SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Cyberpunk 2077 · Dein wahres Ich ist nicht genug. · ab 59,99 € bei gameware Rage 2 · Bunter Shooter für PS4, Xbox und PC · ab 49,99 € bei gameware
PeregrinTuk
Level 2
XP 84
Eintrag: 05.12.2018

Amazon.de

  • John Wick: Kapitel 3
4K UHD/BD
39,99 €
Blu-ray
19,99 €
DVD
16,99 €
prime video
13,99 €
  • Monster Busters
  • Lim. BD/DVD Mediabook
  • 29,40 €
  • Friedhof der Kuscheltiere
4K UHD/BD
34,99 €
BD Steelbook
24,99 €
Blu-ray
15,99 €
DVD
14,99 €
  • Hellboy - Call of Darkness
4K UHD/BD
28,99 €
BD Steelbook
21,99 €
Blu-ray
16,99 €
DVD
13,99 €
prime video
13,99 €

Outlaw King

Herstellungsland:Großbritannien (2018)
Genre:Abenteuer, Action, Biographie, Drama,
Historie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,67 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Dieses Geschichtsdrama porträtiert den Kampf von Robert Bruce, nachdem er vom König von England geächtet wurde, weil er sich zum schottischen König Robert I. krönen ließ.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von peregrintuk:

Achtung: da der Film in den historischen Hintergrund von Schottland einzuordnen ist, werde ich hier ohne Rücksicht auf Verluste  spoilern. Wen das stört, der sei hier gewarnt.

Das William Wallace am Ende von "Braveheart" stirbt, sollte keine Überraschung sein. Ebenso so wenig, dass er es damit eben nicht schafft, Schottland von der englischen Herrschaft zu befreien. Denn das übernahm, historisch gesehen, jemand anderes für ihn: Robert I., besser bekannt unter dem Namen Robert the Bruce, geboren 1274 und von 1306 bis 1329 König von Schottland. Durch sein Wirken erkannte Edward III. 1328 in dem Abkommen von Edinburgh und Northampton die Unabhängigkeit Schottlands an.

Der Netflix-Film Outlaw King widmet sich näher den Ereignissen rund um jene Person, läuft zwei Stunden und siebzehn Minuten und trägt eine Netflix-Alterseinstufung von 16 Jahren. Robert wird hierbei von Chris Pine, bekannt aus Filmen wie "Star Trek Into Darkness", verkörpert. Ganz im Gegensatz zu dem erwähnten Braveheart, hat hiesiger Film aber den Anspruch, geschichtlich korrekt zu sein, zumindest bis zum Ende.

Zum historischen Kontext: Edward I., auch bekannt unter dem Beinamen Longshanks, den er wohl seiner Größe und damit langen Beinen wegen erhielt, wurde am 18. Juni 1239 geboren. Erst vergleichsweise spät, 1274, übernahm er den Thron und damit auch die Herrschaft Englands.
Er hatte ein gutes Verhältnis zum derzeitigen Schottischen König Alexander III., als dieser aber ohne männliche Kinder starb, versuchte er Schottland seinem Reich einzuverleiben. Zunächst wollte er seinen Sohn Edward II. mit Alexanders Enkelin Margarete von Norwegen verheiraten, diese starb allerdings vor der Verwirklichung dieses Planes. Die folgenden Ansprüche auf den schottischen Thron gewann John Balliol, auch alle weiteren Versuche Edwards, die Herrschaft über Schottland zu übernehmen schlugen fehl.
Da England mit Frankreich im Krieg lag, schloss letzteres mit Schottland Anfang 1296 einen Bund, was Edward endlich als die Gelegenheit sah, Schottland anzugreifen und einzunehmen. Dies gelang ihm auch ohne weitere Probleme,  jedoch kam es bereits 1927 zu Revolten, unter anderem unter der Führung jenes Robert the Bruce, über den auch dieser Film hier erzählt. Die Aufstände wurde allerdings niedergeschlagen, 1298 wurde Schottland erneut nahezu komplett eingenommen. Nach vielen weiteren Schlachten und Aufständen ergaben sich dann 1304 viele der schottischen Oberhäupter, das Land galt ab da nicht mehr als eigenständiges Gebiet.

Und hier setzt der Film ein. 1305 geriet William Wallace in Gefangenschaft und wurde zunächst gefoltert und dann getötet. Seine Überreste wurden überall in Schottland verteilt aufgehängt, zur Abschreckung gegen neue Aufstände. Die Reaktionen des Volkes darauf verliefen recht heftig, Robert bemerkte das und nutzte die Gelegenheit - schließlich hatte auch er ein Recht auf den schottischen Thron, war er doch ein Nachfahre von David I., ein früherer König Schottlands. Zunächst ermordete er seinen dahingehend ärgsten Rivalen, John Comyn, welcher Roberts Aufstandspläne an Edward verraten wollte. Er lies sich daraufhin zum König des Landes Krönen, jedoch ohne zugehöriges Gebiet und mit bloß wenig Gefolgsleuten, was eine Befreiung Schottlands nahezu unmöglich machte. Er verlor die Schlacht bei Methven, floh und geriet in einen Hinterhalt, wodurch er beinahe alle seiner Begleiter verlor und er seine Frau und sein Kind wegschicken musste, die dann gefangen genommen wurden. Er selbst zog sich auf die Äußeren Hebriden, eine Inselgruppe Schottlans, zurück, wo er auch längere Zeit blieb.
Von dort aus begann er Schottland wieder einzunehmen. Castle für Castle griff er, meist aus dem Hinterhalt, an und erregte somit bald die Aufmerksamkeit Edward I. Dieser Zog nach Norden, starb jedoch auf dem Weg dahin, sodass sein Sohn Edward II. übernahm. Auch er wollte Schottland nicht hergeben, weswegen er 1307 in der Schlacht um Loudoun Hill gegen Robert antrat - zumindest im Film. In Wirklichkeit war er wohl gar nicht dabei, sein Magnat Aymer de Valence kämpfte eigentlich gegen den schottischen König. Egal, der Ausgang der Schlacht blieb der Gleiche: aufgrund von Terrainvorteilen und besserer Taktik gewannen die 600 Schotten gegen die 3000 englischen Soldaten. Hier endet auch der Film, denn die durch den Sieg von Robert gewonnene Unterstützung durch den schottischen Adel markierten einen Wendepunkt in der Rückeroberung Schottlands, sodass das Land 1328 von Edward III. als unabhängig erklärt wurde. Lange konnte Robert the Bruce dies allerdings nicht genießen, da er schon 1329 verstarb.

Wie schon erwähnt, gibt es da diese Abweichung in der Handlung, verglichen zur Historie, weswegen ich diesmal ausnahmsweise mit dem Negativen anfange. Sonderlich viel ist es komischer Weise gar nicht, denn als ich hörte, dass Netflix einen Film mit der Rahmenhandlung um William Wallace plant, war ich zunächst entsetzt. Ich dachte, 'was, sie wagen sich ernsthaft an diesen Mythos heran? Das kann nur schiefgehen!', aber der Film hat mich sehr positiv überrascht.
Jedoch, das angesprochene Negative ist eben zum einen diese unnötige historische Ungenauigkeit, die mit der Teilnahme Edwards II. an der Schlacht um Loudoun Hill in den Film gebracht wurde. Versteht mich nicht falsch, ich bin normalerweise immer einer der Letzten, die in einem Film geschichtliche Korrektheit verlangen, aber wenn der Film einen Anspruch auf diese legt und sie dann für einen "epischen" Endkampf bricht, dann ist das bloß billige Effekthascherei. Und das ist schade, die Schlacht war toll inszeniert und damit hätte man das nicht nötig gehabt.
Andererseits ist auch der fehlende Charakterhintergrund der Bösewichte ein Problem; während die Wichtigsten der Guten diesen alle bekommen, bleibt z.B. Edward II. dahingehend relativ blass. Da hätten, mal wieder, 10 Minuten mehr Laufzeit nicht geschadet, was bei den jetzigen 137 Minuten auch möglich gewesen wäre.

Dennoch nimmt der Film sich gerade anfänglich schön viel Zeit und baut sich angenehm langsam auf. Liebevoll wird Robert the Bruce eingeführt und mit vielen Details die historische Situation erläutert. Dabei merkt man richtig, wie der Film Stück für Stück und unausweichlich auf die Schlacht zusteuert, die dann den Höhepunkt bildet - und das tut sie wirklich.
Tolle Kampfchoreografien, gute Effekte (ob Computergeneriert oder nicht, vermag ich nicht zu unterscheiden, so wie bei den meisten Filmen) und von einer guten Intensität, die diese raue, brutale Zeit einwandfrei widerspiegelt. Dadurch war die Schlacht absolut toll anzusehen, aber sie ist nicht die einzige Szene, die Erwähnung verdient. Auch die Kämpfe zuvor sind ordentlich, schön eingeleitet und passen zu jedem Moment gut in's Bild und zur Geschichte.

Dadurch, dass Chris Pine  Robert auch so gut spielt, baut man wirklich Sympathie zu diesem auf, ist er doch mehr Kämpfer in eigener Sache, als wirklich Held. Zwar tritt er für ein ehrenwertes Ziel ein, die Befreiung Schottlands, aber immerhin will er damit selbst König werden. Dieser leichte Egoismus macht ihn realistischer, interessanter und vor allem zugänglicher, wodurch er eine weitaus bessere Hauptfigur darstellt als die meisten langweiligen Helden, die man so sieht.
Auch die anderen Schauspieler waren überzeugend, wenn auch mir unbekannt, sodass ich über diese nichts weiter sagen kann.

Das Beste und ich hätte nicht damit gerechnet, dies sagen zu können, waren tatsächlich Stimmung und Soundtrack. Kombiniert mit der tollen Geschichte und der genialen Schlacht machen sie diesen Film ziemlich gut, sodass er bei mir in der Wertung auch nur einen halben Punkt von "Braveheart"  (8 Punkte) entfernt liegt. Denn die Stimmung ist wundervoll facettenreich, sie reicht von einer liebevollen Atmosphäre bis zu traurig-melancholischen Momenten, von einer epischen Krönungsszene zu düster-brutalen Schlachtsequenzen.
Nicht zuletzt liegt die Atmosphärik in dem umwerfenden Soundtrack begründet. Direkt nach dem Ansehen des Filmes habe ich mir die Musik heruntergeladen, gerade ein Lied daraus höre ich seit dem in Dauerschleife. Wenn der Film eben eine epische Krönung besitzt, spiegelt das die Musik perfekt wieder. Hat der Film ergreifende Dramatik, besticht sie durch eine so schöne Melancholie. Der Komponist namens "Grey Dogs" ist mir dabei komplett unbekannt, gerade deswegen war ich ja auch so verwundert über die Qualität der einzelnen Lieder.

Abschließend kann ich somit sagen, dass der Film zwar immernoch hinter Braveheart  liegt, aber dennoch, wenn auch überraschend, wirklich gut war. Wer an der Geschichte interessiert ist, wen genannter Film mit Mel Gibson schon faszinierte, oder wer einfach Mittelalter mag, der hat hiermit auf jeden Fall seinen Spaß. Mehr noch, er erhält einen nicht perfekten, aber starken Film, den es sich anzusehen lohnt.

 

7,5 von 10 Punkten.

7/10
mehr reviews vom gleichen autor
Memento
PeregrinTuk
9/10
Gladiator
PeregrinTuk
10/10
Avengers:
PeregrinTuk
5/10
die neuesten reviews
Mayhem
Ghostfacelooker
Kodoku:
The Machinist
6/10
Apocalypse
Knochentrocken
Prevenge
Ghostfacelooker

Kommentare

05.12.2018 17:30 Uhr - PeregrinTuk
1x
User-Level von PeregrinTuk 2
Erfahrungspunkte von PeregrinTuk 84
Entschuldigt die Geschichtsstunde am Anfang. :p

05.12.2018 21:15 Uhr - BFG97
1x
Moderator
User-Level von BFG97 12
Erfahrungspunkte von BFG97 2.190
Gerade habe ich mir noch den Trailer angeschaut und beschlossen den als großer Braveheart-Fan anzuschauen. Nach deiner historischen Review fühle ich mich darin noch mehr bestätigt, sodass die Sichtung wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird :)

05.12.2018 21:55 Uhr - PeregrinTuk
1x
User-Level von PeregrinTuk 2
Erfahrungspunkte von PeregrinTuk 84
05.12.2018 21:15 Uhr schrieb BFG97
Gerade habe ich mir noch den Trailer angeschaut und beschlossen den als großer Braveheart-Fan anzuschauen. Nach deiner historischen Review fühle ich mich darin noch mehr bestätigt, sodass die Sichtung wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird :)


Freut mich, vielen Dank und viel Spaß. :)

06.12.2018 18:15 Uhr - wuv03
1x
User-Level von wuv03 2
Erfahrungspunkte von wuv03 34
Ich steh auf Geschichtsstunden. :D
Hat mich daran erinnert, dass ich mir den Streifen auch noch zu Gemüte führen wollte. Schöne Rezi. :)

06.12.2018 19:28 Uhr - PeregrinTuk
User-Level von PeregrinTuk 2
Erfahrungspunkte von PeregrinTuk 84
06.12.2018 18:15 Uhr schrieb wuv03
Ich steh auf Geschichtsstunden. :D
Hat mich daran erinnert, dass ich mir den Streifen auch noch zu Gemüte führen wollte. Schöne Rezi. :)


Auch Dir vielen Dank und ebenso viel Spaß. 🤗

07.12.2018 01:10 Uhr - spobob13
1x
Der Film war sehr ordentlich. Hat Netflix den jetzt am freien Filmmarkt gekauft oder wirklich selbst produziert?

Den Film mit Breaveheart zu vergleichen ist sinnlos. Schon der geniale Score von James Horner wird diesen Film für kommende Generationen unvergesslich machen. Einen Oscar wird Outlaw King gewiss nicht gewinnen. Im Direktvergleich zu Braveheart ist der Film leider nur nett - natürlich nicht die kleine Schwester von ... - aber eben auch nix was wovon man in 20 Jahren noch von spricht.

Es bleibt unter dem Strich der erste Film von Netflix der recht gut ist, und den ich nicht z.B. Auslöschung einfach irgendwann ausgemacht habe.

07.12.2018 08:52 Uhr - PeregrinTuk
User-Level von PeregrinTuk 2
Erfahrungspunkte von PeregrinTuk 84
07.12.2018 01:10 Uhr schrieb spobob13
Der Film war sehr ordentlich. Hat Netflix den jetzt am freien Filmmarkt gekauft oder wirklich selbst produziert?


Habe gerade mal ein wenig recherchiert, ich finde weder eine Bestätigung noch eine Widerlegung dafür.

Den Film mit Breaveheart zu vergleichen ist sinnlos. Schon der geniale Score von James Horner wird diesen Film für kommende Generationen unvergesslich machen. Einen Oscar wird Outlaw King gewiss nicht gewinnen. Im Direktvergleich zu Braveheart ist der Film leider nur nett - natürlich nicht die kleine Schwester von ... - aber eben auch nix was wovon man in 20 Jahren noch von spricht.


Da beide Filme in der selben Epoche spielen und beide im Kontext zu William Wallace stehen, ist ein Vergleich meiner Meinung nach zwingend notwendig, so sehr, wie er sich anbietet.
Btw. ist mir der Soundtrack von Outlaw King viel mehr im Gedächtnis geblieben, aber das ist wohl Geschmackssache.
Und natürlich gewinnt Outlaw King keinen Oscar, wenngleich ich auch Braveheart nicht die 5 gegeben hätte, da gibt es mMn noch bessere Kandidaten. Wie schon erwähnt gebe ich Braveheart ja auch "nur" 9 Punkte. :p

Es bleibt unter dem Strich der erste Film von Netflix der recht gut ist, und den ich nicht z.B. Auslöschung einfach irgendwann ausgemacht habe.


Sehr schön. :)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2019)