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Nubret
Level 7
XP 792
Eintrag: 08.07.2018

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Parapsycho - Spektrum der Angst

Herstellungsland:Deutschland (1975)
Genre:Horror
Alternativtitel:PSI
Parapsi... Spektrum der Angst
Sensoria

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
In drei Episoden werden tatsächliche, unerklärliche Ereignisse in Spielhandlungen dargestellt. Der dokumentarische Wert ist unbestritten, wenn auch das Dargestellte mit den gesunden Sinnen der Menschen nicht erklärbar ist. - REINKARNATION schildert, wie ein Mann einer betörenden Frau begegnet, die nach den Akten der Polizei bereits 35 Jahre tot ist. - In der Episode METEMPSYCHOSE greift eine Verstorbene in das Leben ihrer einstigen Familie ein. - In TELEPATHIE wird der tragische Fall einer jungen Frau geschildert, die sich in telepathischer Gefangenschaft befindet und dieser nur durch den Tod entfliehen kann.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von nubret:

Der Österreicher Peter Patzak, dessen Ausflüge ins Thrillergenre (DER JOKER, KILLING BLUE) ich bereits vorgestellt habe, ist in seiner Heimat durch die skurille Krimi-Reihe KOTTAN ERMITTELT zu unsterblichem Ruhm gelangt.

Seinen Abstecher ins Horror-Genre kennen die wenigsten. Diese Tatsache ist jedoch kaum verwunderlich, denn sein 1974 entstandener PARAPSYCHO-SPEKTRUM DER ANGST ist ein extrem nüchterner, schwer zugänglicher Film. Bereits die Anfangscredits, die auf einer ratternden Schreibmaschine sichtbar werden, sind ein Vorbote für die kühle, fast dokumentarische Wirkungsweise dieses ungewöhnlichen Streifens. Noch bevor die Handlung dieses in drei Episoden aufgeteilten Werks beginnt, wird der Zuschauer mit angeblich realen Umfrageergebnissen konfrontiert, die den Glauben der Bevölkerung an die Existenz parapsychologischer Phänomene untermauern soll.

Heute würde man darüber vermutlich den Kopf schütteln, aber in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrtausends gehörte der Glaube an solche Phänomene und abstruse Theorien durchaus zum Chic, was zweifelhaften Persönlichkeiten wie Uri Geller oder auch "Evolutionsforscher" Erich von Däniken volle Veranstaltungsräume bescherte.

So gesehen war es relativ geschickt von Patzak, seine drei Geschichten, die inhaltlich in keinem Zusammenhang stehen, als reale Ereignisse zu verkaufen. Diese Tatsache, gepaart mit dem eingangs erwähnten dokumentarischen Stil, machen PARAPSYCHO zu einem einzigartigen, recht interessanten Zeitdokument. Aber wie gesagt nur für die wenigen, die sich auch auf äußerst eigenwillige Filmkunst einlassen können.

Kurz zum Inhalt:

Episode 1: REINKARNATION. Harry wird wie von Geisterhand zu einem alten Schloß geleitet, das eine unheimliche Faszination auf ihn ausübt. Dort wird er bereits von einer wunderschönen Frau (Marisa Mell/DER TOLLWÜTIGE) erwartet, mit der er schließlich die Nacht verbringt. Diese gesteht ihm schließlich einen Mord. Später erfährt er, daß dieses Verbrechen schon Jahrzehnte zurückliegt. Ist seine Eroberung überhaupt noch am Leben? War alles nur ein böser Traum?

Episode 2: METEMPSYCHOSE. Ein Professor (William Berger/KEOMA) hat eine Affäre mit einer Studentin. Nachdem seine Frau (mit Absicht?) bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, verändert sich sein Leben schlagartig. Seine Tochter (Debra Berger/auch im wahren Leben die Tochter des Darstellers) braucht von da an psychiatrische Hilfe, seine Geliebte, die er fallen lässt, begeht Selbstmord. Doch deren Gefühle und Schmerzempfinden scheinen sich auf mysteriöse Weise auf Tochter Debbie übertragen zu haben, die die letzten Lebensstadien der Studentin hautnah miterleben muß..

Episode 3: TELEPATHIE. Dank seiner telepathischen Fähigkeiten macht sich ein unheimlicher Maler (Mathieu Carriere) eine junge Braut gefügig, die mehrere hundert Kilometer zu ihm zurücklegt. Sie gerät in eine unerklärliche Abhängigkeit zu dem seltsamen Künstler, der sie scheinbar nur durch den eigenen Tod entrinnen kann.

Das Drehbuch zu diesem filmischen Kuriosum hat Peter Patzak zusammen mit dem bekannten ungarischen Regisseur und Drehbuchautor Geza von Radvanyi (ES MUSS NICHT IMMER KAVIAR SEIN) verfasst, dessen langjähriger Produktionsleiter Georg M. Reuther die Idee  zu diesem Projekt hatte.

Der kühle Inszenierungsstil trägt zu einer bedrückenden, durchweg düsteren Atmosphäre bei, die einen schon etwas frösteln machen kann, selbst wenn man nicht an übernatürliche Phänomene glaubt. Besonders auffällig ist auch das teilnahmslose, fast gefühlskalte Spiel sämtlicher Darsteller, die scheinbar allesamt nicht zu starken menschlichen Emotionen fähig zu sein scheinen. Ich gehe anhand des renommierten Casts mal davon aus, das dies ein weiteres Mittel des Regisseurs war, den Film so nüchtern wie möglich zu gestalten. Darüber hinaus wissen William Berger und Marisa Mell, ebenso wie die anderen Darsteller durchaus zu überzeugen. Besonders hervorstechend ist jedoch Mathieu Carriere, der mit einer solchen Eiseskälte rüberkommt, daß man meinen möchte, er wäre auch im wirklichen Leben so.

Atze Glanerts (DR. FUMMEL UND SEINE GESPIELINNEN) Kameraarbeit ist ein weiterer Mosaikstein in diesem durch und durch dunklen Film. Kein einziges Bild, das so etwas wie Fröhlichkeit vermittelt, ist ihm diesmal vor die Linse gehuscht. Aber auch die Synthie-Klänge von Manuel Rigoni und Richard Schönherz sind sehr minimalistisch und immer wiederkehrend, fräsen sich sozusagen unaufhaltsam in die Gehörgänge des Zuschauers. In der ersten Episode erklingt des öfteren, irgendwie passend zu dem alten Schloß, FÜR ELISE vom guten, alten Ludwig van Beethoven. Gedreht wurde PARAPSYCHO übrigens in Österreich und Venedig.

Aber auch für den Sleaze- und Exploitation-Freund gibt es einiges zu bewundern. In jeder Episode bekommt man recht freizügige Nackt- und Sexszenen zu sehen, bei denen Marisa Mell natürlich besonders positiv hervorsticht. Die wenigen Todesszenen sind realistisch und relativ blutig inszeniert, was dem Realitätsanspruch der ganzen Geschichte natürlich sehr gut zu Gesicht steht. Etwas übertrieben hat es Patzak allerdings mit einer echten (!) Autopsie-Szene, die wirklich unglaublich ausgedehnt ist, und selbst den hartgesottenen Filmfreund zum Entleeren seines Mageninhalts bewegen könnte. Ganz heftiger Tobak und damals sicherlich ein absoluter Skandal!

PARAPSYCHO ist jedenfalls ein kurioses, ziemlich eigenartiges Zeitdokument. Die permanente Düsterkeit, die Emotionslosigkeit der Darsteller, die absolute Tristesse des Gezeigten, all das sorgt dafür, daß Patzaks Werk für das Gros der Filmfreunde unzugänglich bleiben wird. Wer sich aber darauf einlassen kann und will, wird mit einem Filmerlebnis belohnt, das wohl ziemlich einzigartig ist.

Von der Kritik, damals wie heute, wurde der Film leider ausnahmlos verrissen. Lange Zeit war Patzaks Streifen nur als Video-Kassette verfügbar und schwer zu beschaffen. Vor einigen Jahren hat die Firma CMV sich des Films angenommen, und ihn ungekürzt auf Scheibe pressen lassen. Danke dafür!

 

 

7/10
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Kommentare

08.07.2018 21:51 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 11.800
Wirklich schön, dass auch solche Raritäten hier ihren Platz finden.
Diesen mir unbekannten Episodenfilm hast du jedenfalls sehr anschaulich vorgestellt.

08.07.2018 22:32 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 9
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.082
Wahrscheinlich werde ich diesen Film nie sehen, aber irgendwie hört es sich doch ganz spannend an, wie du das wieder vorstellst. Seltsame deutsche Stilblüten gibt es leider zu hauf, nicht nur im Pfälzer Weinkeller. Formidabel, Sergilein!

09.07.2018 06:28 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 7
Erfahrungspunkte von Nubret 792
Danke, Kollegen!

Solche seltsamen Kuriositäten üben schon immer eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Als nächstes steht übrigens ein ultra-seltener Film über politischen Extremismus, bzw. Terrorismus auf meinem Plan, der schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat.

Wäre schön, wenn ihr wieder reinschaut!

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