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Knochentrocken
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Eintrag: 11.07.2018

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The Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

(Originaltitel: The Shape of Water)
Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Fantasy, Liebe/Romantik
Alternativtitel:Cold War Project

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Der meisterhafte Geschichtenerzähler Guillermo del Toro inszeniert mit THE SHAPE OF WATER ein übernatürliches Märchen, das circa 1963 vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in Amerika spielt. Im versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet die einsame Elisa (Sally Hawkins) gefangen in einem Leben der Stille und Isolation. Elisas Leben ändert sich für immer, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ein als geheim eingestuftes Experiment entdecken.
eine kritik von knochentrocken:

the Shape of Water

Die Liebe. Sie ist so unendlich wie das weite Meer. Sie durchlebt viele Gezeiten wie einen Sturm, eine Flut oder die Ebbe. Und so sieht auch das Leben der einsamen Elisa aus. Ihr Alltag besteht aus täglichem Eierkochen, waschen in der Badewanne, dazu das masturbieren nach Zeit, dem Schuheputzen und ihrer Busfahrt zur Arbeit, von Beruf ist Elisa Putzfrau. Zu ihren Hobbies gehören die Jazz-Musik und das Kino. Auch tanzen tut sie sehr gerne, vorallem mit ihrem schrulligen alten Nachbarn und guten Freund Giles. Aber bei all der großen Leidenschaften, ist die Faszination am Arbeitsplatz, einem Geheimlabor der US-Regierung, für ein Wesen, dass nicht menschlich ist, noch viel größer. 

Vielleicht sogar zu groß...


Um eines vorweg zu klären, Regisseur und Fantasy-Meister Guillermo del Toro („Hellboy“, „Pan‘s Labyrinth“) sagte bereits dass sein Fantasy-Thrillerdrama kein Zusammenhang mit „Hellboy“ hat und für sich steht. Leider fällt es einem extrem schwer dies zu glauben, weißt der Film doch viele Parallelen auf. Dazu gehört u.a. dass das Fischmenschenwesen Eier liebt und Jazz-Musik. Zudem ist nicht zu verachten, dass der Film vor den Ereignissen von „Hellboy“ spielt, undzwar zu Anfang der 1960er. Das zeigen Autos, Kleidung, Musik, Medien (wie ein Röhrenfernseher in etwa) und Zeitgeist (Rassismus gegenüber der schwarzen Bevölkerung und der Kampf USA - Russland) wieder. So könnte man behaupten, dass der Fischmensch und Elisa die Eltern von Abe Sapien sind, welcher im übrigen ebenfalls von Doug Jones („Hellboy“, „Pan‘s Labyrinth“) herrvoragend verkörpert wird. 

Beide sind stumm, Abe Sapien hingegen nicht. Es gibt sehr viele Parallelen zwischen den Filmen, da aber del Toro dementierte, was viele denken, bleibt dies wohl nur eine Theorie, welche ich aber unterstütze.


Mit seinem neuesten Werk „the Shape of Water“ gelang del Toro ein fantastisches Glanzstück, welches den Zuschauer ein klein wenig an den Horrorklassiker „der Schrecken vom Amazonas“ erinnern lässt. Der Film bietet einen großen Rahmen an gutem Material und Stärken. 

Einer dieser Stärken sind die großartigen Schauspieler. Hier sehen wir Sally Hawkins („Blue Jasmine“, „Submarine“) in der Rolle der Elisa, Richard Jenkins („Jack Reacher“, „Spotlight“) als Giles, Octavia Spencer („Zoomania“, „Halloween II“) als Zelda Delilah Fuller sowie Michael Stuhlbarg („Lincoln“, „Arrival“) als der Wissemschaftler Dr. Robert Hoffstetler (nein, nicht der aus „the big bang Theory“). 

Ganz besonders hervorheben möchte ich aber Michael Shannon („Man of Steel“, „the Iceman“), der hier das ultimative Böse verkörpert. Seine Darstellung als der skrupellose Richard Strickland ist verdammt gut. Neben seiner Rolle in „the Iceman“ habe ich ihn noch nie so kühl und herzlos gesehen. Selbst gegenüber seiner Familie, seiner Frau und seinen Kindern scheint er eine kühle Körpersprache zu haben. Auch wenn er sie gewiss liebt und ihr nie etwas tun würde. Seitdem er das misteriöse Wesen aus dem Amazonas in Südamerika geholt hat, scheinen sich seine Gedanken nur noch um das Wesen selbst und um den Sieg der USA über den Mond und damit verbunden auch seine Chance zum Einstieg in die Geschichtsbücher zu drehen. 

Man sollte dennoch die anderen Darsteller, ihnen selbstverständlich vorrangig Sally Hawkins, nicht verkennen. Jeder einzelne spielt seine Rolle ausgesprochen gut und realitätsnah, gebrochen oder fröhlich spielt hier keine Rolle. Jeder ist auf seine Weise glaubwürdig und wir erfahren genug über die Personen um mit ihnen Sympathie aufzubauen. Selbst die nervige Zelda Delilah lernen wir neben der schüchternen und dennoch liebevollen und mutigen, sowie aufgeschlossenen Elisa lieben. Mich erinnerte Elisa irgendwie an die kleine Ofelia aus „Pan‘s Labyrinth“

Danben sind es so kleine Dinge, wie das beieinandersein oder das tanzen auf der Couch, der Dialog einzelner Personen miteinander, die den Film liebenswert erscheinen lassen. Eine erstklassige Schauspielerleistung! So muss man das machen. 


Daneben bietet der Film wundervolle Aufnahmen, fast schon zu fantastisch, die Traumeelten von Elisa, das Zusammenspiel von Realität und Traumwelt. Aber auch das Setting und die Kulissen sind liebevoll gestaltet, fesseln einen und ziehen einen in das Jahrzent der 60er in den USA hinein. Dabei sind die Kulissen kaum mit Computer erarbeitet worden. Für die Kamera war übrigens Dan Laustsen verantwortlich, der auch schon für „John Wick: Kapitel 2“ arbeitete. Die Stimmung des Filmes weicht zwar ab und zu mal ins düstere, passt dies jedoch zu den einzelnen Szenen, in der dieser Ton und seine Hintergrundmusik passen. Ansonsten werden Sequenzen mit launiger und wunderschöner Jazz-Musik und Blues untermalt, welche eine Stimmung der Fröhlichkeit und guten Laune, sowie dem Zuschauer ein Wohlempfinden zusprechen.

Der Film ist zwar hier und da etwas kitschig (Musicalszene zwischen Fischmensch und Elisa in Schwarz/Weiß, welche aber zu ihren Gedankengängen passt), ist dies aber wohlgemerkt kein Kritikpunkt, sondern es funktioniert. Die Liebesgeschichte zwischen zwei verschiedenen biologischen Kreaturen, die aber doch nicht gleicher sein könnten, als hier. Für seine liebevolle Aura ist der Film dann in seinen ernsten Momenten dann doch sehr hart und blutig. Egal ob Folter, spritzendes Blut oder sogar Gore (und das überhaupt nicht wenig), der Film ist nichts für kleinere Kinder. Zurecht ist er in den USA mit einem R versehen und bei uns mit einer FSK 16. Ähnlich wie bei „Pan‘s Labyrinth“ eben.


Ein paar Kritikpunkte gibt es dennoch, die nicht verschwiegen bleiben sollen. Zum einen etwas Medizinisches. Stricklands Finger werden abgebissen und dann wieder angenäht. In einem Gespräch mit der Putzkraft meint er, dass die Ärzte nicht wissen wie lange es dauert bis er sie wieder bewegen kann. Er konnte sie bewegen. Das ist nicht so schlimm, später aber als seine Finger schon sehr schwarz sind, sprich also abgestorben, kann er sie auch noch bewegen. Das ist medizinisch nicht korrekt, dies wurde mir bestätigt. Kann also am Darstellerischen von Shannon liegen. Schade. 

Als Zweites muss ich leider sagen, sieht das Blut teilweise sehr billig aus. Neben handgemachten Effekten scheint in einigen Szenen, wie Erschießungen, das Budget ($19,5 Mio.)alle gewesen zu sein. Liegg der Fokus aber auch eher an andere Dinge. Bei der Produktion muss man genau schauen, was ist wichtig, was verlangt am meisten Geld. 

Dies ist auch nicht schlimm, allerdings gibt es bei einem Wangenschuss zwei Probleme: zum einen hätte die Austrittswunde viel größer sein müssen und später war plötzlich die Eintrittswunde weg (?)

Bei so einem großen Projekt darf soetwas nicht passieren. Ich drücke die Augen aber zu. Es sei Guillermo del Toro verziehen.


Mit viel Liebe zum Detail, der Freude die der Film und seine meisten Darsteller versprühen, der bittere Kampf Sowjets und Amerikaner, die Frage danach was Menschlichkeit ist und was einen Menschen ausmachen, die wundervolle Leistung der Schauspieler und die Atmosphöre machen „the Shape of Water“ zu einem der besten Filme aller Zeiten und zu einem Meisterwerk. Mit kleineren Mängeln. 

Zu Recht hat dieser Film seine Oscars gewonnen. Unter anderem als bester Film 2017.

9/10
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Kommentare

12.07.2018 08:54 Uhr - sonyericssohn
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Ja, die ungeliebten Anschlussfehler. Gibt's leider auch in größeren Projekten. In American Fighter besitzt der Heli am Schluss plötzlich nen Haltegriff an der Schnauze...

Coole Kritik zu nem weiteren Film den ich zwingend sehen muss !!!

Ach ja...was sind Traumeelten ? ;-)

12.07.2018 08:56 Uhr - Knochentrocken
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Ja das war ärgerlich, aber passiert. Ist wahrscheinlich eh ein Running gag im Filmbusiness. ;)

Selbstverständlich sind das Traumwelten. :)

12.07.2018 09:48 Uhr - sonyericssohn
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Gut, dann könnte man das auch ändern ? Nur so....gefragt :-D
Is ja eigentlich auch wurscht. Man weiß was gemeint ist.

14.07.2018 17:42 Uhr - cecil b
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Kreativ verfasster, lyrisch anmutender Anfang, gute Vorstellung. :)

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