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Kaiser Soze
Level 13
XP 2.651
Eintrag: 12.09.2018

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Wir sind die Neuen

Herstellungsland:Deutschland (2014)
Standard-Freigabe:FSK o.A.
Genre:Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Anne (Giseka Schneeberger) wohnt in München und hat ein Problem: Sie muss aus Ihrer Wohnung ausziehen und kann sich keine andere Wohnung in München leisten. Da gibt es nur einen Ausweg, Sie kontaktiert Ihre ehemaligen Mitbewohner aus Studententagen (Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn) um erneut eine WG zu gründen. Doch das turbulente Trio hat wird hierdurch die ein oder andere Überraschung erleben.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Jeder, der jahrelang alleine in (s)einer Wohnung gelebt hat, kann sich gut vorstellen, wie schwierig und ungewohnt es sein kann (wieder) in eine WG mit ein paar alten Bekannten zu ziehen. Für mich war dies nie etwas, aber WGs sind besonders bei Studenten, z.B. aus geldtechnischen Gründen, wirklich sehr weit verbreitet. Doch wie schaut das ganze Szenario drei Jahrzehnte später aus? Der deutsche Film

Wir sind die Neuen

(2014) hat das Wiederzusammentreffen von drei ehemaligen Studenten als Grundlage.
Die Aktualität der gezeigten Problematik, passenderweise der Hauptdarstellerin, ist aktueller denn je: Die Mieten steigen, Wohnraum wird gleichzeitig knapper, Rentner sind von Altersarmut betroffen oder fühlen sich zumindest so und die Zukunftsprognosen sind auch alles andere als rosig; besonders Frauen, die früher zumindest zeitweise Mutter und Hausfrau waren, sind hiervon betroffen.
Das sehr ernste Grundthema wird in dieser Komödie, die ich eher als Tragikomödie einordnen würde, mit Humor angegangen. Oben aufgeführte Problematik - kann man nachdem man Jahre oder Jahrzehnte alleine gewohnt hat, einfach so wieder in einer WG wohnen ohne das es kracht? - wird nur bedingt nachgegangen - „So habe ich mir das nicht vorgestellt. / Können wir mal reden?“ - das Augenmerk wird auf andere Bereiche gelegt.

Jeder Hauptdarsteller, von denen lustigerweise bis auf Gisela Schneeberger alle schon mindestens einmal in einem „Tatort“ mitgespielt haben, hat sein Schicksal zu tragen und greift dabei von Alltagsproblemen der Studenten (Claudia Eisinger, Karoline Schuch und Patrick Güldenberg), wie sich selbst unter enormen Druck zu setzen, Stress, Zukunftsängste, (finanzielle) Abhängigkeit von den Eltern, Burn-Out, usw auf bis zu den der Alten (Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach und Michael Wittenborn) mit zerbrochenen Ehen, unheilbaren Krankheiten, finanzielle Problemen, unerfüllte Lebenswünsche usw - es läuft nicht immer alles, wie erhofft! Alle müssen Ihr Schicksal tragen und aus Ihrem Leben und Ihrer Zukunft das beste machen und machesmal fehlt es einfach an Vertrauen oder es fehlt jemand, der einfach mal zuhört. Genau dieses Zuhören und sich Zeit nehmen bricht später das Eis.
Die Konstellation von zwei Männern mit einer Frau zu zwei Frauen zu einem Mann deckt sich entsprechend mit gesellschaftlichen Normen, die Darsteller harmonieren aber allesamt miteinander und wirken allesamt sehr sympathisch.

Die anfängliche Abneigung und sich das übertriebene Reinsteigern bringen einen dafür sehr zum Schmunzeln, der komödiantische Teil steht hier bei der Umsetzung de facto im Vordergrund, das Drama bei der Wahl der Themen. „Wir haben keine Kapazitäten.“ wird zum Running Gag, aber auch Sätze, wie (sinngemäß) „berühmte Leute zitieren - das hast du früher schon gemacht und hat damals schon nicht funktioniert...“ lockern den Film gelungen auf.
Der Rollentausch von hippen 60ern, die auf spießige Studenten treffen, durch den der Generationenkonflikt - „Habt ihr mittlerweile ausdiskutiert, ob man im 21. Jahrhundert Internet braucht?“ - hinauf beschworen wird, ist aber auch eine Ausgangslage, die zu vielen humoristischen Phasen einlädt. Wenn man sich alleine mal das DVD / Blu-Ray Cover anschaut: die jungen ziehen ne Fresse, wie sieben Tage Regenwetter, die Alten lachen - herrlich!

Ebenso lustig finde ich, dass „Wir sind die Neuen“ von der FSK ohne Altersbeschränkung, von der Jugendmedienkommission aber aufgrund des Alkoholkonsums ab 8 Jahren freigegeben wurde.
Ob wirklich ein Zehnjähriger weniger durch Alkoholkonsum beeinflusst wird, als ein Fünfjähriger oder ob hier nicht eher das soziale Umfeld ausschlaggebend ist?! Naja...

Ich „tue“ mich bei deutschen Filmen häufig schwer. Besonders deutsche Action- und Horrorfilme überzeugen nur recht selten bzw es gibt auch wenig (bekannte). Klar Filme, wie „Lola rennt“ (1998), „Anatomie“ (2000), „Flashback – Mörderische Ferien“ (2000) oder eben einen etwas neueren Film, wie „Who Am I – Kein System ist sicher“ (2014), kenne und mag ich auch, aber dies ist kein Vergleich (für mich) zur großen Auswahl guter amerikanischer Action- und Horrorfilme; so hat jeder seinen Geschmack! Dazu muss ich sagen, dass ich keine Stummfilme schaue; früher waren deutsche Stummfilmhorrorfilme (etwa „Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) oder „Nosferatu (1922)), soweit ich weiß, sehr begeht und international hoch angesehen.
Bei Krimis, Komödien und Dramen können sich die deutschen Filme (und Serien) hingegen sehr wohl sehen lassen! Der niemals endende „Tatort (seit 1970), „Das Boot (1981), „Lammbock (2001), „Good Bye, Lenin!“ (2003)... es gibt zig guter deutscher Filme (dieser Genre)! Hier reiht sich „Wir sind die Neuen“ definitiv gut ein.
Für mich einer der besten deutschen Filme, die ich je gesehen habe; und ich habe diesen Film in den letzten Jahren bestimmt fünf oder sechs Mal gesehen! Von mir gibbet nichts zu meckern:
 

10 von 10 Punkten

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Kommentare

13.09.2018 22:30 Uhr - dicker Hund
1x
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Der Film ist sicher stark, hat Herz und Hirn. 10 Punkte gebe ich ja nur sehr ungern, aber die obere Region passt schon. Feine Kritik!

14.09.2018 17:02 Uhr - Kaiser Soze
1x
DB-Helfer
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Danke Mobs!

Welche Filme bekommen bei der denn ne 10?

14.09.2018 20:50 Uhr - dicker Hund
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Gerne.

10er: Pulp Fiction, Robocop, Der Weiße Hai, Shining, Shawn of the Dead, Angel Heart...

Warum, kann man hier nachlesen, nur vorgreifen mag ich nicht;-)

14.09.2018 22:30 Uhr - Lukas
Definitiv ein schöner und gelungener Film, aber 10/10 finde ich doch arg hochgegriffen. Denn ein Meisterwerk, was die Wertung ja impliziert, ist er dann leider doch nicht.

15.09.2018 10:52 Uhr - Kaiser Soze
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@Mobs

Ja, mal von Pulp Fiction abgesehen, haben wir halt einen unterschiedlichen Filmgeschmack :-D
Aber jedem das seine.


@ Lukas

Für mich ist der Film ein Meisterwerk und einer der besten deutschen Filme, die ich je gesehen habe ;-) deshalb gibbet bei mir ohne wenn und aber die 10!

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