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dicker Hund
Level 12
XP 2.426
Eintrag: 09.08.2018

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The Church

(Originaltitel: La chiesa)
Herstellungsland:Italien (1989)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror
Alternativtitel:Cathedral of Demons
Demon Cathedral
Demons 3
In the Land of the Demons

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,47 (23 Stimmen) Details
inhalt:
Ein junger Bibliothekar stößt während seiner Arbeiten in einer Kathedrale auf ein geheimnisvolles, uraltes Dokument, dessen Spur ihn zu einem riesigen, eingemauerten Kreuz führt. Doch während er versucht es teilweise freizulegen, geschieht etwas Schreckliches. Die düstere Kirche erwacht plötzlich zum Leben und zieht alle, die sich darin aufhalten, in einen Strom grausiger Vorfälle. Sie wird zur Spielwiese des Teufels, auf der sich ausschweifende Halluzinationen, Orgien der abgrundtiefsten Verderbtheit und blutigste Rituale vollziehen. Was passierte an diesem geweihten Ort vor hunderten von Jahren?
eine kritik von dicker hund:

Argento-Schüler Michele Soavi lieferte mit dem Okkulthorror "The Church" seine dritte Regiearbeit ab, die zeitlich zwischen seinem "Aquarius" und "DellaMorte DellaMore" liegt. Die Thematik um die dämonischen Nachwehen der Hexenverfolgung erhält einen Prolog, der bereits durch die dank der Band "Goblin" tranceartig geratene Vertonung gefällt. Ritter in mit Kreuzen geschmückten Kutten und Rüstungen treiben ihr brutales Werk, bei dem sie gelegentlich vor der Tötung wehrloser Mädchen noch einige Sekunden geradezu genüsslich innehalten. Bereits hier lässt sich eine erste Kritik an der katholischen Kirche erkennen, mit welcher der weitere Plot durchzogen ist. Das war 1989 noch nicht so ein verbrauchtes Motiv wie heute.

Der Haupthandlungsstrang spielt sich überwiegend in dem Dom ab, der auf dem Massengrab aus der Einleitung dereinst errichtet wurde. Dieser weiß mit seinem altehrwürdigen und doch brüchigen Gemäuer zu gefallen, woran die verbauten obskuren Konstrukte und düsteren Malereien einen erheblichen Anteil haben. Es kommt sogar ein wenig Stimmung der Marke "Tenebrae" auf, wenn Argentos Tochter Asia in ihren jugendlichen Jahren durch Synthie-belegte Katakomben schwirrt.

"Du hast dich wieder herumgetrieben!"

Weniger atmosphärefördernd agiert Tomas Arana alias Evan, der in "Gladiator" besser aufgehoben war. Sein depperter Ausdruck lässt den Verdacht heimlichen THC-Konsums vor dem Dreh aufkeimen, während er im Übrigen durch fleißiges "Underacting" glänzt. Seine Ode an Jack Nicholson in "Shining" erscheint da als unfreiwillig komischer Höhepunkt (Humor 3/10). In diese Kategorie fallen außerdem einige der Dämonenpuppen, von denen an vorderster Front ein eigenartiger Gummi-Leguan-Verschnitt für eine satte Mischung aus Belustigung und Mitleid sorgt. Diese Requisite ließe sich locker im Souvenir-Shop einer Sea-Life-Filiale als Kuscheltier verkaufen. Besser, wenn auch noch lange nicht gut, gelang da der Gehörnte, der ähnlich wie sein schwarzer Engel eine nackte Schönheit in seinen anzüglichen Griff bekommt (Sex 3/10). Barbara Cupisti ("New York Ripper") zieht in diesen Szenen als "Lisa" viel effektiver die Blicke auf sich als in ihren Interaktionen mit dem unmotivierten Arana. Regelrecht charismatisch sticht dagegen trotz geringer screentime der schundgestählte Giovanni Lombardo Radice ("Der Schlitzer", "Rache der Kannibalen") in der Rolle des Reverend heraus.

Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Figuren, was zugleich einen Stolperstein für die Spannung bedeutet. Angesichts der ständig wechselnden Personen fehlt ein roter Faden, und eine selbst rudimentäre Charakterisierung wird unmöglich gemacht. Füllwerk mit austauschbarem Verhalten von Besuchern des verwunschenen Doms erweist sich als fürchterlich belanglos und zerfasert die ohnehin schwächelnde Dramaturgie noch weiter. Da atmet man fast erleichtert auf, wenn Schocks wie ein derber Suizid endlich wieder Genreelemente aufgreifen (Horror 5/10, Gewalt 6/10). Fiese Visionen und eskalierendes Fehlverhalten der Besessenen bemühen sich um die Elemente des Grauens. Dafür müssen sie gegen wunderliche Dialoge anspielen, in denen sie geradezu minutiös über das Wesen und den Ursprung ihres Zustandes Bericht erstatten. So reflektierte Opfer von dämonischer Einflussnahme bekommt man sonst selten zu sehen. Die deutsche Synchro wertet die oft holprigen Dialoge leider auch nicht gerade auf.

So ist "The Church" zwar okay (6/10 Punkten) und beileibe kein schlechter Film. Seine bizarren Einfalle, seine ansatzweise hypnotische Musik und seine gefälligen Set-Pieces geben ihm eine sehenswerte Eigenständigkeit. Die daraus entstehenden Möglichkeiten sind durch die Mängel in Dramaturgie und Effektkunst jedoch in ihre Schranken verwiesen. Weggefallen ist dagegen eine rechtliche Schranke, denn die Indizierung ist seit 2015 Geschichte.

6/10
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Kommentare

09.08.2018 06:17 Uhr - Nubret
2x
User-Level von Nubret 8
Erfahrungspunkte von Nubret 862
Tolle Arbeit wieder, wobei der Film bei mir etwas besser weggkommt.

Müsste ich mal wieder einlegen.

09.08.2018 07:25 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 12
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.426
Schön, dass Du mir so konsequent durch den heißen Sommer folgst, Nubret!

:-)

09.08.2018 08:36 Uhr - Punisher77
2x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 13
Erfahrungspunkte von Punisher77 2.814
Tolles Review in bester "Dicker Hund"-Manier! Ich würde dem Streifen aufgrund seiner Atmosphäre noch einen Punkt mehr geben, auch wenn er seine Schwächen hat, die von Dir anschaulich beschrieben werden.

09.08.2018 10:41 Uhr - alraune666
1x
6/10 ist ne faire Sache. Konnte den damaligen hype um den hier nicht ganz nachvollziehen ... wahrscheinlich weil er fett mit den Namen Argento vermarktet wurde erhielt er viele umwerfende Kritiken ... wunderbare Atmosphaere, das reicht alleine nur nicht.

09.08.2018 12:29 Uhr - sonyericssohn
2x
DB-Helfer
User-Level von sonyericssohn 17
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 5.338
Ja, den mag ich. Der is so herrlich verschoben ! Dem würde ich sogar ne 7 geben...

09.08.2018 13:41 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 12
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.426
Hey, besten Dank!

Da sind wir ja diesmal ziemlich nahe beieinander.

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