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Punisher77
Level 13
XP 2.891
Eintrag: 10.09.2018

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Convoy Busters

(Originaltitel: Un Poliziotto Scomodo)
Herstellungsland:Italien (1978)
Genre:Action, Krimi
Alternativtitel:Convoy Buster
Smugglarkonvoj

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Rom wird durch eine Serie brutaler Mordanschläge erschüttert. Die andauernden Gewalttaten werden konsequent an Jugendlichen verübt. Kommissar Olmi, der in Rom für seine unnachgiebigen und rauen Methoden bekannt ist, nimmt sich der Sache an.Olmi entdeckt schnell, das sich mehr hinter der Sache verbirgt als blanker Mord. Er kommt einem illegalen Diamantenhandel auf die Spur, muss die verdächtigen Personen aus Mangel an Beweisen aber laufen lassen. Die Situation eskaliert - Die Verbrecher müssen Olmi aus dem Weg räumen und so entgeht er nur knapp einem Anschlag. Nach einiger Zeit scheint es für Olmi im Polizeidienst wieder in geregelten Bahnen zu laufen.
Er ermittelt fortan gegen einen Waffenhändlerring, welcher sich als Transportfirma getarnt hat. Die Ernüchterung kommt schnell – und diesmal ist es etwas ganz persönliches: Die Gangster haben Olmis Geliebte, Anna, eine Lehrerin und deren Schüler als Geiseln genommen.
Olmi widersetzt sich erneut allen Vorschriften...und jedes Mittel ist ihm Recht das Verbrechergesindel direkt ins Jenseits zu befördern.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                            CONVOY BUSTERS

Stelvio Massi (1929 – 2004) war ein italienischer Regisseur und Kameramann, dessen Spezialitäten Italowestern (Als Kameramann betreute er Filme wie Django – Ein Sarg Voll Blut (1968) und Sartana – Noch Warm Und Schon Sand Drauf (1970)) und Poliziotteschi (Massi führte u.a.bei Das Ultimatum Läuft Ab (1975) und Die Gangster-Akademie (1977) Regie) waren. Und wie es sich für einen Poliziottesco-Regisseur, der was auf sich hält, gehört, arbeitete Massi auch mit Maurizio Merli, dem Topstar des italienischen Polizeifilms, zusammen; sie drehten u.a. den Film Convoy Busters. Massi führte hier jedoch nicht nur Regie, sondern war zusammen mit Igino Capone und Teodoro Agrimi auch für das Drehbuch verantwortlich. Neben Merli wurden u.a. Massimo Serato (1916 – 1989 / Sartana Kommt, 1970), Mimmo Palmara (1928 – 2016 / Django – Sein Letzter Gruß, 1967), Mario Feliciani (1918 – 2008 / The Corsican Brothers, 1961) und Olga Karlatos (Purple Rain, 1984) für Convoy Busters gecastet.

In Convoy Busters tut Merli das, was er am besten konnte: Er spielt mit Kommissar Francesco Olmi einen knallharten Polizisten, der es mit den Dienstvorschriften nicht so genau nimmt und Verdächtigen (männlich wie weiblich) gern und häufig Maulschellen verabreicht, wenn er glaubt, damit den Fall lösen zu können. Sein Erzfeind ist der Geschäftsmann Degan (Massimo Serato), der illegal mit Diamanten handelt. Als es im Zuge von Olmis Ermittlungen zu einem schrecklichen Unfall kommt, wird er in ein kleines italienisches Städtchen versetzt, in dem Langeweile das größte Verbrechen zu sein scheint. Doch selbst hier gerät Olmi in einen hochkarätigen Kriminalfall …

Die erste Hälfte des Films ist ein hervorragender Poliziottesco, der jeden Genrefan zumindest gut zufriedenstellen dürfte. Auch wenn er in seiner ganzen Härte fast schon ein wenig parodistisch erscheint, spielt Merli ein mal mehr überzeugend den Archetypen des toughen Italo-Cops, der – wenn´s sein muss – auch Frauen schlägt und einen bösen Buben lieber konsequent wegpustet anstatt ihm die Möglichkeit eines Prozesses zu gewähren. Ihm gegenüber steht mit Degan ein Schurke von Format, den Massimo Serato mit glaubwürdiger Eiseskälte verkörpert. Außerdem wartet Convoy Busters in der ersten Filmhälfte mit einigen amtlichen Schauwerten wie z.B. einer Verfolgungsjagd mit einem Helikopter, auf. Dazu gibt’s auch noch die üblichen sozialkritischen Elemente, die z.B. in einem Gespräch zwischen Olmi und einem Journalisten zum Tragen kommen, in dem sowohl die Ohnmacht der Polizei als auch die Rolle der Presse thematisiert werden. Und der Unfall, den der Commissario erlebt, geht wirklich durch Mark und Bein.

Doch dann nimmt Convoy Busters eine Wende – Die Handlung des Films wird an einen komplett anderen Ort verlagert, mit komplett anderen Figuren und einem komplett anderen Fall. Alles, was in der ersten Hälfte von Massis Film geschehen ist, wird komplett über den Haufen geworfen, was schon enttäuschend ist. Wenn man sieht, wie sich der Konflikt zwischen Olmi und Degan hochgeschaukelt hat, erwartet man doch, dass der Film doch noch mal Bezug auf ihn nimmt und es zu einem richtig knalligen Showdown zwischen Polizist und Verbrecher kommt. Doch diese Erwartung erfüllt Convoy Busters leider nicht – die Zweiteilung des Films wirkt eher so, als habe man nicht gewusst, wie man aus der ersten Hälfte einen abendfüllenden Spielfilm macht.

Die zweite Filmhälfte fällt dann auch etwas zahmer aus. Die Härte wird etwas heruntergeschraubt, die Ermittlungsarbeit steht etwas deutlicher im Vordergrund und Merlis Commissario bekommt mit der hübschen Olga Karlatos eine Partnerin zur Seite gestellt, mit der er eine dauerhafte, harmonische Beziehung eingeht, die Gott sei Dank nicht so schaurig kitschig ist wie Merlis Liaison in Stadt In Panik (1976).

Doch auch wenn die zweite Convoy Busters-Hälfte nicht mit der ersten gleichziehen kann, ist sie deswegen nicht schlecht. Sie schmälert das Gesamtniveau des Films zwar etwas, aber nicht derart, dass man den Film nach der Sichtung verärgert in die Ecke wirft. Auch im zweiten Part des Films gibt es genügend unterhaltsame Momente, so dass man Convoy Busters immer noch als überdurchschnittlichen Poliziottesco bezeichnen kann.

Fazit: Das einzig ärgerliche an Convoy Busters ist also seine Zweiteilung und das qualitative Ungleichgewicht zwischen den beiden Filmhälften. Während die erste Hälfte des von Stelvio Massi – besonders in den Actionszenen – ordentlich inszenierten Poliziottescos eine satte neun verdient, gibt es für die zweite, etwas zahmere Hälfte eine schwache sieben, so dass sich der Film insgesamt bei einer knappen acht von zehn einpendelt. Genrekenner können aber in jedem Fall zugreifen.

8/10
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Kommentare

10.09.2018 23:43 Uhr - dicker Hund
1x
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Beim Film bin ich vorerst raus, aber klasse Betthupferl mal wieder! Kriminelle gehören nun einmal gerecht bestraft;-)

11.09.2018 15:10 Uhr - Punisher77
1x
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