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Suspiria

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,27 (35 Stimmen) Details
inhalt:
Die junge Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson) kommt 1977 zum renommierten Markos Tanzensemble nach Berlin. Während Susie unter der revolutionären künstlerischen Leiterin Madame Blanc (Tilda Swinton) außergewöhnliche Fortschritte macht, freundet sie sich mit der Tänzerin Sara (Mia Goth) an. Als Patricia (Chloë Grace Moretz), ebenfalls Mitglied des Ensembles, unter mysteriösen Umständen verschwindet, kommt der Psychotherapeut der jungen Tanzschülerin, Dr. Josef Klemperer (Lutz Ebersdorf), einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Auch Susie und Sara ahnen, dass sich hinter der Fassade von Madame Blanc und ihrer Tanzschule unbarmherzige Hexen verbergen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von insanity667:

Eine kleine Anmerkung zu Anfang: Da "Suspiria" ein Film ist, auf den sich sicher viele freuen, werde ich mich mit der folgenden Rezension ein wenig bedeckter und vager, vielleicht auch kryptischer als sonst halten, um vor allem in Sachen Story, Charakterkonstellationen und gewissen anderen Dingen, die ich eigentlich für besprechenswert halte, nicht mehr als nötig vorwegzunehmen. "Suspiria" ist ein Werk, das seine volle Wirkung nur dann entfaltet, wenn man es selber entdeckt. Deswegen bitte ich euch auch darum, in den Kommentaren ein bisschen darauf Acht zu geben, dass nicht gespoilert wird. Diskussionen um diesen persönlichen kleinen Interpretationsansatz herum sind aber erwünscht! Vielen Dank und viel Spaß beim Lesen! :) 

Zum italienischen Meisterregisseur Dario Argento braucht es eigentlich kaum noch große, einleitende Worte. Mit seiner Tier-Trilogie zum Beginn der 70er Jahre ebnete er nach Mario Bavas Pionierarbeit endgültig den Weg für die Hochphase des Giallo, welche er selbst mit seinem Meisterwerk "Profondo Rosso" krönte. Danach verdingte er sich mit den beiden Mystery-Thrillern "Suspiria" (1977) und "Inferno" (1980) der Thematik um die "Drei Mütter", eine alte Hexensage, die ihm seine damalige Lebensgefährtin Daria Nicolodi, welche sich auch an den Drehbüchern beteiligte, näher brachte. Heute gelten beide Filme, vor allem aber "Suspiria", als wegweisende Meisterwerke, die von der großen Stärke Argentos, Geschichten auf audiovisueller Ebene, nur mit Hilfe von Kamera, Farben, Schnitt und Ton maßgeblich zu erweitern und zu erzählen, am meisten profitierten. 2007 erwarb dann die italienische Produktionsfirma "First Sun" zusammen mit Luca Guadagnino die Rechte an "Suspiria" und begann mit der Planung eines Remakes. Zunächst war als Regisseur David Gordon Green (der kürzlich "Halloween" eine Frischzellenkur verpassen durfte) vorgesehen, doch alle Bemühungen dahingehend verliefen im Sande und so ging der Kelch an Guadagnino selbst über. Trotzdem sollten noch einige Jahre ins Land ziehen, bis der Film realisiert werden konnte, da Guadagnino darauf bestand, sich zunächst ein eingespieltes Team an Technikern und Schauspielern aufzubauen, um für "Suspiria" das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Bei diesem kreativen Training kamen u.a. der oscarprämierte "I Am Love" und die nicht minder sehenswerten "A Bigger Splash" und "Call me by your Name" heraus, deren Erfolg nun über 10 Jahre nach dem Rechteerwerb endlich die Bühne für "Suspiria" bereitete.

 

Nach dem Tod ihrer Mutter verschlägt es die junge Amerikanerin Susie Bannion nach Berlin, wo sie sich an der renommierten Markos-Tanzschule im Ballett unterrichten lassen möchte. Schnell freundet sie sich mit ihrer Mitschülerin Sara an und auch Schulleiterin Madame Blanc wird rasch auf Suzies Talent aufmerksam. Doch die Geborgenheit der Schule ist nur ein Trugbild hinter dem eine Gruppe von Hexen ihre wahre Identität vor der Welt verbirgt. Susie findet sich plötzlich in einem Fiebertraum zwischen Blut, bizarren Tanzritualen und unheimlichen Mächten wieder... 

 

Guadagnino selbst und Drehbuchautor David Kajganich ("True Story - Spiel um Macht", "Blood Creek", "A Bigger Splash") demontieren die Grundgeschichte Argentos und Nicolodis bis auf ihren rohen Kern, reichern sie mit ihrer eigenen Interpretation sowie einer frischen Symbolik und Metaphorik an, und setzen sie mit viel Fingerspitzengefühl in mühevoller Kleinarbeit wieder zu einer funktionierenden Geschichte zusammen.  Dabei herausgekommen ist ein komplexes gesellschafts- und sozialkritisches Mystery-Horror-Drama, welches mit der Verortung im gespaltenen Berlin um 1977 nicht hätte wirksamer ausfallen können. In 6 Akten erzählt "Suspiria" eine Geschichte um Mythen, Legenden, Selbstfindung und Rebellion, greift dabei im Subtext allerdings noch so viel mehr auf, als man es in einer einzelnen Sichtung überhaupt erfassen könnte. Das herausragendste Merkmal ist jedoch die direkte und unverblümte Spiegelung des Nationalsozialismus, dessen schreckliche Auswirkungen auch noch zu jener Zeit im kollektiv traumatisieren Gedächtnis verhaftet waren. Um dies auf künstlerisch ansprechender Ebene zu transportieren, eignete sich die Hexenthematik hervorragend, da man im Verlauf der Handlung fast schon erschrocken feststellen muss, wie ähnlich sich diese beiden Machtsysteme doch sind. Sei es die offensichtliche Ritualisierung, der Hang zum Okkulten oder die Rangordnung im Kollektiv, irgendwie schafft es Kajganich beide Welten gleichzustellen aber dennoch gegeneinander prallen zu lassen indem er sich kritischer Aussagen z.B. seitens Madame Blanc bedient, um die patriarchalischen Ansichten der Nazis zu hinterfragen, was diese wiederum in den Verruf bringt, mit der RAF zu kooperieren. Hinzu kommen dann noch die jeweiligen Einzelschicksale der Mädchen, die die Tanzschule besuchen und ihre direkte und indirekte Verbundenheit untereinander. Auffällig ist dabei, dass hier ein Bruch mit dem Original stattfindet, indem man die Beziehungen zwischen Lehrerinnen und Schülerninnen wesentlich wärmer, herzlicher und inniger darstellt. Alle sind willkommen und bekommen neben dem Tanzen selbstbestimmungsfördernde Werte zum Überleben in einer, von Terror und Feindseligkeit erschütterten, Welt vermittelt, solange die Regeln eingehalten werden, sonst drohen tödliche Konsequenzen, die dann auch den größten Horror - und Schockfaktor ausmachen und in ihrer Brutalität selbst gestandenen Horrorfans den Schweiß auf die Stirn treiben dürften. Das Werkzeug dazu ist die Körpersprache, der Tanz ansich, der hier als Instrument der Macht herausgestellt und nahezu philosophisch in Szene gesetzt wird und sich wie besessen windend und stetig steigernd in einem denkwürdigen sowie erotischen, aber auch gleichsam erschreckend blutigen, Finale ergießt, das zudem für eine bitterböse Überraschung sorgt, die man niemals hätte erahnen können. Für diesen vermeintlich feministisch überspitzten Teil der Erzählung hält man mit dem Psychoanalytiker Dr. Josef Klemperer, als einzigen männlichen Charakter mit dunkler Vergangenheit, ebenfalls einen passenden Konterpart bereit, bezogen auf die Hexen wohl der Geistliche, der alles fremde, rebellische und unbekannte im Keim ersticken oder auf dem Scheiterhaufen verbrennen möchte, wenn man das so interpretieren will. Damit wären die großen Themen, auf die sich "Suspiria" fokkusiert (und die auch hervorragend in die heutige Zeit transportierbar sind), zumindest erstmal angemessen vorgestellt. Trotzdem lädt der Film ein, noch tiefer in die Materie vorzudringen, was man auch unbedingt tun sollte, wenn man für diese Art der Schauererzählung empfänglich ist. Ganz großes Kino!

Auf schauspielerischer Ebene blieb man der Prämisse treu, der weiblichen Identität Tribut zu zollen, weshalb der gesamte Cast eben nur aus Frauen besteht. Oscarpreisträgerin Tilda Swinton ("I Am Love""Michael Clayton", "Doctor Strange", "Grand Budapest Hotel") verkörpert hierbei nicht nur Madame Blanc, der ihr neuer Schützling Susie näher ans Herz wächst, als ihr vermutlich lieb ist, sondern zudem noch "Mutter" Helene Markos und sie darf auch unter dem Pseudonym Lutz Ebersdorf in die Rolle des Dr. Josef Klemperer schlüpfen, der mit der psychologischen Betreuung einiger Schülerinnen beauftragt ist. Somit spielt Swinton drei Rollen, die gegensätzlicher nicht sein könnten und beweist damit eindrucksvoll, was für eine schauspielerische Naturgewalt sie doch ist. Desweiteren darf man eine deutlich gereifte Dakota Johnson ("How to be Single", "A Bigger Splash", "Black Mass", "Fifty Shades of Grey") bestaunen, die als Susie in ihrer neuen Lehrerin eine Ersatzmutter sieht und im Verlauf der Handlung recht häufig mit fehlgeleitetem Ehrgeiz und einer unschönen Vergangenheit konfrontiert wird... alles nichts im Vergleich zu dem, was noch vor ihr liegt. An ihrer Seite stehen Mia Goth ("Das Geheimnis von Marrowbone", "A Cure for Wellness", "The Survivalist") als Sara, Chloë Grace Moretz ("Let me in", "Dark Places", "Carrie") als Patricia und Angela Winkler ("Messer im Kopf", "Die Blechtrommel") als Miss Tanner, die ebenfalls hervorragend spielen wobei man, insbesondere für Goth, noch ein wenig mehr Freiraum hätte einräumen können! Die vorangegangene Zusammenarbeit von Guadagnino mit einigen der Hauptdarstellerinnen hat sich somit am Ende also in jeder Hinsicht ausgezahlt, denn der Regisseur treibt sie alle zu absoluten Höchstleistungen an, traumhaft! Eine kleine Nebenrolle als Anke darf die Susie des Originals, Jessica Harper ("Stardust Memories", "Shock Treatment"), bekleiden.

Inszenatorisch schlagen Guadagnino und der thailändische Kameramann Sayombhu Mukdeeprom ("A Letter to Uncle Boonmee", "Call me by your Name") hier eine völlig andere Richtung ein, als man es bei einem Remake zu einem der farbenprächtigsten und visuell verspieltesten italienischen Genrewerke seiner Zeit vielleicht erwarten würde. Ob das nun bei Fans und Kritikern durchgehend gut ankommt, sei mal dahingestellt. Die Intention war hier aber ganz klar, den thematischen Ebenen des Films eine angemessene Präsentation zukommen zu lassen und für ein gespaltenes Berlin im Umbruch, zwischen RAF-Terror, Zerfall, Feministenbewegungen und Aufbegehren, braucht es nunmal keine überschwänglich satten Farben oder hochstilisierte Kunst, was nicht heißen soll, dass das per se schlecht wäre, es hätte nur nicht gepasst. Es dominieren eher kühles Blau und sanfte Brauntöne die Szenen, die mit der sich stetig stellenden Frage, ob sie gerade am Aufblühen oder Verblassen sind, den Eindruck von Ungewissheit vermitteln sollen. Wird am Ende alle Mühe belohnt, oder verliert man den Halt und findet sich in einer Abwärtsspirale wieder? Allein durch wenige Pastellfarben und graue, verschlissene Korridore solche Gefühle zu erzeugen ist ein Kniff, den nur wenige Filmemacher unserer Zeit noch beherrschen. Aber auch starke Kontraste wie z.B. Rot auf bleichen, fast schon weißen, nackten Körpern finden ihren Platz im Zusammenhang mit der Ritualisierung, der Aufnahme der Tänzerinnen in eine andere, freiere und ihnen ergebene Welt. Bewundernswert dabei ist, dass man in vielen Einstellungen, trotz aller Andersartigkeit, die Ästhetik und die Aura des Originals stets ausmachen kann. Selbiges gilt für den wundervollen Score von Radiohead-Sänger Thom Yorke, der in seine perfekt eingesetzen, stimmig arrangierten und melancholisch schwelgerischen Melodien immer wieder ein paar unverkennbare Noten des Goblin-Soundtracks einstreut, die hier ein wahrer Garant für Gänsehaut sind. So kann sich "Suspiria" auf audiovisueller Ebene nicht nur sehen und hören lassen, sondern bietet auch einiges an Überraschungen und Referenzen, die das Gesamtwerk der Vorlage mindestens ebenbürtig machen, ohne sich, dank seiner Individualität und Experimentierfreude, einem direkten Vergleich überhaupt stellen zu müssen. Was hier entstanden ist, ist genauso großartige Kunst wie das Meisterwerk von Dario Argento selbst!

 

Fazit:

Luca Guadagnino gelang mit seiner Interpretation von "Suspiria" ein philosophisch verflochtener, sinnlicher aber zugleich auch roher und unglaublich brutaler Mystery-Thriller, der in seiner Vielschichtigkeit und Brillanz auf ganzer Linie überezugt, als Remake seine eigenen konsequenten Wege geht und trotzdem in einer Art selbst erschaffenen Mikrokosmos aus Gesellschaftswandel, politischer Brisanz und okkulten Machtspielereien keine Gelegenheit auslässt, sich vor Argentos großen Original zu verbeugen. Ein zeitgenössisches Meisterwerk, das noch oft diskutiert, analysiert und konsumiert werden wird... und muss!

10/10 Punkte!

 

"The Three Mothers. Haven't you understood? Mater Tenebrarum, Mater Lachrymarum, Mater Suspiriorum! But men call us by a single name; a name which strikes fear into everyone's heart. They call us... DEATH!"

10/10
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Kommentare

13.11.2018 17:19 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Ich freu mich auf beide Filme, bald bei Arte das Original und nicht zuletzt durch dein Review nun auch auf das Remake.

13.11.2018 17:33 Uhr - TheRealAsh
2x
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Du geile Sau!!! Jetzt klingeln mir aber alle Ohren, das hört sich rattenscharf an und ich dürste nach den heißen 🧙‍♀️ Hexen. Hoffentlich komme ich auch bald dazu, der Soundtrack läuft schon eine Weile rauf und runter, das Original habe ich mir gestern zwei Mal hintereinander in der grandiosen 4k-Fassung von 84 angeschaut und ich freue mich mit deiner oft mit meiner korrespondierenden Insanity jetzt noch mehr. Zum baldigen Austausch bald mehr;-)

Ave Venefica!

13.11.2018 18:13 Uhr - Fulgento
1x
Klingt echt gut und verrät nicht allzu viel. Bin sehr gespannt drauf. Die Meinungen scheinen bislang sehr auseinander zu gehen.
Und der geht wirklich 150 Minuten?

Werd mir zur Einstimmung auch noch mal alle 3 Mütter ansehn.

13.11.2018 18:31 Uhr - Intofilms
1x
Das mit den Parallelen zwischen Okkultismus und faschistischer Intoxikation ist gar nicht so abwegig. Thomas Mann („Mario und der Zauberer“, 1930) und Hermann Broch („Die Verzauberung“, 1935) haben das zum Beispiel auch schon so gedeutet. Da bin ich wirklich mal gespannt, wie das hier in diesem Film gemacht wird. - Wunderbare Rezi, Insi. Ich habe (leichtes) Herzklopfen. ;))

13.11.2018 18:36 Uhr - Fulgento
1x
Das Original zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Und Anspielungen auf den Faschismus gibt es auch da.
Man achte auf die Polizisten vorm Hofbräuhaus, oder das Auftreten und Erscheinungsbild vom Fräulein Tanner.
Aber in erster Linie erwarte ich, einen Film zu sehn, in dem man so perfekt eintauchen kann, wie im Original.
Ob mit Farbenpracht oder ohne!

13.11.2018 19:05 Uhr - Nubret
1x
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Herrliche Besprechung!

Wenn der Film nur halb so gut ist, bin ich durchaus zufrieden.

13.11.2018 19:41 Uhr - dicker Hund
1x
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Die tolle Rezi macht wirklich Lust auf das Remake. Das Original sehe ich ja kritischer als andere, mag es aber schon. Vielleicht wird mir das Remake ja sogar besser gefallen? Bin gespannt.

13.11.2018 20:09 Uhr - Insanity667
3x
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Vielen Dank ihr fleißigen Feedbacker! :)

@Ghost
Dann hast du ja noch 2 Meisterwerke zu entdecken! :P

@Ash
Ich bin sehr auf deine Einschätzung gespannt. So daneben kann ich aber nicht liegen wenn ich sage, dass du mindestens genauso begeistert sein wirst! Das Original werde ich mir die Tage auch nochmal reinziehen (müssen)! ^^

@Fulgento
Ja, der Film kann durchaus spalten, das Potenzial ist da... Ob das dann ein reines Hassen oder Lieben ist, kann ich nicht sagen... Dafür muss, will und werde ich ihn mir am Wochenende nochmal ansehen! :) Und ja, er geht knapp 2 1/2 Stunden und Fräulein Tanner ist auch wieder mit dabei! ;)

@Into
Kann man nicht beschreiben, muss man sehen... Eine Mischung aus Allegorien, Konterkarieren und eher versteckten Anspielungen in der Ästhetik. So oder so, ich finde es sehr gelungen! :)

@Nubi
Dann ist ja gut! :)

@Mopsi
Einfach eine Chance geben und wirken lassen! :)

13.11.2018 20:16 Uhr - CHOLLO
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Kenne nicht mal das Original, obwohl ich "Profondo rosso" ; "Tenebrae" und "Opera" echt gut fand. Deine Rezi macht Lust auf diesen und den von Argento. Danke

13.11.2018 20:31 Uhr - Insanity667
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Dankeschön CHOLLO! :) Nunja, "Suspiria", also das Original, ist ein ganz anders gelagerter Film als die drei von dir genannten Argentos. Hier geht es eher übernatürlich und mystisch zu und der Horror steht stärker im Vordergrund.

13.11.2018 21:04 Uhr - dogsoldier
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Deine Review ist einfach nur als grandios zu bezeichnen Insanity. Beim Lesen bekomme ich das Gefühl mitten im Film zu sein und meine Vorfreude aufs Wochenende steigt ins unermessliche.

Ausgezeichnete Arbeit, vielen Dank dafür! 👍


13.11.2018 21:33 Uhr - Insanity667
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Uiii, noch ein Vierbeiner in der Runde, wie schön! Viel Spaß am Wochenende und ich habe zu danken für das Feedback! ;)

14.11.2018 11:44 Uhr - naSum
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Heidewizka, was ein Brett. Trotz deiner Zurückhaltung in Interpretation und Information weisst du, wie man an den richtigen Stellen Reize setzt! Bin gespannt bis zum zerreissen, gerade weil du mit der politischen Parallelität im breitgefächerten Subtext nochmal etwas angesprochen hast, das ich in dem Ausmaß nicht erwartet hätte.

Bin auf deine erweiterte Meinung gespannt, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt offener über den Film reden kann. Eventuell gibt es dann eine extended Version des Reviews, in denen du die Symbolik und Farbgebung vertiefst und Stellung beziehst zu den Parallelen zu Kubricks Schaffen, die dem Remake nachgesagt werden.

14.11.2018 13:31 Uhr - Ivan_Danko
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Eine wunderbare Kritik! Toll geschrieben und unglaublich lesenswert. Wahrscheinlich eine der besten je hier geschriebenen, und das will was heißen. Freu mich jetzt umso mehr auf den Film.

14.11.2018 16:07 Uhr - Insanity667
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Danke Nasumaniac und Ivan!

@Jack
Naja, mit einer Extendet-Version, das wird schwierig, aber mal sehen... Wenn "Suspiria" ein paar Wochen läuft und das Review nicht komplett im Äther verschollen ist, kann man da sicher was tricksen. Man kann halt kaum was besprechen, ohne irgendetwas relevantes zu spoilern. Zu Kubrick kann ich nur sagen, dass Guadagnino wohl ein großer Fan der Einzigartigkeit jedes seiner Werke ist und "Suspiria" selbst eben auch als solches wahrgenommen haben möchte. Einen direkten Bezug habe ich persönlich nicht ausmachen können, aber das ist wohl rein interpretativ und ich denke, jeder sieht da auch was anderes... Polanski, Kubrick, Argento, Lynch, Aronofsky... you name it! Und das ist wohl durchaus so beabsichtigt, dass alles geht und nichts muss! Einiges am Interieuer könnte aber aus dem Overlook stammen... hmmmm ^^

@Ivan
So weit würde ich jetzt nicht gehen, eieieieiei so viel Lob! :) Aber danke auf jeden Fall!

14.11.2018 17:18 Uhr - Pete_CHtoGB
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Eine sehr gut geschriebene Review die nicht zuviel verrät und Lust macht den Film zu sehen. Als begeisterter Fan des Originals wird es schwierig sein objektiv zu bleiben doch die Mühe wird sich lohnen. Auf alle Fälle Danke für das du mir den Mund wässrig gemacht hast und ich jetzt noch neugierger bin 😉.

14.11.2018 19:18 Uhr - cecil b
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Umwerfend gut, auch wenn ich bewusst nicht alles gelesen habe, werter Kollege. :)

Der Anfang macht ja klar, dass du nicht viel verrätst, aber ich muss 'Das Ding' irgendwann ganz ruhig angehen.

Ich habe komischerweise das Gefühl, dass bei mir auch ne 10 rumspringen kann. Schon ein Bild aus diesem Film fand ich sehr schön.

14.11.2018 20:38 Uhr - NoCutsPlease
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Ich konnte mir ja schon denken, dass du dem Remake eine faire Chance geben wirst, allerdings habe ich nicht unbedingt mit solch einer Lobeshymne gerechnet.
Toll formuliert und in einem mitreißenden Stil verfasst. Ich bin auf den Film nun ebenfalls sehr gespannt.

14.11.2018 21:30 Uhr - Insanity667
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Danke für das anhaltende Feedback! Hui! ^^

@Pete
Ja, es ist schwer... Ehrlich gesagt war ich am Anfang, vermutlich wegen des Sepia-Looks im Trailer, auch eher skeptisch aber der Film (war 'ne glückliche Sneak Preview, also nicht mal geplant oder drauf vorbereitet) hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Muss aber nicht bei jedem so sein... Was mich allerdings erstaunt hat war, dass keiner den Saal verlassen hat und am Ende sogar begeisterte Töne im Publikum zu vernehmen waren... Dachte eigentlich, die hätten eher auf sowas wie "Verschwörung" oder "Der Grinch" spekuliert! :)

@Cecil
Ich bin überzeugt, dass es sich gerade für dich als großen Fan von Bilderpoesie und Ästhetik absolut lohnt! :)

@NoCuts
Ich hab' auch nicht damit gerechnet... Sachen gibt's! ^^

14.11.2018 23:01 Uhr - Pete_CHtoGB
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Sobald ich ihn gesehen habe, lasse och dir hier meine Meinung wissen. Falls du es möchtest. Was ich jetzt schon sagen kann. Der Soundtrack von Thom Yorke gefällt mir sehr. Auch wenn nicht vergleichbar mit dem Sound von Goblin. Aber das hätte ich auch nicht erwartet.

15.11.2018 22:15 Uhr - Fulgento
1x
Bei uns in Kassel läuft er leider nicht. Ist wohl doch zu speziell.
Werd wohl bis zum Bluraystart warten und mich bis dahin mit dem Original und/oder dem deutschen Quasi-Remake Masks begnügen müssen.
:-(

17.11.2018 01:36 Uhr - Dissection78
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Ich habe das Remake bisher noch nicht sehen können, aber nach Deinem Review freue ich mich umso mehr. Der Film scheint die Gemeinde des bewegten Bildes ja reichlich zu spalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mich kalt lässt. Mit sperrigem Zeugs in Überlänge komme ich definitiv klar. Auch wenn's 'ne verkopfte Arthouse-Interpretation des Argento-Klassikers sein sollte, lasse ich mich gerne darauf ein. Alles ist jedenfalls besser als der typische Hollywood-Einheitsbrei, der uns Konsummenschenmassen wöchentlich so 'liebevoll' in den Lichtspielhäusern serviert wird ;)
Und die Komponente mit der Vermischung von Nationalsozialismus und Okkultismus finde ich zumindest bemerkenswert. Alleine dafür interessiere ich mich schon ein wenig. Zumindest soviel, dass ich Nicholas Goodrick-Clarkes "Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus" und "Im Schatten der Schwarzen Sonne: Arische Kulte, Esoterischer Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung" gelesen habe (wobei in letztem Buch zumindest ein Kapitel vor Fehlern nur so strotzt).

17.11.2018 10:34 Uhr - Insanity667
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@Pete
Natürlich möchte ich das! :D Würde mich sehr freuen! Der Soundtrack ist was völlig anderes, als man erwarten würde, passt aber hervorragend und Referenzen zu Goblin sind reichlich vorhanden wie z.B. einige Prog-Rock Melodien und unheimliche Flüsterchöre! Funktioniert super! :)

@Fulgento
Das ist echt schade! Naja, ich muss auch ein paar Kilometer fahren, um ihn nochmal im Kino zu sehen. :( Mit der Sneak-Peak hatte ich echt mehr Glück als Verstand... Da wäre ich nie reingegangen, wenn meine Begleitung, in der Hoffnung, dass "Verschwörung" gezeigt wird, mich nicht gezwungen hätte! ^^

@Dissi
Hmmm würde nicht sagen, dass es eine reine Interpretation auf Arthouse-Niveau ist, sondern was richtig eigenständiges, was eben in den Handlungsrahmen von Argentos Werk eingepasst wurde. Die Nazithematik wird nicht wirklich offen auf den Tisch geknallt, außer einige Sachen im historischen Kontext der Zeit, genauso wie das mit der RAF, sondern weitestgehend über die Symbolik und Metaphorik recht gut im Thema versteckt. Hauptsächlich durch 2 konkurierende Fronten um die Leitung der Tanzakademie. Auf der einen Seite eben die Innovation, der Generationswechsel und die friedliche Revolution, auf der anderen das Alte, die kläglichen Überreste einer ausbeuterischen Diktatur, die ihre Macht (es geht eben hauptsächlich um Macht) missbraucht um die Unschuldigen zu quälen. Das okkulte und rituelle ist dabei zwar kein Firlefanz, aber eben nachrangig und mehr Stil- und Erzählmitte (Was nicht bedeutet, dass es weniger eindrucksvoll ist)l. Der Tanz ist hier das Marschieren, die Demonstration und der Widerstand zugleich. Es rennt niemand herum und hebt den Arm zum Hitlergruß oder sowas...

18.11.2018 12:36 Uhr - TheRealAsh
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So, auch gesehen und dein Review gefällt mir jetzt sogar noch besser, ausführliche Antwort folgt im Laufe des Tages;-)

Das mit deiner These zu den Parallelen bei Hexen und Nazis sehe ich allerdings genau andersrum;-)

22.11.2018 21:44 Uhr - Horace Pinker
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Da hast du ein wahres Mammutreview erschaffen, inklusive toller Einführung, umfassenden Hauptteil, passendem Fazit und stilistisch ansprechender Gestaltung, well done! Ich muss zugeben das ich hier zunächst auch etwas skeptisch eingestellt war, nach deinem Lob habe ich aber voll Bock auf den Film, schade das der in meiner Heimatstadt nicht im Kino läuft, dann wird die Sichtung wohl bis zur Heimkinoveröffentlichung warten müssen :(
P.S. Als großer Chloe Grace Moretz Fan würde es mich mal interessieren wie groß ihre Rolle ist, tritt sie wie ihr Pendant im Original nur zu Filmbeginn in Erscheinung?

22.11.2018 22:00 Uhr - Insanity667
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Dankeschön Horatio! :)
Schade, dass es dich und deine Stadt auch erwischt, bzw. NICHT erwischt hat, aber die Heimkino-VÖ kommt ja bestimmt bald!

Zu deiner Frage, natürlich kleinerer SPOILER!

Ihre Rolle ist verhältnismäßig klein (für ein 152 Minuten Werk) aber für einige Charaktere extrem wichtig, wenn nicht sogar Grundlage für die Handlung und sie ist bis zum Schluss dabei, gewissermaßen... wenn man so will... :)
Dass sie herausragend spielt, muss ich aber nicht erwähnen, oder?

22.11.2018 22:16 Uhr - Horace Pinker
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22.11.2018 22:00 Uhr schrieb Insanity667
Dankeschön Horatio! :)
Schade, dass es dich und deine Stadt auch erwischt, bzw. NICHT erwischt hat, aber die Heimkino-VÖ kommt ja bestimmt bald!

Zu deiner Frage, natürlich kleinerer SPOILER!

Ihre Rolle ist verhältnismäßig (für ein 152 Minuten Werk) klein aber für einige Charaktere extrem wichtig, wenn nicht sogar Grundlage für die Handlung und sie ist bis zum Schluss dabei, gewissermaßen... wenn man so will... :)
Dass sie herausragend spielt, muss ich aber nicht erwähnen, oder?

Grazie Mille Follia! Denke die Wartezeit werde ich noch aushalten, kann ja in der Zwischenzeit andere Fime schauen (Suspiria und Inferno sind tatsächlich erst kürzlich mal wieder in meinen Player gewandert und Mother of Tears ist demnächst auch dran) obwohl es natürlich trotzdem schade ist. Das Frau Moretz eine Top Leistung abliefert hatte ich natürlich erwartet, das Mädel ist einfach mega talentiert!

06.03.2019 20:48 Uhr - Dr.Ro Stoned
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Jetzt hab ich doch auch mal eine zusammenfassung und meinung von dir gelesen.

Gefällt mir echt sehr gut.
Danke dafür.

Ich freu mich auf ende märz, wenn ich den film dann endlich auch sehen werde.

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