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Necron
Level 4
XP 247
Eintrag: 14.07.2018

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Eiskalte Engel

(Originaltitel: Cruel Intentions)
Herstellungsland:USA (1999)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Alternativtitel:Cruel Inventions
Seduction Games
Sexual Provocation
Szkoła uwodzenia
Temptation More Beautiful Than a Love, The

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,18 (37 Stimmen) Details
inhalt:
Sebastian (Ryan Phillippe) genießt an der High School den Ruf des skrupellosen Verführers. Leider gibt es für ihn keine Herausforderungen mehr. Selbst das Angebot seiner attraktiven Stiefschwester Kathryn (Sarah Michelle Gellar) erscheint ihm reizlos. Um sich an ihrem Ex-Liebhaber (Charlie O'Connell) zu rächen, soll Sebastian dessen neue Freundin, die naive und sexuell unerfahrene Cecile (Selma Blair), verführen. Doch für Sebastian wäre das nur ein Kinderspiel. Er hat eine viel reizvollere Idee. Sein Opfer heißt Annette (Reese Witherspoon). Sie ist die bezaubernde Tochter des Schulrektors und hat in aller Öffentlichkeit ein Keuschheitsgelübde abgelegt. Sebastian soll Annette bis zum Ende der Sommerferien verführen und die Sache mit Cecile so nebenbei erledigen. Gelingt es ihm, erhält er eine Nacht mit Kathryn, der einzigen Frau, die er bisher nicht verführen konnte. Gelingt es ihm nicht, muß er ihr sein heißgeliebtes Jaguar Oldtimer-Cabrio überlassen. Ein gemeines Spiel beginnt, und er ist sich seines Sieges schon sicher - bis er sich in sein Opfer verliebt...
eine kritik von necron:

„Eiskalte Engel“ aus dem Jahr 1999, von Regisseur und gleichzeitigem Drehbuchautor Roger Kumble (Eiskalte Engel 2) ist eine von unzähligen Verfilmungen des Romans „Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos. Aufgrund des zutiefst versauten und moralisch völlig verrohten Grundtons des Stoffes, fällt es schwer den Film als einen Film für Jugendliche durchgehen zu lassen. Die FSK 16 ist an dieser Stelle vollstens berechtig. Entgegen der Romanvorlage spielt der Film nicht im 18.Jahrhundert in Frankreich, sondern in der heutigen Zeit in New York. Bereits bei dem Vorspann geht der gut ausgesuchte Soundtrack dem Zuschauer selbstsicher ins Ohr. Man hätte kaum mit einem besseren Stück eröffnen können, als dem lockeren Abgesang auf die Liebe „Every You Every Me“ von der Rockband Placebo. Weitere starke Stücke z.B. von Blur oder Fatboy Slim runden den Soundtrack angenehm ab.  Rockig, poppig und ein bisschen punkig, passen die einzelnen Songs wunderbar zum durchgängig kurzweiligen Flow des Films. Neben dem Soundtrack gibt es mit drei Leckerbissen an Schauspielern bzw. Schauspielerinnen eine Star Besetzung, die wie die Faust aufs Auge passt zu dem Ausgangsstoff.

Sarah Michelle Gellar (Buffy) hier mal in einer doch so ganz anderen Rolle als die herzensgute Buffy die ansonsten die Welt rettet. Hier darf Gellar mit der Rolle der Kathryn eine richtig miese Dreckssau spielen. Gemein, rücksichtslos und dabei selber noch herrlich abgefuckt. Gellar hat sichtlich Spaß dabei mal so richtig auf die Kacke zu hauen und dermaßen viel toxisches Zeug von sich zu geben, das man sich als Zuschauer nur wundern kann, was da an giftig-bösartigen Reden alles so aus dem Zuckermund herauspurzelt. Der Stiefbruder von Kathryn, Sebastian, gespielt von Ryan Phillippe (The Way of the Gun) steht seiner Stiefschwester an verruchtem Verhalten in nichts nach. Phillippe agiert da ähnlich gut aufgelegt wie Gellar, schießt beim bösartigen Spiel für meinen Geschmack aber bisweilen über das Ziel hinaus, was grenzwertig in Richtung Overacting abzielt. Abgerundet wird der bisher bösartige Mix mit einer herzensguten Annette, gespielt von einer völlig lockereren Reese Witherspoon (Walk the Line). Witherspoon erdet angenehm das ansonsten verlotterte Aufspielen ihrer Schauspielkollegen, insbesondere das von Phillippe, was auch gewisse Story Gründe hat. Dazu gleich noch mehr. Erwähnen möchte ich noch eine herrlich rotzige, wie naive Selma, gespielt von einer leicht irre verdreht ausspielenden Selma Blair (Hellboy).

Die Story nimmt schnell an Fahrt auf, nachdem  Kathryn und Sebastian für den Zuschauer unmissverständlich als Mistschweine etabliert worden sind, deren moralischer Kompass komplett im Arsch ist. Kathryn dabei noch hinter einer heuchlerisch-freundlichen Fassade agierend, während ihr Stiefbruder Sebastian auf sowas gleich mal dezent zu scheißen weiß. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Nach diesem Film sollte klar sein wo das Sprichwort wohl herkommt. ;) Der eigentliche Story Aufhänger ist somit eine unmoralische Wette zwischen den beiden, ob Sebastian die keusche Annette entjungfern kann. Auch wenn an dieser Stelle der eigentliche Polt etwas dünn klingen mag, so lebt der Film doch vor allem aus den sich laufend um den Plot herumspinnenden Intrigen und dem völlig unangebrachten Verhalten von Stiefbruder und Stiefschwester. Weiter verstärkt wird der Plot dann alsbald durch einen Sebastian, der Gefahr läuft sich doch noch tatsächlich in die herzensgute Annette zu verlieben. Vom Saulus zum Paulus Anspielung? In jedem Fall entwickeln sich so in dieser verkommenen Welt aus Missgunst und Intrigen komplett neue ambivalente Konstellationen, die dem Film von Minute zu Minute, einen immer stärkeren emotionalen Punch verleihen. Die Wortduelle werden zunehmend menschenverachtender und selbstmordgefährdender. Der Zuschauer muss in immer tiefere Abgründe hineinblicken und insbesondere Kathryn und Sebastian betreiben (un)bewusst Selbstzerstörung. Auf die eine oder andere Art. Immer mehr Personen werden in diesen toxischen Tornado hineingezogen, der eine Schneise aus Scherben und Tränen hinter sich zurücklässt.

Das wirklich starke Drehbuch spielt in solchen Momenten (aus denen mehr oder weniger der Film Stückweise zusammengesetzt worden ist, Szene für Szene) seine ganze Stärke aus. Somit vergisst man als Zuschauer schnell, dass fernab des Ganzen, eigentlich gar nicht so viel passiert und die eigentliche Inszenierung, außer mit einem taktsicheren Soundtrack, tollen Hauptdarstellern und schön eingefangenen Set Schauplätzen (wundervolle Old Westbury Gardens, Hitchcock Fans werden es wiedererkennen) eher durchschnittlich ausfällt. Besondere Kniffe darf man an dieser Stelle nicht von Kumble erwarten. Tut dem Film aber keinen zu großen Abbruch, da alles andere so gut auf den Punkt aufeinander abgestimmt ist. Und sexy ist der Film selbstverständlich auch noch, was sowohl an den sehr ansehlichen Darstellern, wie auch einigen heißen Szenen zwischen den Darstellern liegt.

Wahre Liebe, Aufopferung, Katharsis. Zwischen den Zeilen gelesen bietet der Stoff so einiges an Sprengstoff und selbst das noch so bösartigste Verhaltensmuster ist am Ende doch nur ein Schrei nach Liebe. Angenehm ungezwungen schlägt der Stoff hier bei Bedarf auch die größten Bögen, was ich als definitive (heimliche) Stärke von „Eiskalte Engel“ ansehe.

Ein unter dem Strich kurzweiliger, wie sehr spezieller Nischen Film, der unverkrampft und mit tollen Set Schauplätzen, starken Songs, bestens aufgelegten Schauspielern, bissigen Dialogen und einem saustarken Drehbuch daherkommt. Vergebe 8/10 Intrigen.

8/10
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7/10
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Kommentare

15.07.2018 14:21 Uhr - dicker Hund
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Diesem fiesen Hochglanzteil konnte ich vor langer Zeit auch einiges abgewinnen. Treffende Rezi.

15.07.2018 14:38 Uhr - TheRealAsh
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Ich mochte den früher auch ganz gerne und habe den aber seitdem nicht mehr gesehen und ehrlich gesagt völlig verdrängt. Wäre mal wieder was, um die - wie Moppelchen schon sagt - Hochglanzend90ern mal wieder zu erinnern ;-)

15.07.2018 18:21 Uhr - Necron
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Dank euch für das tolle Feedback :)

Hatte den Film witziger Weise auch Ewigkeiten nicht mehr gesehen und mir dann vor kurzem mal wieder angesehen. ;)

15.07.2018 19:38 Uhr - JasonXtreme
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Hähä sprich die dünne Prämisse des Streifens doch ganz aus: Sebastian will Anette entjungfern, um seiner Stiefschwester mal fröhlich den Zappädeus in die Rosette halten zu dürfen... Sorry, heut is mein ferkeliger Sonntag, und ich mag den Film! Super geschrieben, würde ich ziemlich genauso sehen. :)

16.07.2018 15:10 Uhr - Necron
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@ JasonXtreme

Psssst ;)

17.07.2018 17:35 Uhr - cecil b
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Spitze geschrieben wie immer. Dieser Satz wurde nicht das erste mal geschrieben, aber er passt bei dir oft so gut.

Film: Fand den damals sehr schwer einzuordnen. Was nicht schlecht sein muss.

17.07.2018 19:32 Uhr - Necron
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@cecil b
Freut mich immer wenn's gefallt :)

JA, diesen Film in ein bestimmtes Genre einzuordnen ist nicht leicht, was wie du schon andeutest, irgendwie den Reiz ausmacht.

17.07.2018 20:10 Uhr - Fratze
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Würde ob des Themas tatsächlich passen… muss aber trotzdem mal fragen: War das mit dem "unangebrachten Verhalten zwischen Steifbruder und Stiefschwester" beabsichtigt? 😆😉


… ansonsten keine weiteren Anmerkungen oder Widersprüche zu meinen Kollegen, tolle Kritik zu einem tollen Film.

17.07.2018 20:15 Uhr - Necron
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@Fratze
Dank dir, das ist ja ein unfreiwillig (unterbewusst?) komischer Dreher. Gleich mal korrigiert, obwohl ich kurz überlegt hatte diese kleine Perle drin zulassen. ;)

Top das dir die Kritik gefallen hat :)


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