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Eintrag: 05.08.2018

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Blood Feast - Blutiges Festmahl

(Originaltitel: Blood Feast)
Herstellungsland:USA, Frankreich, Deutschland (2016)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,00 (15 Stimmen) Details
inhalt:
Fuad Ramses und seine Familie sind von den USA nach Frankreich gezogen, wo sie ein American Diner betreiben. Jedoch läuft das Geschäft nicht so gut und Fuad muss nebenbei noch als Nachtwächter in einem Museum für altertümliche, ägyptische Kultur arbeiten. Während diesen langen, einsamen Nächten im Museum, fühlt sich Fuad immer wieder zu einer Statue hingezogen, welche die verführerische Göttin Ishtar verkörpert. Als diese damit beginnt in Visionen zu ihm zu sprechen, verfällt er dem Bann der Göttin immer mehr um schließlich ihrem tödlichen Charme zu erliegen. In Folge dieser ausschlaggebenden Nacht beginnt Fuad ein neues Leben, in dem Mord und Kannibalismus eine tägliche Rolle spielen. Um seine neue Gebieterin zu ehren, bereitet er ein rituelles Fest vor – ein üppiges Mahl voller Blut, Organe und menschlicher Innereien. Als sich die zerhackten Körper auf dem Altar von Ishtar häufen, verfällt Fuad immer mehr dem Wahnsinn, bis er vollständig zur Marionette der Göttin wird – diese verlangt schlussendlich nach dem Blut von Fuads Frau und Tochter...
eine kritik von x-treme-upgrade:

Festmahl gefällig?

53 Jahre hungrig
Blood Feast 2017 ist das Remake des 1963 entstandenen gleichnamigen Titels von Herschell Gordon Lewis, welches als einer der Ersten (manche bezeichnen Ihn auch als den Ersten) Gore/Splatter Filme in den Annalen des amerikanischen Horrorfilms bezeichnet wird. Der Urschöpfer selbst legt auch ein Cameo Auftritt hin, was auch das letzte ist was man von Ihn zu sehen bekommt, bedingt durch seinen Tod in September 2016. So schließt sich der Kreis mit dem Remake, als Huldigung als auch Erinnerung an seinen Schöpfer.

Die Handlung
Viel Verantwortung, Viel Arbeit und viel zu wenig Schlaf, der Restaurant Betreiber Fuad Ramses treu sorgendes Familienoberhaupt, welches nicht vergessen sollte seine Pillen zu nehmen, ist bereit alles zu tun, um für seine Familie da zu sein.


Da die Einnahmen des Diners nicht ausreichen, um seine Familie zu versorgen arbeitet er noch zusätzlich als Nachtwächter in einem Museum. Als Ihn auf wundersamer Weise die Göttin Ishtar erscheint und Ihn für ein Blutgericht Göttlichkeit und ein sorgenfreies Leben verspricht, legt Fuad los, Ihr das Festmahl zu servieren was sie wünscht um ein besseres Leben beginnen zu können...

Die Familie
Die gesamte Familie ist einfach Sympathisch gezeichnet, sie sind füreinander da, ein jeder möchte das beste des Anderen, auch in den schwersten Krisen werden keine Vorwürfe gemacht, sondern Lösungen gesucht. Die Darstellung ist hervorragend aufeinander abgestimmt und ich hatte sie alle gerne.

Da wäre Robert Rusler, den Kindern der 80iger noch bekannt aus Weird Science, Manchmal kommen sie wieder, Nightmare 2 oder Vamp, dieser spielt sehr überzeugend den liebenswerten Familienvater der zunehmend Abdriftet und der Göttin Ishtar verfällt. Der Mann hat wirklich Charisma, was der Film mit seiner Darstellung sehr gut nutzt. Einerseits empfindet man volle Sympathie für den Mann, den man sich wirklich als Vater wünschen würde, locker, humorvoll, treusorgend und fair. Im Gegenkontext aber sehr kaltblütig und emotionslos zur tat schreitet, um die Göttin zu befriedigen. Gerade das finale Abenddiner weckte von der Darstellung her Erinnerungen an Anthony Hopkins aus "Hannibal". Ruhig und besonnen serviert er die Gänge, Gentleman like wird gespießen, unabhängig von den Mahlzeiten und der Beschaffung derer, schafft es Robert Rusler immer wieder unterschwellig bedrohlich zu wirken, wobei man als Zuschauer nie das Gefühl verliert, dass er eigentlich ein liebenswerter Typ ist. Rusler schafft es die Anfänglich gewonnene Sympathie nie zu verspielen wo man als Zuschauer etwas in der Zwickmühle ist und sich fühlt wie die Familienmitglieder selbst, man möchte einfach nicht wahrhaben, das er letztlich dem Wahnsinn verfallen ist.

Caroline Williams dürfte da einigen noch bekannter sein, ob aus Texas Chainsaw Massacre 2, Stepfather 2, Leprachaun 3 oder der heutigen Generation aus Halloween 2 oder Hatchet 3. Normalerweise spielt sie ja eher lockere Charaktere die mit flotten Sprüchen, Temperament und offenherziger Art den vollen Sympathie Bonus einkassiert, hier zeigt sie das sie auch anders kann, zwar immer noch eine liebenswerte Persönlichkeit, als Mutti, aber realistisch und weniger "Quitschig" als in Anderen bekleideten Rollen. Sie zeigt hier, das sie als Schauspielerin wandlungsfähiger ist, als man es durch damaliger Rollen vermutet hätte.

Sophie Monk hat man schon in Klick, Date Movie oder den Geheimtipp The Hills Run Red gesehen. Man sollte sie auf keinesfalls nur auf Ihr gutes Aussehen reduzieren, den auch Darstellerisch hat sie einiges auf den Kasten. Auch Sie zeichnet Ihren Charakter sehr sympathisch und mehrdimensional, verantwortungsbewusste Tochter, traunerndes Opfer und je nach Situation eine angenehme Dinergesellschaft, ob als bodenständiges Date oder sedierte Psychopathin die auch mal ein Beil schwingen lässt. Keine 08/15 strohdoofe Blondine, sondern eine absolute Herzensangelegenheit ;D

Keine dreckige Kaschemme
Anders als in ähnlich Thematisch gelagerte Filme wie Blood Diner, 100 Bloody Acres steckt dieser alle in die Tasche. Hochglanz Optik in kühlen Farben getaucht, mit wechselhaften Settings, gibt es keine Patzer zu verzeichnen, die Bilder sind hervorragend aufeinander abgestimmt, selbst die blutigste Sauerei wirkt edel, jenseits seines trashigen Ursprungsfilms ist dieser somit Meilen entfernt eines dreckigen Grindhouse Werkes. Paris als Lokation zu nutzten, hebt deutlich das Gesamtbild, europäisch versiert anstelle platt Amerikanisch (die beliebte Hütte/Scheune im Wald, der heimische Folterkeller, das Haus im Nirgendwo) wirkt der Film dadurch größer, anspruchsvoller und verschafft sich dadurch die Möglichkeit seine nihilistisch düstere Atmosphäre vollends zu entfalten. Das Ganze hat mich etwas an den durch die Nacht streifenden Maniac erinnert, welcher auf mich ebenfalls unterkühlt und optisch versierter wirkte und somit hochwertiger.

Die Effekte scheinen Handgemacht, kein spritzendes CGI Blut, zumindest sieht es danach aus. Die Morde und Verköstigungen sind zu keiner Zeit plakativ, sondern wurden recht "niveauvoll" in Szene gesetzt. Bei einem Titel mit dem Klang möchte man meinen es wird einfach nur gematscht, was die Ketschup Flasche hergibt, aber weit gefehlt, alles ist sehr gut in der Handlung eingeflochten und man nimmt sich genügend Zeit und Freiraum die Charaktere zu beleuchten und da gerade diese nicht so stümperhaft gezeichnet sind, sondern wie bereits erwähnt sehr sympathisch dargestellt, vergeht der Film wie in Flug, den, auch wenn gerade keiner auf der Schlachtbank landet, so sind gerade die alltäglichen Gegebenheiten des Lebens gut aufgezeigt, ohne das es aufgesetzt wirkt. Die Entwicklung der Vaterfigur von liebevoll zu zunehmend gefühlskalt, aber dennoch den Erhalt des Familienlebens tut da Ihr übriges.

Die Vegane deutsche Fassung
Während das Original erst sehr spät in Deutschsprachigen Gefilden, anno 2002 ausgewertet und letztlich 2004 zum §131 Titel gekürt wurde, erschien das Remake recht fix, wobei dieses bereits seit 2016 abgedreht.

Zunächst als direkt to DVD angedacht entschied man sich letztlich in den USA für eine Kinoaufführung, laut im Netz kursierende Gerüchte, mussten zwecks R-Rating 4 Minuten dran glauben. Dadurch das der Film auch hier und da mal etwas Brust mit Nippel zeigt ist davon auszugehen das die Zensur sich nicht nur auf Splattereien beschränkt. Anders da die deutsche Fassung, wo laut Internet bisher von 3 Fehlminuten Differenz zu den Unrated US-Penaten beschrieben wird.

Die deutsche Tiberius Fassung liegt die Unrated Fassung zugrunde, großen Grund zur Freude gibt es dadurch trotzdem nicht, da man in Deutschland weniger Probleme mit Brust aber dafür mit schwingender Keule und deren daraus resultierenden folgen hat.

Beim tranchieren für eine Freigabe hat sich Tiberius keine Patzer erlaubt, zwar ist bis zum jetzigen Zeitpunkt der Review noch kein Schnittbericht erschienen, aber der mit Adlerauge betrachtende Zensurgeplagte kann schon ersehen wo das Steak, den biss verloren hat. Bei genauen betrachten des Trailers und des Making of's erschließt es sich schon einen was für Eingriffe nötig waren damit der Film auch mit FSK 18 Freigabe erscheinen durfte.

Schon zu Anfang wo in Offscreen Kommentar der Zuschauer auf's schlimmste vorbereitet wird, muss man auf eingedrückte Augen verzichten, ebenso schnipp schnapp Pimmel ab, herausreißen einer Zunge, das finale Festmahl mit Herz und sonstiger Verköstigung am Kadaver, welches noch den Trailer ziert ist in Hauptfilm komplett getilgt. Und auch manch andere Veranschaulichung, Fokussierung oder Verbalisierung mit Kannibalismusthematik ist für volljährige deutsche Bundesbürger ungeeignet. Zwar darf hier und da mal noch eine Kehle aufgeschlitzt werden und ohne Fokussierung des Eindringens in menschliche Körper, Blut spritzen, mit freiliegenden Hirn umgefallen werden, dennoch verliert man etwas den Appetit, wenn sich eine Szene aufbaut, die eigentliche Exekutive aber fehlt und man dafür dann nur noch die folgen sieht, zumal wie erwähnt der Trailer noch so saftig war. Hallo Film, wo war da bitte das Hauptgericht? Apparativ und Nachspeise sättigen den Horrorfan nun mal nicht wirklich. Den Zensurunerfahrenen gelegenheits- Horrorbetrachter dürfte noch gut bedient und bei den noch vorhandenen Gängen gesättigt sein, ohne zu bemerken das der Hauptgang fehlte.

Bis zur deutschsprachigen vollen Mahlzeit, wird es wohl noch einige Zeit dauern, aber sicherlich kommt da noch über Tiberius österreichischen Partner Pedanten Illusions Films ein Mediabook mit passender Limitierung, bis eines schönen Tages auch noch eine kostengünstigere Amary erscheinen wird.

Fazit:
Durch seine hervorragend aufeinander abgestimmten Darsteller, den Handlungsgrundgerüst des Bestreitens des alltäglichen Lebens, der hochwertigen Optik und unterkühlten Farbgebung, wirkt der Film weitaus nahrhafter als andere seiner Genre Kollegen. Auch wenn dem Steak für eine FSK Freigabe der Biss genommen wurde, ist die Light Version noch schmackhaft, sättigt aber nicht den Horrorfan, der sich mit vegan nicht zufriedengibt. Wer auf saftig verzichten kann, sei dieses Mahl empfohlen.

8/10
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Kommentare

06.08.2018 09:38 Uhr - McGuinness
User-Level von McGuinness 2
Erfahrungspunkte von McGuinness 42
Äußerst gelungene Review von dir, interessant und witzig geschrieben 😁
Mir gefällt deine Unterteilung (Die Handlung, Die Familie usw.) und wie du auf diese verschiedenen Abschnitte eingehst.
Besonders hat es mir aber dein fein abgeschmeckter Humor angetan 😂 " Die Vegane deutsche Fassung ", " Apparativ und Nachspeise...", " Auch wenn dem Steak für eine FSK Freigabe..." usw.
Einfach göttlich 😆👍🏻
Auch sonst finde ich deine Review wirklich ansprechend und informativ.
Ich selbst warte schon sehnsüchtig auf eine deutschsprachige Uncut - Veröffentlichung und dein klasse Beitrag hier, hat meinen Appetit nur noch mehr gesteigert 😋

06.08.2018 13:03 Uhr - X-treme-upgrade
@ McGuinness

Vielen vielen Dank für dein positives Feedback.

Ja im Anbetracht des Titels bzw. seiner Thematik bot sich eine etwas unkonventionell geschriebene Review an :D

Und ja ich habe auch echten Heißhunger auf die Ungekürzte Fassung, wenn die Gänge komplett sind, wird er auch der deutschen "Festmahl" Zusatzuntertitelung gerecht. ^^

07.08.2018 15:48 Uhr - CrazySpaniokel79
Wenn man bedenkt das Deutschland an der Produktion des Films beteiligt war erscheint es einem umso schlimmer das man hier die Schere ansetzt und uns mal wieder bevormundet!! Danke für die tolle Review werde mir den dann mal Uncut zulegen bei Gelegenheit 👍👍

12.08.2018 18:33 Uhr - X-treme-upgrade
Danke für das positive Feedback ^^

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