroganten Bürokraten mit sichtlichem Spaß. Alle weiteren Darsteller sind in ziemlich kleinen Rollen zu sehen und unterstützen mit einigen guten Akzenten den Hauptdarsteller.

Frankenheimer’s straffe Regie, die hervorragende Arbeit des Stuntteams, mit Explosionen und blutigen Shootouts helfen dem Film die Spannung aufrecht zu halten, außerdem haben die Set-Designer ganze Arbeit geleistet, sei es Beck’s heruntergekommenes Hotelzimmer oder einige Großstadthinterhöfe, aber besonders bei der Farm und dem Bunker im Finale des Films. Der Film ist sicher kein durchgehendes Actionfeuerwerk, aber das braucht es auch nicht (immer), es gibt clevere, witzige Dialoge (‚Sunshine and Pussy‘), einige humoristische Nuancen, stimmige und abwechslungsreiche Musik, außerdem  rassistische Polizisten und Geistliche, unkooperative Vorgesetzte, White Supremacy Groups, einen merkwürdigen Psychiater und eine Verfolgungsjagd mit ungewöhnlichem Ausgang.

Des Weiteren gibt es aufgrund Einsparungen des Budgets einige großartige Locations und Landschaften in Kanada zu bestaunen (z.B. Calgary, High River in Alberta), die verschiedene Bundesstaaten der USA darstellen sollen, was jedoch nicht negativ ins Gewicht fällt.

‚It’s as simple as it get’s. Death and Taxes!‘

Fazit: ‚Dead Bang‘ ist ein hochspannender Mix aus Thriller und Roadmovie mit gut gesetzten, gelungenen Actionszenen, starken Schauwerten und einem bestens aufspielenden Don Johnson.

10/10 möglichen Punkten.

Die Reviews beziehen sich immer auf die Originalfassung, niemals auf eine synchronisierte Fassung, die das Filmerlebnis in meinen Augen stark beeinflussen.

10/10
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Kommentare

24.06.2018 16:15 Uhr - Nubret
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Top Film, top Besprechung!

Leider schon zu lange nicht mehr gesehen. Wird mal wieder Zeit!

24.06.2018 16:39 Uhr - Punisher77
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Tolles Review, liest sich sehr gut und ist sehr informativ. Habe gestern auch ein Review zu dem Film geschrieben. Der Film hat mir auch gut gefallen, wenn ich auch keine 10/10 verteilt habe - nochmals danke!

24.06.2018 18:05 Uhr - NoCutsPlease
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Obwohl ich ein großer Frankenheimer-Fan bin, ist mir dieser Titel leider noch nicht vor die Flinte gekommen.
Dank deiner sehr lobenden Besprechung (und der vom Punisher) ist er nun ein gutes Stück höher auf meiner Liste gewandert.

24.06.2018 19:38 Uhr - JasonXtreme
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Schau Dir den mal an NCP, der macht echt richtig Laune! Ne 10 kann ich da zwar nicht raushauen, aber ne 8 lass ich gerne springen. Es kann schon mal sein, dass ne Synchro nen Film etwas runterzieht, ich möchte aber mal drauf verweisen, dass wir in Deutschland noch die professionellsten Synchros vorgesetzt kriegen und ich das nie verallgemeinern würde. Ein Film wie dieser hier wusste ich nicht, wo der unter der Synchro leidet. Ansonsten finde ich die Rezi gut geschrieben

24.06.2018 23:55 Uhr - Pratt
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@All, danke für euer Lob, witziger Zufall, dass die Reviews fast zeitgleich herauskamen ;-) !!!

@NCP: Ja, unbedingt ansehen ist der beste der "späten" Frankenheimer Filme obwohl der folgende 'Powerplay' und der vorangegangene '52 Pick up' auch sehr gut sind, beide mit Roy Scheider!!!

@JasonXtreme, kann mich mit Synchros nicht anfreunden, bei den meisten Filmen, die ich vorher auf deutsch schon kannte wurden die Dialoge doch deutlich "geplättet" und wirken im Original teilweise schon fast subtiler ;-), zudem trägt die Orginalstimme der Darsteller noch zum Flair des Films bei, aber das ist wie alles Geschmackssache, wenn es sich vermeiden lässt kommt mir keine Synchro ins Haus ... ist auch in der heutigen Zeit teilweise merkwürdig, was die da übersetzen (z.B. bei Sticoms wie 'Two and a half Men', 'BBT' oder 'The Simpsons' ...).

25.06.2018 11:04 Uhr - JasonXtreme
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Danke für die Erklärung ;) sollte auch keine Anfeindung sein, ich kenne einige Leute die das so handhaben. Ja ich schau manches auch im O-Ton, Synchro ist aber entspannter. :D

25.06.2018 22:07 Uhr - Pratt
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@Hab' ich auch nicht so verstanden ;-). Ich schaue eigentlich seit Einführung der DVD nur auf Englisch und letztens wurde ich sogar von 'ner Bekannten drauf hingewiesen, dass schon wieder englisch läuft, irgendwann geht das so über ... wobei ich damals in der Schule noch Probleme mit englisch hatte ... Zeiten ändern sich, ist aber auf jeden Fall ein starker Film!!!!

26.06.2018 14:13 Uhr - Tom Cody
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Ein echt schickes Review zu dieser unterschätzten Frankenheimer-Perle.

Großartig, wenn der verkaterte Beck sich nach einer stressigen Verfolgungsjagd zu Fuß erst einmal über den Verdächtigen erbricht. :-)

Den Film habe ich damals sogar im Kino gesehen, und ja, er ist tatsächlich noch etwas besser als die beiden Roy Scheider-Filme.

Es ist wirklich eine Schande, dass es von "Dead Bang" hierzulande keine Blu-ray oder wenigsten eine anständige DVD-Veröffentlichung gab.
Das Warten geht weiter... :-(

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