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Mr.Tourette
Level 2
XP 56
Eintrag: 17.08.2018

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Ich und Er

Herstellungsland:Deutschland, USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Fantasy, Komödie
Alternativtitel:Me ans Him

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Ein Yuppie in der Blütezeit der 80er vernimmt plötzlich die Stimme seines Penis' und stolpert dadurch von einer prekären und verkehrenden Situation zur nächsten...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von mr.tourette:

Sie ist selten geworden. Fast könnte behauptet werden, sie steht auf der roten Liste: Die Überraschung! Gerade als Filmfreund ist es in unserer globalisierten und vernetzten Welt schwer, nichts von allen möglichen und unmöglichen Filmen mitzubekommen.

Doch vor ein paar Tagen ist sie wieder über mich gekommen, so eine Überraschung; nämlich in Form des Films "Ich und Er". Völlig unwissend und ahnungslos traf mich dieses filmische Retrogeschoss mit voller Wucht.

Die von mir verfasste Inhaltsangabe bringt die Geschichte auf den Punkt. Die Entwicklung der Handlung und der Figuren von dem sprechenden Penis aus dem Off zu Beginn bis zu den Endcedits, wo Heiner Lauterbach als die Stimme des Penis gewürdigt wird, könnte nicht geradlinger und banaler sein. Doch was sich dazwischen abspielt habe ich bisher weder als bekennender Arthaus-Connoisseur, noch als Freund der tiefgreifenden Trashunterhaltung gesehen!

"Ich habe nicht vor mit einem Ungeheuer weiterzuleben" - Bert zu seinem Penis

Aus jeder Epoche und, auf die Moderne umgemützt, jedem Jahrzehnt gibt es Kunst die zeitlos ist, war und bleibt und wiederum Werke, die dermaßen in ihrem Entstehungsumfeld gefangen sind, dass sie kaum auszuhalten sind. Zu den letzteren gehört "Ich und Er"!

Der Streifen bedient jegliches (filmisches) Klischee der 80er und tut dies mit einer Selbstverständlichkeit, die einen verblüfft zurücklässt.

Die penetranten, alles einölenden Saxophonklänge, die schwülstige und erheiternde Szenen untermalen und somit den ganzen Film zukleistern; die für Abwechslung sorgenden Synthie Bässe; die Reizwäsche, die heute im Teleshop als Mikrophaserputzfetzen feilgeboten werden würde; der rote, ausgezogene Stöckelschuh als Symbol für den sich im Off zutragnenden Koitus; die "Unterhose" danach, wenn etwas nach dem Liebesspiel passiert und dann doch Streit, Dialog oder sonstiges folgt oder die bärenbehaarte Brust von der Hauptfigur Bert, in dessen Brusthaardschungel sich ein Goldkettchen nach dem zufriedenen Beischlaf versteckt: Das alles verströmt einen 80er Mief wie ein Duftbaum in einem 2er Golf.

"Kommen sie auch aus Hotlanta?

Für jemanden der Produktionen aus der Dekade kennt, nichts neues und ich bin dem Retrocharme prinzipiell nicht abgeneigt. Was diesen Film aber unterscheidet, ist das spürbare Bemühen, durchaus ernste Themen wie Geschlechterrollen, Sexualität und Freuds Theorien mit der knallbunten Eighties Brechstange als Komödie zu verpacken. Wo Gags, Anspielungen und Zweideutigkeiten wie auf Kokain durchgeschleust werden und jeder Dialog und Wortwitz in einem sich (fremd)schähmenden Fiasko endet.

Es wundert daher auch nicht, dass der weitgehend unbekannte Cast auch unbekannt geblieben ist. Niemand sticht aus diesem filmschen Brei hervor.

"Für Männer muss es [Sex] so sein, als wie für mich, wenn ich Ballastoffe esse" - Janet zu Bert; Aussprache

Hier möchte ich meine "Bad Taste" Höhepunkte (!!!) von "Ich und Er" schildern.

  • Bert fummelt mit Schwitzesocke zwischen den Beinen von Janet herum, da "Er" es ihm befiehlt. Schon beim Zuschauen sieht und riecht man förmlich den Schweiß der Socke. Special Interest?

 

  • Das Voodooritual: Eine schwarze Imbissverkäuferin, die Muscheln feilbietet, legt Bert die Ausführung eines Voodoorituals ans Herz. Er bräuche nichts weiter als sein "sprechendes, schlimmes Stück" zu fotografieren und dann anzünden. Dann wäre die Welt in Ordnung. Es bleibt das Fotografieren unsichtbar, aber die Entzündung der Glied-Polaroids ist sichtbar und wird durch eine Traumsequenz unterbrochen, bei der Bert seinen Lümmel in einem ebenso geformten, kleinen Sarg beerdigt, während alle Frauen seiner Umgebung dazu singen und trauern.

 

  • Beim sich zuspitzenden Happy End wird ein Wolkenkratzer in offentsichtlicher Penisform gezeigt, während "Er" wieder spricht, während Bert wiederum mit seiner Frau, deren Namen er (und ich mir) nicht merken kann, in glücklichen Pastellbildern gezeigt wird. Natürlich will sein "kleiner Berti" ihn weiterhin zur Promiskuität verführen. Nun beginnen wiederum Frauen in 80er Mode in Musicalmanier eine zeitlich geprägte Interpretation von "No Woman, No Cry" aufzuführen.

"Komm her, mein Dickerchen" Bert zu seiner Frau

Diese Worte der Versöhnung sagen alles, oder? Ich konnte es kaum glauben, als ich während des Films nachrecherchiert habe, dass die Bernd Eichinger Produktion seinerzeit in Deutschland ein großer, finanzieller Erfolg war und das die Regisseurin durchaus ein erfolgreiches Multitalent des pseudokünstlerischen Kommerzes ist. Überrascht?

Ich vergebe eine 5/10, da der Film nüchtern betrachtet komplett daneben ist, aber auf der bizarren, unfreiwilligen Trashskala eine 10 verdient hat.

 

 

5/10
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Kommentare

17.08.2018 16:10 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 7
Erfahrungspunkte von Nubret 661
Der war in den Achtzigern mal ziemlich angesagt...heute wohl eher peinlich.

Trotz allem eine schön geschriebene, erfrischende Abwechslung am Reviewhimmel.

Daumen nach oben!

17.08.2018 21:29 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 8
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 977
Da hast ja echt ein DING rausgekramt, hahaha. Den merk ich mir mal im Hinterkopf. Wasn TEIL;-) Danke für den Tipp!

17.08.2018 21:37 Uhr - Mr.Tourette
User-Level von Mr.Tourette 2
Erfahrungspunkte von Mr.Tourette 56
Tja, da sichtet man in der Arbeit für einen Kollegen und dann kommt sowas raus. :D Ist schwer auf Scheibe zu bekommen.

@Nubret: Merci. Ich hab ja schon einiges an gewollten und ungewollten filmischen Peinlichkeiten ertragen, das Werk war aber ein Fassbodenausschlager deluxe. Den musste ich teilen! ;)

19.08.2018 12:57 Uhr - kokoloko
1x
User-Level von kokoloko 9
Erfahrungspunkte von kokoloko 1.113
Höchst unterhaltsame, gekonnt formulierte Review zu einer absoluten Zeitgeist-Obskurität, von der ich in der Tat noch nie gehört habe, danke dafür!

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