SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Call of Duty: Black Ops 4 · Mehrspieler-Kämpfe für PS4, Xbox und PC · ab 59,99 € bei gameware Red Dead Redemption · Uncut Westernfeeling für PS4 und Xbox One · ab 67,99 € bei gameware
CHOLLO
Level 5
XP 370
Eintrag: 09.11.2018

Amazon.de

  • Evilspeak - Der Teufelsschrei
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A
36,12 €
Cover B
36,12 €
Cover C
36,12 €
  • Haus der 1000 Leichen
  • Uncut FSK KJ
Blu-ray
10,99 €
DVD
9,99 €
  • Leben und Sterben in L.A.
Blu-ray/DVD Mediabook
19,99 €
DVD
10,99 €
  • Squirm - Invasion der Bestien
  • Creature Features Collection #8
Blu-ray
16,99 €
DVD
14,99 €
  • Phantasm - Das Böse III
Blu-ray
16,99 €
DVD
14,99 €
Amazon Video
5,98 €

Christine

Herstellungsland:USA (1983)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:John Carpenter's Christine

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,94 (28 Stimmen) Details
inhalt:
Ihre üppigen Rundungen provozieren begehrliche Blicke. Ihre knallrote Farbe signalisiert Sex. Sie hört auf den Namen Christine - und sie hat den Teufel im Chassis. Sie gehorcht nur dem, den sie in ihr kaltes Blechherz geschlossen hat. Und wehe denen, die sich ihr in den Weg stellen. Arnie (Keith Gordon), kurzsichtig und verklemmt, liebt nur seinen 58er Plymouth Fury - seine Christine - und sie macht aus ihm einen arroganten Schnösel. Eine Kette unerklärlicher Todesfälle ruft bald die Polizei auf den Plan. Doch erst Dennis (John Stockwell) und Leigh (Alexandra Paul) erkennen, dass Christine hinter allem steckt. Werden sie Christine zur Strecke bringen ... oder ist Christine schneller?
eine kritik von chollo:

Verfilmungen von Stephen King Romanen und Kurzgeschichten erfreuten sich seit der großartigen Adaption von "Carrie" durch Brian de Palma allergrößter Beliebtheit. Fast jährlich erblickten nun Adaptionen seiner Werke das Licht der Leinwand. Und nicht nur dass, auch waren es von Anfang an annerkannte Regisseure die sich mit diesen Stoffen beschäftigte. "Brennen muss Salem" etwa durch Tobe Hooper, "Shining" durch Stanley Kubrick oder "The Dead Zone" von David Cronenberg. 1983, noch bevor der Roman offiziell erschien, wurden bereits die Verfilmungsrechte an das produzierende Studio veräußert. Das zeigt welcher Beliebtheit sich die Erzeugnisse King's zu jener Zeit erfreuten. Natürlich ist der Schriftsteller auch heute noch, dank der florierenden Remake-Welle in aller Munde. Neuinterpretationen wie "Es" oder demnächst aller Wahrscheinlichkeit nach auch " Friedhof der Kuscheltiere" lassen immer noch die Kasse klingeln. Das mag unter anderem wohl auch daran liegen das seine Schriften, ähnlich wie bei Poe oder Lovecraft, etwas Zeitloses mit sich führen.

Im besagten Jahr war dann auch John Carpenter an der Reihe eines von King's Werken zu verfilmen. Ganz freiwilich wird das aber wohl nicht abgelaufen sein. Carpenter, der kurz zuvor mit seinem Herzensprojekt "The Thing" den bis dahin größten Knick in seiner Karriere erlebt hatte, war eigentlich für die Verfilmung von "Der Feuerteufel" vorgesehen. Nachdem seine Alieninvasion so grandios beim damaligen Publikum gescheitert ist, vertraute man die Leitung lieber Mark L. Lester an, der gerade mit seinem "Die Klasse von 1984" einen Achtungserfolg abgeliefert hatte. Ganz so undankbar oder besser gesagt unpassend erscheint das Sujet für Carpenter's Vita bei näherer Betrachtung aber gar nicht.

Die Regie des Meisters ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Auch die Handschrift ist, besonders in Szenen der Bedrohung durch den titelgebenden Wagen, unverkennbar. Konsequenterweise haben wir es dann auch mit "John Carpenter's Christine" in den Credits zu tun. Etwas ungewohnt mag für Carpenter der Umstand gewesen sein, das es sich bei Christine wie üblich bei King, nicht nur um reinrassigen Horror handelt. Eingebettet in einer Coming of Age Geschichte, versprüht das Gesehene nur sehr schleichend sein Grauen. Daran mag es wohl auch liegen das "Christine" zu Beginn und auch vereinzelt im Mittelteil doch sehr behäbig wirkt. Die Stärken des Master of Horror liegen offensichtlich nicht unbedingt im dramaturgischen Bereich, wobei er seine Sache auch hier zumindest ordentlich macht. Ein Talent bleibt eben ein Talent. Die Stärken allerdings bezieht der Film ganz klar aus dem Teufel in blecherner Gestalt. Immer wenn Christine unheilvoll durch die Bildfläche rattert, wird es spannend. Das Setting im schummrigen Licht, die Synthie-Klänge auf ein Klopfen reduziert und die Augen sprich Scheinwerfer weit geöffnet. Sobald der Plymouth auf die Jagd geht bleibt keine "Bully"- Windel trocken. Besonders schön die Szene als das Vehikel einen der Unruhestifter bis zur Sackgasse, und noch ein kleines Stückchen weiter verfolgt. Das kann eben nur ein John Carpenter, Fachmann für Atmosphäre und derartige Momente.

Brutalitäten in Form von Blut und Gedärm halten sich derweil doch sehr stark zurück. Angaben zu Folge wurden wohl auch noch die ein oder andere Fäkalsprache eingefügt um das zu sanfte und in dem Genre eher abschreckende PG-13 zu umgehen. Kurios wie sich so manches auch in's Gegenteil verkehren kann. Explizit gehts hier also keineswegs zur Sache. Möglich wäre auch das  Carpenter nach dem extremen Bodyhorror von "The Thing"  einfach mal einen Richtungswechsel einschlagen wollte.

Was die Schauspieler angeht bewegt sich das alles in einem soliden Bereich. John Stockwell ( später Regisseur bei z.B. "Turistas" oder "Into the Blue") gibt den Footballstar und Frauenschwarm ganz Ordentlich. Ihm die Schau stiehlt aber ganz klar Keith Gorden ("Dressed to Kill") als Arnie Cunningham, dem man die beginnende Wesensveränderung mit Anschaffung von Christine ohne weiteres abnimmt, weil von ihm auch glaubhaft so dargestellt. Stets in einem Abhängigkeitsverhältniss zu Freund oder Auto und eingeengt in ein verkorkstes Elternhaus, bringt man ihm wohl bis zum bitteren Ende das höchste Maß an Empathie entgegen. Der Love Interest Alexandra Paul ("Schlappe Bullen beißen nicht") hingegen agiert mir teilweise doch etwas zu hölzern. Besonders bei den einsetztenden Eifersüchteleien im Dreieck mit Arnie und Christine wirkt ihr Spiel doch sehr ungelenk.

Trotzdem kann man sich irgendwie nicht des Gefühls erwehren, das es sich bei "Christine" um eine Auftragsarbeit des Regisseurs handelt, um die damals etwas angeschlagene Reputation aufzuhübschen. Angefangen damit das es sich bei der Vergabe der Projekte, "Der Feuerteufel" (Budget: ca. 15 Mill.) und "Christine" (Budget: ca. 9 Mill.) preislich um zwei doch sehr unterschiedliche Kategorien handelt offenbart das man ein wenig das Vertrauen in den Meister verloren und kein allzu hohes Risiko eingehen wollte. Zudem konnte Carpenter nur bedingt auf seine Stammcrew zurückgreifen. Platzhalter in Sachen Kameraarbeit Dean Cundey musste z.B. Donald M. Morgan weichen. Der macht seine Sache zwar nicht schlecht, die Bildgebung unter erstgenannten hätte dann aber aller Wahrscheinlichkeit nach noch einmal anders gewirkt. Wenigsten in Sachen musikalischer Untermalung hat er sich dann nicht lumpen lassen und mit Kollege Alan Howarth hier wieder wunderbares auf die Beine gestellt. Gesamtheitlich wirkte es auf mich dennoch etwas zerfahren und nicht zu 100%  John Carpenter, wie später ähnlich bei "Starman" und noch mehr bei " Jagd auf einen Unsichtbaren"

Zusammenfassend handelt es sich bei "John Carpenter`s Christine" um einen guten Horrorfilm, jedoch nur um einen brauchbaren Carpenter. Der Maestro hat definitiv mehr zu bieten was er mit dem 4 bzw. 5 Jahre später entstandenen "Die Fürsten der Dunkelheit" und "Sie Leben" wieder unter Beweis stellen sollte. Stephen King übrigens fand die Verfilmung eines seiner Romane wohl eher durchschnittlich. Ganz so hart würde ich damit jetzt aber nicht in`s Gericht gehen.

 

6/10
mehr reviews vom gleichen autor
Cujo
CHOLLO
8/10
Brennende
CHOLLO
7/10
die neuesten reviews
Kolobos
dogsoldier
7/10
Fight
Kaiser Soze
10/10
Dragon:
sonyericssohn
8/10
Suspiria
TheRealAsh
10/10

Kommentare

09.11.2018 16:26 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.620
Bei "Cristine" habe ich, geblendet von den zwei großen Namen Carpenter und King, eigentlich immer die rosa Brille aufgehabt. Objektiv würde ich mich dann aber doch eher deinen Ausführungen anschließen weil auch ich denke, dass da mehr drin gewesen wäre... :) 7/10 gibt's von mir, kein Meisterwerk aber trotzdem ein Klassiker, den ich immer wieder gerne sehe! Genauso wie ich deine Reviews immer wieder gerne lese (wenn ich da bin)! ^^

09.11.2018 21:05 Uhr - Nubret
2x
User-Level von Nubret 7
Erfahrungspunkte von Nubret 792
Ui, da bist Du ja ganz schön streng. Sicherlich nicht einer von Carpenters Besten, aber immer noch besser als die meisten aktuelleren Horrorproduktionen. Und die US-Kleinstadt-Atmosphäre wurde auch recht angenehm eingefangen.

Bei mir sind da 7-8 drin. Aber die Besprechung ist mal wieder schön zu lesen.

10.11.2018 12:42 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 5
Erfahrungspunkte von CHOLLO 370
Danke euch beiden,

Kann der Karre einfach nicht mehr Punkte geben. Bei der letzten Sichtung hatte ich stellenweise sogar mit Ermüdungserscheinungen zu kämpfen. Und ich bin wirklich ein Carpenter-Verehrer!!

14.11.2018 11:10 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 16
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 4.498
Cunningham und Christine sind als Paar schon Kult, von des Meisters Hand geschrieben. Gute Rezi

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2018)