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Brennende Rache

(Originaltitel: The Burning)
Herstellungsland:USA, Kanada (1981)
Genre:Horror
Alternativtitel:Burning Revenge
Carnage
Cropsy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,26 (83 Stimmen) Details
inhalt:
Es beginnt an einem Abend im Mondschein mit einem scheinbar harmlosen Schabernack. Das Opfer ist Cropsy, der Aufseher eines Campingplatzes. Ihm spielt eine Gruppe junger Leute ein Streich, der allerdings bald böse Folgen zeigt. Denn was die Jugendlichen nicht beabsichtigen, Cropsy steht plötzlich in hellen Flammen. Und während er noch brennt, schwört er grausame Rache. Nach 5 Jahren kommt Cropsy in das Ferienlager zurück, wenn auch bis zur Unkenntlichkeit entstellt, und entschlossen, sich an allen Kindern und Jugendlichen in diesem Camp zu rächen. Dies ist der Anfang einer Serie brutaler Morde. Cropsy wird zum "Killer mit der Heckenschere" und zieht seine blutige Spur durch die dunklen Wälder der Umgebung.
eine kritik von chollo:

Spricht man über Schlitzerfilmchen aus den letzten Jahrzehnten, so fallen Titel wie "Halloween"; "Freitag der 13" oder "Scream"sofort. Dass ein oder andere Mal wird dann aber auch bei Szenekundigen zur Befriedigung oder Überraschung der übrigen Anwesenden  Titel wie "The Burning" aka "Brennende Rache" oder "The Prowler" aka "Forke des Todes" genannt. Das diese nicht ganz so berühmt wie ihre großen Brüder und Schwestern sind liegt zum einen daran, das ihm der Fortbestand in Form eines Franchise verwehrt geblieben ist. Und zum anderen daran das ihm durch seinen §131 Status der bis heute anhält, zumindest der Zugang zur breiten Masse z.B. über das Fernsehen, sagen wir mal erschwert worden ist.

"The Burning" ist das perfekte Beispiel dafür wie es sich verhält, wenn Produzenten einen seinerzeit beliebten Trend verfolgen, um Gewinn daraus zu schlagen. Woran das liegt ist mit einem Wort zu umschreiben: Similarität. Wie ähnlich das vorliegende Werk dem ein Jahr zuvor und so unglaublich erfolgreich gewesenen "Freitag der 13" und  dem ebenfalls im gleichen Jahr produzierten Freitag der 13 Teil 2" ist, könnte man schon als unverschämt bezeichnen. Sommercamp bleibt Sommercamp, aus Pamela/ Jason Voorhees wird Cropsy, aus Machete wird Heckenschere und fertig wäre das Potpourri.

So einfach ist es dann freilich doch nicht und mit "The Burning" ist den Beteilligten ein Slasher der hochwertigeren Art gelungen. Das liegt aber weniger an Produzent und einfältigem Drehbuchautor. Als vielmehr an den Personen vor und hinter der Kamera, sowie dem Mann an der Werkbank.

Mit Mann an der Werkbank meine ich natürlich Ikone, oder fast schon Legende Tom Savini. Dieser machte sich ja bekanntermaßen nach seinem Vietnam Einsatz als Fotograf daran, mit dem dort gesehenen und seinen handwerklichen Künsten, die Filmlandschaft in Sachen FX zu revolutionieren. "Dawn of the Dead"; "Maniac" und eben "Freitag der 13"  trugen die Früchte seiner hervorragenden Leistungen bevor er sich mobilisierte, auch "The Burning" mit seiner Arbeit aufzubereiten. Und ihn dabei zu haben kann und konnte rückblickend von den Verantwortlichen  nur wie ein Segen gewesen sein. Da in dem zu dieser Zeit bereits eingetretenen Slasherboom der Blut und Fleischgehalt eine elementare Rolle spielten, dürfte kein Geheimnis gewesen sein. Und das ist auch der Bereich in dem "The Burning " funktioniert. Die Heckenschere und ähnlich gelagerte Gegenstände kommen manigfaltig zum Einsatz und dürfen auch häßlichen Schaden hinterlassen. Allein das berühmte Floßmassaker brennt in ca. 2 min. soviel Grausamkeiten ab, wie manch anderes möchtegern Slasher/ Horrorfilmchem nicht über die gesamte Laufzeit zu bieten hat. Savini sei Dank liegt das alles in einer exzellenten Qualität vor, die auch heute noch zu überzeugen weiß.

Das täuscht natürlich nicht darüber hinweg das wir es hier, wie böse Zungen behaupten, mit einem "Freitag-" Klon par excellence zu tun haben. Die Darsteller in ihren Rollen agieren ebenfalls so dumm und uninspiriert wie diejenigen in ihrem großen Vorbild. Jason Alexander (" Seinfeld") gibt den Spaßvogel während u.a. Holly Hunter (" Besser gehts nicht") hier fast noch im Windelalter etwas verkrampft agieren darf. Aus der restlichen Slasher Ware erhebt sich eventuell noch Fisher Stevens, der den Woodstock geben darf und zumindest ein beachtliches Ableben spendiert bekommt. Nichts neues aus darstellerischer Sicht also an der Schlitzerfront.

Das die Produzenten von dem erst aufstrebenden Miramax-Studio Bob und Harvey Weinstein schon damals keine Sympathen waren, zeigen die Aussagen der Beteilligten in diversen Making Of`s. So dürfte es Regisseur Tony Maylam wohl ziemlich schwer unter den Alphatieren gefallen sein, seine eigenen Ideen durchzusetzen. Maylam konnte bisher auch nur noch mit dem 1992 enstandenen "Split Second" mit Rutger Hauer in der Hauptrolle einen sporadischen Erfolg feiern. Für den Schnitt konnte man noch Jack Sholder gewinnen (" Nightmare 2"; "The Hidden"), was dem Film ebenfalls zugute kommt. Vor allem was die blutigeren Einschübe betrifft, die durch die Abfolge doch sehr dynamisch wirken.Da war offensichtlich wieder jemand am Werk, der sein Handwerk versteht.

Kranken hingegen tut dieser Slasher Flick an der allzu bekannten Ausgangslage und dem doch zu Beginn sehr behäbigen Tempo. Der Exkurs im Speisesaal oder gegen Ende durch das Waldgebiet, hätte auch etwas kürzer ausfallen dürfen.

Man muss "The Burning" eben als dass sehen was er ist, ein Kind seiner Zeit. Die Effekte und dass teils vorhandene Talent, sowie meine Vorliebe für dieses Genre buxiert ihn 2 Pünktchen über Mittelmaß.

 

7/10
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Kommentare

05.11.2018 13:18 Uhr - Intofilms
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Nun, das ist natürlich auch so etwas wie der perfekte Slasher. Alles drin, alles dran, was man mit dem Genre gemeinhin in Verbindung bringt. Deshalb ist „The Burning“ ja auch so gut. Es kommt hier gerade nicht darauf an, irgendwelche Originalitätspreise zu gewinnen. Die Kunst besteht einzig darin, bereits Dagewesenes so geschickt neu aufzuwärmen, dass der neue Film auf zwei Ebenen funktioniert: für sich allein und als Meta-Film. Ich bin mir gar nicht sicher, ob diese Meta-Funktion/Qualität nicht schon damals vorrangig war. Heute, in der Rückschau, ist sie das sicherlich. Übrigens, auch wenn dieser letzte Gedanke trocken und spaßarm klingen mag, bitte keine Missverständnisse; vielmehr: in dieser Rück- und Zusammenschau, da liegt doch recht eigentlich die wahre Freude, oder...?!^^

Kurioserweise habe ich mich bei „The Burning“ (wie auch „The Prowler“) nie so recht über fehlende Sequels gewundert, komisch...

Es gibt natürlich auch, sogar direkt in der Slasher-Glanzzeit 1980 - 1984, originellere, unkonventionellere Genrebeiträge, Sonderfälle gewissermaßen, wie zum Beispiel den surreal anmutenden „The Slayer“, ebenfalls von 1981. Ein großartiger, experimentierfreudiger und superb stimmungsvoller Horrorfilm. Wirklich sehr empfehlenswert.

Deine Rezis werden irgendwie immer besser, CHOLLO, hervorragende Arbeit! ;))

05.11.2018 15:05 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.645
Sehr gute Besprechung. Auf die doch recht prägende Erotik hättest Du noch eingehen können. Meine Hierarchie der hier genannten Slasher:
"The Burning" 6 Punkte,
"The Prowler" 5 Punkte und
"The Slayer" 4 Punkte.
Warum, kann man bereits für alle drei nachlesen. Empfehlen würde ich die alle nicht, sind für Horrorfans aber durchaus Alternativen, wenn die ersten beiden Reihen durch sind.

05.11.2018 18:09 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.641
Schöne Vorstellung, da bin ich (wie auch bei "My Bloody Valentine") mit einer starken 8/10 dabei! "The Burning" hat sich zwar ordentlich bei "Freitag der 13." bedient, aber in Sachen Gewalt und Titten nochmal ordentlich was draufgelegt, was durch und durch Laune macht! Schön roh und primitiv, so muss das bei einem Slasher einfach sein, alles andere ist Quatsch... Es braucht in diesem Subgenre keine oscarreifen Darsteller oder Drehbücher! :)

05.11.2018 23:56 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 10
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.350
Ich bin auch wieder begeistert, Chollo, du suchst dir ja grade echt die ganzen Klassiker raus. Würde den selbst auch höher bewerten, weil er schon ein Reißer war und ist. Muss ich mir auch endlich mal wieder anschauen, ist bestimmt fast zwei Jahre her das letzte Mal. Geht gar nicht;-)

06.11.2018 06:13 Uhr - Nubret
1x
User-Level von Nubret 9
Erfahrungspunkte von Nubret 1.086
Ja, tolle Vorstellung!

Film gefällt mir auch, schön blutig und mit vielen nackten Tatsachen.

06.11.2018 17:01 Uhr - CHOLLO
2x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.076
Vielen lieben Dank euch allen!!!

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