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Gods of Egypt

Herstellungsland:USA, Australien, China (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,70 (10 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der sterbliche Held Bek (Brenton Thwaites) tritt eine gefährliche Reise an, um nicht nur seine wahre Liebe, sondern auch die Welt zu retten. Er verbündet sich mit dem mächtigen Gott Horus (Nikolaj Coster-Waldau), um sich Set (Gerard Butler), dem gnadenlosen Gott der Finsternis, entgegen zu stellen. Dieser hat sich den Thron Ägyptens widerrechtlich angeeignet und das Land in Chaos und Verderben gestürzt. Beks und Horus atemberaubender Kampf gegen Set und seine Schergen führt sie sowohl in das Leben nach dem Tod als auch hinein in das Himmelreich der Götter. Beide, sowohl Mensch als auch Gott, müssen Mutproben bestehen und Opfer bringen für ein Überleben im epischen Kampf der Welten … (Concorde Filmverleih)

eine kritik von romero morgue:

GODS OF HOLLYWOOD WORLDWIDE


Fantasyfilme unterziehen sich schon seit Anbeginn des Kinos einer nicht unerheblichen Beliebtheit beim Publikum und sind schon immer die Spielwiese der Effektkünstler und Geschichtenerzähler, da hier nur bedingt auf eine realistische Darstellung geachtet werden muss. Die Bandbreite dieses Genres ist enorm hoch und vielfältig. Neben solchen modernen Mammutwerken wie Herr der Ringe oder älteren Einträgen wie Willow ist auch Star Wars hier unverkennbar verwurzelt. In der Frühzeit wurden bereits von Ray Harryhausen wilde Monster und phantastische Kulissen in S/W auf die Leinwand losgelassen. Viele Facetten spiegeln diese Spielwiese der Unterhaltung dar und sind dadurch auch heute noch fest in der Filmkultur verankert. 

Fast schon als direktes Subgenre kann man hier das Thema „Mythen und Massenschlachten“ rausfiltern, welches mMn einen besonderen Reiz darstellt. Auf der einen Seite haben wir Geschichten rund um die verschiedensten Götterkulturen und die Griechische Geschichte zu verzeichnen; welche bereits in zig Filmen verarbeitet wurde; und parallel dazu die Umsetzung opulenter Schlachten wie in 300, welcher sogar beides vereint. 

Viele verschiedene Variationen wurden probiert, mal erfolgreich, mal eher weniger. Bereits genannter 300 war anno 2006 ein Meisterwerk, Kampf der Titanen im Jahre 2010 eher ein Tiefpunkt. Qualität und Misserfolg geben sich fast schon abwechselnd die Klinge in die Hand. Mit Krieg der Götter von Tarsem Singh wurde die Messlatte 2011 wieder etwas höher gelegt und ein Jahr später mit Zorn der Titanen zumindest optisch hochgehalten. Der direkte Nachfolger von 300: Rise of an Empire wusste dann wieder zu gefallen. Wir sehen also ein ständiges Auf- und Ab, wobei man sagen muss, das auf ihre Art und Weise alle Filme durchaus sehenswert sind und zu Unterhalten wissen.

Mir ist durchaus bewusst, dass die chronologische Aufzählung gerade dieser oben beschriebenen Filme der letzten Jahre eventuell Diskussionswürdig ist, in allen geht es aber um Muskelbepackte Helden, die gegen Übermenschliche Gegner zu Felde ziehen und am Ende (fast) immer als Held hervorgehen oder es im Vorfeld schon waren. Auch ist die mythologische Ebene unverkennbar und damit als Symbiose immer vorhanden. Aber noch etwas haben diese Filme gemeinsam. Alle (außer dem ersten 300) liegen dem geneigten Seher auch wahlweise als 3D Variante vor und können somit noch mal einen extra Punkt bei der Optik einheimsen. Den gerade diese ist immens beeindruckend. Wobei wir nun nach diesen einleitenden Worten auch schon beim letzten Ableger der spektakulären Schlachten angekommen sind - dem vorliegenden GODS OF EGYPT! Hier inspiriert von der Ägyptischen Mythologie. 

Erzählt wird die Geschichte vom Kampf des Gottes Horus gegen Set, den Gott der Finsternis und die Rettung des ägyptischen Volkes, welches durch Set unterjocht wurde. Seines Augenlichtes beraubt rächt sich Horus mit Hilfe des Menschen Bek an seinem Bruder um die Ordnung im Lande wieder herzustellen. Die Handlung ist damit kurz und knackig erzählt und Bedarf keiner weiteren Ausführung weil damit bereits der Kern der Geschichte erzählt ist. Alles andere wäre reine Zeitverschwendung. Regisseur Alex Proyas hält sich bei seiner Umsetzung auch nicht mit überflüssigen Dingen auf und katapultiert den Zuschauer kurzer Hand direkt in das Geschehen der Götter. Wie auch sein direkter Kollege KRIEG DER GÖTTER spielt der Film dabei auf der Ebene der Sterblichen wie auch der der Götter. Seiner Kräfte beraubt, muss Horus diese im ersten Step erst einmal wiedererlangen um dann mit vereinten Kräften Set das fürchten zu lehren. Obwohl der Weg dahin über 2 Stunden dauert kommt aber keine große Langweile auf. Hier fallen ganze Gebäude unter dem gekloppe der Götter zusammen, dann werden hinterliste Fallen umgangen und wilde Schlachten in der Luft ausgefechtet. Selbst ein Besuch im Weltenraum wird nicht ausgespart und mit einem monströsen Universalwurm gekrönt. Ja, optisch brauch sich der Film nicht zu verstecken. „Bildgewalt“ kann hier durchaus als Synonym benutzt werden.

Ist GOE also ein Highlight seiner Sparte und ein ebensolches Topmovie? Eher nicht! Zwar wird die Story rasant und ob der hohen Laufzeit ohne große längen präsentiert, aber innerhalb der Handlung bzw. Darstellung des Ganzen macht sich doch Ernüchterung breit. Mit der eingebauten Liebesgeschichte zwischen Bek und seiner Holden Maid kann man ja noch ruhigen Gewissens leben aber die Darbietung dieser und des Charakters Bek samt der „Freundschaft“ zu Horus ist doch stark weichgespült und wird mit deplatzierten Dialogszenen, die teils arg ins gewollt witzige abdriften, noch negativ verstärkt. Zu bieder ist die Umsetzung der Geschichte - oder noch besser gesagt: Viel zu schnörkellos und einfach ohne tiefgreifende Entwicklung. Alles bleibt auf einem auf Hochglanzpolierten Niveau stehen ohne dabei eigene Akzente zu setzen. Es fehlt hier einfach an Ecken und Kanten in der Inszenierung, die einem solchen Mammutwerk sicherlich gut zu Gesicht gestanden hätten. Nicht falsch verstehen - es geht sicherlich so wie durchgeführt, aufgrund der Epischen Machart und einem Regisseur Namens Alex Proyas hätte ich da aber einfach ein bisschen mehr erwartet.

Die Darsteller liefern zumindest eine durchweg solide Leistung ab, wobei Gerard Butler als fieser Set schon fast das Highlight bildet. Nikolaj Coster-Waldau verkörpert Horus und bleibt leider aufgrund des Drehbuchs eher hinter dem vorhandenen Potenzial zurück und auch Brenton Thwaites als Bek verleiht seiner Figur nicht den nötigen Biss um Akzente zu setzen. Da war seine Beteiligung im letzten Ausflug der „Piraten aus der Karibik“ deutlich besser. Wo wir gerade bei den Piraten sind: Geoffrey Rush ist als Ra mit dabei und sieht hier mMn fast 20 Jahre älter aus, was eventuell an der unpassenden Frisur und dem Gewand liegen mag. Auch wenn seine Kämpfe gegen den „Riesenwurm“ (soll wohl den Schlangengott Apophis darstellen) enorm epochal anzusehen sind, ist sein Schauspiel eher Mittelmaß. Als Captain Hector Barbossa hat er mir wirklich besser gefallen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Produktion als solches, die komplette Kontinente versammelt. Als US/Australische Produktion sind hier Darsteller aus vielen Nationen vorhanden wie z.B. Dänemark, England, Amerika und Australien. Nimmt man am Ende noch Herrn Proyas dazu, welcher in Ägypten geboren wurde, ist das schon imposant und mir selten so aufgefallen. Schade eigentlich das Deutschland hierbei nicht vertreten ist, denn unser Hollywoodimport Diane Kruger hätte wunderbar reingepasst. 

Was kann der geneigte Interessent nun erwarten? GODS OF EGYPT ist ein wirklich optisch bombastischer Film mit vielen Schwächen auf der Erzählstruktur. Zwar schnell Erzählt und ohne großen Leerlauf aber dafür auch teils völlig angebiedert an alle Zuschauerschichten. Eine Sichtung ist definitiv lohnenswert aber in die Sammlung muss er nicht, da gibt es weit bessere Werke die auch mehrmals gesehen werden können. Ich empfehle wenn sowieso stark die 3D Variante um den kompletten CGI Wahnsinn wunderbar genießen zu können. 


Als Fazit gibt es somit von mir 6 Augen des Horus für diese internationale Großproduktion. Es hätten wirklich mehr drin sein können aber dafür gibt es im direkten Vergleich halt einfach bessere Streifen der gleichen Sparte. Trotzdem ist diese Wertung immer noch gut genug um sich den Film zu Gemüte zu führen und einfach von den Effekten berieseln zu lassen. Verschenkte Zeit sieht sicherlich anders aus. 

6/10
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Kommentare

24.12.2018 15:12 Uhr - Mucki1979
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Gute Rezi zu einem Film, der aus meiner Sicht gerade nicht dem Mainstream zuzuordnen ist. Alex Proyas hat ja ein Faible für besondere Stoffe, der zugegeben frei interpretierte mythologische Aspekt gerät bei den gelungenen 3D-Effekten jedoch etwas in den Hintergrund.

Das Starensemble funktioniert nicht wirklich, die hatten wohl keine Lust.

Aber aus meiner Sicht dennoch unterbewerteter Genrebeitrag, der sich selbst nicht allzu Ernst nimmt, mit teils gutem Humor heraussticht, grandiose Effekte bietet und bei mir 1-2 Sterne mehr bekommen hätte.

LG Muck

24.12.2018 15:16 Uhr - Romero Morgue
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Hallo Mucki1979,

danke für dein Kommentar. Ich bin teils auch bei dir was deine Bewertung und Anmerkungen angeht, wollte auch erst auf eine 7 gehen habe dann aber wie beschrieben eine andere gewählt um die Relation zu waren da es im direkten Vergleich mMn bessere gibt. Schlecht ist der Film wirklich nicht, zu einem richtiges Topmovie reicht dieses aber halt auch nicht aus.

24.12.2018 15:36 Uhr - Mucki1979
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@Romero Morgue

Kein Affront! Proyas hatte sich m.W.n. seinerzeit über die Kritiken auch teils derb echauffiert, wahrscheinlich hat er seinen eigenen Film selber auch etwas zu ernst genommen. Ich fühlte mich dennoch gut unterhalten. Aber ob nun 6 oder 7, die breite Masse siedelt ihn eh darunter an.

Ich mag ihn ob des Settings, der Effekte und des Humors. Würde er Marvels Aygipt-Avengers heißen, wäre er besser davon gekommen! ;-)

LG Muck

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