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Cradle of Fear

Herstellungsland:Großbritannien (2001)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,56 (18 Stimmen) Details
inhalt:
Die beiden hübschen Girls Mel und Nikki sind heiß auf die Party ihres Lebens. Hier trifft Mel dann auf ihren Traumtypen. Aber dieser kommt direkt aus der Hölle und hinterlässt ihr in dieser Nacht ein dämonisches Geschenk...

Sophie und Emma brauchen dringend Geld. Dass ein Einbruch bei einem alten Mann keine gute Idee war, wird Emma in dem Moment bewusst, als ihre Freundin plötzlich ganz neue, mörderische Seiten offenbart. Nur eine von ihnen wird dieses Haus lebend verlassen...

Nick lebt ein Leben voller Luxus. Doch die Tatsache, dass ihm ein Fuß fehlt, macht ihn verrückt. Um seinen Körper zu komplettieren, schreckt er auch nicht vor Mord zurück. Was überaus böse Folgen hat...

Der Journalist Richard ist auf der Suche nach echtem Snuff. Auf der Internet-Seite THE SICK ROOM wird er mehr als fündig. Doch diese interaktive Website macht ihre User süchtig und Richard gerät fortan in einen Strudel aus purer Gewalt...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von inferis:

Mit dieser Review werde ich mir wohl keine Freunde machen, wenn ich mir die anderen Reviews und Bewertungen ansehe. Aber, hey das ist nur meine Meinung und Leuten denen der Film gefällt müssen meine Meinung ja nicht berücksichtigen. 

Es war also mein Geburtstag, ich hatte einen Gutschein bekommen und schon zwei relativ teure Blu-rays gekauft, aber noch etwas Guthaben auf der Karte und sah mir ein paar der Filme im Geschäft an. Charles Bronson lächelte mir mit seiner Magnum entgegen, dann waren da noch Revenge und irgendwas über eine Vogelscheuche. Aber mein Blick fiel auf einen anderen Film. Ich hatte schon ein schlechtes Gefühl, als ich die Hülle aus dem Regal nahm. Das Cover, zwar fantasievoll, sah dennoch furchtbar aus und beinhaltete sicherlich eine Szene, die so nicht im Film vorkommt. Der Backcovertext sprach dan auch von dem tollen Slasher Scarecrows statt Cradle of Fear, aber zumindest stimmten die Zitate zum Film. Vorne prangte noch dick und fett "Uncut" und "von Regiesseur Alex Chandon" drauf. Chandon? Der hat doch den ebenfalls misslungenen Inbred gemacht. Also sprach eigentlich alles dagegen, aber mein Geburtstag ist kurz vor Halloween, also nahm ich statt The Villainess auf Blu-ray Cradle of Fear auf Dvd mit.

Dieser Kugel bin ich also nicht ausgewichen, sondern blauäugig mit dem Kopf voran und einem dämlichen Grinsen entgegengelaufen. Denn was mich erwartete, war ein Amateursplatter der übelsten Sorte. Miserable Schauspieler, schlechte Effekte (während man den Splatter noch verzeihen kann, muss man bei Masken und CGI schon das Gesicht verziehen oder laut lachen), eine miese Kameraführung, furchtbares Drehbuch und peinliche Inszenierung. Ja, hier stimmt fast gar nichts und trotzdem wurde ich überraschend gut unterhalten. Ich fühlte mich erinnert an deutsche Amateurhorror- und Splatterfilme, die ebenfalls furchtbar, aber irgendwie witzig und harmlos sind. Der Regiesseur, wollte ja niemandem etwas böses, er zeigt nichts zu böses oder verstörendes. Also hat man so seinen Spaß am Film, auch wenn man es etwas schade findet keinen "richtigen" Film für das Geld gekauft zu haben.

Cradle of Fear ist eine Horroranthologie und beinhaltet mehrere Horrorgeschichten mit einer umfassenden Rahmenhandlung, die alles verbindet. Als erstes sehen wir unseren peinlichen Hard Rock/Heavy Metal Antagonisten der ein paar räudige Diebe in einer Gasse zerlegt. Und das wortwörtlich. Wir merken uns, dass der Film auf Video gedreht wurde und dementsprechend auch aussieht und wohl niemals gut aussehen wird. Allerdings immer noch besser als die Dogma Filme. Die Synchro ist auch Müll. Aber springen wir nun in die erste Geschichte.

Unser Metallhead ist in einem Club und zwei ausgelassenen jungen Damen, die flachgelegt werden wollen verfallen ihm und seinen wunderschönen Augen sofort. Eine von ihnen hat auch gleich das Glück von ihm durchgenudelt zu werden, sieht jedoch bald darauf Dämonen auf der Straße, darunter eine Mann mit winzigen Hörnern und einer Stimme, die klingt als wäre sie auf einem kaputten Laptop mit Audacity aufgenommen worden und dann mit noch kaputteren Lautsprechern wiedergegeben worden. Dann ist da noch eine Frau mit einer Art Wurm im Ohr und - mein persönlicher Favourit - ein Typ mit einem regungslosen entstellten Babygesicht. Ich fange an zu lachen und unsere Hauptdarstellerin rennt zu ihrere Freundin. Dort versucht sie schließlich zu schlafen und erwacht dann, weil sie denkt sie sieht etwas in ihrem Bauch rumkriechen. Also sticht sie wild auf sich selbst ein und erwischt dabei auch ihre Freundin, die sich selbst dann ins Gesicht blutet. Damit endet diese Geschichte.

Der Detective betritt die Bildfläche und untersucht das ganze, dabei begrabscht er die Leiche und wird deshalb vom Captain verständlicherweise angemotzt. Daraufhin wird über einen Pädophilen Mörder gelabert, der nun in der Irrenanstalt sitzt und Zeug aufschreibt, das per Angelschnur (WTF) aus der Zelle gezogen wird. 

Als nächstes sehen wir eine eher uninteressant Geschichte über zwei Frauen, die Geld von einem stinkenden, tauben Penner stehlen wollen. Dabei wacht der jedoch auf und wird totgeschlagen. Allerdings ist er nicht ganz tot und wird nochmal totgeschlagen. Schließlich waschen sie sich in der Wohnung, doch eine der Frauen tötet die andere und nimmt das Geld für sich. Schließlich kommen aber die beiden toten als Zombies wieder und töten die Frau. Ist ähnlich angesetzt wie Creepshow 2 mit dem Anhalter, allerdings deutlich schlechter. Nächste Episode Bitte!

Wir sehen nun einen rücksichtlosen Mann, der einfach so einen anderen überfährt und dann anhält nur um zu sehen, ob sein Auto schaden genommen hat. Zu hause hat er erstmal Sex mit seiner Frau, die wie eine heruntergekommene Pornodarstellerin aussieht, aber zugegebenermaßen sehr hübsche Brüste hat. Sexy ist das ganze allerdings trotzdem nicht, denn sie leckt dem Typen erstmal seine Bauchhaare ab und dann seinen Beinstumpf. Ja, es tut mir leid, ich will ja niemanden diskriminieren oder angreifen, aber das alles ist ein wenig eklig. Ich muss aber auch sagen, wenn der Typ sein Bein noch hätte und sie seine Füße lecken würde, würde ich es auch eklig finden. Aber darum geht es ja eigentlich gar nicht. Der Typ kriegt nämlich keinen hoch (liegt vielleicht doch am gelecke) und rennt deshalb zu seinem Hausarzt, der ihm sagt er könnte ihm ja ein Bein verpassen, aber dafür bräuchte er erstmal ein Bein. Da er keines rumliegen hat, geht unser Einbeiniger erstmal zu einem Freund (?) und knallt ihn ab. Dann schnetztelt er das Bein seines Kumpels ab und packt es in seinen Koffer. Wirklich gut eingepackt oder steril gehlaten wird es nicht, die Eiswürfel im Koffer erledigen ja genauso einen guten Job. Mit dem schlampig abgesäbelten Teil geht es also wieder zum Arzt, der daraufhin in bester Frankenstein Manier das Ding an unseren "Helden" tackert. Am nächsten Tag erwischt seine Frau ihn mit einer Krankeschwester. Holt sie ihm etwa einen - Nein sie pflegt seine neue Stelze. In einer Montage sehen wir wie sich der Typ an das Bein gewöhnt und mit seiner alten rummacht. Als sie eines Nachts unterwegs sind, dreht allerdings Photoshop und Premiere Pro komplett durch und ein Foto seines Wagens hat einen schlimmen Unfall mit mehreren anderen Wagen (klingt jetzt komisch aber wer es gesehen hat, weiß was ich meine). Wer Probleme hat sich das vorzustellen, der denke an Angela Anaconda und die krude Fotoanimation. In etwa so wurde der Effekt gemacht. Seine Alte stirbt an einem ausgerissen CGI Bein und er selbst sticht auf sein Bein ein, den es hat die Kontrolle übernommen und den Unfall erst provoziert. Als die Polizei kommt sehen sie den Mann und der sticht sich selbst ab. Dann kommt der Metallhead wieder und bringt die Cops um.

Währendessen wird der Detective auf die Verbindung zwischen den Opfern aufmerksam. Den an jedem Tatort ist ein Verwandter einer Person, die bei dem Fall beteiligt war, gestorben. Sinn ergibt das ganze allerdings nicht wirklich. Denn an jedem Tatort sind mehrere Leute gestorben und so gleich auf die Verwandten zu kommen ist etwas weit hergeholt. Es könnte ein Zufall sein und außerdem, weiß man nicht wie viel Zeit zwischen den Toten tatsächlich liegt. Der Mann mit dem Beine hatte nämlich vermutlich eine Menge Zeit gebraucht um sich an sein Bein zu gewöhnen. Sind alle in derselben Nacht gestorben? Egal denn ein Zettel mit Namen wird gefunden und nun wird der Sohn des Detectives gesucht. The Plot thickens...

Nun kommen wir zur wohl besten Geschichte. Ein Mann der ein Reporter sein soll (wirkt eher so wie jemand der Ergebnisse für die Filter von Suchmaschinen aussortiert, was bedeutet er sucht nach schädlichen, illegalen und falschen Inhalten im Internet und hilft so die Suchmaschine zu optimieren. Wer mehr davon erfahren möchte, könnte z.B. eine bestimmte Episode der Serie Dark Web empfehlen, wobei auch auf die psychischen Folgen eingegangen wird). Der Reporter findet jedoch eine interaktive Snuff Seite, die seine abartigen Neigungen nochmal extrem verstärkt. Allerdings wird er besessen von der Seite und kann sie nicht mehr wiederfinden. Was seine Persönlichkeit zum schlechteren verändert. Schließlich findet er die Seite wieder und verprasst dort sein ganzes Geld. Obdachlos und verstört landet er auf der Straße und besucht regelmäßig ein Internet Cafe um die Seite zu besuchen, die wieder verschwunden ist. Schließlich wird ihm eine Adresse genannt, die er besuchen kann, um die Seite wieder zu haben.  An der Adresse begrüßt ihn ein Kleinwüchsiger, der meint dass er nur die Antenne und Internetverbindung oder so bereitstellt. Schließlich zeigt ihm der Zwerg einen bestimmten Raum, der tatsächlich die Folterkammer aus den Videos ist. Schließlich wird er umgebracht und diese Episode endet zwar vorhersehbar, aber hat zumindest mit der Handlung einen netten Kreis geschlossen und eine Moral. Auch wenn wohl die wenigsten Leute sich mit Snuff Besessenheit identifizieren können. Allerdings kann man das auch auf ander Obsessionen übertragen.

Schließlich kommen wir zum Ende der Rahmenhandlung. Der Detective ist stinksauer, dass sein Sohn tot ist und macht sich auf den Weg zum Irrenhaus. Auf dem Weg dorthin versuchen Leute noch ihn aufzuhalten, werden aber mit seiner Faust und beschissenen Soundeffekten in ihre Schranken gewiesen. In der Klapse kommt es zum Kampf und gerade als Detective Man den Irren abknallen will, kommen die "Sonderkommandos". Das sind Typen mit Schweißermasken, mit Draht statt Visier und schwarzen ähem, nun ja, Rettungswesten in Schwarz. WTF?!?!

Die "Kommandos" halten also den Detective in Schach als plötzlich Metallhead erscheint und sie alle genauso lustig wie ich mir erhofft hatte, abschlachtet. Mit einer großen Klinge, mit der man scheinbar nicht mal die scharfe Seite zum schneiden und schlitzen benutzen muss. Nachdem das erledigt ist, stellt sich heraus, dass es sich um Vater und Sohn (oder so was) handelt und wie stolz man aufeinander ist. Doch dann wird Metallhead der halbe Kopf weggespustet. Und kurz darauf macht Detective Man auch Papi kalt. Al er prüfen will, ob der auch tot ist, wachsen Söhnchen aber Spinnenbeine aus dem halbierten Schädel und einen weiteren misslungenen AfterEffect später sehen wir in der Außenaufnahme der Anstalt wie das Fenster mit Mündungsfeuer komplett erfüllt ist (der Revolver hat sich wohl in eine Signalpistole verwandelt).

Man hat gelacht, man hat sich gewundert und am Ende ist man doch froh dass es zu Ende ist. Cradle of Fear hat meinen Oktober in einen Schlocktober verwandelt und mich mit Fragen zurückgelassen, wie es sonst nur gut Filme tun. Auch wenn ich bei diesem Streifen hier einfach nur gedacht habe Warum? und Wieso? aber vor allem Warum habe ich mir nicht The Villainess stattdessen gekauft? Und so werde ich wohl an Halloween doch lieber auf etwas auf Netflix zurückgreifen müssen, da ich gerade unterwegs bin und nicht auf meine eigenen Filme zurückgreifen kann. Naja, dann gibt es eben nächstes Jahr wieder Trich 'r Treat und The Guest.

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Kommentare

29.10.2019 20:48 Uhr - sonyericssohn
1x
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Hihi....ich gebs zu....das war besser als (anscheinend) der Film selbst. Ich selbst hab den noch immer nicht sehen wollen. Und das wird jetzt nicht wirklich anders :-D

Danke für diese äußerst amüsante Lektüre ;-)

29.10.2019 22:06 Uhr - dicker Hund
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Tja, sehe ich anders.

Aber ich bezeichne sexuell aktive Frauen auch nicht als "Schlampen" und kleinwüchsige Menschen nicht als "Zwerge".

Da kommen wir wohl auf keinen grünen Zweig...

29.10.2019 23:22 Uhr - Inferis
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@ dicker Hund: Hab das mal abgeändert. Ich hab mich da ein bisschen hinreißen lassen und habe mich übertrieben ausgedrückt, um es ein wenig lustiger zu gestalten und damit auch ein Stück weit die Flachheit des vorgestellten Films wiederzugeben.

29.10.2019 23:33 Uhr - Lukas
Respekt, dass du dir so viel Mühe mit der Review zu so nem Käse gegeben hast! Sehr leidensfähig! ;-)

30.10.2019 06:50 Uhr - dicker Hund
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29.10.2019 23:22 Uhr schrieb Inferis
@ dicker Hund: Hab das mal abgeändert. Ich hab mich da ein bisschen hinreißen lassen und habe mich übertrieben ausgedrückt, um es ein wenig lustiger zu gestalten und damit auch ein Stück weit die Flachheit des vorgestellten Films wiederzugeben.


Cool!

🙂

30.10.2019 21:33 Uhr - The Machinist
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Bei dem verhält es ähnlich wie mit Nishimura-Streifen. Eigentlich mag ich diesen Quatsch ganz gerne, auch wenn's objektiv gesehen natürlich keine guten Film sind.

Gut hingegen ist in jedem Fall diese Kritik, die nicht unbedingt Lust auf den Film macht, Interessenten allerdings zeigt, was auf sie zukommt. Und ''The Villainess'' ... ist geil!

Tja, bei uns läuft dieses Halloween ''Mandy''.


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