SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Assassins Creed Valhalla · Schreibe deine eigene Wikingersaga · ab 58,99 € bei gameware Daymare: 1998 Black Edition · Blutiges Horror-Gameplay mit Resi 2-Geschmack · ab 37,99 € bei gameware

My Bloody Valentine 3D

(Originaltitel: My Bloody Valentine 3-D)
Herstellungsland:USA (2009)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:My bloody Valentine
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,86 (120 Stimmen) Details
inhalt:
Eine schreckliche Tragödie veränderte einst die Kleinstadt Harmony: Der junge Bergarbeiter Tom verursachte im Schacht einen Unfall. Fünf Kollegen starben, einer konnte im Koma geborgen werden: Es war Harry Warden. Genau ein Jahr später, am Valentinstag, erwachte Warden und brachte 22 Menschen mit der Spitzhacke um. Zehn Jahre später kehrt Tom nach Harmony zurück. Die Todesfälle von einst machen ihm ebenso zu schaffen wie das ungeklärte Verhältnis zu Ex-Freundin Sarah, die inzwischen mit Kleinstadt-Sheriff Axel liiert ist. Ausgerechnet in dieser Nacht wird Harmony von seiner grausamen Vergangenheit eingeholt: Der Spitzhacken-Killer geht wieder um!
eine kritik von chollo:

"Sequels"; "Prequels"; Reboots" und "Remakes" erfreuen sich schon seit Dekaden im Filmbusiness allergrößter Beliebtheit. Spätestens mit der glücklichen Wiederauferstehung von "Leatherface" und Konsorten im Remake von "The Texas Chain Saw Massacre" im Jahre 2003 war klar, dass nun bald eine Welle von Wiederbelebungen alter Horror-Diamanten über das Volk hereinbrechen würde. Besonders hervor tat sich dabei die Schmiede Platinum Dunes von Produzent Michael Bay. Nach oben genannten Erfolg verfolgten sie ihre vermeintlich gewinnbringende Strategie weiter und Reanimierten einen Klassiker nach dem anderen. 2005 traf es "The Amityville Horror". Danach war noch mal Leatherface mit "Texas Chain Saw Massacre: The Beginning" 2006 dran. Darauf folgte 2007 "The Hitcher", 2009 "Freitag der 13" und schließlich 2010 "A Nightmare on Elm Street". Das diese Outputs nicht immer ganz gelungen waren und ich diesem Boom eher skeptisch gegenüber stehe, kann man in einem meiner älteren Reviews wohl deutlich herauslesen.

Nun wie verhält es sich nun mit "My Bloody Valentine 3-D" von 2009, seines Zeichens das Remake von "My Bloody Valentine" aka "Blutiger Valentinstag" von 1981. Handelt es sich um einen Schnellschuss ohne eigene Ambitionen oder doch um einen brauchbaren Eintrag in das Slasherfilm Register. Nun was mich angeht, eher letzteres.

Regisseur Patrick Lussier ("Gods Army 3- Die Entscheidung"; "Drive Angry") weicht schon einmal gleich der ersten Stolperfalle aus, in dem er die Ausgangslage nicht allzu Ernst nimmt. Er ist sich der Sachlage im klaren das er mit seinem Produkt ein einschlägiges Publikum bedienen will, und es sich hauptsächlich um Fanservice handelt. So macht er schon in der Eröffnungssequenz klar, wohin die Reise geht. Kein auf PG-13 Niveau abgekochtes Gulasch, sondern bluttriefendes R-bzw Unrated Schnitzel. Wo schon das Original kräftig zulangte, setzt das Remake selbstverständlich durch die Errungenschaften in Sachen Tricktechnik noch einen drauf. Hochwertig handgemachter Splatter, und nur marginal gestreutes CGI-Gekröse wird einem hier geboten. Natürlich haut das den Kenner von Independent- und Underground- Horrorware nicht wirklich vom Hocker, doch ist es für einen Film mit  weltweiten Mainstream Release schon eine beachtliche Sache. Die Spitzhacke kommt ordentlich zum Einsatz und darf sich durch Unterkiefer, Schädeldecken und dergleichen einen Weg bahnen. Auch werden wieder fröhlich Brustkörbe geöffnet, um das ein ums andre Herz an die Lieben zu verteilen. Das alles ohne ärgerliche Schwenks in den Off-Bereich oder pseudokreative Alternativ-Ansichten. Selbst ein bisschen halbgare Erotik hat sich eingeschlichen in dem die Stadtbekannte Prostituierte "Full Nudity" präsentieren darf, um sich den letzten Funken Würde in einer Szene zu bewahren. Ein gutes Beispiel dafür mit welchem Augenzwinkern Patrick Lussier hier zu Werke gegangen ist.

Die Story ist natürlich schnell erzählt und jeder der das Original kennt, dürfte auf den Twist am Ende wenigstens halbwegs vorbereitet sein. Doch auch das ist für einen Film dieser Sparte und Kostenklasse außergewöhnlich schlüssig und effizient geraten. Sogar noch ein Stück weit besser als im Original, da hier der Psychische Aspekt nicht zu kurz kommt und glaubwürdig in Szene gesetzt wurde. Natürlich sind wir auch hier beim 10 kleine Jägermeister Prinzip angekommen. Doch macht das beim Zuschauen im Vergleich zum Vorbild einfach mehr Spaß. Wohl auch weil den Protagonisten wenigstens ein Minimum an Charisma und Backround zugebilligt wird.

Zumal sich auch die Besetzungsliste anders liest. Jensen Ackles ("Dark Angel"; "Dawsons Creek"; "Smallville") hatte zumindest Erfahrung im Serienbereich vorzuweisen bevor er sich in seine, doch sehr anspruchsvolle Rolle für diese Metier, begab. Auch Jaime King ( "Blow"; "Pearl Harbor"; "Bulletproof Monk") und Kerr Smith ( "Final Destination"; "Eiskalte Engel 3") muss man ein gewisses Maß an schauspielerischen Talent zugestehen. Was ihren älteren Kollegen aus den seeligen Achtzigern noch zum Teil abging. Allein die finale Konfrontation der recycelten Dreiecksbeziehung macht in 15 Minuten deutlich, was das Original in 1,5 Std nicht richtig auf die Reihe brachte. Zum Jugendlichen Cast gesellen sich dann noch B-Recken wie Tom Atkins (" The Fog"; "Halloween 3";"Night of the Creeps") und Kevin Tighe (" Roadhouse"; "Men of War"; "Nur 48 Stunden") die das Gesamtbild noch schön nostalgisch abrunden.

Abstriche hingegen machen muss mann bei der Location. Die wirkt, wohl der neuzeitlichen Technik und dem Umstand in 3-D gedreht zu haben, nicht mehr ganz so düster und bedrohlich. Ein kleinwenig zu sehr nach Studio sehen die Gewölbe hier aus. Was bei den zuvor genannten Stärken aber kaum in`s Gewicht fällt. Zudem holen gekonnte Kamerafahrten  das Maximum aus der glatt gebügelten Örtlichkeit heraus. An Spannung fehlt es hier, aufgrund der relativ charismatischen Figuren und ihrem grausamen Ableben, trotzdem nicht. Auch die Laufzeit wurde mit 101 min. erfreulich überschaubar gehalten sodass auch keine Anflüge von Langeweile aufkommen.

Summa summarum gelang es "My Bloody Valentine 3-D" meine Skepsis vor Remakes etwas zu relativieren da dieses erstaunlich gut gelungen ist. Selbst den Vergleich zum Vorgänger braucht es keinesfalls zu scheuen, überholt diesen in dem ein oder anderen Bereich sogar. Was sich auch in meiner Bewertung abzeichnet.

 

8/10
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews

Kommentare

02.11.2018 23:11 Uhr - UncleBens
1x
User-Level von UncleBens 4
Erfahrungspunkte von UncleBens 267
Gute Rezi. Das Original habe ich nie gesehen, das Remake dafür schon, aber bis auf den einen oder anderen Kill blieb der Film nicht lange im Kopf. Dafür waren die Figuren einfach zu schlecht. Für mich ist ne 5/10

02.11.2018 23:29 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.086
Nun ja, ich als Nostalgiker schätze das Original natürlich etwas höher ein. Dennoch ist das Remake ziemlich gelungen.

Sei´s drum, Deine Besprechung ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam und nachvollziehbar geschrieben. Daumen hoch!

02.11.2018 23:51 Uhr - Intofilms
2x
Yep, ich finde dieses Remake auch gut und gelungen. Vor allem natürlich wegen des angenehm hohen Härtegrads und der tollen, ‚ehrlichen‘ Arbeit von SFX-Maestro Gary J. Tunnicliffe, absolute Zustimmung, CHOLLO. Aber auch wegen der hier und da wirkungsvoll eingestreuten Zitate aus der 1981er-Version. Das macht einfach Spaß. 8/10 auch von mir. - Prima vorgestellt! ;))

03.11.2018 10:43 Uhr - Tom Cody
1x
DB-Helfer
User-Level von Tom Cody 20
Erfahrungspunkte von Tom Cody 8.482
Sehr schöne Kritik zu einer der seltenen, positiven Überraschungen (ich habe bis jetzt das Original leider nie gesehen) im Genre.
Klar, großartige Innovationen sucht man hier vergebens, aber der Streifen bietet eine ordentliche Atmosphäre, ein paar wirklich fiese und blutige Kills, Jamie King und "Dean Winchester"...was will man mehr? Hut ab auch vor dem doch ungewöhnlich freizügigen Auftritt von Betsy Rue. Deine Bewertung mit 8 Punkten trifft voll und ganz zu.

ABER:
In deiner Einleitung klingt es so, als ob du den Film nicht unbedingt mögen würdest:
"Handelt es sich um einen Schnellschuss ohne eigene Ambitionen oder doch um einen brauchbaren Eintrag in das Slasherfilm Register. Nun was mich angeht, eher ersteres." Das Review fällt dann aber doch sehr positiv aus!?!?

03.11.2018 11:27 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.076
Danke Tom dass du mich drauf aufmerksam gemacht hast, soll natürlich 'letzteres' heißen! Wurde geändert!! Danke auch für die positiven Worte!

03.11.2018 15:06 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.076
Danke natürlich auch an die Kollegen UncleBens; Nubret und Intofilms ;)

03.11.2018 15:30 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.641
Eine (gesunde) Abwehrhaltung gegenüber Remakes im allgemeinen erspart einem oft viel vergeudete Lebenszeit und einiges an Frust, und leider gibt es nur relativ wenige Gegenbeispiele, dass Remakes auch am Original dranbleiben oder es sogar toppen können. "My Bloody Valentine" ist aber definitiv eines davon, was du in deiner hervorragenden Besprechung auch sehr schön dargelegt hast! Bei 8/10 bin ich dabei! :)

03.11.2018 16:30 Uhr - Kaiser Soze
1x
DB-Co-Admin
User-Level von Kaiser Soze 18
Erfahrungspunkte von Kaiser Soze 6.929
Ich, als jemand, der fast alle Neuverfilmungen lieber mag, als die dazugehörigen "Originale", welche Ihreszeichens oft genug selbst Remakes oder Abhandlungen sind, liebe diesen Film sehr. Mein erster 3D Film im Kino; es war geil! Spannung, Darsteller, Gewaltgrad, 3D - alles super.
Dein Review gefällt mir sicherlich gut und ist sehr nachvollziehbar geschrieben mit einem gelungenen Gegenüberstellen zum wesentlich schlechteren Original.

Nur zwei Dinge stören mich:

1. Bitte schau doch nochmal nach, wann man das ", DASS" benutzt - "Jahre 2003 war klar, das nun ..." - hier z. B. und

2. Warum stückelst du denn so oft deine Sätze? Ständig schreibst du kurze Sätze. Statt einfach mal ein Komma zu nutzen. Und dann nach dem Komma einen Nebwnsatz einzufügen. Ist besser. Für den Lesefluss. Finde ich - merkse?

03.11.2018 17:34 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.076
Danke euch beiden!
@ Kaiser Soze
Ich tendiere oft dazu Sätze zu lang werden zu lassen, deswegen mach ich lieber Punkt als Strich. Werde deinen Ratschlag aber beherzigen..

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)