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Aquifel
Level 5
XP 371
Eintrag: 10.07.2018

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Secret of Mana

(Seiken Densetsu 2: Secret of Mana)
Herstellungsland:Japan (2018)

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (1 Stimme) Details
eine kritik von aquifel:

Wer in den frühen 90ern ein SNES besessen hat, der wird früher oder später auch auf Secret of Mana gestoßen sein. Der zweite Seiken Densetsu Teil von Square gilt auch heute noch, trotz aller Mängel, die das Spiel genau genommen hatte, unumstritten als Klassiker und eines der besten Spiele für Nintendos Konsole.

Fast forward ins Jahr 2018. Remakes von Klassikern, egal aus welcher Generation, sind heute ein probates Mittel, um Kohle zu scheffeln und Nostalgikern wie jungen Spielern diese Games näher zu bringen. Ich bin ehrlich, die meisten interessieren mich nur bedingt, aber Secret of Mana... ich war schon dezent gehyped.

Die Geschichte ist so simpel, wie klischeehaft. Nachdem unser Portagonist das Mana Schwert aus seinem Sockel zieht gelangen Monster in die Fantasywelt. Zudem will nun ein Fiesling auch noch die Herrschaft an sich reißen. Zusammen mit einer Prinzessin und einer Koboldin muss der neue Schwertträger nun die Welt retten.

Naja, das soll kaum stören. Letzten Endes geht es bei Secret of Mana ums looten und leveln. Man folgt der Geschichte, killt hunderte Trashmobs in immer neuen Dungeons, erhält neue Zauber, neue Orbs um die Waffen zu verstärken und kämpft ab und an gegen mehr oder minder fordernde Bosse. Secret of Mana war immer schon Grind und das bleibt es auch im Remake. Sind Waffen und Zauber nicht aufgelevelt, wird es schwer. Sind sie es dann wird es, im Remake zumindest, teils erschreckend leicht.

Das damals revolutionäre Kampfsystem ist überwiegend gleich geblieben. Man kann seine Attacken aufladen kann, muss allerdings auch immer auf die "Grundaufladung" (quasi Kondition) achten, um überhaupt richtig zuschlagen zu können. Zauber, Items, Waffenwechsel können über das Ringmenü genutzt werden. Zum Glück gibt es im Remake auch Shortcut-Tasten, sonst wäre das Management der Zauber der Charaktere, die die KI steuert, viel zu unhandlich. Ein, zwei mehr Shortcut-Tasten wären mir aber noch lieber gewesen. Leider sind die taktischen Möglichkeiten beim Verhalten der KI gesteuerten Charaktere etwas verschlimmbessert worden. Früher hatte man da mehr und sinnvollere Kontrolle. 

Das stetige Aufleveln der Zauber und Waffen kostet Zeit und ist teils etwas nervtötend, aber da das Kampfsystem an sich flüssig von der Hand geht (im Remake sogar noch stärker, da die Beschränkung auf 8 Richtungen wegfällt) ist das gar nicht so schlimm. An sich ist das Remake also nett für Nostalgiker, zeitgemäßge RPGs sehen aber anders aus.

Aber nicht der Zahn der Zeit ist das größte Manko dieses Remakes. Der neue Soundtrack ist so lala, zum Glück kann man auf den alten umschalten. Leider geht das bei der Grafik nicht. Klar, Square Enix hat den Stil beibehalten und gut auf PS Vita/PS 2 Niveau angehoben. Schaue ich mir dann aber einige Spiele mit liebevollen Animesprites an (gerade der Trailer zu Touhou Genso Wanderer hat ja großartig aussehende Charaktere), dann sieht man auch, wieviel mehr möglich gewesen wäre. Etwas lieblos wirkt das dann schon.

Aber den größten Klops hat man sich gerade im Multiplayer geleistet. Couch-Co-Op ist ja leider oft tot, hier zum Glück nicht. Nur weshalb fehlt der Online-Co-Op (zumindest bei Release, keine Ahnung, ob man da inzwischen nachgebessert hat)? Einschränkungen in Bewegung und durch das Ring-Menü hat man im Couch-Co-Op sowieso, von daher hätte das online keinen Unterschied gemacht. 

Was bleibt also? Ein passables Remake des grindlastigen RPGs, das leider grafisch zu lieblos aufgemotzt wurde, keinen Online Multiplayer bietet und auch einige nostalgische Verklärungen über das Original (leider) aus dem Weg räumt. Nett, aber insgesamt enttäuschend.

6/10
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