SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Rage 2 · Bunter Shooter für PS4, Xbox und PC · ab 49,99 € bei gameware Wolfenstein Youngblood · Internationale Version mit Symbolik · ab 49,99 € bei gameware
dicker Hund
Level 13
XP 2.900
Eintrag: 08.11.2018

Amazon.de

  • Friedhof der Kuscheltiere
4K UHD/BD
34,99 €
BD Steelbook
24,99 €
Blu-ray
15,99 €
DVD
14,99 €
  • The Bad Man
  • BD/DVD Mediabook - Uncut Fassung
Cover A
44,99 €
Cover B
44,99 €
Cover C
44,99 €
Cover D
44,99 €
  • Der goldene Handschuh
Blu-ray
14,99 €
DVD
12,99 €
  • John Wick: Kapitel 3
4K UHD/BD
39,99 €
Blu-ray
19,99 €
DVD
16,99 €
prime video
13,99 €
  • Avengers: Endgame
4K UHD/BD Steelbook
32,99 €
BD 3D
28,99 €
Blu-ray
18,99 €
DVD
14,99 €
prime video
16,99 €
  • Brightburn: Son of Darkness
BD Steelbook
24,99 €
4K UHD/BD
34,99 €
Blu-ray
17,49 €
DVD
15,99 €
prime video
16,99 €

Deadbeat At Dawn

Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Action

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (8 Stimmen) Details
inhalt:
Goose, Anführer einer Streetgang, führt ein trostloses Leben in den Slums einer amerikanischen Großstadt. Ein heftiger Streit mit seinem Vater und die Ermordung seiner Freundin durch feindliche Gangmitglieder, bringen seine ohnehin zerstörte Welt zu Fall. Um sich zu rächen, schleust er sich in die gegnerische Bande ein. Dort betrügt er die Mitglieder um die Beute eines gemeinsamen Raubzuges. Es kommt zum letzten Kampf auf Leben und Tod...
eine kritik von dicker hund:

"Deadbeat at Dawn" war 1988 das Langfilmdebut von Jim Van Bebber, der später noch "The Manson Family" drehen sollte. Es ist ein Ghettofilm mit hohem Action- und Trash-Faktor, in dem der Niedergang des Straßengangoberhauptes "Goose", gespielt vom Regisseur persönlich, als tragischer Leidensweg verfolgt werden kann. Der Streifen wird seitens des geschätzten Kollegen Dissection78 als Drama aufgefasst, als solches reichlich ernst genommen und mit Werken wie "Taxi Driver" verglichen. Damit steht er keineswegs alleine da. Andreas Bertler geht im Lexikon "Hölle auf Erden" sogar so weit, von einem "niederschmetternd sozialkritischen Werk" zu sprechen.

Mit einer solchen Erwartungshaltung im Hintergrund staunt man nicht schlecht. Die Bandenmitglieder maskieren sich mit neonfarbenen Taucherbrillen und Kinderspielzeugmasken mit "Batman"-Emblem, was eine knallbunte Truppe zusammenführt, die stellenweise an die Marihuana-Dealer aus der Tromaproduktion "Class of Nuke 'Em High" erinnert. Hinzu treten Dialoge, die sich thematisch mehrfach wiederholen und dem Begriff "unfreiwillige Komik" ein schulbuchmäßiges Profil verleihen (Humor 3/10). Vor allem in der deutschen Synchronisation jagt ein Knüller den nächsten. Kostprobe gefällig? Bitte:

"Jetzt ist wieder Handbetrieb angesagt! Wie soll man weitermachen, wenn einem so ein Scheiß passiert ist?!"

So trauert ein Witwer um seinen akuten Verlust. Apropos "Handbetrieb": Die Kämpfe und Shootouts vergnügen mit plumper Choreografie und zahlreichen Schnitten, die wahrscheinlich schlimmere Ausfälle vorenthalten. Darstellerisch geht es ohnehin ungefähr so anmutig zu wie bei einer Giraffe, die sich im Eiskunstlaufen versucht. Die höchste Eleganz bietet da eine Tänzerin im "Schlüpfer-only-look", die wahrscheinlich darüber hinwegtrösten soll, dass der mehrfach erzählerisch aufgegriffene Koitus genauso in den offscreen gescheucht wird wie die Möpsewacklerin von unserem Protagonisten (Sex 3/10).

Macht man sich diese Trashanteile bewusst, kann man die Horrorelemente (5/10) durchaus wertschätzen. Mit Ekeleinlagen rund um Verletzungen, Drogenmissbrauch, verweste Leichen und verwahrloste Behausungen entsteht ein Erscheinungsbild, dass nicht nur unangenehm billig, sondern auch angemessen schäbig aussieht. Die Kamera lässt zwar Lähmungssymptome besorgen, erweist sich im Gegensatz zu anderen Aspekten jedoch noch als annehmbar. Insbesondere der Score erklingt nicht nur reichlich zurückhaltend, sondern verhält sich auch bemerkenswert neutral zur atmosphärischen Genese.

Wohin ist denn das vierstellige Budget gegangen? Natürlich dorthin, wo die meiste Aufmerksamkeit erregt werden kann: zur Gewalt (6/10). Zwar sehen die übertrieben kunstblutig unterstrichenen Ballereien alles andere als echt aus, wenn jedoch Körperteile nicht mehr dort bleiben wollen, wo sie natürlich verwachsen sind, kommt das schon roh rüber und weiß tricktechnisch zu gefallen. Ansonsten versucht "Deadbeat at Dawn" mit zynischen Bemerkungen seiner Figuren wie dem Antagonisten Danny (Paul Harper, "Wild Bunch") zu schockieren, deren Texte allerdings zu platt geschrieben und gesprochen sind, um die unerwünschte Erheiterung über sie zu vermeiden.

Denn diese Amateurflöte funktioniert dann am besten, wenn man nicht mit Falten auf der Stirn ihre wunderlich umgesetzten Ambitionen herauszulesen versucht, sondern einfach nach Herzenslust über sie spottet und den Splatterunfug dabei trotzdem irgendwie lieb hat. So verstanden bietet Van Bebbers unintendierte Ferrara- und Scorsese-Parodie solide Unterhaltung für Fortgeschrittene in der Disziplin des gehässigen Gelächters (5/10 Punkten).

5/10
mehr reviews vom gleichen autor
Father's
dicker Hund
8/10
Fan,
dicker Hund
7/10
Faceless
dicker Hund
6/10
die neuesten reviews
Comedians
Ghostfacelooker
Prodigy,
sonyericssohn
6/10
Father's
dicker Hund
8/10
Piercing
Ghostfacelooker
tödlichen
Ghostfacelooker
Fan,
TheMovieStar
9/10

Kommentare

08.11.2018 09:20 Uhr - Dissection78
3x
DB-Co-Admin
User-Level von Dissection78 15
Erfahrungspunkte von Dissection78 3.890
Pah! Ich lege meine so markante wie attraktive Denkerstirn sehr gerne in Falten, um den ehrgeizigen Versuch zu wagen, vorhandene oder nicht vorhandene Ambitionen aus JEDEM Film, und sei er noch so wunderlich umgesetzt, herauszulesen. Genauso wie ich fiese, dicķe Hunde gerne mal auf eine ausgiebige Diät setze - jawoll... D-I-Ä-T! Gut, ich hätte damals durchaus auf die unfreiwillige Komik und die trashigen Szenen des Films eingehen können, sollen und müssen, die ich dem kaum vorhandenen Budget und den ebenso (noch) nicht vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten Van Bebbers zuschreibe. Ich verstehe auch jeden, der in "Deadbeat At Dawn" grausigen Amateurdriss sieht, gegen den selbst so manche "professionelle" Streifen der C-Kategorie wie meisterliche Oscarkandidaten wirken (so wie es der allseits geschätzte Kollege JasonXtreme einst in einem Kommentar kundtat), und doch, ich mag dieses schmuddelige, nihilistische, misanthropische, dreckige, finstere, primitive Underground-Werk trotz all seiner inszenatorischen Unzulänglichkeiten. Ich stehe hinter meinem verkopften Geschreibsel genau so sehr wie das schicksalhafte Damoklesschwert der oben angedrohten unheilvollen vier Buchstaben über Deinem zerknautschten Mopshaupte schwebt *teuflischdröhnendlacht*... und vielsten Dank für Deinen rabiaten Biss in meinen noch halbwegs knackigen Allerwertesten :'(

;D

08.11.2018 10:13 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.524
Joa, so würde ich den auch einschätzen :D kein Plan wieso der so gehyped wurde teils, ich hab da weit härteres und vor allem ernsteres erwartet damals.

08.11.2018 10:45 Uhr - dicker Hund
3x
User-Level von dicker Hund 13
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.900
Das war ich nicht, Dissection, das war mein böser Zwilling, der mit den ernsten Halsfalten auch im Gesicht!

;-)

08.11.2018 14:56 Uhr - sonyericssohn
3x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 18
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 6.285
Da gab's vor einigen Jahren mal ne Firma aus Berlin, die diesen Film als das derbste überhaupt anbot.
Irgendwie aber wohl doch ned so toll... :-/

08.11.2018 20:48 Uhr - Insanity667
3x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.641
Hui... Also ich habe den als ziemlich brutal und finster in Erinnerung, allerdings kenn ich ihn nur im O-Ton, wo er vielleicht etwas "ernster" rüberkommt. Mit Amateurstoff aus den mittleren und späten 80ern kann ich auch leben... (Da ist mancher B-Film von heute dramaturgisch und technisch uninspirierter inszeniert) von daher aus der Erinnerung heraus eine 7/10, mindestens genauso knackig, wie Dissis Hinterteil! :D

08.11.2018 20:59 Uhr - NoCutsPlease
3x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.000
Mopsfidele Besprechung aus der qualitätsbewussten Hundehütte!

Ich kenne den Film auch nur im O-Ton, daher kann ich zur unfreiwilligen Komik der Synchronfassung nichts sagen.
Wegen der deprimierenden Stimmung und angesichts des huntergekommenen Stadtbildes samt abgewrackter Charaktere ohne Perspektive fand ich den aber recht gelungen. Aus der Erinnerung heraus wäre ich so wie Insanity bei einer 7.

08.11.2018 21:46 Uhr - Nubret
3x
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.077
Ach was, der ist doch klasse!

Ne 8 ist da durchaus drin. Aber egal, die Besprechung ist äußerst spaßig zu lesen!

10.11.2018 12:44 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 7
Erfahrungspunkte von CHOLLO 689
Wollt mir den Streifen eigentlich unbedingt mal geben. Mit deiner amüsanten Review hast du ihn mir jetzt aber nicht gerade schmackhafter gemacht ;)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2019)