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Insanity667
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Eintrag: 17.10.2018

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Godzilla

(Originaltitel: Gojira)
Herstellungsland:Japan (1954)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Fantasy
Alternativtitel:Godzilla - König der Monster
Godzilla - King of the Monsters

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,11 (26 Stimmen) Details
inhalt:
Im Pazifischen Ozean vor der Küste Japans verschwinden immer wieder friedlich kreuzende Schiffe. Zunächst hält man Vulkanausbrüche oder Treibminen für die Ursache der Katastrophen. Doch dann taucht eine turmhohe Echse aus dem Meer auf und marschiert auf Tokio zu - Godzilla. Die Wissenschaftler stellen fest, dass es sich hierbei um ein Wesen handelt, welches durch jüngste Atomversuche aus einem Millionen Jahre dauernden Schlaf geweckt und radioaktiv verseucht wurde. Während der Saurier eine Spur der Vernichtung hinter sich her zieht, bricht in der Bevölkerung die Panik aus, denn selbst modernste Waffen können dem Monster nichts anhaben...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von insanity667:

Eine Frau geht mit ihrem 3 Jahre alten Sohn und ihrer 7 Jahre alten Tochter die Straße hinab, es ist ein freundlicher, heller und warmer Sommermorgen. Auch wenn der Hunger, der Verlust des Vaters und die Angst vor der ungewissen Zukunft überwiegen, lächeln die beiden Kinder einem sonnigen Tag entgegen. Plötzlich blendet ein greller Lichtblitz die junge Familie, ihm folgt ein unheilvolles Grollen, das eine 1000 °C heiße Wand aus Feuer, Trümmern und Staub vor sich hertreibt und nur noch die sich umklammernden Schatten der drei an der kargen Wand zurücklässt...

Es ist der Morgen des 6. August 1945 um 8:15 Ortszeit. Soeben hat die USAAF auf Befehl von US-Präsident Harry S. Truman die erste kriegstaugliche Atombombe über der japanischen Großstadt Hiroshima abgeworfen. Sie forderte in nur wenigen Sekunden 90.000 Todesopfer und geschätzte 166.000 weitere in den Wochen danach. Nur 3 Tage später ereilte Nagasaki ein ähnliches Schicksal, dort ließen geschätzt insgesamt 200.000 Menschen, überwiegend japanische Zivilisten, Kriegsgefangene und koreanische Zwangsarbeiter, ihr Leben. Noch heute, über 70 Jahre und einige Generationen später, sterben Menschen an den Folgen der radioaktiven Strahlung, die „Little Boy“ und „Fat Man“ freigesetzt haben. Der Einsatz dieser schrecklichen Waffen beendete eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte, den 2. Weltkrieg, und schlug gleichzeitig, mit der Wegbereitung zum folgenden Wettrüsten zwischen der Sowjetunion und den USA (und den damit verbundenen Nukelarwaffentests im Pazifik und in Sibirien während des „Kalten Krieges“) gleich das nächste auf…

In den Nachkriegsjahren ging es mit Japan, teilweise dank der Hilfe der Alliierten bei der Wiederherstellung der größtenteils zerstörten Infrastruktur und vor allem dem tapferen Einsatz der Bevölkerung und der Industrie beim Wiederaufbau, sozial und wirtschaftlich gegen Ende der 40er Jahre schon wieder bergauf, wo andere in den Krieg involvierte Staaten wesentlich länger brauchten, um zurück auf die Beine zu kommen.  Nach einer recht kurzen Phase der selbstgewählten Isolation orientierte sich auch die reichhaltige Film und Theaterkultur des Landes zurück zur unglaublich kreativen Vielfalt der Vorkriegszeit. Fortan wurde auch relativ viel Selbstreflexion zur Aufarbeitung des Krieges betrieben und wesentlich mehr schonungsloser Realismus und Sozialkritik, statt fanatisch/imperialistische Glorifizierungen oder Fantastereien, in bedeutsame Werke eingewoben, man denke da nur an Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" und den Historienkrimi "Rashomon" von 1950, der als erster japanischer Spielfilm den "Goldenen Löwen" bei den Filmfestspielen in Venedig gewann oder an Keisuke Kinoshita mit seinem Drama "Carmen kehrt heim", dem ersten japanischen Farbfilm überhaupt. Ganz vorne mit dabei waren auch die legendären Toho-Studios die mit "In the Shadow of Glory" 1953 einen Film über die Besetzung Indonesiens plante. Da die indonesische Regierung sich jedoch weigerte, Visa für die japanische Filmcrew herauszugeben, beauftragte das Studio den Produzenten Tomoyuki Tanaka im Frühjahr 1954 nach Jakarta zu fliegen, und neue Bedingungen auszuhandeln um "In the Shadow of Glory" doch noch realisieren zu können, leider ohne Erfolg. Bereits auf dem Rückflug nach Tokio entwarf Tanaka dann das Grundkonzept zu "Godzilla", inspiriert vom US-Kassenerfolg "Panik in New York" aka "The Beast from 20.000 Phatoms" und den tragischen Ereignissen um das Fischerboot "Glücklicher Drache" welches am 1. März 1954 vor dem Bikini Atoll durch den Fallout des "Castle Bravo Projekts" schwer verstrahlt wurde, was 7 Besatzungsmitgliedern den Tod brachte. Zurück in der Heimat war Iwao Mori, Executive Producer der meisten Toho-Kinofilme, von Tanakas Entwurf dermaßen begeistert, dass er sofort alle Anstrengungen, alternative Drehorte für "In the Shadow of Glory" zu finden, einstellen ließ und Shigeru Kayama als Drehbuchautoren sowie Ishirō Honda als Regisseur für das neue Projekt unter dem simplen Namen "Project G" (für "Gigant" bzw. "Giant") verpflichtete.

 

Vor der Küste Japans verschwinden immer wieder Fischerboote und Frachter auf mysteriöse Art und Weise. Überlebende berichten von einer riesigen Kreatur, die einen tödlichen Hitzestrahl ausspeit, der alles und jeden verbrennt und die Schiffe versenkt. Der renommierte Paläontologe Dr. Yamane stellt ein Team zusammen, um den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen und muss erschrocken feststellen, dass die haarsträubenden Geschichten um den "Godzilla", die man sich auf der kleinen Fischerinsel Odo erzählt, tatsächlich wahr sind. Schon bald wird das Ungeheuer zur Gefahr für ganz Japan, da es sich immer weiter auf die Bucht von Tokio zubewegt...

 

Das Drehbuch wurde binnen kürzester Zeit mehrfach umgestaltet. Enthielt es anfangs in seiner recht oberflächlichen Rohfassung keine wirklich klar definierte Charakterzeichnung und kaum Bezüge zum sozialen Miteinander oder den kulturellen Hintergründen, setzten Effektspezialist Tsuburaya und Regisseur Honda ihre teils radikal überarbeitete Variante, besonders im Bereich der Figuren und deren Verbindungen zueinander sowie die  Ausarbeitung gesellschafts und sozialkritischer Töne, schlussendlich durch. Zentrales Thema ist die Unaufhaltsamkeit und die Machtlosigkeit gegenüber einer unbändigen Naturgewalt, erweckt durch den Missbrauch von Atomwaffen. Das Monster wird dabei selbst zur Metapher für den nuklearen Holocaust, ein Symbol der Zerstörung. Harter Stoff für eine Nation, die diesen Schrecken im Verlauf des Krieges aus erster Hand zu spüren bekam und doch auf seine eigene Art eine gewisse sinnbildliche Übernahme von Verantwortung. Auch die Figur des Wissenschaftlers Dr. Serizawa, deutlich angelehnt an Robert Oppenheimer selbst, der sein Lebenswerk nicht als Waffe missbraucht sehen will, letztendlich zur Vermeidung noch schlimmerer Folgen für die ganze Menschheit aber keine andere Wahl hat, regt zum Nachdenken an, verinnerlicht man sich die Ironie dahinter: Um dem von nuklearen Massenvernichtungswaffen hervorgerufenen Übel beizukommen, braucht es noch stärkere, schrecklichere und tödlichere Waffen, die dann wiederum in den falschen Händen neues Leid anrichten könnten. Ein ganz wichtiger Punkt des Films ist das Durchbrechen dieses Teufelskreises, das die letzten Szenen auch so außergewöhnlich melancholisch macht. Daneben wird auch noch das soziale Miteinander um traditionelle Zwangsverlobungen oder auch die Stellung von Wissenschaft und politischem Diskurs, geht es z.B. darum, ob man das Monster tötet oder erforscht, mit in die Geschichte eingewoben. Das Ergebnis ist ein düsterer, ernster und für die damalige Zeit inhaltlich an allen Ecken und Kanten brisanter Streifen, der auch heute noch perfekt funktioniert und jedes mal auf's neue zu fesseln weiß. Schade ist, dass er allerdings oftmals (ungerechtfertigterweise) mit den billig/trashigen Gummimonsterkloppereien (mit Fokus auf reinen Unterhaltungswert) auf eine Stufe gestellt wird. Freilich war es die Initialzündung für das weltweit beliebteste Monster-Franchise, aber im direkten Vergleich doch eine ganz andere Baustelle mit wesentlich mehr Subtext und dem Hauptaugenmerk auf kritische Inhalte.

Die Wahl der Darsteller fiel, allen voran, auf den charismatischen Akihiko Hirata ("Samurai", "U2000 - Tauchfahrt des Grauens") in der Rolle des zwiegespaltenen und in die Einsamkeit zurückgezogenen Dr. Serizawa, der zwar mit recht wenig Screentime bedacht wurde, diese aber mit der wohl herausragendsten Leistung als desillusionierter Wissenschaftler ausfüllen kann. Ebenfalls wacker schlägt sich Takashi Shimura ("Rashomon – Das Lustwäldchen", "Zwischen Himmel und Hölle", "Godzilla kehrt zurück") als Dr. Yamane, der Entdecker des „Godzillas“ und Momoko Kōchi ("Half Human", "A Rainbow plays in my Heart") als dessen Tochter Emiko Yamane, die seit ihrer Kindheit Serizawa versprochen ist. Diese Konstellation erweist sich für Ogata, gespielt von Akira Takarada ("The Birth of Japan", "The Last War")  als problematisch, da er ebenfalls vorhat, um Emikos Hand anzuhalten. Ein bisschen Schade ist es, dass seine Figur gegenüber den anderen Hauptrollen ein wenig ins Hintertreffen gerät, liefert er als jüngster im Cast doch ebenfalls eine tolle Darbietung ab, von der es gerne etwas mehr hätte sein dürfen. Wie bei allen (oder den meisten) japanischen Produktionen, beinahe egal ob alt oder neu, muss man hier auch wieder die teilweise überzogen dramatisch und theatralisch gespielten Szenen auf der Rechnung haben und damit klarkommen, sprich gelegentliches Overacting nicht mit unfreiwilliger Komik verwechseln oder gleich als solche deklassieren.

Tricktechnisch beauftragte man Eiji Tsuburaya für das Monsterdesign und die Gestaltung der Sets, die alle in detailverliebter Handarbeit, teilweise aus hunderten einzelnen Bausteinen, errichtet wurden, was die Zerstörungsorgie, im Gegensatz zu herkömmlichen Pappmachebauten, noch eine Spur realistischer wirken ließ. Gefilmt wurde im dezenten und unaufdringlichen Schwarz/Weiß, in Effektszenen überwiegend aus niedrigen Winkeln und Perspektiven um bei geschickter Beleuchtung den Eindruck von echter Größe zu vermitteln, eine Kunst die Kameramann Masao Tamai ("Repast", "Floating Clouds") und sein Team im Laufe der Produktion perfektionierte. Bis auf die Aufnahmen für die Inselszenen wurde ausschließlich im Studio gedreht, was sich für die düstere und bedrohliche Stimmung als äußerst zuträglich erwies. Im Gegensatz zu den folgenden Filmen des Franchises sieht im Original alles ein wenig detaillierter und hochwertiger aus, was dem damaligen Rekordbudget (175.000 USD) geschuldet gewesen sein dürfte. So kommt eine beinahe schon hässlich realistische Schauerstimmung auf, wenn man im Vordergrund Menschen um ihr Leben rennen sieht, während Godzilla im Hintergrund (klassische Rückprojektion) vor der brennenden Silhouette des nächtlichen Tokios alles in Schutt und Asche legt. Ursprünglich war geplant, das Monster via Stop-Motion zum Leben zu erwecken, was aus Zeitgründen und dem Mangel an fähigen Personal verworfen wurde. So begründete Tsuburaya quasi aus der Not heraus die „Suitmation“, und Stuntman Haruo Nakajima zwängte sich in das erste 100kg schwere Latexkostüm, in dem er nur 3 Minuten am Stück drehen konnte, weil er sonst ohnmächtig geworden wäre. Nakajima schlüpfte bis 1972 dann immer wieder regelmäßig in die Haut des ikonischen Giganten und anderer Monster, unter anderem „Gamera“ und "Rodan". Die prägnante musikalische Untermalung stammt von Akira Ifukube ("Weltraumbestien", "Die fliegenden Monster von Osaka") dessen unverwechselbare Klänge in abgewandelter Form bis heute noch in Fortsetzungen und sogar im 2. amerikanischen Remake von 2014 Verwendung finden. Obwohl "Godzilla" technisch schon damals als überholt galt, da die Konkurrenz in Hollywood bereits einige Schritte weiter war, überzeugt die Umsetzung trotzdem und lässt, bis auf einige Stolperer im Schnitt und der stellenweise etwas ungelenk wirkenden Animatronik, eigentlich kaum Raum zum Meckern, bedenkt man die Entstehungszeit sowie die Umstände versteht sich. Und die Suitmation hat ja letztendlich auch ihre ganz eigene Ästhetik, für die man eben was übrig haben muss, damit solche Filme Spaß machen.

 

Unnützes Zusatzwissen zun Angeben:

- Der ursprüngliche Arbeitstitel lautete "The Giant from 20.000 Leagues under the Sea" und wurde im späteren Verlauf zu den Filmvorbereitungen auf "Project G" abgekürzt. Der finale Titel "Gojira" ist eine Wortkreation, die sich aus Gorira (Gorilla) und Kujira (Wal) zusammensetzt. Die These, dass der Name an einen übergewichtigen Toho-Mitarbeiter angelehnt ist, wurde in einem Interview mit Hondas Witwe schon vor Jahren widerlegt. Trotzdem wird diese oftmals noch gebraucht, wenn es darum geht, die Herkunft des Namens zu erklären. Viel plausibler ist jedoch die Annahme, dass "Gojira" auf einen sehr frühen Entwurf Tanakas zurückgeht, in dem das Monster als eine Art Hybrid zwischen einem gigantischen Affen und einem Meeressäuger beschrieben wurde. Gut, dass sich letztendlich das Dino-Konzept durchgesetzt hat...

- Das Monsterdesign basiert auf einer Mischung zwischen einem Tyrannosaurus, einem Iguanodon und einem Stegosaurus. Die Finnen auf dem Rücken des Godzillas waren ursprünglich nicht eingeplant und wurden letztendlich nur aus Dekorationszwecken angebracht. Die aschgraue Schuppenhaut ist den Verbrennungsmustern der Opfer aus Hiroshima und Nagasaki nachempfunden, der charakteristische Schrei des Giganten wurde von Akira Ifukube mit einem Lederhandschuh erzeugt, den er über die Saiten eines Kontrabasses gleiten ließ. 

- "Godzilla" stieß in seinem Heimatland Japan anfangs eher auf Ablehnung und teilweise sogar Spott bei der Presse und den Kritikern, die das Werk als "Verlierergejammer" und "Abfall" abtaten. Erst nach dem internationalen Erfolg und dem vielen Lob von ausländischen Journalisten wendete sich das Blatt für die ikonische Riesenechse und fortan wurde "Godzilla" als einer der größten Exportschlager unter der Sonnenwappenfahne gefeiert. Diese phänomenale Euphorie hält bis heute an und bescherte der Reihe sogar einen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde für das am längsten andauernde Franchise mit den meisten Fortsetzungen (mittlerweile 31, die beiden Amerikaner nicht mitgezählt). 

- Der Film existiert in mehreren Fassungen, die damals für die jeweiligen Märkte mal mehr, mal weniger stark angepasst wurden. Die unangetastete japanische Originalfassung gab es dabei über Jahrzehnte hinweg auch wirklich nur in Japan zu sehen. Die geläufigste internationale Fassung (auf der auch die deutsche Kinoversion basiert) wurde um ca. 12 Minuten gekürzt, hauptsächlich im Bezug auf die Atombombenthematik, einige kulturelle und politische Aspekte und diverse Szenen, die man offensichtlich als zu verstörend empfand (ein Kind wird mit einem Geigerzähler untersucht, blutüberströmte Menschen in überfüllten Krankenhäusern usw.). Die amerikanische Fassung, 1956 unter dem Titel "Godzilla - King of the Monsters!" erschienen, wurde neben noch mehr Kürzungen in Hinblick auf die Kernwaffentests (da stellt sich einem schon die Frage, ob das noch als künstlerische Entscheidung oder schon als politische Zensur zu werten ist...) auf der anderen Seite um einige Szenen erweitert, die von Terry O. Morse mit Raymond "Perry Mason" Burr als Reporter, oder eher Kommentator, nachgedreht wurden. Selbstverständlich ist hier die Blu-Ray mit der japanischen Originalversion (mittlerweile problemlos erhältlich von Splendid) die beste Wahl, was sonst?

 

Fazit:

Ein düsteres, melancholisches Meisterwerk, welches die verheerenden Folgen des Missbrauchs nuklearer Energie auf eine schockierende Art und Weise aufzeigt und dafür Parabeln und Metaphern nutzt, die eindrucksvoller nicht hätten ausfallen können. Tricktechnisch erstaunlich gut umgesetzt, mit durchgehend überzeugenden Darstellern und einem echten Gänsehautscore bestückt, gehört dieser Film, der einen so großen populärkulturellen Stein ins Rollen gebracht hat, eigentlich in jede gut sortierte Sammlung.  Wer hinter dem Titel also nicht nur eskalierende Monsterschlägereien in Papplandschaften erwartet und "Godzilla" noch nicht gesehen hat, der sollte sich auf jeden Fall mal damit auseinandersetzen, dieses kleine Stück Filmgeschichte ist es definitiv wert!

10/10 Punkte! 

 

"We knew the world would not be the same. A few people laughed, a few people cried, most people were silent. I remembered the line from the Hindu scripture, the Bhagavad Gita. Vishnu is trying to persuade the Prince that he should do his duty and to impress him takes on his multi-armed form and says, »Now, I am become Death, the destroyer of worlds.« I suppose we all thought that, one way or another."

J. Robert Oppenheimer

10/10
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Kommentare

17.10.2018 21:30 Uhr - sonyericssohn
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Alles, an alles hätte ich gedacht. Und jetz kommst du mit DIESEM Teil um die Ecke.
Ganz ehrlich..... ich mag den nicht. :-/

Herzlich willkommen zurück !!!!

17.10.2018 21:36 Uhr - Insanity667
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Ach schade Sony! ^^ Aber keine Sorge, wird auch wieder was für dich dabei sein, wenn es wieder losgeht! Trotzdem danke! :)

17.10.2018 21:37 Uhr - NoCutsPlease
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Der Wahnsinnige startet wieder in die Herbst-/Wintersaison und wir können uns alle auf eine tolle neue Reviewreihe mit VIEL Lesestoff während der immer kürzer werdenden Tage freuen. :)
In der Tat ist "Godzilla" ein wegweisender Klassiker über das nukleare Kriegstrauma Japans, auch wenn er aus heutiger Zeit natürlich sehr minimalistisch gehalten wirkt.

17.10.2018 21:38 Uhr - Intofilms
1x
Wirklich, Insi, genau damit, mit "Godzilla", hatte ich gerechnet! Ich wollte sogar schon in einem direkten Post auf deine Andeutung antworten: 'Na, kann dann eigentlich nur "Godzilla" sein', konnte mich dann aber doch noch zügeln...^^
Ja, ich kenne "Godzilla" auch. Insofern hast du mit deiner Vermutung bezüglich des allgemeinen Bekanntheitsgrads natürlich vollkommen recht. Allerdings habe ich ihn wahrscheinlich schon seit, ähem, dreißig Jahren nicht mehr gesehen. Deswegen mach' ich's mir ganz einfach (sorry): Ich stimme dir in allen Punkten vorbehaltlos zu, schließe mich insbesondere deinem brillanten Fazit voll und ganz an und wörtlich würde ich hier definitiv auch von einem 'kleinen Stück Filmgeschichte' sprechen. Denn das ist "Godzilla" fraglos.
Da ist er wieder, der Insi-Sound, endlich... Geniale Rezi! Die muss ich morgen gleich noch mal in Ruhe durcharbeiten (bin seit halb Sechs auf und total kaputt). Welcome back! ;D

17.10.2018 21:48 Uhr - Ghostfacelooker
4x
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In den Zeiten immer kürzer und vor allem sinnfreier Reviews und Kommentare brilliert der Wahnsinn in Meth ode^^^^^^ ( ja ein zweifach ineinander geschobenes Wortspiel der Wortkunst mit nur einem Leerzeichen)
Schön das DU wieder dabei bist.Hammer Review

17.10.2018 21:49 Uhr - TheRealAsh
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GOJIRA!!!

Also, Meister Insanitus, da haben sie sich selbst übertroffen, klar, dass du für so ein Mammutwerk an Review erst mal Zeit brauchst. Ich wappne meinen Schildkrötenpanzer und brüte etwas in der radioaktiven Abstellkammer meiner Hütte. Sowohl Einführung als auch Abschluss sind wirklich eins A Filmliteratur!

Zum Film kann ich gar nicht mehr sagen, als mir den am Wochenende mal wieder reinzuziehen, melancholisches und politisches Monstermeisterwerk für die Ewigkeit trifft es sehr wohl. Hab mir grad letztens Shin Godzilla angeschaut und war immer noch gut unterhalten, trotz Schwächen. Dieser hier ist aber wohl das, was Moby Dick für die Literatur war: die Metapher des Toten Gottes, der aufersteht und erst mal richtig Dampf ablässt.

Das muss ich jetzt erstmal sacken lassen, du Review-Oppenheimer mit Hang zum Humanismus!

17.10.2018 21:58 Uhr - Intofilms
1x
Meine Güte, hast du ein Turbo-Feedback!
Ich wollte noch anfügen: Mehr Charme geht wohl nicht. Und wenn ich „Godzilla“ heute sehen würde, wäre ich wahrscheinlich unendlich gerührt. Das könnte direkt gefährlich werden...^^

17.10.2018 22:06 Uhr - sonyericssohn
3x
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Jetz fehlt nur noch das gnadenlose Kammbäck eines Sonnyblack
chrchrchrchr

17.10.2018 22:10 Uhr - Insanity667
3x
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Äähhhh ja... Das ist in der Tat "Turbo Feedback"! Vielen Dank ihr Filmverrückten, geile Sache! ^^

@NoCuts
Ja, das mit dem "minimalistisch" mit Blick auf die Ressourcen und die Entstehungszeit trifft es ganz gut, allerdings haben die damals tatsächlich auch schon Szenen zustandegebracht, die mich auch bei der 100sten Sichtung noch beeindrucken und staunen lassen! :)

@ClairvoyantInto
Du kennst dich selbst am besten, und ich dich auch schon ein Weilchen. Würde mich nicht wundern, wenn der bald mal wieder in deinem Player rotiert... ^^ 30 Jahre (wenn auch nur gefühlt) sind lang! :)

@Ghost
Jawoll! :)

@Ash
Ach, so lange hat das gar nicht gedauert und war auch recht spontan... Ich dachte auch erst, dass ich mich mit Rostlöser einschmieren muss, aber ging... :) Shin Godzilla hat mir auch gefallen, allerdings fand ich die "Final Form" bockhässlich! ^^


17.10.2018 22:06 Uhr schrieb sonyericssohn
Jetz fehlt nur noch das gnadenlose Kammbäck eines Sonnyblack
chrchrchrchr


Ganz ehrlich? Irgendwie hab ich das heute auch im Kopf gehabt... Hör mir bloß auf! Dann packe ich meine Koffer und bin weg. Das wäre dann ziemlich strange/unheimlich... :/


17.10.2018 22:19 Uhr - sonyericssohn
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Nene nix da ! Du bleibst schön hier ! :-D

17.10.2018 22:29 Uhr - Intofilms
1x
Insi, noch eins: denke dir bitte vor meinem „Insofern...“-Satz noch einen vorherigen hinzu, etwa: ‚Wie wohl die Allermeisten hier.‘ Denn sonst klingt die Aussage, streng genommen, leicht schräg. Nur weil ich einen bestimmten Film kenne, muss der natürlich nicht automatisch allgemein sehr bekannt sein (wie auch umgekehrt). Hier ist es freilich so: „Godzilla“ dürfte fast jeder kennen... - Sorry, aber diese Klarstellung schien mir noch wichtig. Und jetzt schlafen.^^

17.10.2018 22:34 Uhr - Insanity667
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Mist... und ich hätte jetzt jedem eins mit der Bratpfanne gegeben, der ihn nicht kennt! :) Nee Spaß, ich verstehe was du meinst, alles gut! ^^

18.10.2018 00:56 Uhr - Dissection78
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Ha! Wenn die Nächte länger werden und die Tage kürzer, kommt so manch Wahnsinniger wieder aus seiner Gruft gekrochen, um uns geduldig die gar düst'ren Riten des Samhain zu lehren - diesmal japanisch kredenzt. Du darfst Dich aber gerne auch von Juni bis September blicken lassen, Insatanarium! ლ(ಠ益ಠ)ლ

Hier hast Du uns eine sehr schöne Abhandlung in Gojira-Größe zu einem Kultklassiker, den ich mir viel lieber anschaue als jede heutige, x-beliebige Ami-Godzilla-JurassicWorld-Avengers-SuicideSquad-JusticeLeague-DCEU-MCU-Fantasy-Comicgedöns-CGI-Krawall-Orgie, um die Ohren gehauen. Ich danke Dir!

18.10.2018 07:00 Uhr - Insanity667
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Ich habe zu danken, Dissi! ;)

Aber, aber, aber... Im Juni ist es doch immer so hell und so warm... Wäähhh ^^ Nix für Gruftgewächse! ;)

18.10.2018 11:09 Uhr - leichenwurm
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Beeindruckend fleißige (Beinahe-)Doktorarbeit vom lange-verschollenen-wohlmöglich-verstorbenen-und als Astralkörper durchs internet geisternden- Wahnsinnigen... ;-)) ! Granaten Film, Granaten Review... Willkommen zurück :-) !

18.10.2018 19:05 Uhr - Insanity667
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Dankeschön Herr Wurm! ;) Jajaja... immer diese Astralkörper, unfassbar! ^^

18.10.2018 19:42 Uhr - Nubret
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Monstermäßig geile Besprechung! Mehr muß man hier eigentlich gar nicht sagen!

18.10.2018 21:44 Uhr - Laughing Vampire
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Sehr schön! Nur eine Stelle stört mich etwas:
In den Nachkriegsjahren ging es mit Japan selbst nur sehr langsam und schleppend wieder bergauf. Recht mühsam gelang es den Alliierten, das vom Krieg gezeichnete Land, in dem mehr als 80% der Städte durch das anhaltende US-Bombardement zerstört worden waren, sozial und wirtschaftlich wieder auf die Beine zu bringen. In einer recht kurzen Phase der selbstgewählten Isolation definierte sich auch die reichhaltige Film und Theaterkultur des Landes neu.

"Langsam und schleppend" war hier gar nichts, eher im Gegenteil. Das Land war in kürzester Zeit wirtschaftlich und kulturell wieder auf den Beinen, was die Japaner auch kaum den Alliierten zu verdanken hatten, sondern in erster Linie sich selbst. Vergleich die Situation mal mit Südkorea, das eine wesentlich turbulentere Geschichte vorweist und in der Nachkriegszeit erst mal ein paar Militärdiktaturen hervorbrachte, bis sich in den 1980ern etwas bewegte (dann aber auch wirklich). Auch in Film und Kultur ist in Japan eine große Kontinuität zu sehen. Die von dir aufgelisteten Regisseure waren alle bereits in der Vorkriegszeit aktiv, und im Gegensatz zu Nazi-Deutschland war die Zeit der Propagandafilme auch eher kurz. Wobei das sicher in gewisser Weise Ansichtssache ist. :) In Deutschland ist dieser Bruch mit der eigenen Filmtradition ab 1933 ja bis heute schmerzlich spürbar.

Jedenfalls sind es Kritiken wie diese, die mich auf dieser Seite halten! Beeindruckend, was du hier alles an Zusatzwissen einbringst! Bin ja selber ein riesiger "Godzilla"-Fan, daher sind mir in diesem Fall die ganzen Hintergrundinfos auch bestens bekannt, aber für die Community ist das unglaublich wertvoll.

18.10.2018 22:16 Uhr - Insanity667
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Vielen Dank für das umfangreiche Feedback und die historische Korrektur, Vamp, auch wenn ich dir ein klitzekleines bisschen widersprechen muss. Aufgrund der teils massiv zerstörten Infrastruktur und dem Fehlen wichtiger Rohstoffe war es in den Jahren nach dem Krieg (Gut, ich rede von 2 bis 3 Jahren, das ist im Kontext nicht "langsam und schleppend" richtig!) sehr hart und sehr schwer, gerade in ländlichen Gegenden, eine Grundversorgung (Strom, Wasser, Nahrung) wiederherzustellen. Da haben sowohl Amerika und Großbritannien als auch zum Teil China glaube ich, Geld, Zeit, Material und Hilfsgüter reingepumpt, damit das alles wieder flutscht. Dass die Japaner als Völkchen da tapfer und beherzt mit durchgestartet haben und letztendlich den Karren zum größten Teil selbst aus dem Dreck gezogen haben, wollte ich damit gar nicht in Frage stellen. ^^ Habe den Teil jetzt ein bisschen unmissverständlicher umgestaltet. :)

Edit: So, jetzt gefällt es mir tatsächlich auch nochmal eine Spur besser! :)

19.10.2018 03:32 Uhr - Laughing Vampire
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Oho, jetzt ist die Passage makellos! :) Stimme dir mit dem Rest im Übrigen zu, auch wenn ich nichts von einem chinesischen Eingreifen weiß -- klingt etwas merkwürdig, ich glaube eher, die Chinesen forderten als Sieger ihrerseits keine Kompensation von Japan, zumal sie ja selbst enorm unter dem Krieg zu leiden hatten. Aber gut, das ist zu weit weg vom Thema. Muß da selbst mal wieder mein Wissen etwas auffrischen!

19.10.2018 07:48 Uhr - Insanity667
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Danke abermals! ^^ Mit China bin ich mir ja auch nicht so sicher, im Text hab ich es deswegen "allgemeiner" gehalten. Wichtig ist, dass es jetzt besser passt. :D
Alles andere kann man ja bei Bedarf auch anderswo nachlesen. Feine Sache, dass gerade du als großer Japan/Godzilla-Fan (hab ja insgeheim mit dir gerechnet) hier mit dabei bist.

Arigatō! ;)

20.10.2018 11:05 Uhr - Horace Pinker
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Sehr gutes Comebackreview, mit vielen hochinteressanten Zusatzinformationen, einer guten Aufarbeitung des Subtexts und einer schönen Formulierweise und wie versprochen ein Titel mit dem ich nicht gerechnet hätte, good Job Insanity! Godzilla ist sicherlich ein guter Film ich wäre hier aber wohl eher bei 7-8 Punkten, was wohl auch daran liegen dürfte das ich den erst recht spät zum ersten Mal gesichtet habe und eher mit britischen und amerikanischen Dinofilmen aufgewachsen bin (kenne aber auch nur die deutsche Fassung, wobei die letzte Sichtung auch schon einige Jahre her ist).

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