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dogsoldier
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Eintrag: 11.09.2018

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Sidekicks

Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Martial Arts, Komödie
Alternativtitel:Sidekicks - Das Duell

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Schüler Barry (Jonathan Brandis) hat's nicht leicht. Ständig wird er gemobbt. Bis er bei einem Asiaten (Mako) Kampfsport-Unterricht bekommt und auch sein Idol, Chuck Norris, kennenlernt. Moralisch gestärkt macht er sich auf, den Schul-Rowdy zu stoppen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dogsoldier:

Jeder kennt diese Geschichten in denen ein missverstandener und/oder kränklicher junger Mann über lange Zeit verspottet und ausgelacht wird, nur um dann eines Tages einem weisen Karatemeister zu begegnen der ihn in die Geheimnisse dieser Kampfkunst einweiht. Die berühmtesten Beispiele sind hier sicherlich "Karate Kid" (1984) und der zwei Jahre später erschienene "Karate Tiger", wobei erstgenannter angeblich sogar dafür verantwortlich gewesen sein soll das sich Unmengen von Jugendlichen damals zum Karate-Training anmeldeten. Handlungstechnisch erfindet auch der erst 1992 veröffentlichte "Sidekicks" das Rad nicht neu, da die Story rund um den Asthmatiker und späteren Helden Barry Gabrewski (Jonathan Brandeis) die typischen Genre-Klischees erfüllt und daher auch recht vorhersehbar wird. Nicht vorhersehbar ist allerdings, dass der Film trotzdem einigermaßen gut unterhalten kann und mit der Idee der Tagträumerei wenigstens etwas frischen Wind ins ausgelutschte Genre bringt.

Während Barry im echten Leben ein Außenseiter und Mobbingopfer ist, erlebt er in seinen Träumen unglaubliche Abenteuer mit seinem größten Idol: CHUCK NORRIS! Die aberwitzigen Fantastereien des sympathischen Sonderlings und die pure Anwesenheit von Chuck as himself sind es, die der ansonsten eher langweiligen Geschichte deutlich Auftrieb verleihen. Das viele der Traum-Sequenzen an Norris-Klassiker wie "Missing in Action" (1984) oder "The Hitman" (1991) erinnern ist dabei natürlich absolut gewollt und lässt die Herzen aller Fans des einstigen Filmgegners von Bruce Lee höher schlagen. Mit viel Liebe zum Detail und teilweise absurd skurrilen Situationen wird auch ganz klar die parodistische Seite von "Sidekicks" hervorgehoben. Interessant anzusehen ist außerdem, dass alle diejenigen die Barry in der Wirklichkeit das Leben schwer machen auch in seinen Träumen den Part der "Bösewichte" übernehmen und jene die ihm zugewandt sind meist aus einer Notlage befreit werden müssen. So schlüpfen nicht nur Chuck Norris und sein Sidekick (engl. für Handlanger, Kumpel) Brandis in unterschiedliche Rollen, sondern auch die Nebendarsteller dürfen sich austoben und ihr komödiantisches Talent unter Beweis stellen.

Der Humor der in "Sidekicks" geboten wird ist ganz bestimmt nicht jedermanns Sache, da er sich stellenweise in peinlichen Albernheiten verliert, die mehr nach Slapstick-Komödie aussehen als nach Filmparodie. Auch der Dialogwitz ist zum Teil alles andere als lustig und so dämliche Spitznamen wie "Mr. Knödelmann" dürften wohl nur die Allerkleinsten Zuschauer zum lachen bringen. Allgemein zielt der Film eher auf ein jüngeres Publikum ab, da auch die Martial-Arts-Szenen einen parodistischen Filmstil vermitteln. In den Träumereien des introvertierten Barry funktioniert das wie schon gesagt ausgezeichnet, aber im eigentlichen Storyverlauf empfand ich es manchmal als deplatziert. Der Karate-Sport ist zwar ein zentrales Thema, Kämpfe Mann gegen Mann gibt es aber kaum und wenn dann wirken diese wie schlecht choreografierte Schulhof-Schlägereien. Dafür gibt es in der letzten halben Stunde ein paar tolle Einzel-Performances zu bestaunen die einen professionellen Eindruck hinterlassen. Das reicht allerdings nicht aus um "Sidekicks" als Martial-Arts-Film geschweige denn Action-Kracher durchgehen zu lassen. Mal abgesehen von den kurzen und vor schöner Kulisse gefilmten Trainingseinheiten werden Kampfsport-Fans wohl kaum auf ihre Kosten kommen. Die Musik von Komponist Alan Silvestri ist für diese Art von Film typisch energiegeladen und pusht den Aufstieg des kränkelnden Barry zum Helden enorm.

Chuck Norris und Jonathan Brandis bilden sowohl in den Traum-Szenen als auch im Showdown ein sympathisches Team und sorgen mit viel Selbstironie für echt unterhaltsame Momente. Man sollte dabei jetzt zwar keine Schenkelklopfer erwarten, aber für ein wohltuendes schmunzeln wird allemal gesorgt. Ähnliches gilt auch für Joe Piscopo (Dead Heat, 1988), der den Trainer des gegnerischen Karate-Dojos spielt. Ausgestattet mit Vokuhila-Frisur und großer Fresse verfällt er immer wieder ins Overacting, was ich persönlich richtig gut fand, da man ihm seine Überheblichkeit so zu hundert Prozent abnimmt. In der deutschen Synchronisation wird Piscopo übrigens von Kurt Goldstein gesprochen, der sich unter anderem schon für einige Steven Seagal Filme die Ehre gab. Als Barry's Karatetrainer Mr. Lee dürfen wir Makoto Iwamatsu bewundern, der bereits 1981 in "Der Gigant" mit Norris zusammenarbeitete. Iwamatsu (auch Mako genannt) ist meiner Meinung nach schauspielerisch besser als seine Rolle in "Sidekicks" vermuten lässt. Hier bleibt er leider nur als billige Mr. Miyagi Kopie in Erinnerung, der viel zu oft mit schlechten und unlogischen Lektionen daher kommt.

Fazit: Insgesamt bleibt ein Karatefilm der kein wirklicher Karatefilm ist, aber mit den wunderbaren parodistischen Elementen und den beiden guten Hauptakteuren punkten kann. Die spaßigen Tagträumereien von Barry lassen den überzeugten Filmfan lächelnd an seine eigene Jugendzeit erinnern, in der er ebenfalls gedanklich die wildesten Abenteuer mit seinen Helden der Leinwand erlebte. Interessenten die den Humor der "Police Academy" Reihe schätzen dürfen auch hier einen Blick riskieren, alle die coole Fights sehen wollen müssen mit einer herben Enttäuschung rechnen. Wäre ich 20 Jahre jünger würde "Sidekicks" wahrscheinlich deutlich besser abschneiden, so aber sind dann immerhin noch sehr gute 6 von 10 Punkten drin.

6/10
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Kommentare

11.09.2018 22:08 Uhr - Punisher77
1x
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User-Level von Punisher77 13
Erfahrungspunkte von Punisher77 2.737
Ein gelungenes Review ... gut geschrieben!

Dem Film würde ich allerdings 1-2 Punkte weniger geben. Habe den Streifen damals mehrmals im Fernsehen gesehen und habe ihn als ganz üble Chuck Norris-Selbstbeweihräucherungsshow mit plattem Humor in Erinnerung. Das war nichts für mich.

12.09.2018 15:33 Uhr - Pratt
1x
DB-Helfer
User-Level von Pratt 22
Erfahrungspunkte von Pratt 10.505
Toll geschrieben, ich würde deiner Argumentation ebenfalls folgen, manches ist einfach zu platt oder schlichtweg dämlich, auf englisch sind die Dialoge etwas erträglicher, hatte den Film auch so mit 5-6 Punkten in Erinnerung!!!

21.09.2018 11:40 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 15
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 4.280
Als Teenager fand ich den noch irgendwie gut, heute müßt ich mir den mal erneut ansehen, da der gute Chuck all sein Delta Force, und der Boss von San Francisco (vielmehr Wang Tao) geschuldetem Boni aufgebraucht hat, aber dein Review den Film sehr erinnerungsträchtig beschreibt.

Nebenbei hab ich gerade bemerkt das der Bastian aus Unendliche Geschichte 2 und Hauptdarsteller Brandis sich selbst schon vor Jahren erhängte und noch ein paar Stunden leiden mußte bevor er starb, da man ihn scheinbar noch fand bevor der Tod am Strick eintrat. Wahnsinn wie viele Schauspieler eigentlich alles zu haben scheinen und doch so viele Selbstmord begehen.

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