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le Samouraï
Level 2
XP 90
Eintrag: 17.10.2018

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Brokeback Mountain

Herstellungsland:Kanada, USA (2005)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Liebe/Romantik

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,80 (51 Stimmen) Details
inhalt:
Wyoming 1963. Der Rancher Ennis del Mar (Heath Ledger) und der Rodeoreiter Jack Twist (Jake Gyllenhaal) werden auf Brokeback Mountain angeheuert, den Sommer über eine Herde Schafe vor Wilderern und Raubtieren zu schützen. In der harten und rauen Einsamkeit der Berge entwickelt sich zwischen den beiden bald mehr als bloße Kameradschaft - sie verlieben sich ineinander. Angesichts der engstirnigen Moralvorstellungen in der konservativen US-Provinz, bleiben ihnen nur getrennte Wege. Die Cowboys heiraten, gründen Familien - und kommen doch nicht voneinander los. Nur heimlich können sie über die Jahre bei ihren seltenen Treffen in der Wildnis ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Bis Jack einen letzten verzweifelten Versuch unternimmt, für ihre Zukunft zu kämpfen.
eine kritik von le samouraï:

Zerlegung, Dekonstruktion und Neuzusammensetzung des amerikanischen Westerns: Genre subversion in Brokeback Mountain

 

Brokeback Mountain ist gerade in unserer heutigen Zeit ein filmisches Denkmal, das wichtiger, ja politischer kaum sein könnte. Die gern oberflächlich als "Schwulenromanze" titulierte Liebesgeschichte stellt ur-amerikanische Mythen bewusst auf den Kopf, um sie neu zu formulieren: Der machistische maskuline Cowboy im Western, der wie kein anderer nationale Identität stiftet - allen voran John Wayne (The Searchers, 1956), der diese Ideale offen nach außen verkörperte: Patriotische Gesinnung und Antikommunismus. Gleichzeitig bewirkte dies eine Mythisierung, also Verfestigung des American Way of Life, der immer wieder seine Daseinsberechtigung rückversichert bekommt.

All das sind längst überholte Leinwandhelden vergangener Tage, deren Identifikationspotenzial abgelaufen ist. Diese heroisierenden narrativen Codes kann man im zeitgenössischen Kino nicht mehr bedienen. Filme wie Jim Jarmusch's Dead Man (1995) und der hochgelobte No Country for Old Men (2007) brechen bewusst mit der Spielart des Genres; die Thematik und das Ambiente dienen nur noch als Grundgerüst für eigene inszenatorische Bestrebungen, ob als märchenhafte Erzählung oder packenden Noir-Thriller. Außerdem sind die Hauptfiguren nunmehr entwurzelte, melancholische Einzelgänger, Antihelden, die in ihrer Umgebung schon fast altmodisch, ja anachronistisch wirken.

Obwohl Ang Lee die klassischen Western-Motive bedient - die Country-Balladen, die Tracht, die raue wilde Natur, das Schafehüten und Reiten - bricht er gleichzeitig mit ihnen: Jack Twist (Jake Gyllenhaal) und Ennis del Mar (Heath Ledger) verlieben sich ineinander. Lee findet einige rührselige Bilder und trifft den richtigen Ton. Die beiden Männer sind in der tiefsten US-Provinz dazu gezwungen, ihre Beziehung strengstens geheim zu halten. Offene Feindseligkeit wird in Mord und Totschlag praktiziert - davon zeugen die traumatischen Kindheitserinnerungen von Ennis.  Die einzige Lösung ist Anpassung in der Gesellschaft, d. h. die Flucht in ein traditionelles Familienbild mit Kindern. Das ist die große Dramatik hinter der Geschichte. Dabei werden die Figuren zu jeder Zeit ernst genommen, nichts verkommt zur Karikatur. Ledger, Gyllenhaal, aber auch der übrige Cast um Michelle Williams und Anne Hathaway können durchweg überzeugen.

"I wish I knew how to quit you"

Trotz seiner einfühlsamen, behutsamen Inszenierung sorgte der Film 2005 für Aufsehen und rief Zensoren auf den Plan. Einen Schrei der Entrüstung gab es erwartungsgemäß vonseiten der römisch-katholischen Kirche. Offenbar traf er einen wunden Punkt. Dennoch honorierte man die Leistungen der Hauptdarsteller mit je einer Oscarnominierung. Ang Lee selbst wurde mit dem Oscar für die Beste Regie ausgezeichnet, das Drama gewann den Goldenen Löwen in Venedig und viele weitere internationale Filmpreise.

All die Proteste stellen sich als unzureichend heraus. Brokeback Mountain ist ein hervorragend bebildertes Melodram, das sich wagemutig einen Blickvergleich in die 60er-Jahre erlaubt. Eine schmerzlich-reale Lovestory, der das wohl größte Potential des Genres gelingt: der Anspruch auf Universalität. Seitdem haben sich viele Filme an dieses Thema gewagt - zuletzt wohl Luca Guadagninos Call Me By Your Name, der eine weitere Kontroverse in die Dramaturgie wob: den Altersunterschied.

8/10
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Kommentare

17.10.2018 18:30 Uhr - Intofilms
2x
Keinen anderen Film habe ich annähernd so oft gesehen wie "Brokeback Mountain", den ich als vollkommen perfekt bezeichne und für den ich wahrlich brenne. (Für mich übrigens eine universelle Liebesgeschichte. Über die Größe und Tragik der Liebe selbst und damit des Menschseins. Und eben nicht lediglich ein/das 'gay cowboy movie'...!)
Die Filmmusik, die Bilder, Schnitt und Ausstattung, alles vom Allerfeinsten. Und natürlich der Edel-Cast, der selbst in den kleinsten Nebenrollen noch brilliert. Auch das Drehbuch, eine kongeniale Adaption der gleichnamigen Kurzgeschichte von Annie Proulx, hätte man schlicht nicht besser schreiben können. Das erste gesprochene Wort, von Jack leise fluchend ausgestoßen, lautet hier "Shit", natürlich kein Zufall, ja wenn man so will, ist hier, in diesen ersten Szenen, bereits der ganze Film enthalten...
Wie gesagt, ein vollkommen perfekter Film (kein einziger noch so kleiner Mini-Kritikpunkt meinerseits). Besonders gut gefällt mir auch die oft übersehene Ambivalenz, die Ang Lee ganz bewusst in sein Werk hineingebracht hat. Das große 'Brokeback mystery', jene stummen (inneren?) Bilder von Jacks feiger Ermordung: Hat sich all dies wirklich so zugetragen oder ist das alles doch nur reine Einbildung, die Schreckensvision eines tief verängstigten Mannes? Auch das still triumphierende Schlussbild, begleitet von „Jack, I swear“: Was genau meint Ennis damit...?
Es hätte hier noch mindestens zwei weitere Oscars geben müssen: für den besten Film und den besten männlichen Hauptdarsteller. Auch Michelle Williams hätte eine Auszeichnung verdient. Ziemlich fragwürdige Entscheidungen waren das damals, durchaus mit einem gewissen G'schmäckle, was den Film natürlich kein bisschen weniger grandios macht! - Wunderbare Rezi (wenn auch zu knausrig bei den Punkten^^), merci! ;D

18.10.2018 08:59 Uhr - JasonXtreme
2x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
Abermals eine sehr pointierte und gelungene Rezi - kurz, knackig und schön geschrieben!

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