SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Predator Hunting Grounds · Lass die Jagd beginnen · ab 38,99 € bei gameware Exploding Kittens NSFW Edition · Das explosionsstärkste Katzen ähm Kartenspiel · ab 16,99 € bei gameware

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere

(Originaltitel: The Hobbit: The Battle of the Five Armies)
Herstellungsland:USA, Neuseeland (2014)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Drama, Fantasy
Alternativtitel:Der Hobbit 3
Der Hobbit III
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,33 (62 Stimmen) Details
inhalt:
„Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ zeigt das epische Finale der Abenteuer von Bilbo Beutlin, Thorin Eichenschild und den Zwergen. Als die Gefährten ihre Heimat vom Drachen Smaug zurückfordern, entfesseln sie unversehens seine zerstörerische Kraft: Der wütende Smaug speit seinen feurigen Zorn auf die wehrlosen Männer, Frauen und Kinder von Seestadt.

Thorin ist besessen von seinem Drang, den zurückeroberten Schatz zu schützen – dafür riskiert er sogar Freundschaft und Ehre, während Bilbo verzweifelt versucht, ihm Vernunft beizubringen. Bald muss der Hobbit eine sehr brisante Entscheidung treffen. Doch noch viel größere Gefahren stehen den Gefährten unmittelbar bevor. Denn nur der Zauberer Gandalf erkennt, dass der gewaltige Gegner Sauron seine Ork-Legionen in Marsch gesetzt hat, um den Einsamen Berg überraschend anzugreifen.

Als sich der Konflikt zuspitzt und die Finsternis hereinbricht, stehen die Völker der Zwerge, Elben und Menschen vor der Wahl: entweder gemeinsam kämpfen oder untergehen. In der epochalen Schlacht der Fünf Heere setzt Bilbo sein Leben für das seiner Freunde ein: Die Zukunft von Mittelerde steht auf dem Spiel.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab:
Es tut mir leid, dass das Review wieder recht lang geraten ist, aber ich wollte mich nicht noch kürzer fassen.

Ich habe die Tolkinromane nicht gelesen - weder „Der Herr der Ringe“, noch „Der Hobbit“.
Somit bewerte ich (logischerweise) die Hobbitverfilmung, hier den Abschluss der Filmtrilogie (2012 bis 2014)

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere

aus dem Jahr 2014 als Film, nicht als „erweiterte“ Romanverfilmung.

Da ich ein 3D Liebhaber bin, schaue ich den Extended Cuts dieses Films in der Regel auch in 3D.
Den sehr guten und ausführlichen Schnittbericht zwischen der Kinofassung und dem Extended Cut lege ich jedem ans Herzen, der noch nicht weiß, ob sich der Kauf des Extended Cuts lohnen würde - es lohnt sich!

Die „Hobbittrilogie“ bildet eine zeitlich etwas versetzte Vorgeschichte zum „Herrn der Ringe“ und beleuchtet einiges, was bzw dessen Ergebnis und Folgen wir in „Der Herr der Ringe“ Trilogie (2001 bis 2003) zu sehen bekamen, wie etwa die Geschichte der drei versteinerten Trolle, Stich, das Mithrilkettenhemd (welches wertvoller ist als das gesamte Auenland!) oder auch, was es mit Gandalfs „in die Geschichte mit dem Drachen kaum involviert“ u.v.m. auf sich hat. Wenn man die „Hobbittrilogie“ gesehen hat, wirkt im Anschluss besonders „Der Herr der Ringe: Die Gefährten (2001) tatsächlich etwas anders als zuvor!


Eine kurze, inhaltliche Einordnung des dritten Hobbitfilms:
Bilbo Beutlin (Ian Holm) schreibt an seinem 111. Geburtstag, dessen Feier den Anfang von „Der Herr der Ring: Die Gefährten“ bildet, für seinen Adoptivsohn und Neffen Frodo (Elijah Wood) seine 60 Jahre (?) zurückliegende Reise zum „Einsamen Berg“ auf, die sein Leben nachhaltig veränderte. Während der erste Hobbitfilm „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (2012) zeigte, wie sich der Zauberer Gandalf, der Graue (Ian McKellen), und der junge Bilbo Beutlin (Martin Freeman) kennenlernten und Gandalf Bilbo zum 14. Gefährten und Meisterdieb einer waghalsigen Unternehmung auserkort bzw im zweiten Teil „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (2013) die Erstarkung des Bösen sowie das Auftreten neuer und alter Verbündeter erfolgt, befasst sich Teil drei „Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere“ (2014) mit Thorin Eichenschilds Drachenkrankheit und vor allem der titelgebenden großen Schlacht.


Review:
Der Abschluss der „Hobbittrilogie“ ist fast schon umstritten.
Einerseits ist er mit fast 1 Milliarde Dollar Einspielergebnis, demnach gut dem vierfachen des Budgets, der finanziell erfolgreichste Teil der „Hobbittrilogie“, die zusammen rund 1,9 Milliarde Dollar Einspielergebnisse bei rund 425 Millionen Dollar Budgets hat, bietet (ausgehend vom Extended Cut) nach „The Frighteners“ (1996) Peter Jacksons zweiten R-Rated Film - er sollte unbedingt mehr davon abliefern! - und somit den ersten Film „aus Mittelerde“ mit dieser Freigabe und stellt, meines Erachtens nach, einen gelungenen Übergang zur „Herr der Ringe“ Trilogie her. Andererseits sind die Durchschnittswertungen des Films die schlechtesten der gesamten Reihe. Aber wie kommt es dazu? Ich kann hierbei nur mutmaßen, da ich eine andere Meinung habe.

Was ich mir vorstellen kann, wäre das bereits angedeutetes „erweiterte“ Romanverfilmung.
Mit Thorins Drachenkrankheit / Wahn wurde der Film dann vielleicht doch zu sehr in die Länge gezogen und die verbarrikadierten Zwerge wirken daher auch inhaltlich teils etwas eingeengt; man ist froh, wenn dieser Teil des Films vorbei ist; von Logik bei der Szene, in der diese hinausstürmen und die paar Meneken den Spieß umdrehen, sollte man auch gar nicht erst anfangen. Der Roman ist nun einmal nicht sonderlich dick und die Verfilmung in einer Trilogie, statt einem oder zwei Film(en), erforderte nun einmal das Hinzudichten sehr vieler, teils vielleicht auch nicht ganz nötiger, Passagen. Mir persönlich gefällt die „Hobbittrilogie“ sehr gut, aber auf Zuschauer, die eine Romanverfilmung erwarteten und / oder gewünscht hatten, könnte die Trilogie zäh wie Kaugummi wirken.

Nunja, die Brutalität, die zur besagten amerikanischen Freigabe (R) führte - in Deutschland dürfen 12 jährige bereits den Film sehen :-D - bzw die Tatsache, dass ausgerechnet in einer Filmreihe, die auch den ein oder anderen jüngeren Zuschauer in seinen Bann ziehen dürfte, der Weltrekord für die längste Kampfsequenz in einem Film (5 Minuten in der Kinofassung) gehalten wird, von der einstündigen Endschlacht gar nicht erst anzufangen, könnte ein weiterer Grund gewesen sein, was vielen Eltern etwas sauer aufgestoßen ist / sein könnte. Dies würde mich persönlich allerdings insofern wundern, da die gesamte „Hobbittrilogie“ wesentlich harmloser, teils kindlicher / -gerechter gemacht ist, als etwa die „Der Herr der Ringe“ Trilogie, auch bei den Schlachten, wenn man diese vergleicht. Wobei die hier gezeigten Schlachten schon ihre Härten haben - hier hätte auch eine FSK 16 Freigabe drin sein können, ohne dass jemand großartig hätte meckern können.

Die anfangs gezeigten Kämpfe und handlungstechnisch relevanten Szenen, lange vor der Endschlacht, darf man aber auch nicht unterschätzen! Der Endkampf gegen den todbringen Smaug in der Seestadt und dessen Tod zu Beginn des Films, welche effektetechnisch gesehen sehr gelungen ist - wobei es im gesamten Film an der Bildqualität definitiv nichts aussetzen gibt. Warum dies der einzige Mittelerdefilm ist, der für seine visuellen Effekte keine Oscar-Nominierung erhalten hat, leuchtet mir nicht ein. Atemberaubende Bilder, wir sehen mal wieder gefühlt halb Neuseeland, gute 3D Effekte, Bild- und Tonqualität perfekt, musikalisch schön untermalt - technisch habe ich gar nichts zu meckern! - oder etwa der Kampf der vier Zauberer, Frau Galadriel (Cate Blanchett), Saruman, der Weiße (Christopher Lee - sein letzter Film: †07.06.2015), Radagast, der Braune (Sylvester McCoy), und Gandalf, der Graue (Ian McKellen), gegen den Nekromant, der sich als Sauron entpuppt, mitsamt den Ringgeistern, nettes Wiedersehen - episch, spannend und grandios! Ob Saruman, der sich hier aufmacht, den Feind zu verfolgen, hierbei mit Sauron verbünden wird? Denkbar!
Auch Bilbos Rolle, der zwischen Zwergen, Elben und Menschen hin und hergeistert, Ring der Macht sein Dank - gut für Ihn, dass Sauron und seine Ringgeister gerade anderweitig beschäftigt sind... Besonders Bilbos Rolle und seine Entwicklung sind Wahnsinn in dieser Trilogie - vom Spießer zum mutigen Abenteurer, der tut, was getan werden muss. Der Übergang am Ende, dass Thranduil (Lee Pace) seinem Filmsohn Legolas, der übrigens in Wirklichkeit nur zwei Jahre jünger ist, als er selber, zu Aragorn schickt, der ja bekanntlich ein Dúnedain ist, stellt auch wieder einen geschickten Übergang zum „Herrn der Ringe“ her. 

Um nochmal auf das Hinzudichten zurück zu kommen, Tauriels (Evangeline Lilly) Rolle wurde ja auch komplett hinzugedichtet - eine gute Erweiterung, wie ich finde; nicht zwangsläufig nötig, aber nett in Szene gesetzt und nicht zu kitschig die Romanze von Ihr und Kili (Aidan Turner). Dass Ihre Rolle, zusammen mit Legolas (Orlando Bloom) genutzt wird, um auch alte, bekannte Orte (Gundabad) nochmals zu zeigen, fand ich schon geschickt gelöst.

Ansonsten bleibt die titelgebende „Schlacht der fünf Herre“ natürlich ein optisches Monstrum - Zwerge, Elben, Menschen, Orks und Urukhais mit all Ihren Verbündeten - was ein Aufeinandertreffen!
Die gelenkten Riesentrolle, an deren Augen(-gliedern) Ketten zur Lenkung befestigt sind, bieten, wie auch Beowolf Auftritt - zumindest im Extended Cut, in der Kinofassung kommt er ja leider nur sehr kurz vor - einige Neuerungen, die man in vorigen Schlachten so noch nicht gesehen hatte. Andere gruselig gestaltete Riesen / Trolle oder wie man diese Wesen auch immer bezeichnen mag, habe man etwas von „Oger“ beispielsweise gelesen, ebenso, wie die Widder der Zwerge, die Adler oder halt die Wechsel der Kampfgebiete - Berg, Eis, Luft, Stadt - diese Schlacht bietet zig Szenerien. Hierbei wirken zwar einige Stellen mit den Zwergen oder auch Legolas etwas kitschig, aber das sei mal verziehen - es ist wie im Vorgängerteil die Verfolgungsjagt auf dem Fluss in den Fässern, da merkt man doch noch, dass es eben kein ultrabrutaler Film werden sollte.

Die Endkämpfe um Azog (Manu Bennett) gegen Thorin Eichenschild (Richard Armitage) und Bolg (John Tui) gegen Legolas haben es dafür wieder in sich und sind wirklich spannend inszeniert, auch bzw gerade bei wiederholtem Anschauen! Der unerwartete Tod einiger Hauptdarsteller, das also auch mal die Guten teilweise sterben, ist auch nicht allzu oft gesehen, eine krasse Entscheidung, die ich so nicht gedacht / vorhergesehen hätte - erklärt natürlich, warum der ein oder andere keinen Auftritt mehr haben wird / gehabt hat.
Nach fast einer ganzen Stunde (Extended Cut) bzw über 50 Minuten (Kinofassung) ist selbst diese Endschlacht geschlagen - Donnerwetter; diese Zwerge haben sich verewigt.

 

Fazit:
Es ist ein Film voller furioser Schlachten, Action, Adrenalin und Fantasie, liebgewonnen Darstellern, dem Wiedersehen mit sowie dem Abschied von alten Bekannten in Mittelerde. Dieser Film hat die kürzeste Laufzeit aller Mittelerdefilme von Peter Jackson, die fast zweieinhalb Stunden (Kinofassung) / zweidreiviertel Stunden (Extended Edition) verfliegen, wie im Flug und unterhalten bestens von der ausufernden Drachenkrankheit abgesehen.
Auch nach mehrfachen Sehen immer wieder atemberaubend und wundervoll.
Dass auch beim Abspann, wie in „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2004) der untermalte Abspann den Abschluss bildet, ist dann der phantastische Ausklang und Abschied von Mittelerde.

09 von 10 Punkten

9/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Summer
Kaiser Soze
7/10
Why
Kaiser Soze
10/10
die neuesten reviews
Stirb
Punisher77
7/10
Glass
uenal7
6/10
Grotesque
uenal7
3/10
Brawl
Ghostfacelooker
Pod
sonyericssohn
8/10

Kommentare

27.09.2018 20:35 Uhr - BFG97
2x
Moderator
User-Level von BFG97 14
Erfahrungspunkte von BFG97 3.084
Ganz, ganz, GANZ tolle Kritik, die du da geschrieben hast :D Ein wahrlich epischer Abschluss einer großartigen Mittelerde-Sage mit Witz und grandios inszenierten Schlachten. Großes Kino, das ich mir immer wieder gerne anschaue. Erst vor wenigen Tagen habe ich mir alle drei Teile der extended Herr der Ringe Trilogie hintereinander angeschaut und bald folgt die ganze Hobbit-Reihe. Nach deiner famosen Besprechung freue ich mich noch mehr darauf ;D

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)