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dogsoldier
Level 4
XP 251
Eintrag: 07.11.2018

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Hard-Boiled II

(Originaltitel: Ji Daam Kwan Jing)
Herstellungsland:Hongkong (1989)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Drama, Krimi
Alternativtitel:Hard Boiled 2
Hard-Boiled 2
Hard Boiled II
John Woo's Just Heroes
Just Heroes
Tragic Heroes
Yi Dan Qun Ying

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,20 (20 Stimmen) Details
inhalt:
Tsou, der Kopf einer grossen Gangsterorganisation Namens "Big Brother" wird bei einem Hinterhalt in seinem Auto erschossen.
Drei seiner Mitarbeiter gelten als Anwärter auf die frei gewordene Führungsposition.
Wai, der die Triaden verließ, lehnt die testamentarische Verfügung ab und gibt damit den Posten an den stillen, introvertierten Sou weiter.
übrig bleibt der ehrgeizige Tai, der den Drahtzieher des Attentats in den eigenen Reihen vermutet.
Mit Tsous altem Leibwächter findet er heraus, dass Sou der Verräter ist, und ein blutiger Rachefeldzug nimmt seinen Lauf.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dogsoldier:

Es ist wirklich erstaunlich mit welchen mehr oder weniger kreativen Tricks die deutschen Filmverleiher versuchen weitestgehend unbekannte Produktionen an den Mann zu bringen. Eine sehr beliebte und werbewirksame Methode einem unscheinbaren Streifen die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen ist der unverhohlene Titel-Klau bei bereits erfolgreich vermarkteten und weltweit bekannten Filmen. Auch das Actionmeisterwerk "Hard Boiled" (1992) blieb von dieser Dreistigkeit nicht verschont und so wurde der bereits 1989 erschienene "Ji Daam Kwan Jing" kurzerhand in den hier besprochenen "Hard-Boiled II" umbenannt. Ob diese Vorgehensweise nun moralisch verwerflich ist oder nicht sei mal dahingestellt, beleidigend ist allerdings, dass die Verantwortlichen scheinbar davon ausgehen dem geneigten Zuschauer würde die vorhandene Unregelmäßigkeit bei den Veröffentlichungsjahren nicht auffallen. Der Ärger über diesen frechen aber missglückten Betrugsversuch sollte jedoch im Zuge der Sichtung von "Hard-Boiled II" schwinden, denn der Film ist ein überdurchschnittlich guter Beitrag zum Heroic-Bloodshed-Genre und kann bei einer Laufzeit von knapp 98 Minuten bestens unterhalten.

Die Handlung einer "Hong-Kong-Blut-Oper" lebt bekanntlich von ihrem sentimentalen Umgang mit gesellschaftlich wichtigen Themen wie Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Ehre. In "Just Heroes" (AT) konstruieren die Regisseure John Woo (Mission: Impossible II, 2000) und Wu Ma (Ti Lung - Die tödliche Kobra, 1980) eine relativ komplexe Story, welche aufgrund ihrer zahlreichen Rückblenden und Wendungen die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers einfordert. Wer hier nicht voll und ganz bei der Sache ist verliert schnell den Überblick und bekommt Schwierigkeiten die emotionalen und tragischen Konflikte der Protagonisten nachzuempfinden. Dazu kommen die teilweise schwer einzuordnenden Verhaltensweisen einiger Beteiligter und die Einführung einer in meinen Augen überflüssigen Dreiecksbeziehung. Hintergrundinformationen über das Verbrechersyndikat, welches einfach nur "Die Organisation" genannt wird, bekommt man kaum und der Erzählverlauf ist insgesamt etwas zu sprunghaft geraten. Zuschauer die dem Geschehen trotzdem folgen werden dafür mit interessanten Charakteren belohnt die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nach dem Tod von Gängsterboss Mr. Tsou übernimmt dessen introvertierter Mitarbeiter Hung vorerst die Kontrolle über die Geschäfte der Organisation. Bei der Suche nach den Mördern seines Chefs benötigt er die Hilfe seines ehemals besten Freundes Keung, welcher den kriminellen Machenschaften mittlerweile abgeschworen hat und sein Geld auf ehrliche Weise verdient. Ein ebenfalls berechtigtes Interesse auf die leitende Position hat außerdem der zwielichtige, schleimige, aber auch bemitleidenswerte Leung.

Danny Lee (The Untold Story, 1993) in der Rolle des Hung und David Chiang (Cover Hard 3, 1995) spielen ihre dargestellte Männerfreundschaft in jeder Hinsicht brillant, da sie mit Worten der Ehrlichkeit und Brüderlichkeit selbst die hartgesottensten Kerle zu berühren wissen. Chen Kuan-Tai (Born to Fight 2, 1990) verkörpert Leung und kann aufgrund seiner vielen Gesichter unsympathisch werden, was aber für das funktionieren der Geschichte von Vorteil ist und daher als positiv bewertet werden muss. Heimlicher Star des Films ist Stephen Chow (Kung Fu Hustle, 2004) in der kleineren Rolle des Greenhorns Jacky, welcher mit unüberlegten und auch hinterhältigen Aktionen für allerhand Chaos sorgt.

Wichtige Information: Aus mir unbekannten Gründen sind die Rollen-Namen einiger Protagonisten im Film nicht identisch mit denen die auf dem Laser Paradies DVD-Cover angegeben werden. So wird z.B. aus dem in der Inhaltsangabe genannten Sou der Typ namens Hung und Wai heißt Keung! Für diese Review habe ich die Namen der Personen so wiedergegeben wie sie im Film benannt werden um dadurch hoffentlich einer möglichen Verwirrung vorzubeugen.

"Nichts ist sinnloser als Gewalt!"

Diesem Zitat aus dem grandiosen Finale stimme ich natürlich grundsätzlich zu, jedoch weiß auch jeder von uns dass die stilisierte Gewaltdarstellung in einem Heroic-Bloodshed-Film zwingend erforderlich ist. Im Bereich Blutzoll/Bodycount beweist "Just Heroes" dann auch seine ganze Stärke, denn was hier an rotem Lebenssaft durch die Gegend spritzt stellt so manchen selbsternannten Splatterfilm in den Schatten. Unmittelbar zu Beginn gibt es eine bleihaltige Auseinandersetzung an einem Bootsanleger und es werden unzählige gut gefüllte Blutbeutel zum platzen gebracht. Wem das schon zu viel des Guten ist sollte die weitere Sichtung von "Hard-Boiled II" unterlassen da die brutalen und saftigen Shoot-Outs im weiteren Verlauf immer heftiger werden. Die Kugeln der sich scheinbar niemals leerenden Magazine durchschlagen mit Leichtigkeit sämtliche menschliche Körperteile und der Fan fragt sich lächelnd, warum dieser Film ausgerechnet hierzulande nie indiziert wurde und es Ende der 90er sogar in den Gewaltakten unzensiert ins deutsche Free-TV schaffte. Neben der sehr detaillierten "Abstech-Szene" eines Gefängnissinsassen werden Hämatophobiker besonders mit dem Showdown so ihre Probleme haben, denn hier werden die Tapeten eines schicken Anwesens im wahrsten Sinne des Wortes Rot gekleistert. Ein Möchtegern-Gangster der mit ungeladenen Waffen zur Schießerei erscheint sorgt derweil für den nötigen Humor bei der ansonsten derbe ausgefallenen Ballerorgie.

Visuell ist das Ganze nicht so fantastisch ausgefallen wie etwa bei "The Killer" (1989) oder dem echten "Hard Boiled", dennoch macht sich John Woo's Einfluss bei der Regie von "Just Heroes" auffällig oft bemerkbar. Elegant gefilmte Slow-Motion-Erschießungen und Nahaufnahmen blutigster Treffer sind eindeutig des Meisters Handschrift und wissen genauso zu überzeugen wie die sportlich beeindruckenden Stunts der Akteure. Die abwechslungsreiche Kameraführung mit Blut bespritzter Linse ist ebenso bekannt und beliebt wie die stilvollen Szenenwechsel. Handlunsschauplätze und Kulissen sind aufgrund ihrer Vielfältigkeit durchaus imposant, wohingegen die Musikauswahl zu "Hard-Boiled II" wohl eher als gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen ist. Romantische Klavierklänge und "Tropical-Island-Urlaubsmusik" wirken deplatziert und werden Gott sei Dank nur außerhalb der erbarmungslosen Actionsequenzen eingesetzt.

Fazit: "Just Heroes" genießt bei weitem nicht so viel Anerkennung im Heroic-Bloodshed-Sektor wie es andere Werke des Regisseurs John Woo erfahren dürfen. Das liegt zum einen vielleicht daran, dass Woo nur für rund 60 Prozent des Streifens verantwortlich war und zum anderen, dass der Film eigentlich nur gedreht wurde um einen mittellosen Freund finanziell zu unterstützen. Dieser Umstand kann dazu führen, dass man "Hard-Boiled II" schnell als eine Art Schnellschuss abstempelt und in die Kategorie uninteressant steckt, was aber keineswegs der Fall ist. Voraussetzung für den uneingeschränkten Genuss des Films ist die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers da die komplizierte Erzählweise für Verwirrung sorgen kann. Lässt man sich darauf ein bekommt der Fan eine herzerwärmende Geschichte über die Macht der Freundschaft präsentiert, deren absoluter Höhepunkt die ultra blutigen Shoot-Outs sind. "Just Heroes" erreicht zwar nicht die Qualität eines "The Killer" oder "Bullet in the Head", ist aber für Freunde des Genres mehr als sehenswert. Acht von zehn Punkten für diese erstklassige Bloodshed-Erfahrung.

8/10
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Kommentare

07.11.2018 23:03 Uhr - Knochentrocken
1x
User-Level von Knochentrocken 5
Erfahrungspunkte von Knochentrocken 381
Der Film ist, auch wenn nichts mit dem „ersten“ gemein, trotzdem eine Wucht. Ich mag den sehr. Ausserdem ist er ja auch von Woo^^

07.11.2018 23:21 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 12
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.440
Den fand ich nur mittelmäßig. Übertriebener Pathos und einige Längen fallen mir aus der Erinnerung heraus ein. Trotzdem gut geschrieben. Die Shootouts sind wirklich cool.

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