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The Girl With All The Gifts

Herstellungsland:Großbritannien (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,38 (13 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In einer nicht allzu fernen Zukunft: Eine aggressive Pilzinfektion hat fast die gesamte Menschheit in fleischfressende, zombieartige Wesen – sogenannte „Hungries“ – verwandelt. Nur eine kleine Gruppe infizierter Kinder verspricht Hoffnung auf ein Heilmittel: Sie können ihren „Fressimpuls“ kontrollieren, weil ihr Verstand noch nicht der Infektion zum Opfer gefallen ist. In einer Militärbasis werden sie von der Wissenschaftlerin Dr. Caldwell grausamen Experimenten unterzogen und besuchen unter dem wachsamen Auge von Sergeant Parks täglich den Schulunterricht. Doch ein Mädchen unter ihnen ist anders: Die junge Melanie übertrifft ihre Mitschüler an Intelligenz, ist wissbegierig, einfallsreich und vergöttert ihre Lieblingslehrerin Miss Helen Justineau. Als die Basis von einer Horde Hungries überrannt wird, kann Melanie zusammen mit Helen, Sergeant Parks und Dr. Caldwell gerade noch entkommen. In einer in Chaos und Zerstörung versunkenen Welt muss Melanie bald nicht nur über ihre eigene Zukunft, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit entscheiden. (SquareOne Entertainment)

eine kritik von chaos rhythm:

IHR KINDERLEIN KOMMET

In einer nicht genau datierten Zukunft fristet die Menschheit ein streng reguliertes und militärisch strukturiertes Dasein unter der Erde. Über der Erde sind die letzten Anzeichen der Herrschaft des Menschen am Verfallen und beugen sich der Gewalt der Natur. Eine neue Spezies beherrscht das Leben des Planeten: Die sogenannten Hungries, eine Art Zombies, die letzten Endes aber nur menschliche Wirte für eine aggressive, fleischlüsterne Pilzkultur sind. Die letzte Chance für die wenigen Überlebenden und das Fortbestehen der Menschheit sind eine Gruppe von Kindern - und das nicht im übertragenen, sozialpädagogischen Sinne. Denn die in Zellen eingesperrte und wie Hannibal Lector fixierte Brut ist nur zur Hälfte menschlicher Herkunft - zwar sind sie höflich artikuliert, wissbegierig und scheinbar im Stande, selbstständig zu denken, aber sobald ihnen ein Hauch nacktes Fleisch zu nahe an den Nüstern präsentiert wird, sammelt sich ihr Speichel und sie zeigen ihre Verwandschaft zu den Pilzzombies auf der Oberfläche.

Eines dieser Wesen, die kleine Melanie, ist besonders aufgeweckt und liebenswert, und so verwundert es kaum, dass die Pädagogin Helen (Gemma Arterton) bald dem Charme des Mädels erlegen ist - ganz im Gegensatz zur Hauptforscherin Dr. Caldwell (Glenn Close) und dem hohen Offizier Sgt. Parks (Paddy Considine). Es kommt, wie es kommen muss, wenn man bedenkt, dass zum Menschsein auch menschliches Versagen gehört: Die Station wird im Moment der geplanten Evakuierung von den Hungries überrannt und zu den wenigen Überlebenden gehören ausgerechnet Melanie und die drei sehr gegensätzlich denkenden Erwachsenen.

Da Melanies Zuneigung zu den Menschen und vor allem zu Helen ihr letztes Ass im Ärmel ist, weil sie sich unbemerkt durch die Horden der Pilzcrazies bewegen kann, schließen sich Wärter und Gefangene kurzerhand zusammen, um einen Ausweg aus der misslichen Lage zu finden...

Basierend auf einem englischen Bestseller ist "The girl with all the gifts" ein bemerkenswerter Eintrag im Verzeichnis der langsam abebbenden Zombiewelle, und der sparsam besetzten Unterkategorie vielversprechender Mainstream-Zuwendung. Arterton und Considine sind ebenso wie "Sherlock"-Regisseur Colm McCarthy alles andere als Kassengift und weit davon entfernt, B-Movie-Kost ihr Gesicht und Talent zu leihen. Als Zuckerguss obendrauf gibt Glenn Close eine Performance, die man schon lange nicht mehr von ihr gesehen hat und die einen beinahe jubeln lässt, angesichts der Tatsache, dass nun auch Oscar-Preisträgerinnen den lebenden Toten ohne Augenzwinkern den Schädel einschlagen dürfen.

Und das passiert hier nicht zu knapp, mit ordentlichen Effekten und vor einer fantastischen "Earth after People"-Kulisse. Gekonnt vereint die Geschichte die zwei Pfeiler aller zombiegetragenen Plots, also anfangs den bekannten Lagerkoller und später das Vagabundieren einer schutzlosen Gruppe. Und obwohl man die Konflikte und die Actionszenen hinlänglich kennt, präsentiert sich das alles sehr willkommen als ernsthafte Abenteuergeschichte mit leisen als auch lauten Tönen.

Was mir neben der gelungenen Arbeit der Darsteller und des Regisseurs besonders gefällt, sind außerdem der an die britischen Soundtüftler Broadcast erinnernde Soundtrack und der moralische Überbau des Films: Ganz im romeroschen Sinne sind die Zombies (Entschuldigung, die Hungries) eine Evolutionsstufe für die nächsten Herrscher der Erde. Der Umgang mit der Vergänglichkeit und den Fehlern der eigenen Rasse fordert von den Überlebenden das letzte, was unsere Spezies vorzuweisen hat: Menschlichkeit.

So reiht sich "The girl with all the gifts" nahtlos ein, in den Erzählbogen des Großmeisters und führt dessen Kritik- und Denkansatz endlich konsequent zu Ende.

Mein Fazit: Spannend inszenierter Abgesang auf die Menschheit, der Romeros Endzeitvision konsequent zu Ende erzählt.

 

8/10
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Kommentare

23.09.2018 13:31 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Interessant. Den hab ich zwar immer registriert aber leider ned mehr. Warum eigentlich ???

Merci !!

23.09.2018 16:41 Uhr - Lukas
Schöne review und richtig klasse Film, der mir bis auf das Ende wirklich sehr gut gefallen hat!

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